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Widerstand gegen CO2-Steuer: Wir schützen die Profiteure der Katastrophe
Patrick Pleul/ DPA

Eine CO2-Steuer ist eine einfache und elegante Möglichkeit, effektive Klimapolitik zu machen - mit dem Markt als Mechanismus. Warum also haben ausgerechnet CDU und FDP etwas dagegen?

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Kindergeburtstag 28.04.2019, 21:26
160. !

Zitat von BärbelWinkler
Während der letzten Jahrzehnte, in denen die globale Temperatur angestiegen ist, hat die Sonnenaktivität einen leicht abkühlenden Trend gezeigt – Sonnenaktivität und globale Mitteltemperatur haben sich also in den letzten Jahrzehnten in entgegengesetzte Richtungen entwickelt. https://www.klimafakten.de/behauptungen/die-sonne-verursacht-den-klimawandel Leider kann ich hier keine Grafiken einbinden, deshalb als Alternative ein Link zur Seite mit der relevanten Grafik samt Referenzen: https://skepticalscience.com/graphics.php?g=5 Hintergrund-Informationen zu Henrik Svensmark: https://www.desmogblog.com/henrik-svensmark
Ein weiterer Punkt, der mich beschäftigt:

Falls Du wirklich eine dieser Co-Authoren bist (High Profile), hast Du eine besondere Verantwortung, die wissenschaftliche Ethik zu befolgen.
Hier öffentlich einen Blog-Artikel zu unterstützen, der bei der Sonnenaktivität bestenfalls halbe Wahrheiten bietet (oder halt bewußt Täuschung darstellt), ist unverantwortlich und sollte Dir lange nachgetragen werden!

Aber ich sagte ja schon, dass auch Deine Veröffentlichungen grobe Fahrlässigkeiten darstellen!
Denke mal darüber nahc, was R. Feynman gemeit haben könnte, wenn er sagt, man sollte "bendover backwards" um Alles aufzuzeigen, was an der eigenen Veröffentlichung kritsch ist.

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LFritze 28.04.2019, 21:32
161. Ein Königreich für eine Steuer

Die Theorie, dass das abnehmende Erdmagnetfeld (u.a.) Ursache für die Klimaerwärmung ist, ist wesentlich belastbarer als die CO2-Hypothese. Fordern wir jetzt deshalb sicherheitshalber auch noch eine Steuer gegen - oder für - das Erdmagnetfeld? Ist es immer noch nicht genug mit der Umlagerung des Volksvermögens von unten nach oben?

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andre_36 28.04.2019, 21:35
162.

Zitat von jj2005
Steuern entziehen der Volkswirtschaft keine Mittel, sie schichten sie nur um, z.B. können die Einnahmen einer Vermögensteuer (belastet nur Reiche) zur Finanzierung von Kitas (brauchen Reiche nicht) verwendet werden. Energiesteuern speziell belasten Reiche viel stärker (Heizen und Kühlen der grossen Villa, Swimmingpool heizen, grosser SUV, 10 Fernreisen pro Jahr, ...), insbesondere wenn man die Einnahmen als einheitlichen Betrag pro Kopf zurückgibt - z.B. als Kindergelderhöhung, oder durch Abschaffung der MWSt auf Grundnahrungsmittel. Rechnen Sie das doch einfach mal konkret durch, falls Sie wirklich arme und wirklich reiche Leute kennen.
Die Schwierigkeiten bei Diskussionen kommen oft von verschiedenen Wortdefinitionen. Eine Belastung kann man so oder so interpretieren. Ich kenne Arme und einige, sagen wir mal: Gutverdiener. Was viele vergessen, ist dass für Menschen, die am Existenzminimum herumkrepeln, jede Erhöhung der Lebenskosten eine Belastung, im Sinne eines Existenz-bedrohenden Problems darstellt. Für Gutverdiener, sind Steuern zwar ärgerlich, aber keine tiefgehende Belastung. Und damit komme ich zum Effekt einer CO2-Steuer in der gegenwärtig diskutierten Form; Für Geringverdiener, Arbeitslose, Rentner, Asylsklaven gilt: Auto, Eigenheim, Weltreisen können sie sich sowieso nicht leisten. Energiesparbirnen sind schon überall eingeschraubt. Die Armen sparen jetzt schon, wo sie können und haben kaum noch Potenzial. Wenn sie die Heizung und Strom nicht komplett abschalten wollen, müssen sie bei der Nahrung, Kleidung und kleinen Luxusartikeln sparen. Die Gutverdiener sagen sich: Wofür verdiene ich denn so viel Geld und verbrauchen Energie wie bisher und bezahlen eben die Mehrkosten. Es wird genau Null Einsparung durch eine CO2-Steuer geben. Das kann ich nicht wissenschaftlich belegen, aber man muss ja nur nach Erfahrungswerten urteilen. Wieviel Energieeinsparung hat die Öko-Steuer gebracht? Sie wissen es sicher. Und warum sollte es bei einer neuen Steuer anders sein? Ich hätte es auch kürzer sagen können: Mit Geld kann man nicht jedes Problem lösen.

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e.w.s. 28.04.2019, 21:51
163. IPCC rudert zurück! (Spiegel-Artikel vom 6.10.2018)

Prof. Marotzke kündigt in erfreulicher Offenheit und Klarheit an, der Weltklimarat werde zur Erreichung des 1,5-Grad-Erwärmungszieles den Höchstwert für das C02-Budget auf etwa tausend Gigatonnen mindestens verdoppeln. Plötzlich werden also fünfhundert Gigatonnen – fünfhundert Milliarden Tonnen CO2 – als „nicht-erwärmungs-wirksam“ frei gegeben. Gleichzeitig wird in Deutschland auf das Härteste um die Abschaltung der letzten Kohlekraftwerke gerungen. Der jährliche CO2-Ausstoß eines durchschnittlichen Kohle-Kraftwerkes beträgt etwa 20 Mio. Tonnen. Folglich könnten weltweit zusätzlich 2.500 (zweitausendfünfhundert) durchschnittliche Kohlekraftwerke etwa zehn Jahre lang im Vollast-Betrieb Kohle verbrennen, um das riesige CO2-Budget zu verbrauchen, das so überraschend zusätzlich frei gegeben worden wird...
...Dank der offenen Worte von Prof. Marotzke wird in dem Interview neben der Fehler-Anfälligkeit von Klimamodellen eine zweite, ebenfalls oft kritisierte Schwäche des Weltklimarates deutlich. Es handelt sich um die „Tendenz“ des Weltklimarates, wissenschaftliche Ergebnisse nach politischen Interessen und politischen Opportunitäten zu manipulieren: ...
(Spiegel-Artikel vom 6.10.2018)

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waddehaddeduddeda 28.04.2019, 21:54
164.

Zitat von Das Pferd
diese Klimadividende sehe ich höchst kritisch. Letztlich ist das eine Umverteilung in die Breite, und der Kleinverdiener kann sich doch wieder das Wochenende in Malle leisten. Oder erst recht, weil er durch seinen relativ schmalen CO2-Footprint sogar an der Umverteilung plus macht. Es geht aber nicht um die Demokratisierung des Fliegens. Es geht darum, daß sich wirklich weniger Leute einen Flug leisten können, und das seltener. Total unsozial nach derzeitiger Logik, und extrem unpopulär. Aber notwendig.
Mit CO2-neutralen Treibstoffen ist das eben nicht notwendig.
Und genau die werden durch eine Steuer auf CO2 gefördert.

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e.w.s. 28.04.2019, 22:02
165. Spiegelinterview vom 6.102018 mit Prof. Marotzke

...
Dank der offenen Worte von Prof. Marotzke wird in dem Interview neben der Fehler-Anfälligkeit von Klimamodellen eine zweite, ebenfalls oft kritisierte Schwäche des Weltklimarates deutlich. Es handelt sich um die „Tendenz“ des Weltklimarates, wissenschaftliche Ergebnisse nach politischen Interessen und politischen Opportunitäten zu manipulieren:

SPIEGEL: „Politisch ist das (Anm.: die Verdoppelung des CO2-Budgets) äußerst brisant.“

Marotzke: „In der Tat. Einige von meinen Kollegen machen sich deshalb schon Sorgen, daß dies falsch ankommt. Wenn sich das herumspricht, so ihre Befürchtung, legen alle wieder die Hände in den Schoß...

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BärbelWinkler 28.04.2019, 22:10
166. Vergleich Impact von Legates et al. 2013 und Cook et al. 2013

Zitat von Kindergeburtstag
"Legates "Studie" hätte es wegen Logikfehlern gar nicht durch eine peer-review schaffen dürfen." Das ist lustig! Man muss nur den Namen durch Cook et al. erstzen und bekommt genau das Gleiche Resultat nur mit anderen Foren. Beide Studein sind grottenschlecht und ich würde mich kräftig schämen da Co-Author zu sein, egal bei wlecherr dieser Studien! Wichtig ist, dass beide Studien mit Wissenschaft nichts zu tun haben!
Ich gebe zu, dass ich durchaus stolz darauf bin, bei der bereits mehrfach bestätigten Konsensstudie von Cook et al. 2013 mitgewirkt zu haben. Nur weil Sie denken, unsere Studie sei "grottenschlecht", muss das ja nicht stimmen (und tut es natürlich auch nicht). Und gemessen an einigen Zahlen, spielt Legates et al. 2013 in der wissenschaftlichen Literatur überhaupt keine Rolle, Cook et al. 2013 aber schon. Hier ein kleiner Vergleich basierend auf den Daten der veröffentlichen Journale:

Legates et al. 2013:
453 geteilt, 4000+ Downloads, 6 mal zitiert
https://link.springer.com/article/10.1007/s11191-013-9647-9

Cook et al. 2013:
946460 Downloads, 387 mal zitiert
https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/8/2/024024/meta
Zu den Citations gibt es noch diese Information:
This publication in Environmental Research Letters has been cited 387 times. 46% of its citations have been received in the past two years, which is higher than you might expect, suggesting that it is currently receiving a lot of interest.

Compared to other publications in the same field, this publication is extremely highly cited and has received approximately 53 times more citations than average.
Link: https://badge.dimensions.ai/details/id/pub.1014398995

Und dann gibt es wahrscheinlich auch nicht viele wissenschaftlichen Studien, die als Aufhänger für ein mittlerweile über 8Mio mal angeklicktes Comedy Video diente - John Oliver's "The climate change debate"
https://youtu.be/cjuGCJJUGsg

Viel Spaß beim Anschauen!

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Ökofred 28.04.2019, 22:20
167. Ecjt jetzt?

Zitat von e.w.s.
Danke für den Beitrag. Sachverstand schlägt Ideologie. Uns wird immer erzählt: "Die Sonne schickt keine Rechnung". Mein Energieversorger aber schon und der verlangt immer mehr, je mehr regenerative Energie eingespeist wird.
Also meiner nicht. Und im Schnitt ist der Strompreis an Haushaltskunden in den letzten 5 Jahren nicht gestiegen... also was machen Sie falsch?
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Infografiken/Energie/durchschnittlicher-strompreis-fuer-einen-haushalt.html

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BärbelWinkler 28.04.2019, 22:38
168.

Zitat von Kindergeburtstag
Ein weiterer Punkt, der mich beschäftigt: Falls Du wirklich eine dieser Co-Authoren bist (High Profile), hast Du eine besondere Verantwortung, die wissenschaftliche Ethik zu befolgen. Hier öffentlich einen Blog-Artikel zu unterstützen, der bei der Sonnenaktivität bestenfalls halbe Wahrheiten bietet (oder halt bewußt Täuschung darstellt), ist unverantwortlich und sollte Dir lange nachgetragen werden! Aber ich sagte ja schon, dass auch Deine Veröffentlichungen grobe Fahrlässigkeiten darstellen! Denke mal darüber nahc, was R. Feynman gemeit haben könnte, wenn er sagt, man sollte "bendover backwards" um Alles aufzuzeigen, was an der eigenen Veröffentlichung kritsch ist.
Seit wann sind wir per Du?

Sie schreiben unter einem merkwürdigen Pseudonym - weshalb stehen Sie eigentlich nicht mit Ihrem tatsächlichen Namen zu Ihren (irreführenden) Aussagen? Ich habe jedenfalls keinen Grund, mich hinter einem Screenname zu verstecken.

Ich bin tatsächlich Co-Autorin von Cook et al. 2013 und 2016 (und noch ein paar weiteren Veröffentlichungen des Skeptical Science Teams). Hier ist der Link zu meinem Profil bei Google Scholar:
https://scholar.google.de/citations?user=kjmiHdYAAAAJ&hl=en

Wo sind Ihre Veröffentlichungen?

Ich finde es auch ziemlich bezeichnend, dass Sie (fast) immer nur Behauptungen und Studien von Leuten erwähnen, die in der Desmog-Datenbank stehen. Sie scheinen sich für die wissenschaftlichen Erkenntnisse der tatsächlichen Klimaexperten überhaupt nicht zu interessieren, sondern nur an Ihren vorgefassten Meinungen festhalten zu wollen Warum eigentlich?

Übrigens - auch wenn Sie das jetzt wahrscheinlich überrascht - wäre es mir persönlich viel lieber, wenn die Zweifler/Abstreiter Recht hätten und wir keine Probleme durch unsere CO2-Emissionen und sonstigen Aktivitäten hätten. Leider spricht da aber der Konsens unter den Klimawissenschaftlern dagegen, und die Wahrscheinlichkeit, dass sie falsch liegen, geht, so weit ich das durch meine direkten Kontakte mit Wissenschaftlern und meine Mithilfe bei Skeptical Science beurteilen kann, leider gegen Null. Waren Sie schon einmal auf einer wissenschaftlichen Fachtagung wie z. B. der Jahrestagung der European Geosciences Union? Ich war vor ein paar Wochen wieder dabei (übrigens in meiner Freizeit) und da wurde klar kommuniziert, auf welche Probleme wir hinsteuern, wenn wir nicht endlich etwas dagegen tun. Das Abzustreiten und es Nicht-Wahrhaben-Wollen hat mit gesunder Skepsis nichts zu tun.

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hitchhiker42 28.04.2019, 22:44
169. Das 'Faire-Preise Gesetz'

OK, ok... Die Gegner der Steuer haben ja Recht. Eine CO2-Steuer wäre wirklich keine gute Idee. Sie hätte ganz klar den falschen Namen. Man sollte das Ganze (nach aktueller Politik-Mode) lieber das 'Faire-Preise Gesetz' nennen. Darin wird festgelegt, dass Preise auch alle externalisierten Kosten widerspiegeln müssen. Das wäre selbst dann noch wünschenswert, wenn es überhaupt keinen anthropogenen Klimawandel gäbe. Alle Verfechter der Marktwirtschaft müssten diesem Gesetz eigentlich sofort zustimmen.
Der Effekt hingegen wäre derselbe wie bei einer CO2-Steuer. Die Verbrennung fossiler Energieträger würde teurer werden und damit natürlich auch die damit hergestellten Produkte oder Dienstleistungen. Aber das wäre eben der korrekte Preis. Was man dann politisch alles in die Wege leiten muss, um diese Preise sozial abzufedern - das wäre die Diskussion, die wir eigentlich führen sollten.

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