Forum: Wissenschaft
Wendelstein 7-X: Letzte Naht an Kernfusionsreaktor geschlossen
IPP/ Anja Ullmann

Die stählerne Außenhaut der Fusionsmaschine Wendelstein 7-X ist komplett. Die letzte offene Naht wurde verschweißt. Der Rohbau des Greifswalder Reaktors ist damit fertig - im Jahr 2014 soll er in Betrieb gehen.

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hottrod 04.06.2013, 20:17
10. ...

Zitat von shark
Schade wieder um die verpulverten Mrd. € die vom Steuerzahler geleistet werden. Eine kontrollierte Kernfussion wird es auch in 50 Jahren noch nicht geben!!! 100 Mio Grad, wer soll das bändigen???
Das um den Reaktorbereich aufgebaute Magnetfeld aus supraleitenden Magneten bändigt das Plasma und hält es in der Schwebe.

Es ist nun mal Forschung. Die kostet ein wenig Geld. Und lieber ein paar Mrd. in so ein Projekt versenken, das Ergebnis offen ist, denn so funktioniert Forschung nun einmal, als irgendwelche Drecks-Banken zu retten, die nur ihrer Gier nachjagen und nicht das Allgemeinwohl im Sinn haben. Auch wenn die kommerziell nutzbare Kernfusion möglicherweise noch ein paar Jahrzehnte auf sich warten lässt, so bin ich mir hundertprozentig sicher, dass bedeutende Entdeckungen und Entwicklungen aus diesen Projekten hervorgehen werden. So, wie es auch schon bei etlichen anderen Grossprojekten der Fall war und ist.

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syracusa 04.06.2013, 20:28
11.

Zitat von shark
Eine kontrollierte Kernfussion wird es auch in 50 Jahren noch nicht geben!!! 100 Mio Grad, wer soll das bändigen???
Mehr als 30 km/h? Welches Lebewesen könnte sowas überleben.

Da Sie keine Ahnung davon haben, wie man 5.000 Grad bändigen kann, haben Sie natürlich erst recht keine Ahnung davon, wie man 100 Mio Grad bändigen kann. Ihr Fehler ist, von Ihren begrenzten Kenntnissen auf die Kenntnisse anderer Menschen zu schließen.

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rhominus 04.06.2013, 20:31
12.

Zitat von shark
100 Mio Grad, wer soll das bändigen???
Mal vom Rest dessen abgesehen, was man nur mit einigem Wohlwollen als Ihren "Beitrag" bezeichnen kann, ist diese Frage ein typisches Beispiel dessen, dass gerade in der Forschungspolitik ein Wenig Sachwissen vorhanden sein sollte, bevor man in die Tasten greift.

Gemeint ist die Plasmatemperatur und diese ist nicht dieselbe, die hinterher auf das Gehäuse des Reaktors einwirkt. Ein gutes Beispiel dafür sind die Leuchtstoffröhren oder Halogenlampen, die es sicher auch in Ihrem Haus gibt. Das Plasma in diesen Röhren ist mehrere zehntausend Grad heiß, die Lampe selbst aber nur ein paar dutzend.
Mit einem solchen Reaktor verhält es sich ähnlich.

Es gibt durchaus andere Probleme, diese sind aber, weil Physiker auch nicht völlig dumm sind, etwas komplizierter als "Das ist doch viel zu heiß."

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Layer_8 04.06.2013, 20:32
13. Anstoßen

Zitat von rolli
Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen zu erklären, dass die Kernfusion mit einer Kernreaktion angestossen werden soll, ähnlich wie bei der Wasserstoffbombe. Microwellen sind Schwachsinn, weil eben mehr Energie notwendig ist als man rausholen kann. rolli
Kernfusion funzt schon von alleine, wenn die mittlere Bewegungsenergie der Kerne dem Potenzial der elektrischen Abstoßung in Kernnähe entspricht, dann kann die Kernkraft greifen. Zum Glück geschieht das aber erst bei für uns sehr hohen Temperaturen sonst wäre das Universum ein anderes :-)

PS. Eine Art Kernfusion findet ja schon bei Neutroneneinfang statt, auch bei "Zimmertemperatur", aber das ist eine andere Geschichte.

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syracusa 04.06.2013, 20:33
14.

Zitat von hottrod
Das um den Reaktorbereich aufgebaute Magnetfeld aus supraleitenden Magneten bändigt das Plasma und hält es in der Schwebe. Es ist nun mal Forschung. Die kostet ein wenig Geld. Und lieber ein paar Mrd. in so ein Projekt versenken, das Ergebnis offen ist, denn so funktioniert Forschung nun einmal, als irgendwelche Drecks-Banken zu retten, die nur ihrer Gier nachjagen und nicht das Allgemeinwohl im Sinn haben.
Volle Zustimmung.

Allerdings scheint mir schon jetzt einigermaßen klar zu sein, dass die Kosten eines kommerziellen Fusionsreaktors so hoch sein werden, dass die darin erzeugte kWh Strom schon alleine mit Kapitalkosten belastet sein werden, die die Kosten nachhaltig aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms bei weitem übersteigen. Fusionsreaktoren werden kaum je wirtschaftlich wettbewerbsfähig sein.

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narm 04.06.2013, 20:35
15. optional

selbst wenn damit Strom erzeugt werden soll, die theoretische Energiemenge die dabei freigesetzt wird ist so groß um auch das Mikrowellenaufheizen zu verkraften.
Ein Aufheizen via Kettenreaktion beschädigt nur den Reaktor

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querulant1892 04.06.2013, 20:41
16.

Zitat von shark
Schade wieder um die verpulverten Mrd. € die vom Steuerzahler geleistet werden. Eine kontrollierte Kernfussion wird es auch in 50 Jahren noch nicht geben!!! 100 Mio Grad, wer soll das bändigen???
Zuerst einmal:
Wenn man nur um Wendelstein 7-x ausgeht, sind es keine "Mrd. €".

Sicherheitsfragen IPP: Max-Planck-Institut für Plasmaphysik

"Frage: Welche Kosten entstehen für Wendelstein 7-X?

Antwort: Über den gesamten Zeitraum bis zur Fertigstellung 2014 betragen die Kosten für die eigentliche Fusionsanlage (Investitionen) ca. 370 Mio €. Für den Bau des Gebäudes kommen 100 Mio € hinzu, weiterhin Personalkosten von ca. 310 Mio € und für den Betrieb ca. 280 Mio €. Damit ergeben sich die Gesamtkosten für alle Aktivitäten des Teilinstituts Greifswald des IPP von ca. 1060 Mio €, kumuliert für den Zeitraum 1997 bis 2014.

Die vom Bildungsministerium in der Beantwortung der Parlamentsanfrage von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Drucksache 6/243) genannten Gesamtkosten von 941 Mio € beziehen sich kumuliert auf den Zeitraum von 1995 bis 2011.

Diese Kostenkalkulation ist seit 2007 bekannt und seither stabil"


Dann:
Die Kritik an den Kosten der Fusionsforschung ist doch ziemlich doppelmoralisch.

Alleine die Sanierung der Berliner Museumsinsel soll 1,5 Milliarden Euro kosten!

Sanierung der Berliner Museumsinsel soll 1,5 Milliarden Euro kosten

Bislang sind schon eine Milliarde Euro geflossen:

Milliardenprojekt : Der Weg zur fertigen Museumsinsel ist noch weit - Nachrichten Kultur - DIE WELT


Nichts gegen Archäologie und Kultur! Finde ich beides gut und erstrebenswert! Aber dass dann ausgerechnet bei der Kernfusion auf den Geldbeute geguckt wird, ist ... naja.

Auch könnten wir mal über die Kosten der Erneuerbaren Energien reden.

Umweltminister Altmaier:

Und selbst wenn Kernfusion nicht funktioniert: Es ist ein wertvoller Beitrag für die Grundlagenforschung.
So werden für die Kernfusion auch neuartige Supraleiter zur Bereitstellung von Magnetfeldern erforscht.
(Diese sollen z.B. bei hohen Temperaturen funktionieren (Hochtemperatursupraleiter).)


http://swissengineering-stz.ch/pdf/stz0420114533.pdf

scinexx | Weltrekord mit Hochtemperatur-Supraleiter: Supraleiter soll im Fusionskraftwerk eingesetzt werden - Supraleiter, HOchtemperatur-Supraleiter, Fusionsreaktor, Widerstand, Elektrik, Stromversorgung, Stromzufhrung, Leiter, Materialfoschung, Str


Und diese Hochtemperatursupraleiter könnten auch eine bedeutende Rolle bei der Förderung der Erneuerbaren Energien (Solar, Wind etc) darstellen, da mann neue und effiziente Netze für die Verteilung des EE-Stroms braucht.


KW04|Tagung über Supraleiter in Wind- und Wasserkraftanlagen-SolarServer

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quadratkopf 04.06.2013, 20:52
17. Frage vom Laien

Zitat von rhominus
Mal vom Rest dessen abgesehen, was man nur mit einigem Wohlwollen als Ihren "Beitrag" bezeichnen kann, ist diese Frage ein typisches Beispiel dessen, dass gerade in der Forschungspolitik ein Wenig Sachwissen vorhanden sein sollte, bevor man in die Tasten greift. Gemeint ist die Plasmatemperatur und diese ist nicht dieselbe, die hinterher auf das Gehäuse des Reaktors einwirkt. Ein gutes Beispiel dafür sind die Leuchtstoffröhren oder Halogenlampen, die es sicher auch in Ihrem Haus gibt. Das Plasma in diesen Röhren ist mehrere zehntausend Grad heiß, die Lampe selbst aber nur ein paar dutzend. Mit einem solchen Reaktor verhält es sich ähnlich. Es gibt durchaus andere Probleme, diese sind aber, weil Physiker auch nicht völlig dumm sind, etwas komplizierter als "Das ist doch viel zu heiß."
Das ist jetzt mein Ernst, auch wenn Fachleute mit dem Kopf schütteln werden: Wie schafft man es, solche Temperaturen (100 Millionen Grad) von dem Gehäuse fern zu halten? Mit einem Vakuum ginge es, das leuchtet mir noch ein. Aber davon las ich nichts.
Ich weiß eigentlich nur, was 100 Grad Celsius sind, die machen furchtbar Aua. 100 Millionen ist für mich nicht begreifbar.

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kuehlmeister 04.06.2013, 20:56
18.

Zitat von shark
Schade wieder um die verpulverten Mrd. € die vom Steuerzahler geleistet werden. Eine kontrollierte Kernfussion wird es auch in 50 Jahren noch nicht geben!!! 100 Mio Grad, wer soll das bändigen???
da ist das geld auf jeden fall sinnvoller angelegt als in irgendwelchen drohnen die auf dem boden bleiben weil sie keine flugerlaubnis bekommen oder irgendwelche banken die sich verzockt haben damit die vorstände dicke bonis kassieren können.

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rulamann 04.06.2013, 20:59
19.

Zitat von sysop
Die stählerne Außenhaut der Fusionsmaschine Wendelstein 7-X ist komplett. Die letzte offene Naht wurde verschweißt. Der Rohbau des Greifswalder Reaktors ist damit fertig - im Jahr 2014 soll er in Betrieb gehen.
Anstatt das Spielzeug im Osten für überbezahlte Dauerstellen anzuwerfen sollte mal das richtige Projekt in Katterasch angefeuert werden, da kommt einiges mehr an Watt rum.

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