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Widerstand gegen CO2-Steuer: Wir schützen die Profiteure der Katastrophe
Patrick Pleul/ DPA

Eine CO2-Steuer ist eine einfache und elegante Möglichkeit, effektive Klimapolitik zu machen - mit dem Markt als Mechanismus. Warum also haben ausgerechnet CDU und FDP etwas dagegen?

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misterknowitall2 29.04.2019, 13:05
230. Unser Beitrag ist...

Zitat von jan161168
Könnte es sein, dass Union einfach weise ist. Selbst ein CO2 Austausch in Deutschland von 0, würde das Klima nicht retten, da Deutschland am globalen CO2 Ausstoß gerade mal einen Beitrag von 4 % mit sinkender Tendenz hat. D.h. mit unserem Geld in Deutschland können wir die Welt nicht retten.
in der Summe über die Jahre interessant und nicht was wir aktuell raushauen und da sind wir sehr weit vorne.....Platz 6 in der Welt. Ist schon blöd, dass sich dieses Gas bis zu 100.000 Jahre in der Atmosphäre halten kann.

Natürlich ist es wichtig, auch bei den aktuellen Zahlen, den Ausstoß weiter zu verringern, selbst wenn andere mehr raushauen. Sonst argumentieren wir wie Kleinkinder, nach dem Motto: "der hat aber auch".

PS: Wenn wir nicht mal versuchen, den Klimawandel aufzuhalten, werden wir auch sicher nichts erfinden, was uns dabei vorwärts bringt.

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MatthiasPetersbach 29.04.2019, 13:05
231.

Zitat von abc_bis_z
Die Internet-Nutzung wird unbezahlbar. Warum? "Der CO2-Ausstoß aller Serverfarmen und Rechenzentren ist höher als der aller weltweiten Fluggesellschaften“, sagte Reinhard Ploss, Vorstandsvorsitzender des Chipherstellers Infineon. Allein der Stromverbrauch des Internets verursacht so viel CO2 wie der weltweite Flugverkehr.
Nun ja, Internet ist ja bei uns ein Nice-to-have. Es gibt ja alles auch so. Unterhaltung, Bildung, Wissen.

Wobei ich denke, daß da ein paar Mbit/sec den Kohl nicht fett machen - aber die ÜBERFLÜSSIGE und geradezu explodierende Datenflut wie z.B. das autonome Fahren oder jeder Kühlschrank am Internet oder Filmchenstreamen wird wohl da eher zum Problem - zum Problem WERDEN.

Komisch, daß auf das nie und nirgends hingewiesen wird.

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misterknowitall2 29.04.2019, 13:09
232. Ich befürchte...

das man lieber Geld bezahlt, als sich wirklich Gedanken zu machen. Ist ja weniger Arbeit und wenn das so läuft, wie mit den Zertifikaten, dann hilft das auch nicht.

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misterknowitall2 29.04.2019, 13:16
233. Unbestritten

Zitat von Markstein
Sie waren also bei den natürlichen Klimaschwankungen dabei? Vielleicht waren sie es tatsächlich. Denn bis 1940 wurde es u.a. wärmer. Bis 1975 dann wieder kälter und gerade wird es wieder wärmer. So ist das. CO2 wo?
Der Zusammenhang zwischen CO2-Konzentration und Temperatur ist ziemlich signifikant. Den Zusammenhang anzuzweifeln ist schon mutig.....wenn nicht sogar lächerlich.

Kurzfristige Schwankungen gibt es immer, vom Klima sprich man erst in Zeiträumen von mehr als 30 Jahren. Und da geht es seit hundert Jahren steil bergauf und die einzige Analogie ist die CO2 Konzentration. Satelliten beweisen diese These mit der abnehmenden Wärmerückstrahlung der Erde. Bohrkerne zeigen den Zusammenhang in der Vergangenheit.

Und wie genau begründen sich ihre Zweifel? Außer, dass sie es sich so vorstellen?

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MatthiasPetersbach 29.04.2019, 13:18
234. 50 % dessen, was wir.....

...so zwischen 9 und 17 Uhr anstellen - d.h. was wir im Job tun, ist überflüssiger, höchst umweltschädlicher Quatsch, der weg könnte - würde nicht unsere Verteilungsmechanik des Wohlstandes darauf gründen.

Ich kann mir auf dem CO2 Rechner des Umweltamtes meinen - eher geringen - ökologischen Fußabdruck zusammenrechnen lassen - aber mit keiner Frage wird da berücksichtigt, was man so BERUFLICH macht.

Und das ist wohl Klimakiller Nummer 1.

Ohne es persönlich zu meinen - wer z.B. damit beschäftigt ist, die Werbeflyer zu drucken usw, die jeden Tag ungesehen im Müll landen, oder wer in der Werbung arbeitet, damit Bäcker Meier ein wenig mehr Brötchen verkauft als Bäcker Müller - tut mir leid - DAS könnte (und müsste) man sich sparen. Wie unzählige andere Dinge auch. Und wenn sie nicht unnötig sind, dann ist es die Art und Weise, wie wir sie verkompliziert und falsch anpacken.

Selbst mein Job - und das ist der mit Haus und Dach :) - kriegt dadurch auch ne ziemlich fragwürdige Seite.
Ne Dachziegel ist ja jetzt kein an sich unnützes Ding - aber zig alle paar Jahre wechselnde Modefarben mit Hochglanzprospekten - ich weiß nicht.

Auch DA ist es die Art, wie wir es machen, die Sch**sse ist.

Und die unnötigen CO2 - Ausstoß verursacht. Und der gehört kräftig besteuert. Der, der NÖTIG ist, eben nicht.

So gesehen greifen Steuern auf alles für alle viel zu kurz.

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olli0816 29.04.2019, 13:26
235. Ah. mal wieder eine neue Steuer

Ganz was neues, hatten wir in der Vergangenheit kaum gehabt, dass neue Abgaben in irgendwelcher Form erfunden werden. Die Frage ist doch: Was wird denn mit der Steuer gemacht, außer das sie die Wirtschaft hemmt, weil sich die Leute dann so einige Sachen nicht mehr leisten können? Ja, wenn die Leute weniger Geld in der Tasche haben, konsumieren sie weniger und ergo dann weniger CO2. Nur, wenn der Konsum zurück geht, was wird dann aus den ganzen Fabriken, die das Zeug herstellen? Fragen über Fragen.

Nein, mal im Ernst: So eine Steuer hilft nur dem Staat und er kann das Geld in irgendwelche unnützen Projekte verbraten. Dem Einzelnen wird das nicht helfen. Wer zahlts? Immer der Endverbraucher, nicht der böse Stromerzeuger, Fluganbieter und was es sonst so alles gibt.

Nehmen wir doch als Parallele die EEG-Abgabe. Strom braucht ja schließlich jeder. Die größten Unternehmen, die Stromfresser sind, müssen diese Abgabe schlicht nicht zahlen. Das verdanken sie u.a. dem Herrn Altmaier (ein hervorragender Politiker mit extrem vielen Fachkenntnissen hüstl). Insgesamt ist das egal, da sie die Aufschläge auf ihren Produkten sowieso aufschlagen. Aber nur egal für diese Unternehmen, weil sie auf den Weltmarkt exportieren und das Delta bei den Verbrauchern hängen bleibt.

Jetzt ist es so, dass es arme und reichere Verbraucher gibt. Die ärmeren zahlen unverhältnismäßig viel für Strom mit ständig steigenden EEG-Abgaben und da sie ja bekanntlich auch Strom benötigen, tut das diesen Haushalten besonders weh. Herr Trittin sagte zwar damals, das kostet nur soviel wie ein Eis im Monat, aber die Realität schaut leider anders aus. Nun, kommt jetzt diese elegante CO2-Abgabe, wer würde an der sog. Klimarettung am meisten leiden? Richtig, die einkommensschwachen Haushalte.

Dazu kommt, dass mit dem Klima wahnsinnig viel Politik gemacht wird. Man kann da prima Geld dran verdienen, das ist ähnlich wie mit dem Bio (Kiwis aus Neusseeland etc.). Irgendwer muss ja die Steuern abnehmen und da wirds schon ein paar Freiwillige geben. Klar, das die eine CO2 - Abgabe prima finden. Genauso wie es Fans der EEG-Abgabe gibt, die die Hand aufhalten. Nein, diese Abgabe sollte auf keinen Fall eingeführt weden. Lieber eine Sondersteuer auf SUVs z.B., weil im Panzer muss niemand durch die Gegend fahren. Und wenn er es will, dann zahlt er halt ein bissl mehr. Aber der kann sich den Panzer auch leisten und das ist OK.

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andre_36 29.04.2019, 13:46
236.

Zitat von jj2005
Das stimmt, die Armen sparen bereits. Wenn ein Armer heute pro äMonat 100 Euro für Energie ausgibt, und der Staat die Energiepreise mit CO2-Steuern verdoppelt, dann zahlt er 200 Euro. Wenn der Durchschnittsdeutsche aber 500 Euro ausgibt, und in Zukunft 1000, dann stehen plötzlich durchschnittlich 500 Euro Steuern zur Rückverteilung an. Der Arme zahlt also 100 Euro mehr, bekommt aber auf anderen Wegen (Kindergeld, keine MWSt auf Grundnahrungsmittel, kostenloser ÖPNV, ...) 500! Er GEWINNT also netto 400 Euro. Der Reiche dagegen, der im Monat 1000 ausgab, und jetzt 1000 Euro CO2-Steuer bezahlen muss, bekommt ebenfalls "nur" 500 zurück, muss also netto 500 mehr zahlen. Die CO2-Steuer bewirkt somit eine Umverteilung von reich nach arm. Für Durchschnittsdeutsche dagegen ändert sich erstmal garnichts: 500 Euro mehr an CO2-Steuer, 500 Euro Rückfluss. Falls sie oder er allerdings seinen Lebensstil ändert, wird's billiger.
"Keine Mehrwertsteuer, kostenloser ÖPNV" Wo haben Sie denn diesen Unsinn aufgeschnappt. Ich kenne mehrere Arbeitslose und Mindestlöhner, die hart daran zu knabbern haben, dass durch das EEG-Gesetz die Strom und Gaskosten deutlich gestiegen sind. Da wird nichts zurückgezahlt. Und das wird auch nicht bei einer CO2 Steuer geschehen. Abgesehen davon, Frage ich mich, wo der Anreiz zum Energiesparen herkommen sollte, wenn alle die Steuerausgaben mehr oder weniger zurück erhalten würden. Bürokratie ohne Effekt.

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Schartin Mulz 29.04.2019, 13:50
237. Das sind

Zitat von litholas
Würde der CO2-Ausstoss gleich bleiben, dann würde es nur teuer. Aber vielleicht wird ja der CO2-Ausstoss auch geringer!? Wenn mehr Windkraft und Solarstrom erzeugt werden? Die Solarausbauverhinderung kostet die Volkswirtschaft schon ohne CO2-Steuer jährlich Milliarden Euro - mit steigender Tendenz. Allein der jährliche Stromexportüberschuss entspricht Braunkohlestrom für 60 Millionen Tonnen CO2. Und Kohlestrom hat zusätzlich noch etwa 30 Mrd kWh Gaskraft aus dem Markt gedrängt, ein Einsparpotenzial von weiteren 15 Millionen Tonnen. Und die Kosten werden zu recht von denen getragen, die bisher mehrheitlich gegen ausreichenden Klimaschutz waren. Was teilweise nicht ganz ihre schuld war, obwohl sie die Lügen der entsprechenden Interessenverbände doch recht bereitwillig geschluckt haben.
doch wieder nur Phrasen.
Was soll das heißen, "die Kosten werden zu recht von denen getragen, die bisher mehrheitlich gegen ausreichenden Klimaschutz waren."? Sind es die Geringverdiener, die bisher gegen den Klimaschutz waren? Die werden doch die ersten Leidtragenden solcher Steuern sein.
Eine Steuerung allein über den Geldbeutel hat immer eine asoziale Komponente. Grob gesagt: Wenn z.B. Autofahren durch eine solche Steuer zum Luxus wird, wird der Chef weiter mit seinem SUV zum Betrieb fahren können, die Angestellten mit ihren Kleinwagen aber nicht mehr.

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vormaerz 29.04.2019, 13:50
238.

Mal wieder enormst viel Unsinnges zu lesen, wir sehen die Milliarden der lebenden Fossilien bei der Arbeit. Noch ein kleiner Einwand zu der These, die Armen müssten das alles bezahlen: nicht, wenn die erhobenen Steuern dazu eingesetzt werden, statt der Naturzerstörung ökologische Produktion und Konsum zu subventionieren. Nur ein Beispiel. Auf die Gesellschaft kommen milliardenschwere Folgekosten zu, die genau das Armutsrisiko steigern, das die Wandelleugner hier so lautstark und im Sinne sowohl der Konzernfossile als auch der rechten bis rechtsextremen Parteien verbrechen. Fallen Ernten aus, werden Lebensmittel teuer und Überleben härter. So einfach ist das. Macht natürlich nichts, wenn man von den 200.000.000 US$ profitiert, die alleine die großen Ölmultis im Jahr für ihre Dreckschleuderpropaganda aus der Kaffekasse zahlen.

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andre_36 29.04.2019, 13:59
239.

Zitat von Dumpfbacke
Der Spruch "Geld regiert die Welt" kennen Sie bestimmt auch, und da steckt viel Wahrheit drin. Wir leben nun mal in einer Marktwirtschaft (um nicht Kapitalismus zu sagen), und da ist Geld bzw. der Preis alles - und genau da muss man ansetzen. Das Ding bei der CO2-Steuer ist, dass diese wieder an die Bürger zurückbezahlt werden muss. Dadurch könnte der "arme Schlucker" im Endeffekt sogar mehr Geld in der Tasche haben, als ohne so eine Steuer. Wenn Sie ein bisschen darüber nachdenken, werden auch Sie zu dieser sensationellen Erkenntnis gelangen!
aufgrund meiner Erfahrungen bin ich vielmehr zu der trivialen Erkenntnis gelangt, dass sich immer Schlupflöcher finden,die dafür sorgen, dass die Geringverdienenden den Wohlbetuchten ihren Lebensstil finanzieren. Wieso sollte jemand, dem die Steuer nicht weh tut, auf seine Reise, sein Auto oder andere Annehmlichkeiten verzichten? Und wer sollte warum den unteren Schichten ihre gezahlte Steuern zurückzahlen? Erst singen Sie das Loblied der freien Marktwirtschaft und dann versprechen Sie Sozialismus. Mit der derzeitigen politischen Besetzung des Bundestags ist Ihre Vorstellung blanke Illusion.

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