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Wettlauf um Raketentechnik: "Die Amerikaner wollen Europa aus dem Weltraum kicken"
AFP

Mit Milliardenaufwand entwickelt Europa die neue "Ariane 6"- Rakete. Aber das amerikanische Pendant SpaceX ist viel billiger. Alain Charmeau, Chef der Ariane Group, erklärt, wie die Amerikaner das schaffen - und setzt ein Ultimatum.

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KTScholz 22.05.2018, 22:46
190. vergeudete Möglichkeiten der ökonomischen Optimierung in Europa

Wie man aus einer öffentlich zugänglichen Liste von Launchpreisen sehen kann, ist Europa im internationalen Vergleich nicht günstig. https://en.wikipedia.org/wiki/Comparison_of_orbital_launchers_families Es stellt sich deshalb die Frage, wie man das Angebot verbessern kann, zum Beispiel, indem man auch günstige Starts mit Gebrauchtraketen anbietet. Natürlich will jede Raketenfirma die anderen aus dem Business kicken und die US Firmen haben mit dem US-Verteidigungshaushalt die Korruption am großen Zeh um sich zu subventionieren. Das Problem dieses Angebots betrifft wiederum sämtliche anderen Länder der Erde und etlich werden nicht auf ihre Rolle in der Raumfahrt verzichten wollen. Also Synergie nutzen und ökonomischer werden.

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varesino 23.05.2018, 06:11
191. Neuigkeitsgrad von Skylon, Sabre

Das Sabre-Triebwerk ist ein LACE-Triebwerk. Solche Antriebe wurden in den 60er Jahren in den USA und der UdSSR entwickelt und verworfen.
Die Gruende kann man nachlesen und sie gelten noch heute. Physik halt.
Der Schlüssel zur billigen Raumfahrt ist nicht Raketen-Technologie, sondern Produktionstechnik, COTS, Gleichteile und industrielle Fertigung.

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hahtse 23.05.2018, 08:34
192. @192

Sie wurden verworfen weil es damals noch keine Materialien gab die die extremen Belastungen ausgehalten hätten und trotzdem leicht (und verarbeitbar) genug gewesen wären um praktikabel zu sein. Speziell ging es dabei um den Vorkühler, der die anströmende Luft in Sekundebruchteilen auf ein Maß herunter kühlen muss bei dem der Rest des Triebwerks nicht schmilzt. Das ist wohl jetzt (angeblich - ich glaub's auch erst wenn ich's sehe) gelöst.

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varesino 23.05.2018, 09:24
193. @#193 Materialien waren nicht das Problem

Es ging hauptsächlich darum ob Aufgrund des unterschiedlichen Aufstiegsprofils ein wirklicher Massenvorteil erzielt werden kann.
Die Sabre Innovation ist der Helium Kuehlkreis.
In der Raketerei ist seit 1960 nichts mehr erfunden worden. Additive Manufacturing ist die einzige aktuelle Innovation die einen großen Einfluss haben wird.

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schwerpunkt 23.05.2018, 12:17
194.

Zitat von r.macho
Angesichts zahlreicher Fehlschläge bei Start und Landung der wiederverwendbaren Raketen des Elon Musk darf man ruhig die Frage stellen, was unternommen wird, um die Erfolgsquote zu erhöhen und die Qualität des wiederverwendeten Materials sicherzustellen. Denn die Reparatur und Überprüfung dieser Raketen ist auch ein Kostenfaktor, über dessen Anteil an den Gesamtkosten keine Angaben gemacht werden. Dass für alle Systeme eine minimale Auslastung pro Jahr gegeben sein muß, versteht sich von selbst. Für regelmäßige Starts in den erdnahen Weltraum wäre ein Hypersonic-Flugzeug sinnvoller, da vermutlich zuverlässiger, insbesondere bei Mitnahme von Touristen.
Bis so ein Hypersonic-Flugzeug mit den erhofften Fähigkeiten im Einsatz ist (zB. Skylon), kann man den ersten Start per zeitverzögertem Lifestream von der Poolbar, in Musk-City auf dem Mars aus begutachten.

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schwerpunkt 23.05.2018, 12:27
195.

Zitat von sabaka56
Wer glaubt eigentlich, dass die Starts für europäische Satelliten weiterhin so günstig sind, wenn es keine Ariane mehr gibt. Ohne Konkurenz gehen die Preise bei Herr Musk schnell in die Höhe. Erst die Mitbwerber kaputt machen, dann als Monopolist die Preise festlegen. Dazu kommt noch der unberechenbare Troll aus dem WH. Der kann uns erpressen wie er will. Wer nicht seine jubelt wenn er twittert bekommt keine Last ins All befördert. Eine eigene Luft und Raumfahrt Industrie ist für Europa überlebenswichtig. Die "Wer mehr zahlt ist doof" Anhänger lernen es eh erst, wenn sie nichts billiges mehr kriegen. Aber auf die dürfen wir nicht hören.
Die Gefahr einer Quasi-Monopolstellung für SpaceX ist tatschlich nicht unerheblich:
Wenn alle Starts dieses Jahr so umgesetzt würden wie geplant, würden drei Viertel aller Starts weltweit von SpaceX durch geführt.
Aktuell kann nur SpaceX eine derartige Taktfrequenz der Starts liefern (derzeit durchschnittlich alle 2 bis 3 Wochen ein Start) und sind darüber hinaus eben derzeit unschlagbar günstig. Derzeit entwickelt sich die Falcon9 zum FordT-Modell der Raumfahrt-Industrie.

Einzig staatlich subventionierte Raumfahrt in China, Russland, Europa und den USA werden noch gegenhalten können.
Naja, mal sehen was Jeff Bezos so aus dem Hut zaubert. Allerdings hat er im Gegensatz zu Elon Musk noch nicht einen einzigen Start in den LEO auch nur versucht. Bisher ist auch das alles noch Planung.

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smsderfflinger 23.05.2018, 12:30
196. Lob

Zitat von MRC
Das Interview belegt mal wieder das Herr Seidler die Bedeutung von europäischen (auch deutschen) Arbeitsplätzen nicht verstanden hat. Auch wenn der Kaufpreis auf den ersten Blick günstiger ist - volkswirtschaftlich würde uns der Kauf in den USA deutlich teurer zustehen kommen. Auch wenn wir hier mehr bezahlen - am Ende werden damit hier die Löhne gezahlt, die wiederum bei uns Steuern zahlen, bei uns zum Bäcker gehen, etc. Kaufen wir in den USA ist das Geld einfach nur "weg".
Zuerst einmal ein grosses Lob an den Autor Christoph Seidler! Seit langem habe ich hier auf SpON kein solches Interview mehr gelesen, bei dem kritisch nachgefragt und auch mal insitiert wurde, wenn Antworten nicht unbedingt schlüssig waren.
Sollte bei politischen Interviews auch mal gemacht werden...
Zu Ihren Anmerkungen:
Herrn Seidlers Aufgabe ist eben nicht dem Befragten zuzustimmen, sondern nachzufragen wenn etwas unklar oder unlogisch erscheint. Die Wertung der gegebenen Antworten bleibt so dem Leser überlassen, dwer sich auf jeden Fall sein eigenes Bild machen kann.
D

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Epsola 23.05.2018, 17:47
197.

Zitat von touri
Oh je, das hört sich beim Interviewpartner eher nach Verzweiflung an. Und ob SpaceEx seine Preise nur deswegen niedrig hält, weil es seiner Regierung 100 Mio pro Start abnimmt kann auch Herr Charmeau nicht sagen, da er, wie er selbst sagt, die Kostenstruktur nicht kennt. Aus persönlicher Erfahrung im Baubereich kann ich zumindest sagen, dass private Firmen dem Staat grundsätzlich mehr Geld abknöpfen als privaten Kunden.
Die Arianne-Starts werden unter den Kosten verkauft, sprich bezuschusst. Sry, aber das Gerede von Charmeau ist doch nur plumbe Politik. Die Probleme bei Ariane sind bekannt, innen zu finden und nicht von außen zu getragen. Verteilten Produktion weil jedes Land sein Häppchen will, mangelnde Qualitätskontrolle, Bürokratie, wenig Innovation, zu viel politische Einmischung. Wenn man das Interview liest, dass einen äußeren "Feind" als Schuldigen für das eigene Versagen ins Feld führt, dann kann man sich sicher sein, dass sich nichts ändern wird. Der Fisch stinkt nun mal vom Kopf her.

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agunther 23.05.2018, 19:04
198. Recht hat er

Es ist mir unbegreiflich wieso das fuer Europa nicht als strategisch ueberlebenswichtig gesehen wird. Die Abhaengigkeit Europas an das fallende Imperium wird dadurch nur groesser und Europa wird mit in den Sumpf gezogen. Man kann das im Moment sehr gut an dem Iran deal sehen. Eigentlich koennte es ja jedem egal sein, aber trotzdem zieht Europa brav mit den USA mit.
Wenn Europa eine Weltmacht sein will, sollte es sich auch so verhalten. Mir ist es jedenfalls lieber wenn Verteidigungsausgaben die ja nun wie von den USA gefordert steigen, in Europaesche Kassen fliessen.

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varesino 23.05.2018, 19:11
199. @#197 Lob?

Evtl. Hätte der Herr Seidler ja einmal fragen können warum die Ariane so teuer ist? Er hätte einmal das Thema GeoReturn beleuchten können und die Rolle D‘s bei der Entscheidung für die aktuelle A6 Konfiguration?

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