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Weltraummüll: Forscher erwarten fatale Kollisionen alle paar Jahre
ESA

Weltraumschrott kann Satelliten zerstören - und die Gefahr solcher fataler Zusammenstöße im All wird immer größer. Forscher fürchten, dass es bis zum Jahr 2200 mindestens 20 katastrophale Kollisionen geben wird.

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panzertom 23.04.2013, 18:06
1. Alle in dieselbe Richtung

Ich verstehe die ganze Aufregung um "Weltraum-Schrott" nicht. Alle Raumschiffe und fast alle Satelliten werden strikt nach Osten gestartet, um die Erddrehung "mitzunehmen". Bei dreißigfacher Schallgeschwindigkeit im Orbit ist es bekanntermaßen äußerst schwierig, die Richtung eines Flugkörpers zu ändern. Folglich werden auch die Bruchstücke eines kaputten Satelliten weiter in Richtung Osten um die Erde kreisen. Wenn aber alle in dieselbe Richtung sausen, kann es doch keine dramatischen Kollisionen geben. Oder habe ich was übersehen?

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christian_pichel 23.04.2013, 18:35
2.

Zitat von panzertom
Ich verstehe die ganze Aufregung um "Weltraum-Schrott" nicht. Alle Raumschiffe und fast alle Satelliten werden strikt nach Osten gestartet, um die Erddrehung "mitzunehmen". Bei dreißigfacher Schallgeschwindigkeit im Orbit ist es bekanntermaßen äußerst schwierig, die Richtung eines Flugkörpers zu ändern. Folglich werden auch die Bruchstücke eines kaputten Satelliten weiter in Richtung Osten um die Erde kreisen. Wenn aber alle in dieselbe Richtung sausen, kann es doch keine dramatischen Kollisionen geben. Oder habe ich was übersehen?
Ja, z.B. Satelliten mit geostationärer Umlaufbahn.

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multi_io 23.04.2013, 18:42
3.

Zitat von panzertom
Ich verstehe die ganze Aufregung um "Weltraum-Schrott" nicht. Alle Raumschiffe und fast alle Satelliten werden strikt nach Osten gestartet, um die Erddrehung "mitzunehmen". Bei dreißigfacher Schallgeschwindigkeit im Orbit ist es bekanntermaßen äußerst schwierig, die Richtung eines Flugkörpers zu ändern. Folglich werden auch die Bruchstücke eines kaputten Satelliten weiter in Richtung Osten um die Erde kreisen. Wenn aber alle in dieselbe Richtung sausen, kann es doch keine dramatischen Kollisionen geben. Oder habe ich was übersehen?
Ja. Die wenigsten Satelliten "sausen" über dem Äquator genau nach Osten. Sondern die Orbits sind verschieden gegen die Äquatorebene gekippt (Inklination) und gedreht (Argument). D.h. bei eine Kollision treffen die beiden Kollisionspartner zwar nicht frontal aufeinander, aber mehr oder weniger "schräg".

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multi_io 23.04.2013, 18:44
4.

Zitat von christian_pichel
Ja, z.B. Satelliten mit geostationärer Umlaufbahn.
Naja, gerade für die gilt ziemlich genau das, was "panzertom" schreibt. Nur für die meisten anderen nicht.

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der.tommy 23.04.2013, 18:50
5.

oder satteliten mit gleichem erdabstand aba unterschiedlicher bahnneigung

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der.tommy 23.04.2013, 18:52
6.

oder satteliten auf eliptischen bahnen mit unterschiedlichen exzentritaeten.
um eine beruehmte serie zu zitieren: ach lenard....wo soll ich nur anfangen

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der.tommy 23.04.2013, 18:54
7.

und nein wieso sollte das schwierig sein? aus dem system des satteliten betrachtet gibts ja nich viele einwirkenden kraefte. die geschwindigkeit des satteliten auf der bahn entlang der aequipotentialflaeche im schwerefeld der erde zu bewegen ist in der tat nicht schwer ;)

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DonCarlos 23.04.2013, 18:54
8. Wie wäre es mit einer Satellitenschleuder?

Zitat von sysop
Weltraumschrott kann Satelliten zerstören - und die Gefahr solcher fataler Zusammenstöße im All wird immer größer. Forscher fürchten, dass es bis zum Jahr 2200 mindestens 20 katastrophale Kollisionen geben wird.
Der eingefangene Satellit wird von der Schleuder Richtung Erde geschickt. Der Schleudersatellit selbst wird dadurch nach oben beschleunigt. Am besten in Richtung des nächsten Kandidaten. Das ganze System kann mit Solarzellen laufen, da die Schleuder ja ganz langsam gespannt werden kann. Das funktioniert mit ganzen Satelliten oder sonstigen Kleinteilen.

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rhominus 23.04.2013, 19:09
9.

Zitat von panzertom
Ich verstehe die ganze Aufregung um "Weltraum-Schrott" nicht. Alle Raumschiffe und fast alle Satelliten werden strikt nach Osten gestartet, um die Erddrehung "mitzunehmen". Bei dreißigfacher Schallgeschwindigkeit im Orbit ist es bekanntermaßen äußerst schwierig, die Richtung eines Flugkörpers zu ändern. Folglich werden auch die Bruchstücke eines kaputten Satelliten weiter in Richtung Osten um die Erde kreisen. Wenn aber alle in dieselbe Richtung sausen, kann es doch keine dramatischen Kollisionen geben. Oder habe ich was übersehen?
Nicht alle Satelliten werden direkt nach osten gestartet. Die Inklination einer Bahn wird in erster Linie danach ausgewählt, was der Satellit später für eine Aufgabe erfüllen soll. Im niedrigen Erdorbit platziert man beispielsweise gern Spionage- oder Wettersatelliten in polare Orbits. Kommunikations- oder GPS-Satelliten haben auch gern hohe Inklinationen oder (Molniya, sowjetisch) stark elliptische Orbits.
und selbst wenn Satelliten sich auf Orbits mit kleinen Inklinationen befinden, einer aber elliptisch, der andere kreisförmig ist, kann es zu "Auffahrunfällen" (Im Gegensatz zu Frontalkollisionen) mit mehreren hundert m/s kommen.
Aber im Prinzip hat multi_io schon alles gesagt.

Ich finde aber dieses kurze video:
Number of Objects in Space: 1957 to present - YouTube
recht anschaulich.

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