Forum: Wissenschaft
Weltraumteleskop "Herschel": So glitzert eine Sternengeburt

Das Weltraumteleskop "Herschel" hat seine ersten wissenschaftlichen Ergebnisse produziert, und die Astronomen sind begeistert: Schon ein Jahr nach dem Start des Observatoriums bekommen sie völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung von Sternen und Galaxien - und grandiose Bilder.

mavoe 06.05.2010, 18:14
1. Aha! Neue Wasserform.

Zitat von sysop
Das Weltraumteleskop "Herschel" hat seine ersten wissenschaftlichen Ergebnisse produziert, und die Astronomen sind begeistert: Schon ein Jahr nach dem Start des Observatoriums bekommen sie völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung von Sternen und Galaxien - und grandiose Bilder.
"Und auch damit war die Liste der "Herschel"-Überraschungen noch nicht zu Ende. Das Teleskop hat auch die Entdeckung einer neuen Form von Wasser ermöglicht: elektrisch geladene Wassermoleküle, die so auf der Erde nicht vorkommen. Die Erklärung: In den Geburtswolken junger Sterne herrscht heftige UV-Strahlung, die aus einem Wassermolekül ein Elektron herausschlagen kann. Das Ergebnis ist eine elektrische Ladung. "Die Entdeckung dieses ionisierten Wasserdampfs war eine Überraschung", sagt Arnold Benz von der ETH Zürich. "Das zeigt uns, welche heftigen Vorgänge in den frühen Phasen eines Sterns stattfinden."

Welche böse Macht hindert uns auf irdischen Sphären Wassermoleküle zu ionisieren, also "Elektronen herauszuschlagen" und dadurch ein Ergebnis zu erzielen, welches "elektrische Ladung" heißt?
"Ionisierter Wasserdampf". Das kann mir vielleicht ein Chemiker erklären, wg. Bindungsenergien.

nichts für Ungut und physikalische Grüße aus Berlin :)

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Hajojunge 06.05.2010, 20:14
2. Ferne Vergangenheit!

Allen diesen Berichten liegt ein ganz gravierender Schönheitsfehler zu Grunde: Sie sind in der Gegenwartsform geschrieben. So faszinierend die beschriebenen Entdeckungen auch sein mögen: Wir sehen nur das Licht, welches vor Milliarden (Licht-)Jahren auf die Reise ging. Wir erleben keine Geburt von Sternen, sondern nur ihren optischen Nachhall. Was zur Zeit am Ausgangsort der Licht/Strahlungsinformation los ist, weiß niemand. Es gibt in unserem Universum eben keine Gleichzeitigkeit - die Lichtgeschwindigkeit ist davor. Nur in unserer Fantasie können wir sie überschreiten. Was darüber hinausgeht, regt allenfalls unsere Fantasie an. Mehr wissen wir nicht. Und je mehr wir zu wissen glauben, desto größere Defizite tun sich auf.

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n+x 06.05.2010, 22:58
3. nicht wann, wie

Zitat von Hajojunge
Allen diesen Berichten liegt ein ganz gravierender Schönheitsfehler zu Grunde: Sie sind in der Gegenwartsform geschrieben. So faszinierend die beschriebenen Entdeckungen auch sein mögen: Wir sehen nur das Licht, welches vor Milliarden (Licht-)Jahren auf die Reise ging. Wir erleben keine Geburt von Sternen, sondern nur ihren optischen Nachhall.
Ist doch egal! Interessant ist nicht wann es passiert (ständig) sondern was passiert und wie es funktioniert.

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Dishmaster 07.05.2010, 11:28
4. Missinformationsdesaster

Leider ist Spiegel hier einer Presseerklaerung aufgesessen, die einer weiteren Nachrecherche bedurft haette. Jeder halbwegs gescheite Astrophysiker, der sich mit der Materie auskennt wuerde sofort bestaetigen, dass es absoluter Bloedsinn ist, dass der genannte Protostern aktuellen Theorien widersprechen wuerde. Dieser Teil im Spiegelartikel ist einfach eine wortwoertliche Uebersetzung der ESA-Presseerklaerung. Zum einen ist ueberhaupt nicht klar ob sich dieses Objekt jemals in einen massereichen Stern entwickeln wird. Zum anderen gibt es sehr wohl bereits gut ausgearbeitete Theorien, die ausgiebig getestet werden, wie massereiche Sterne mit mehr als 8 Sonnenmassen entstehen. Entweder wurden die praesentieren Ergebnisse nicht gut erklaert, oder die in Noordwijk auf der Konferenz befindlichen Journalisten haben es falsch verstanden.

Und jetzt geistern Meldungen durch die allgemeine Presse, dass die aktuellen Theorien falsch seien. Schlimmer konnte es nicht kommen.

PS: Ich befinde mich selber auf dieser Konferenz.

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