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Wetter-Apps: Streit der Wetterdienste eskaliert
DPA

Der Deutsche Wetterdienst darf seine Wetter-App nicht kostenlos anbieten - und stänkert im Internet gegen einen privaten Wetterdienst. Der Ärger erreicht die Bundesregierung.

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richey_edwards 22.12.2017, 17:57
1.

Wenn man die Vorhersagequalität des DWD bei z.B. Sturm Lothar bedenkt ist schon klar warum die Ihre Leistungen verschenken müssen.

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SirTurbo 22.12.2017, 17:59
2.

Es ist schon geil. Der Bürger zahlt das offenbar notwendige Amt sowieso. Aber wenn er davon Nutzen ziehen soll, der fast keine extra Kosten verursacht (Die Daten sind eh vorhanden, die Auswertung wohl auch - bleiben nur noch App und Co) dann kommt irgendein Privater an und beschwert sich daß sein Geschäftsmodell gefährdet ist.
Frage mich, wann private Sicherheitsdienste die Polizei verbieten lassen. Nicht daß ich Fan der BRD-Polizei wäre, aber besser wäre das nun auch nicht. Wir leben halt im Kapitalismus.

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chuba-1 22.12.2017, 18:02
3. Müssen Schulen jetzt auch kostenpflichtig werden?

Nach der Logik des Urteils darf der Staat ja nichts kostenlos anbieten, wofür andere Leute Geld haben wollen. Also ab jetzt Schulen, Universitäten, Straßen, Sicherheitskräfte nur noch gegen Geld, da dort ja immer Konkurrenz zu Wirtschaftsunternehmen besteht.

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Cirrus 22.12.2017, 18:04
4. Tja... Es sind die Nachwehen von Dobrindt.

Dobrindt wollte ja noch im Frühjahr 2017 das Gesetz ändern, damit der seinem Ministerium zugeordnete DWD nicht krachend den Prozess verliert. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Während eines laufenden Prozesses verändert der Angeklagte das Gesetz, um einer Verurteilung zu entgehen. Das Parlament hat da aber nicht mitgespielt und so wird wieder einmal erst durch Gericht offenkundig, dass der Staat unsere Steuern zum Fenster hinauswirft und dabei auch noch illegal handelt. Wenn man bedenkt, dass es hier nur ums Wetter geht, dann möchte man gar nicht wissen, was in Bereichen passiert, die eine größere Bedeutung für unser Leben haben.

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niewieda 22.12.2017, 18:06
5. DWD ist einfach gut!

Ich habe DWD erst seit kurzem installiert, finde den Wetterdienst für meine Zwecke sehr gut. Die € 1,99 habe ich gerne bezahlt, sie sind es mir wert zum Unterschied zu dem kommerziellen Wetterschrott.

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apoberzerk 22.12.2017, 18:14
6.

Der DWD wird mit Steuergeldern finanziert und die Informationen sollten somit dem Steuerzahler uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Hier macht der Staat tatsächlich mal etwas richtig, wird aber von Gerichten ausgebremst. Warum ? Damit sich jemand über Werbung dumm und dusselig verdienen kann ? Da freut sich der Kapitalist ! Und was heißt kostenlos ? Die Finanzierung des DWD läuft über Steuern. Was ist daran bitte kostenlos ?

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nesmo 22.12.2017, 18:58
7. Die Frage ist,

ob die Information der Bevölkerung über das Wetter zur allgemeinen Daseinsvorsorge zählt, und zwar auch mit modernen Informationskanälen wie Apps. Wenn ja, kann es nicht sein, das private Unternehmen, die vor dem Staat diese Informationen als Geschäftsidee entwickelt haben damit den Stadt für die Zukunft ausschließen hier tätig zu werden, weil dies ihre Geschäftsidee bzw. ihre Einkünfte gefährdet. Ich glaube, der Staat ist sogar verpflichtet die Bevölkerung zu warnen, auch mit modernsten Mitteln. Er darf nur nicht mehr anbieten als staatliche Fürsorge, also keine Unterhaltung oder Information, die üblicherweise nur gegen Bezahlung zu erlangen ist. Im Detail ist die Abgrenzung natürlich schwierig.

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dent_42 22.12.2017, 19:06
8. Vorschlag an alle,

Die sich hier kritisch zum Urteil äußerten: in Wikipedia einfach mal nach „öffentliches Gut“ suchen und sich dann die Frage besntworten, ob eine Wetter-App die Kriterien erfüllt, dass Papa-Staat das Angebot übernehmen muss. Als addon noch „meritorisches Gut“ googelt, solle reichen. Viel Spass und Frohe Weihnachten

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Cirrus 22.12.2017, 19:11
9.

Zitat von nesmo
Ich glaube, der Staat ist sogar verpflichtet die Bevölkerung zu warnen, auch mit modernsten Mitteln. Er darf nur nicht mehr anbieten als staatliche Fürsorge, also keine Unterhaltung oder Information, die üblicherweise nur gegen Bezahlung zu erlangen ist.
Exakt so ist es. Das Gesetz über den Deutschen Wetterdienst verpflichtet den DWD dazu, kostenlos und auf allen verfügbaren Kanälen amtliche Warnungen vor Unwettern herauszugeben. In dem Verfahren ging es ja um all die Dinge, die die App des DWD sonst noch enthält, die aber keine Unwetterwarnungen sind. Es ist zwar nett, wenn wir Bürger das alles kostenlos und werbefrei vorgesetzt bekommen - es ist aber trotzdem per Gesetz verboten.

Das ist schon ein starkes Stück, dass der Staat dann einfach Gesetze bricht, wenn sie ihm nicht gefallen. Was würde uns passieren, wenn wir das täten...

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