Forum: Wissenschaft
Weltbürgerbewegung: Der Mann, der die Menschheit einte
The LIFE Picture Collection/Getty Images

Vor 70 Jahren gelang etwas Unglaubliches, trotz Kaltem Krieg: Die Uno verabschiedete den wichtigsten Text der Menschheitsgeschichte. Womöglich wegen der Eskapaden eines Broadway-Schauspielers.

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Don Donoso 04.11.2018, 17:55
10. Zwischen Erhabenheit und linkem Stammtisch

Die Erklärung der Menschenrechte durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ist eine reine Sonntagsrede.

Die Charta war denn auch so allgemein gehalten, dass z.B. Stalins Sowjetunion einverstanden sein konnte. Zur Erinnerung: Das war ein Staatsgebilde, in dem 10-30 Millionen Menschen ermordet wurden.

Da die Erklärungen so vage sind, kann jeder seinen Alltagshass (z.B. gegen Trump) in die Gestalt hehrer Worte kleiden. Und wer die längst widerlegte Legende vom Payment Gap zwischen den Geschlechtern wieder hervorkramen will, kann dazu die edlen Phrasen genauso bemühen wie der, der politische Gegner zu Feinden der Humanität entmenschlichen möchte.

Wie gesagt: Die Menschenrechte sind eine Sonntagsrede: im besseren Fall eine Predigt, im schlimmeren Fall Stammtisch-Talk, so wie der Beitrag hier.

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Nikolas Schürmann 04.11.2018, 18:44
11. Danke, Spiegel!

Darüber wusste ich bisher nicht viel. Danke für diesen lehr reichen Artikel, der mich dazu gebracht hat die Erklärung einmal durchzulesen.

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SIR-ENE 04.11.2018, 19:26
12.

Zitat von Don Donoso
Die Erklärung der Menschenrechte durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen ist eine reine Sonntagsrede. [...] Wie gesagt: Die Menschenrechte sind eine Sonntagsrede: im besseren Fall eine Predigt, im schlimmeren Fall Stammtisch-Talk, so wie der Beitrag hier.
Sie meinen sicherlich „Stammtisch-Talk wie die Kommentare hier".

Regelwerke sind Zielsetzungskataloge. Die Verwirklichung einzelner Gesetze scheitert gerne aufgrund von Interessenkonflikten. Interessen werden in Gemeinschaften von mehr oder weniger mächtigen Sukkursgemeinschaften vorangebracht oder gebremst.

Ich finde sehr bedauerlich, dass bis heute noch niemandem aufgefallen ist, dass der Art. 1 unseres Grundgesetzes im Grunde nur ein Treppchen zum Fundament unserer Rechtsordnung ist und im Art. 2 eine ungeheuer wirksame Umsetzungshilfe steckt, die bislang nicht mal den Juristen aufgefallen ist, die ständig mit dem Volk beschäftigt sind.

Begründung:

1. „Würde“ als einem der wichtigsten Werte menschlicher Individuen, lässt sich nirgendwo abrufen. Sie kann nur entstehen durch Verwirklichung unseres sich an den Menschenrechten orientieren Regelwerkes, das übrigens eines der besten der Welt ist, weil es nicht nur Recht garantiert, sondern Gerechtigkeit ermöglicht.
2. Wer den Art. 2 GG auf sich wirken lässt, erkennt ohne Schwierigkeiten, dass das Recht auf Selbstbestimmung in ihm steckt. Dieses zweifelsohne wichtigste Recht aller Gemeinsamkeiten dürfen alle Individuen für sich in Anspruch nehmen durch Respektieren des Rechtes auf Selbstbestimmung anderer. In demokratischen System ist damit auch das Recht auf Kontrolle mächtiger Fremdbestimmung garantiert. Die Nutzung dieses Rechtes verschafft genug Rechtssicherheit, um einem Bogen zu machen um zwei Juristen mit drei Meinungen.

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richey_edwards 04.11.2018, 20:00
13. Menschenrechte

Ja klar. Assad setzt im Bürgerkrieg mehrmals Chemiewaffen ein und übernimmt dann den Vorsitz der UNO Abrüstungskonferenz. Aber nicht nur Syrien. Auch Ukraine, Mali, Libyen usw . Und wo waren die Menschenrecht in Srebrenica? Dazu Missbrauch und sexuelle Gewalt von UN-Soldaten. Die UNO könnte eine gute Sache sein, diese UNO ist es aber nicht. Leider ist die UNO auch noch reformunfähig. Deshalb wird sie auch zunehmend unbedeutend.

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der_peter 04.11.2018, 20:38
14. In der Tat ...

... die Erklärung der Menschenrechte ist eine außerordentliche Leistung gewesen. Wie geht aber um mit Menschen, die diese Rechte anderen Menschen nicht gewähren wollen? Wie geht man mit ganzen Gruppierungen von Menschen um, die diese Rechte nicht akzeptieren? Oder wie geht man mit Religionen um, die diese Menschenrechte nicht anerkennen?

Darauf haben wir leider keine Antwort.

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wahrsager26 04.11.2018, 21:03
15. An der Peter. Nr14

Gott sei Dank haben Sie noch die 'Kurve' bekommen und gefragt wie es sich mit Religionen verhält, die nicht akzeptieren wollen.....Ansonsten halte ich von derartigen Postulaten nicht viel! Es werden idealisierte Wunschvorstellungen geäußert und konnten auch dann von Väterchen Stalin unterschrieben werden...da weltfremd und nicht umsetzbar.Eben nur wohlmeinend. Väterchen soll ja um die 37 Millionen auf dem Kerbholz haben..... Danke

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danduin 04.11.2018, 21:08
16. Zu viele Menschen für Menschenrechte

Vielleicht können wir und den Luxus der Menschenrechte unter der Masse an Menschen, Migrationsbewegung und Resourcenkampf nicht mehr leisten. Die Aufgabe der Philosophen dieses Jahrhunderts muss es sein, dieses zu vereinbaren.

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alterknacker54 04.11.2018, 21:28
17. Danke SPON für diesen Artikel

Auch ich habe bisher noch nie etwas von Davis' Initiative gehört. Sicherlich interessant, das mal wieder aufzugreifen und den "Eliten" etwas Dampf zu machen. Dass Edward Snowden erwähnt wird ist auch wichtig! Leider gerät er nach und nach in Vergessenheit. Wir sollten uns mehr kümmern.

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geando 04.11.2018, 23:05
18. Was ist denn die Alternative zur Nation?

Es ist ein gefährlicher Irrglaube, das souveräne Staaten oder die Existenz von Nationen per se eine Bedrohung für den Weltfrieden wäre. In direkter Linie zu diesem Glauben steht ja auch der UNO-Migrationspakt, der im Dezember auch von Deutschland unterzeichnet wird und als nächsten Schritt (nicht bindend) einer weltweiten Erleichterung von Migration den Weg ebnen will. Souveräne Staaten und Nationen sind aktuell die einzige gesellschaftliche Organisationsform, die es schafft, Menschen mit Gemeinsamkeiten zusammenzufügen und zu vertreten. Diese Gemeinsamkeiten können geschichtlicher Herkunft sein, ethnischer oder kultureller. Die Menschheit ist noch lange nicht bereit für eine "no nation, no border"-Welt, genau so wenig wie sie es wirtschaftlich für eine besitzlose Gesellschaft war. Das evolutionäre Erbe der Menschen steht uns noch zu sehr im Weg, der Wunsch nach Sicherheit durch Besitz, Heimat, Gemeinsamkeit und Identität unter Gleichen ist (ausser bei wenigen internationalen Eliten) stärker als als das diffuse Versprechen einer geeinten Menschheit. Aktuell würde das Konzept der Nation nahtlos durch globale Grosskonzerne, intransparente Superstaaten oder korrupte aggressive Ideologen geschluckt und die Menschen würden schnell der Möglichkeit beraubt werden ihre Interessen zu formulieren und durchzusetzen. Aktuell ist ja schon zu beobachten, wie internationale Verträge (die praktischerweise meist an den Parlamenten vorbei ausgehandelt werden können, siehe TTIP etc.) eingesetzt werden um die demokratischen Grundlagen der nationalen Gesetze zu umgehen. Wir brauchen stattdessen die Nation, aber die friedliche Nation mit echter (direkter) Demokratie. Daher müssen wir gegen den globalen Ausverkauf nationaler identität und die naive Vorstellung vorgehen, das es der Menschheit in globalen Superstaaten oder in der global uneingeschränkten Herrschaft der Konzerne besser ginge.

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SIR-ENE 05.11.2018, 01:14
19. Den Unrecht den Nährboden entziehen

Zitat von der_peter
... die Erklärung der Menschenrechte ist eine außerordentliche Leistung gewesen. Wie geht aber um mit Menschen, die diese Rechte anderen Menschen nicht gewähren wollen? Wie geht man mit ganzen Gruppierungen von Menschen um, die diese Rechte nicht akzeptieren? Oder wie geht man mit Religionen um, die diese Menschenrechte nicht anerkennen? Darauf haben wir leider keine Antwort.
Menschen kommen nicht als Monster auf die Welt. Das werden sie erst durch ein entsprechend kaputtes Miteinander und Nebeneinander. Man verhindert einfach, dass ein Aneinandervorbei und Gegeneinander daraus wird, das irgendwann eskalieren muss, um Überlebende mit bisschen Sein und nichts Haben zufrieden zu stellen. Und was dazu notwendig ist, ermöglicht auch, Menschenrechtsverletzer in die Schranken zu weisen und zu entmächtigen.

Wir sollten aufhören, uns mit den Ergebnissen ungerechten Verhaltens zu beschäftigen und rechtem Verhalten mehr Chancen zu geben durch Ursachenbekämpfung im Kleinen. Dann entsteht Gutes, statt Bösem. Warum das bisher nicht funktioniert, liegt schlichtweg daran, dass wir nicht erkennen, was schief läuft. Weil wir unser Versagen nicht wahrhaben wollen und verdrängen.

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