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Wendland: Archäologen erforschen Achtzigerjahre
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Schluss mit Steinzeit: Archäologen interessieren sich neuerdings auch für Zeitgeschichte. Ein Forscher gräbt ein Protestcamp nahe Gorleben aus - und berichtet Überraschendes aus dem Leben der Atomkraftgegner.

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fruchtfit 21.09.2017, 09:46
1. So eine Ressourcenverschwendung!

Es macht mich traurig und wütend zugleich, wenn an allen Ecken das Geld in der Archäologie fehlt, um beispielsweise im Vorfeld von Baumaßnahmen unberührten Boden zu untersuchen. Die dort befindlichen Bodendenkmäler gehen dann unwiderbringlich verloren. Oder wenn Gelder fehlen, Fundstücke konservatorisch richtig zu behandeln, mit der Folge, dass diese dann in Museumsdepots verrotten. Gleichzeitig sind Mittel für solch einen Firlefanz vorhanden. Wo soll bitteschön der Erkenntnisgewinn liegen? Alle offenen Fragen, die nicht durch Nachlesen oder das Anschauen von Filmmaterial aus der Zeit geklärt werden können, beantworten die zahlreich noch lebenden Zeitzeugen sehr gern! Mich erinnert diese Geschichte an die Ausgrabung eines Lancaster Bombers in der Nähe von Hannover von vor ein paar Jahren. Den hätte man sich auch baugleich im Museum anschauen können....

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echoanswer 21.09.2017, 09:52
2. Was soll dieser Unfug

Am Stadtrand von Leipzig steht eine große Müllhalde. Die ist viel älter als Gorlebens Zivilisationmüll. Vll gräbt der "Archäologe" lieber dort. Da gibt es Sachen, die hat er noch nie gesehen. Aber bitte mit seinem eigenen Geld finanziert. Ich kann nichts Erforschenswerte am Müll der Atomgegner finden. Welche Stelle unseres Verständnisses der jüngsten Vergangenheit verbessert diese Grabung? Die Beweggründe der Atomgegner von damals haben viele bis heute nicht verstanden. Da hilft auch das Buddeln in ihrem Müll nichts.

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jostauler 21.09.2017, 09:52
3. Sinn?

Unternehmungen dieser Art binden Geld-, Sach- und Personalmittel, die a. a. O. dringend gebraucht werden. Solange die Bodendenkmalpflegeämter nicht alle gefährdeten Befunde aus den prähistorischen und historischen Epochen untersuchen können, kann man solche Aktionen nicht gut heißen. Welche Aussagekraft hat etwa ein Blechnapf mit eingeritzem Namenskürzel aus einem KZ? Da fragt sich der Laie und auch der Fachmann: Was soll das? Jost Auler M.A., Archäologe (Dormagen)

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beaker24 21.09.2017, 09:57
4.

Zitat von fruchtfit
Es macht mich traurig und wütend zugleich, wenn an allen Ecken das Geld in der Archäologie fehlt
Wir erinnern uns z. B. an den Einbaum von Stralsund, noch keine 10 Jahre her. Munter verroten lassen, im Museum. Statt dessen die 80er. Sind ja sehr schlecht dokumentiert, die 80er.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/archaeologie-skandal-deutsche-behoerden-liessen-steinzeit-einbaeume-vergammeln-a-612716.html

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leodgr 21.09.2017, 10:00
5. Bild 8

Den Gegenstand auf Bild 8 legt man vor die Aschen-/Ofentüre, damit keine Glut auf den Boden gelangt.

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kayakclc 21.09.2017, 10:16
6. Erkenntnisgewinn?

Hier stellt sich die Frage nach dem Erkennisgewinn und der Resourcenverschwendung. Wer heute was über das Wentland wissen will, kann die die prall gefüllten Archive vieler deutscher Tageszeitungen gehen und nachlesen. Es scheint aber an Unis Disziplinen zu geben, die Steuergelder für die Wiedererfindung des Rades verschwenden. Was bleibt: Beschäftigungstherapie. Gewinn für die Gesellschaft?

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Lopid 21.09.2017, 10:36
7.

Zitat von jostauler
Welche Aussagekraft hat etwa ein Blechnapf mit eingeritzem Namenskürzel aus einem KZ? Da fragt sich der Laie und auch der Fachmann: Was soll das? Jost Auler M.A., Archäologe (Dormagen)
Gegenfrage, wenn hier schon ein Experte ist: Welche Bedeutung hat die Zehntausendste Pfeilspitze, der Hunderttausendste Faustkeil oder die Millionste Ton-Scherbe?

Der Blechnapf aus dem KZ zeigt hingegen Teile der Lebensrealität einer der zentralsten und schrecklichsten Abschnitte unserer direkten Vergangenheit. Mit solchen Stücken macht man Geschichte erlebbar. Dazu dürften bei einer KZ-Archäologie auch Entdeckung gemacht werden, die so eben weder von den Wärtern noch von den Zeitzeugen dokumentiert wurden.

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team_frusciante 21.09.2017, 11:02
8.

Zitat von beaker24
Wir erinnern uns z. B. an den Einbaum von Stralsund, noch keine 10 Jahre her. Munter verroten lassen, im Museum. Statt dessen die 80er. Sind ja sehr schlecht dokumentiert, die 80er. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/archaeologie-skandal-deutsche-behoerden-liessen-steinzeit-einbaeume-vergammeln-a-612716.html
Als ob die Einbäume verrottet wären, weil eine Handvoll Archäologen sich gerade mit den 80ern beschäftigen. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

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Velbert2 21.09.2017, 11:05
9. Nachwuchsförderung

Solche Forschungsvorhaben dienen eher der Nachwuchsförderung. Manche Schüler und Studenten werden sich sicherlich bei der Wahl der Studienfaches fragen, ob es diesen Beruf, in diesem Fall des Archäologen, auch in 30 oder 40 Jahren noch geben wird. Solche Projekte vermitteln den Eindruck, dass Archäologie immer Möglichkeiten bietet, selbst wenn jahrtausend alte Funde irgendwann nicht mehr möglich sind.

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