Forum: Wissenschaft
Wie halten Sie's mit der Mathematik?

Viele intelligente Menschen kann man mit Mathematik geradezu verscheuchen. Was haben Sie für Erfahrungen mit der Mathematik? Was fasziniert, was ärgert Sie an der Mathematik? Was halten Sie von Mathematik und Mathematikern?

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UlliK 03.03.2006, 12:07
1. Faszination

Die Mathematik fasziniert mich, wie mich vieles in den Bann zieht, was ich nicht so recht verstehe!
In der Schule ohne Probleme, bin ich vor 30 Jahren mit meinem Physik-Studium gescheitert, weil ich mit den mathematischen Anforderungen nicht klar kam.
Das sich Tummeln in n-dimensionalen Vektorräumen war nicht mein Ding!
Aber diese Wissenschaft als solche hat keinerlei Reiz verloren.
Ich habe z.B. letztens erst das Buch 'Fermats letzter Satz' von Simon Sing gelesen - hervorragend.
Oder die Autobiographie von Betrand Russel - was man dort über Mathematik / mathematisch-logisches Denken lernen kann - mehr als beeindruckend!
Ich finde es allerdings mehr als traurig, wenn immer noch Menschen mit ihrem gestörten Verhältnis zur Mathematik kokketieren und dann auch noch Verständnis ernten. Das hat Mathe nicht verdient!

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ferion 03.03.2006, 12:41
2. Mathematik ist die letzte Magie

Mithilfe der Mathematik lassen sich so ziemlich alle Umstände beschreiben die in der reellen Welt vorkommen.
Alleine dieser Umstand ist faszinierend.
Es gibt keine Überraschungen und auch keine Besonderheiten, sondern nur Ereigniswahrscheinlichkeiten.
Ein Raum voller Zahlen und Symbole die, je nach Betrachtungswinkel, eine eigene Aussage bilden.

Jede der anderen Naturwissenschaften baut auf die Mathematik, inclusive der Sprachen und der Psychologen.
Modelle lehren uns Verstehen und das Verstehen der Modelle lehrt das Lernen.

Philosophisch kompliziert geschrieben von einem der den Glauben an die Magie noch nicht verloren hat

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arte de la comedia 03.03.2006, 12:54
3.

Zitat von ferion
Philosophisch kompliziert geschrieben von einem der den Glauben an die Magie noch nicht verloren hat
Noch so einer, der die Welt in Symmetrien aufteilen will. Werden Sie Quantenchromodynamiker....

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134 03.03.2006, 13:41
4.

Für mich als rationalen Menschen bildet die Mathematik in dieser Welt der Unzurechenbarkeit die letzte Bastillion der Berechenbarkeit.
Es hilft mir selber immer wieder die Chancen und Risiken einer Aktion in meinem Kopf mit Wahrscheinlchkeiten zu belegen. Leider kann man sich nicht immer auf diese Wahrscheinlichkeiten verlassen. Dies kann zu vernichtenden Rüchschlägen führen.

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rwise 03.03.2006, 13:52
5. Schönheit der Mathematik

Mathematik ist etwas wunderbares, selbst wenn man kein Mathematiker ist. Wer die Schönheit eines künstlerischen Werks, sei es ein Gemälde oder eine Statue, erkennen und bewundern kann, auch wenn er selbst nicht malen oder bildhauern kann, der sollte auch die Schönheit der Mathematik bewundern können. Die Kettenbrüche von Shrinivasa Ramanujan (http://mathworld.wolfram.com/Ramanuj...Fractions.html) z. B. zeugen von den anmutigsten Zusammenhängen der Natur, die für mich durchaus mit altmeisterlicher Pracht vergleichbar ist. Statistik ist zudem das einzige sachlich richtige Verfahren die Zukunft relative verläßlich vorauszusehen.

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ferion 03.03.2006, 14:00
6. Genau das

Zitat von arte de la comedia
Noch so einer, der die Welt in Symmetrien aufteilen will. Werden Sie Quantenchromodynamiker....
Symmetrie und Konguenzen, Räume, Flächen und Linien.
Genau darauf basiert die Welt.
Nur weil einige System zu komplex sind um sie direkt zu begreifen werden sie als Makros angesehen und damit Ihrer eigendlichen Begrifflichkeit entrissen.
Der menschliche Geist ist einfach nicht leistungsfähig genug um das komplette Modell zu betrachten und muss sich mit Vereinfachungen abgeben, welche allerdings Häufig dann wieder künstlich mit neuen Regeln gefüllt werden.
Der Aufbau der Materie durch Quarks hat allerdings recht wenig mit dem hier angesprochenen Thema zu tun.
Sie schlagen mir eine berufliche Zukunft in der Quantenphysik vor, meinten aber wahrscheinlich, dass ich meinen verblendeten Geist eher in der theoretischen Mathematik (z.B. Axiomatik) austoben sollte.

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arte de la comedia 03.03.2006, 15:12
7. Eigentlich

...sollte der Sysop schon ein wenig ehrlicher sein und sich direkt auf http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...400649,00.html
beziehen.
Und damit auf das Bayes'sche Theorem.

Wiewohl ich mit den Voraussagen in diesem Fall 100%ig übereinstimme (ich kuck mir das sowieso nicht an...dauert mir zulange), so glaube ich denn doch nicht, dass zumindest ich bei Alltagsentscheidungen mir so viel Arbeit mache.

Jedenfalls nicht bewusst....

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SaT 03.03.2006, 15:59
8.

Zitat von UlliK
In der Schule ohne Probleme, bin ich vor 30 Jahren mit meinem Physik-Studium gescheitert, weil ich mit den mathematischen Anforderungen nicht klar kam. Das sich Tummeln in n-dimensionalen Vektorräumen war nicht mein Ding!
An den Mathescheinen scheitern die meisten Informatik- und Physikstudenten. Aber eher an der Analysis als an der Algebra.War bei mir auch recht knapp – puhh bin ich froh das hinter mir zu haben – nicht weil die Mathe nicht schön wäre, sondern eher wegen der unangenehmen Prüfungssituation. Aber die Algebra machte mir westlich mehr Spaß – was haben Sie gegen Vektorräume und Matrizen?

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UlliK 03.03.2006, 16:20
9. Phantasie

Zitat von SaT
– was haben Sie gegen Vektorräume und Matrizen?
persönlich garnichts -
nur Probleme mit der Anschaulichkeit.
Ich verstehe Sachverhalte / Zusammenhänge umso besser, je besser ich damit konkrete Vorstellungen verbinden kann. 3 Dimensionen - Würfel - OK.
Aber: Um mir z.B. einen 9-dimensionalen 'Raum' vorstellen zu können, reicht mein Menschenhirn nicht aus.
Und dann sagen mir auch die ganzen Formeln und Gleichungen nichts.
Glücklich die Mathematiker, die ohne Anschauung auskommen (in dieser Hinsicht ;-) )

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