Forum: Wissenschaft
Widerstand gegen CO2-Steuer: Wir schützen die Profiteure der Katastrophe
Patrick Pleul/ DPA

Eine CO2-Steuer ist eine einfache und elegante Möglichkeit, effektive Klimapolitik zu machen - mit dem Markt als Mechanismus. Warum also haben ausgerechnet CDU und FDP etwas dagegen?

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winden.silvia 28.04.2019, 19:44
130. mal überlegen ...

Hierzu gibt es viele Baustellen. Analog zu Ihrem Ansatz: 1. Stellen Sie sich vor Ihr Nachbar stellt sich eine Spargelkirche in den Vorgarten und verlangt jetzt von Ihnen Sie sollen dem die jetzt abbezahlen und die Gemeinde unterstützt dies.
2. Also provitiert der Nachbar durchaus von 'meinem/unserem' Microklima durch seine Luftnummer.
Finde ich schon fragwürdig, zumal die Umweltbeeinflussungen die durch diese Teile noch verursachen werden nicht einmal hinterfragt und abschliessend geklärt worden ist.

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BärbelWinkler 28.04.2019, 19:46
131. Preis auf CO2 mit Klimadividende

Es gibt durchaus Vorschläge, einen Preis auf CO2 so zu gestalten, dass dieser zum einen die notwendigen Anreize zur Reduzierung der CO2-Emissionen schafft und zum anderen aber auch sozialverträglich ist. Hier ist ein solcher Vorschlag:

Die Bürgerlobby Klimaschutz – Citizens’ Climate Lobby Germany (CCL-D) schlägt für Deutschland vor, eine CO2-Abgabe auf alle fossilen Brennstoffe zu erheben, die jährlich steigt, um unsere Klimaziele zu erreichen.
Die dadurch eingenommenen Mittel sollen in einem pro Kopf gleichen Betrag als Klimadividende wieder an die Bürger ausgeschüttet werden.
Ziel muss es sein, auch auf EU-Ebene einen wirksamen Preis auf alle CO2-Emissionen zu erreichen und globale Kooperation voran zu bringen.

Da sich in einem kurzen Kommentar die Details natürlich nicht erklären lassen, hier der Link zur Seite mit den FAQs:
https://de.citizensclimatelobby.org/faq/

Und zum Schluss noch der Hinweis, dass ich mich ehrenamtlich sowohl in Deutschland in der Bürgerlobby Klimaschutz als auch europaweit bei der Citizens' Climate Lobby engagiere, weil mir das Thema sehr wichtig ist. Wer Interesse an einer kurzen Zusammenfassung zu den Aktivitäten von CCL hat, kann diesen Blog-Artikel dazu lesen, den ich 2017 veröffentlich habe:
https://skepticalscience.com/translationblog.php?n=3729&l=6

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Der politische Beobachter 28.04.2019, 19:49
132. Ja- Chemie muss man lernen

Zitat von Hoellenhagen
"Eine CO2-Steuer ist eine einfache und elegante Möglichkeit, effektive Klimapolitik zu machen" Wenn denn die Horrorgeschichten über CO2 -die auch Ihr verbreitet- stimmen würden. Ihr verwechselt Kohlenmonoxid mit Kohlendioxid, das eine wertvolle Pflanzennahrung ist. Auch Chemie muss man lernen. Dumm quatschen hingegen kann jeder Mensch.
Normalerweise gehe ich nicht auf einzelne Kommentare ein aber in diesem Fall habe ich darüber nachgedacht, dass ich meinen Lehrauftrag vielleicht auch außerhalb der Universität erfüllen muss:

Zunächst einmal haben sie recht, dass CO und CO2 sehr unterschiedlich sind. Woher kommt das eigentlich? CO bindet sehr stark an unseren Blutfarbstoff und verdrängt deshalb O2. CO2 bindet dagegen schwächer als O2. Kurz gesagt ersticken wir bei CO, weil unser Blut den Sauerstoff einfach nicht mehr aufnehmen kann.

Soweit so gut, CO ist also wirklich schädlicher, doch ist CO2 dann harmlos? Nein. Die meiste Wärmestrahlung die von unserer Erde reflektiert, wird von dem Wasserdampf in der Luft aufgenommen. Daran können wir nicht allzuviel ändern. Licht hat verschiedene Wellenlängen und das Wasser absorbiert einen Großteil. Es gibt aber genau eine Lücke von Wellenlängen, die das Wasser nicht absorbieren kann und dadurch gelangt die Wärme wieder in den Weltraum. Genau diese Lücke füllen aber Gase wie CO2. Das bedeutet, auch wenn nur sehr wenig CO2 in unserer Atmosphäre ist (0,038%) ist der Effekt sehr groß. Gerade weil so wenig CO2 in der Luft ist, spielt jede Tonne CO2 die wir zusätzlich produzieren eben auch so eine große Rolle.

Sie haben durchaus Recht, dass CO2 ein wichtiges Gas für Planzen ist. Bis zu einem gewissen Grad ist mehr tatsächlich besser, soweit so richtig. Wenn sie jeden Tag eine warme Mahlzeit essen geht es ihnen sicher auch gut aber was wäre mit 10 Mahlzeiten? Ist mehr wirklich immer besser? Zurzeit laufen mehrere Studien die sich damit beschäftigen aber welcher Konzentration CO2 schädlich wird für die Pflanzen. Zum Beispiel können Pflanzen weniger Stickstoff aufnehmen, wenn die Luft mit CO2 gesättigt ist. Viel wesentlicher ist aber die Wärme, zunehmende Trockenheit und andere Folgen des Klimawandels wodurch die Pflanzen sterben.

Das alles müssen sie mir natürlich nicht glauben, im Gegenteil, sie sollten sogar zweifeln! Ich habe ihnen die Links zu zwei Artikeln hier gepostet, damit sie sich selbst überzeugen können. Jedem Artikel von einem Klimaskeptiker stehen nämlich mehrere hundert Artikel von Klimawissenschaftlern gegenüber. Bilden sie sich!

P. D. Jones, M. New, D. E. Parker, S. Martin, I. G. Rigor: Surface air temperature and its changes over the past 150 years. In: Reviews of Geophysics. Band 37, Nr. 2, 1999, S. 173–199, doi:10.1029/1999RG900002

https://science.sciencemag.org/content/328/5980/899.abstract
Science 14 May 2010: Vol. 328, Issue 5980, pp. 899-903
DOI: 10.1126/science.1186440

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Kindergeburtstag 28.04.2019, 19:51
133. !

Zitat von BärbelWinkler
... liegt je nachdem wer und was genau gefragt wird, bei 90 bis 100 Prozent. Wenn Sie es nachlesen möchten, können Sie das in der Metastudie "Consensus on consensus" tun, die Sie hier finden: https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/11/4/048002 Da ich zu den Co-Autoren der Cook et al. Studien aus 2013 und 2016 gehöre, kenne ich die diversen Angriffe, die regelmäßig und wider besseres Wissens dagegen vorgebracht werden, zur Genüge. Auf Skeptical Science gibt es Links zu zahlreichen Widerlegungen, in denen auch die Logikfehler in der "Studie" von Legates und Co. erklärt werden: https://skepticalscience.com/tcp.php?t=home
>> Skeptical Science gibt es Links
Ich nehme mal an, dass keines der Argumente dieser Links durch ein peer-review geschafft hat, was Legates et al. dann bestägt, vielen Dank!
Und auf skeptische Webpages gibt es Widerlegungen zu jedem alarmistischen Argument! Mit Links und Allem!

Aber mein Punkt war ja, dass die grossen Vereinfacher (nehmen wir ruhig Cooks Zahl von 97%) versuchen die Leser für dumm zu verkaufen!
Es hat für Cook nicht so gut geklappt und es klappt auch nicht natürliche mögliche Einflüsse der Sonne oder im Methankreislauf zu verharmlosen!

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tinnytim 28.04.2019, 19:57
134.

Zitat von Igelnatz
Das Holz verrottet überwiegend und wird wieder zu CO2, wenn man Wälder nicht nutzt. Nur wenn das Holz nicht verrotten kann, ist es eine dauerhafte Senke. Z.B wenn in Sümpfe unter Wasser gerät...Künstlich könnte man z.B. Biomasse in Bergwerken verklappen, aber das wäre sehr umständlich und vielleicht wäre es besser sie erst Mal zu nutzen, statt fossiler Energie. Jedenfalls bringt ihr Vorschlag nicht viel. Es wird sich in nicht mehr genutzten Wäldern Biomasse auf höherem Niveau akkumulieren und als CO2-Senke fungieren, aber irgendwann ist ein Gleichgewicht erreicht - eben durch Verrottung oder natürliche Brände.
Überwiegend mag sein, aber bei weitem nicht vollständig, dazu fällt jährlich zu viel Laub/Nadeln und schließt mit dem daraus schnell gebildeten Humus das Holz nach und nach von der Luft ab. Dafür gibts diese Kohlenstoffsenke aber für lau und entgegen von Wirtschaftswäldern kann das Unterholz frei wuchern und ebenfalls CO2 aufnehmen.

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syracusa 28.04.2019, 19:59
135.

Zitat von ash26e
Das Klima hat sich niemals gewandelt erst vor 150 Jahren+- begannen wir Kohle zu verbrennen-----??????????
Haben Sie außer einer mehr als ausreichenden Anzahl von Fragezeichen auch irgendwas Intelligentes zum Thema beizutragen, oder war's das schon?

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hansh11. 28.04.2019, 20:00
136. Der Markt soll korrigieren,

was der Markt angerichtet hat? Das bedeutet, daß finanziell potente Wirtschaftseinheiten (EU, USA, China et al.) weiterhin auf Kosten der wirtschaftlich Schwachen CO2 ausstossen können.
Das ist der falsche Weg. Der CO2-Ausstoss muß reduziert werden OHNE Kompensationsmöglichkeit. Dann geht er wirklich runter, und wird nicht nur teuerer bezahlt:

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syracusa 28.04.2019, 20:02
137.

Zitat von equigen
Schon heute sind über 50% des Strompreises Abgaben an den Staat und über 60% des Benzinpreises. Sollen es bald 90% werden?
Der Steueranteil muss so hoch werden, dass es für die Leute unangenehm wird, die Umwelt weiterhin durch die Nutzung fossiler Dreckstoffe zu versauen. Ist doch logisch, oder?

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syracusa 28.04.2019, 20:05
138.

Zitat von Andersstern
....... auf die Kolumne von Herrn Stoecker! Die hoch gepreisten Schweden, das vermeintliche Paradies für Herrn Stoecker, erzeugen über 30% ihrer Primärenergie aus Kernkraft!
Auch wir hatten bis vor wenigen Jahren noch 28% Atomstrom im Netz. Auch die Schweden werden sich neue AKWs nicht leisten wollen, wenn der Strom aus denen 4 mal so viel kostet wie Strom aus EE. Oder denken Sie, die Schweden seien dümmer als wir und man könne denen mit irrwitzig teurem Atomstrom das Geld aus der Tasche ziehen?

Wollen wir wetten, dass in 50 Jahren der Anteil an Atomstrom im schwedischen Netz genau 0 (Null) sein wird?

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t.i.c.2006 28.04.2019, 20:09
139. Etwas vergessen

Da hatte ich bei meinem Kommentar noch etwas vergessen: Deutschland ist etwa 1% der Weltbevölkerung und erzeugt etwa 2.5% des globalen CO2. Mit der Tatsache das der Klimawandel das Wetter in Deutschland offensichtlich massiv verbessert: Rudi Carrell sang schon - wann wird’s mal endlich richtig Sommer -, geht es mir weniger um das CO2 als um das Armutszeugnis der Deutschen Politik zum Thema Mobilität! Verstopfte Autobahnen und Städte (die Straßen sind jahrelang nicht auf den Verkehr ausgelegt worden) sowie ein alles andere als komfortables öffentliches Verkehrsnetz zum benutz mich bitte nicht Preis und dann noch die Taxi- Lobbyisten die attraktiven Transport wie Uber oder Didi verhindern: einfach disastrous! Deutschland ist Entwicklungsland verursacht durch solche bescheidene Steuerpolitik die den Wettbewerb verhindert, Deutsche Kultur- Verbieten und Verhindern anstelle Attraktivität und Ermöglichen

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