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Wie halten Sie's mit der Mathematik?

Viele intelligente Menschen kann man mit Mathematik geradezu verscheuchen. Was haben Sie für Erfahrungen mit der Mathematik? Was fasziniert, was ärgert Sie an der Mathematik? Was halten Sie von Mathematik und Mathematikern?

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adsum 06.07.2006, 11:32
250.

Zitat von Martin Steffen
es sei dann man entscheidet sich dafuer, keine planare Geometrie zu betreiben, sondern nicht-euklidische. Aber vielleicht ist das an katholischen Instituten nicht erlaubt :-) Martin
Donnerwetter, wenn ich das damals gewußt hätte, dann hätte ihm ganz schön seinen Unterricht vermasseln können.:-))
schönen Gruß
adsum

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Jörn Bünning 06.07.2006, 13:49
251. Göttliche Zahlen - Mathematik und Religion

Zitat von adsum
Donnerwetter, wenn ich das damals gewußt hätte, dann hätte ihm ganz schön seinen Unterricht vermasseln können.:-)) schönen Gruß adsum
(Nicht erst) die Griechen waren davon überzeugt, dass die Mathematik (und vor allem die Natürlichen Zahlen) göttlichen Ursprungs sein müssten. Die Schöpfung sollte nach harmonischen Kriterien im Verhältnis kleiner ganzer Zahlen aufgebaut sein. Die Musik lieferte hierzu ein gutes Beispiel, denn harmonisch klingen Töne nur, wenn ihr Frequenzverhältnis sich in kleinen Zahlen ausdrücken lässt.

Daher löste auch die Entdeckung der irrationalen Zahlen einen kleinen Kulturschock aus - man hielt sie für "Teufelswerk".

Umso größer war auch die Enttäuschung, dass es bei der Berechnung von Planetenbahnen stets auf recht krumme Zahlen hinaus lief. Selbst die Erd- und Mondrotation spielten nicht mit: Die Dauer von Jahren und Monden (Monate) konnten nicht in ganzen Tagen angegeben werden.

Später musste auch die Vorstellung von der Erde (und dem Menschen) als Mittelpunkt der Schöpfung aufgegeben werden - die Welt erwies sich immer wieder anders als angenommen, nämlich komplizierter. (Mich würde es nicht überraschen, wenn selbst die Naturkonstanten einer zeitlichen Veränderung unterlägen.)

Je öfter sich solche "Harmonie-Vorstellungen" als Irrtum erweisen, desto gewichtiger wird die Frage, woran sich unser Harmoniebedürfnis entwickeln konnte, wenn Harmonie im Beobachtbaren überwiegend fehlt.

Die Mathematik ist der beste Beweis, dass Vorstellungen von Harmonie in jedem Menschen in gleicher Weise angelegt sind. D.h. nicht, dass alle Menschen "gleich gut" die Mathematik beherrschen, aber dass hier (ausnahmsweise!)eine weltweite Einigkeit über "wahr" und "unwahr" hergestellt werden kann, eine faszinierende Möglichkeit.

Von dieser Eigenschaft ist die Religion weit entfernt. Andauernd entsteht hier neuer Streit über die "richtige" Wahrheit, die dazu noch ihren Anhängern "verkündet" werden muss.

Vielleicht könnten sich die Religionen von der Mathematik eines abgucken: Es gibt in der M. zwar noch viele ungelöste Probleme und ausstehende Beweise, dem Wahrheitsgehalt ihrer vorhandenen Aussagen tut dies jedoch keinen Abbruch.

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arte de la comedia 06.07.2006, 13:54
252.

Zitat von Jörn Bünning
Je öfter sich solche "Harmonie-Vorstellungen" als Irrtum erweisen, desto gewichtiger wird die Frage, woran sich unser Harmoniebedürfnis entwickeln konnte, wenn Harmonie im überwiegend fehlt. Die Mathematik ist der beste Beweis, dass Vorstellungen von Harmonie in jedem Menschen in gleicher Weise angelegt sind. D.h. nicht, dass alle Menschen "gleich gut" die Mathematik beherrschen, aber dass hier (ausnahmsweise!)eine weltweite Einigkeit über "wahr" und "unwahr" hergestellt werden kann, eine faszinierende Möglichkeit.
Hmm..nunja..lassen Sie es mich so sagen: "Sie arbeiten eher weniger mit Physikern?"

<ziemlichBreitGrinsendAb>

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Martin Steffen 06.07.2006, 13:57
253.

Zitat von Jörn Bünning
Die Mathematik ist der beste Beweis, dass Vorstellungen von Harmonie in jedem Menschen in gleicher Weise angelegt sind. D.h. nicht, dass alle Menschen "gleich gut" die Mathematik beherrschen, aber dass hier (ausnahmsweise!)eine weltweite Einigkeit über "wahr" und "unwahr" hergestellt werden kann, eine faszinierende Möglichkeit. Von dieser Eigenschaft ist die Religion weit entfernt.
wobei man nicht vergessen sollte, dass, wenn wir
schon bei den ollen Griechen und deren Sinn fuer Harmonie
sind, die Pythagor"aer den Entdecker/Erfinder (oder
Ausplauderer?) der irrationalen Zahlen ers"auft haben.

Martin

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Jörn Bünning 06.07.2006, 16:31
254. Pythagoras

Zitat von Martin Steffen
wobei man nicht vergessen sollte, dass, wenn wir schon bei den ollen Griechen und deren Sinn fuer Harmonie sind, die Pythagor"aer den Entdecker/Erfinder (oder Ausplauderer?) der irrationalen Zahlen ers"auft haben. Martin
Danke für den Hinweis.
Die Pythagoräer haben die Vermischung von Mathematik und Religion ziemlich weit getrieben. So wurden Gott, Mann, Frau, Ehe, Familie durch natürliche Zahlen (1,2,3,4,5) repräsentiert.

Die "harmonischen" natürlichen Zahlen (Summe aller ihrer Faktoren ergibt die Zahl selbst.) wurden verehrt.


Daneben gab es im täglichen Leben vielerlei Verbote, deren Sinn wir kaum noch nachvollziehen können. Alle Bohnengerichte waren verboten (ist noch verständlich ;-)), aber auch das Schüren des Feuers mit einem Haken, das Beseitigen der Asche, die anderen müsste ich nochmal nachlesen ;-).

Pythagoras selbst wurde von seinen Anhängern als ein Prophet verehrt.

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Jörn Bünning 06.07.2006, 16:34
255. Physik, was ist das?

Zitat von arte de la comedia
Hmm..nunja..lassen Sie es mich so sagen: "Sie arbeiten eher weniger mit Physikern?"
Physiker?? Sind das nicht die Leute, die sich seit Jahren über den Urknall streiten?

;-)

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Silvia 06.07.2006, 16:37
256.

Zitat von Anna Föglein
Wieso, die Regeln darf sich ja auch jeder definieren wie er mag.
Das ist mir völlig neu! Erzählen Sie das bitte mal den Mathelehrern in der Schule!

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Anna Föglein 06.07.2006, 17:50
257.

Zitat von Silvia
Das ist mir völlig neu! Erzählen Sie das bitte mal den Mathelehrern in der Schule!
Das tu' ich doch die ganze Zeit in den Übungen! Und dann fragen sie meist nur: "Kommt das im Staatsexamen dran?" und kratzen in der akad. Zwischenprüfung nur ganz, ganz knapp die Kurve...
Solche, die es können sind leider sehr selten.

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chevy57 06.07.2006, 18:41
258.

Zitat von Jörn Bünning
?? Sind das nicht die Leute, die sich seit Jahren über den Urknall ?
Genau die. Und die sind dabei in etwa so anfällig für humoristische Einlagen wie die securitate, das kann ich Ihnen aus eigener, leidvoller Erfahrung sagen :-)

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hjm 06.07.2006, 19:37
259.

Zitat von Anna Föglein
Das tu' ich doch die ganze Zeit in den Übungen! Und dann fragen sie meist nur: "Kommt das im Staatsexamen dran?" und kratzen in der akad. Zwischenprüfung nur ganz, ganz knapp die Kurve... Solche, die es können sind leider sehr selten.
Gilt leider auch für die, die im Referendariat ankommen. Dort sind es dann allerdings die allseits geliebten Musterschüler, da sie ihren Kopf nicht mit sinnloser Fachwissenschaft vollgestopft haben, sondern offen für die jeweils neueste pädagogische Mode sind.

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