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Widerstand gegen Schul-Computer: Nicht hören, nicht sehen, nicht digitalisieren
DPA

Die Bundesbildungsministerin will Milliarden in Computer für Schulen investieren - und wird dafür heftig kritisiert. Die Argumente der Kritiker illustrieren, was in Deutschland schiefläuft in Sachen Digitalisierung.

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bronck 17.10.2016, 08:13
210. Die Lehrer sind das Problem, nicht Teil der Lösung

Die Alt68-Lehrer mit ihren Pullundern, ausgebeulten Ledertaschen, Birkenstocksandalen, weißen Socken und Cordhosen sind das Problem.
Für die ist das alles Teufelszeug und Mittel zur Ausbeutung des Proletariats.

Klar gibt es auch jede Menge andere Lehrer. Aber die sind nicht die Wortführer im Lehrerzimmer. Das sind die AgitProp-gestählten ewig-gestrigen wie oben beschriebenen, die nun laut aufjaulen, weil sie nämlich genau wissen, dass sie von dem ganzen "Computerdreck" nicht den Hauch einer Ahnung haben und von den Schülern gnadenlos vorgeführt werden, sobald erst mal die Digitalisierung da ist.

Davor haben die Angst. Das jemand merkt wie ahnungslos sie sind.

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jhea 17.10.2016, 08:15
211.

Zitat von Nania
Wissen Sie, was Leute immer noch verblüfft? Die Fähigkeit, maschinenschreiben zu können. Ich habe derzeit zwischen 600-800 Anschläge in der Minute,
hust hust - 10 bis 12 anschläge pro sekunde?
Das halt ich für ein gerücht.
Wer gut ist, bekommt 150 - 180 anschläge pro Minute hin.
Fehlerfrei getippt btw.

800 anschläge schaff ich auch, aber dann sihet der text aus wie das hier
sd#gpjbadsäüobgasdfobgs+#äodjb dofb juo#+ädfnhbüaosf

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martinhobmeier 17.10.2016, 08:30
212.

Warum ist es notwendig, wenn man anderer Meinung ist,mit Alter und Pensionierung des Widerparts zu argumentieren?
Das, Herr Professor Stöcker, zuständig für Digit. Kommunikation, ist nicht akademisch.
Natürlich werden die Schüler im Informatikunterricht auch auf den
Umgang mit den digitalen Medien vorbereitet. Wenn man 35 Jahre
Lehrer war und sie lange Jahre auch ausgebildet hat, weiß man sehr gut, welch zentrale Rolle die Lehrerpersönlichkeit spielt. Das Internet ist Hilfsmittel und das soll es auch bleiben. Vor dreißig Jahren war das Sprachlabor das pädagogische Ei des Kolumbus. Was ist geblieben?

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fördeanwohner 17.10.2016, 08:44
213. -

Zitat von derbo73
Deutschland liegt in vielen Bereichen der Digitalisierung als Kulturentwicklung deutlich hinten in Europa. Lehrer und ihre Verbände haben von Computern soviel Ahnung wie vom Auto reparieren. Bevor man allen Schülern Tablets in die Hand drückt, sollte man die gesamte Lehrerschaft auf Fortbildung schicken. Aber an Fortbildung haben die kein Interesse. Status Quo halten, mehr Besoldung fordern, Lehrpläne von gestern durchnudeln. Bildung der Jugend: egal, dann wird er/sie halt Busfahrer. ....
Wenn ich solche Posts lese, frage ich mich immer, was für ein Bild manche so von Lehrern haben.
Man sollte sich mal lösen von dem einen seltsamen Kollegen, den man in seiner Jugend "genossen" hat und nun immer als Beispiel heranzieht. Da ich selbst auch mal zur Schule gegangen bin, weiß ich, wovon ich rede;-)
Weshalb bitte schön sollten Lehrer kein Interesse an Fortbildungen haben? Ich hätte sehr gern sinnvolle Fortbildungen. Manchmal gibt es auch welche, die zu meinem Profil passt, meistens ist das jedoch nicht der Fall. Gerade der Bereich, über den hier gesprochen wird, ist absolut vernachlässigt.
Wenn an Schulen flächendeckend so stark digitalisiert wird, dass alle Lehrkräfte dieses auch sinnvoll nutzen können müssen, dann müssen zuvor natürlich Fortbildungen stattfinden. Darauf kann man jedoch lange warten. Das Problem ist u.a., dass es kaum Fachleute gibt, die solche Fortbildungen (Religionslehrer brauchen etwas anderes als z.B. Mathe-, Kunst-, Musik- oder Englischlehrer) durchführen könnten.
Auf dem niedrigeren Niveau (Textverarbeitung und Internetrecherche) sind wir alle bereits fit genug, können aber auch hier nur einigen SuS beibringen, damit zu arbeiten, weil es keine ausreichende Ausstattung und Stunden dafür gibt. (Ausstattung IST also sehr wohl willkommen + Wartung, + Reparatur.)
Für Sie zur Info: Es sind NICHT die Lehrer, die für diese Dinge verantwortlich sind. Und wenn hier zwei Stimmen von irgendwelchen Verbänden zitiert werden, dann dient das nur dem Autor, nicht aber der Sache. Repräsentativ sind sie auch nicht.

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Das Pferd 17.10.2016, 08:53
214.

Zitat von martinhobmeier
...............................Das Internet ist Hilfsmittel und das soll es auch bleiben. Vor dreißig Jahren war das Sprachlabor das pädagogische Ei des Kolumbus. Was ist geblieben?
das kann man nicht vergleichen. Das Internet ist eben nicht nur Hilfsmittel, als solches nicht mal besonders wichtig. Früher hatten alle Schüler halt den gleichen Artikel aus Papas Lexikon abgeschrieben, heute den ersten Treffer bei Google. Und ein Lehrer sieht trotzdem, ob es eine darüber hinausgehende Beschäftigung gab.
Das Internet ist vor allem Lehrinhalt, weil es unser Leben bestimmt. Und man dafür Kompetenz braucht wie für richtige Grammatik oder Autofahren. Vergleichbar vielleicht mit Verkehrserziehung, da gibt es ja auch das Problem, daß sich Kinder im Verkehr bewegen, die nicht den Erfahrungsschatz anderer Verkehrsteilnehmer haben. Man greift da eben nicht nur zum "Verkehrsunterricht" sondern eben auch zu kleinen Alltagserklärungen, kleinen Erkundungen und zuweilen auch Verboten. Und ganz wichtig: Vorbild, Vorbild Vorbild. So ähnlich sehe ich das im Internet auch.

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fördeanwohner 17.10.2016, 08:55
215. -

Zitat von politikus_ii
Es ist nicht sehr intelligent, zu glauben, weil es bei Ihnen keine Vorbehalte gegen WLANs (elektromagnetischer Strahlung) gibt, muss es überall sonst auch so sein.
Nicht sehr intelligent, so, so. Danke für Ihre Ferndiagnose! Meine Diagnose Ihrer Personlichkeit behalte ich mal für mich, okay?
Im Übrigen lebe ich nicht in einem in sich abgeschlossenen Mikrokosmos, so dass ich keinen Kontakt zu anderen Menschen und Lehrkräften;-) an anderen Schulen hätte.
Mag ja sein, dass es dieses eine oder andere ominöse Schulzentrum gibt, aber solche Ausnahmebeispiele bestätigen - sie ahnen es? - die Regel!

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Das Pferd 17.10.2016, 09:02
216.

Zitat von Plasmabruzzler
Digitalisierung allein um der Digitalisierung Willen halte ich für ein schwaches Argument..................
und vor allem ein sehr dämliches Wort. Als Techniker, für den sich in den 80ern eben neben der analogen Schaltungstechnik die digitale (nicht ganz richtig, in Form der Relaistechnik war sie schon vorher in breiter Anwendung) etablierte, ist das Wort irgendwie wunderlich. Viele Vorgänge der "Digitalisierung" beziehen sich auf Technikbereiche, die längst volldigitalisiert sind. Gemeint ist oft: vernetzt, cloudbasiert, KI-Ansätze, internetbasiert, virtualisiert, Webanwendung, Big-Data usw.

Dazu kommt beim Thema Schule die Wortherkunft. Irgendwie muß ich bei "digitalem Lernen" immer an Erstklässler denken, die für die ersten Schritte in die Mathematik die Finger zu Hilfe nehmen.

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th.scholz 17.10.2016, 09:09
217. Achtung Ablenkung: Es geht um Geld und Macht, nicht um die digitale Zukunft!

Natürlich kommt die digitale Zukunft und wir müssen uns ihr stellen. Die pseudoakademische Diskussion darum lenkt vom eigentlichen Thema ab. Wieso haben Länder, Städte und Gemeinden so wenig Geld, dass sie sich weder die digitale Zukunft noch intakte Schulklos leisten können? Wieso will die Bundesregierung das Geld für die digitale Zukunft lieber selber ausgeben als es durch gerechte Verteilung den Ländern, Städten und Gemeinden zu überlassen? Weil sie sich mit diesen Federn schmücken will, Macht in fremden Gebieten ausüben und dabei noch die schwarze Null behalten will. Darum geht's, nicht um Hirnforschung oder verkalkte Vielerlogen.

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obreot 17.10.2016, 09:12
218. Falscher Weg

Notwendiger währe Logik, Rhetorik und Ästhetik als Fächer an den Schulen!

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rkinfo 17.10.2016, 09:14
219. Kulturhoheit im Vierländereck ...

In Rhein-Main bis Rhein-Neckar stossen 4 Bundesländer an einander und viele Schüler werden später nicht 'im eigenen Bundesland' arbeiten gehen. Zeigt, wie absurd Deutschland ins 21. Jahrhundert geht.
Seit Jahrzehnten gibt es bereits bundesweite Musterverordnungen in vielen Lebensbereichen, die dann die Länder nur noch formal 1:1 umsetzen. Offensichtlich wollen ewiggestrige Altlehrer-Lobyisten verhindern, dass für Teile des Bildungssystems ebenfalls Mustervorgaben, wie Einbundung PC/Tablett in den Unterricht entstehen ? Wobei seit fast 2 Jahrzehnten Computer für Schriftstücke (Word, Excel) und heute Hausarbeiten Wikipedia etc., Powerpoint) vielerorts schon Standard sind. Es soll nur nicht bundesweits mal geregelt werden - das wäre Machtverlust für die lokalen Bildungsfürsten.

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