Forum: Wissenschaft
Wilde Tiere in der Manege: Schluss mit dem Zirkus!

Der Bundesrat fordert das Verbot von Wildtieren im Zirkus - eine artgerechte Haltung*von Elefanten, Raubkatzen oder Flusspferden sei nicht*möglich. Doch damit verfehlt*die Politik das eigentliche Problem: Die Zurschaustellung wilder Tiere in der Manege hat in einer modernen Gesellschaft nichts verloren.

Seite 8 von 15
boeseHelene 26.11.2011, 14:37
70. ----------------------------

das Argument eines Mitforisten hinkt gewaltig, wer sich selber vor einen Fernsehen parkt und dort 24h verbringt hat dies selber entschieden es steht ihnen frei aufzustehen und sich in ihrer Wohnung zu bewegen oder mal heraus zu gehen die Käfigkenne kann das nicht tun, sie muss im Käfig bleiben. Ich kann dem Mitforisten nur empfehlen labern sie nicht tun doch etwas für ihre Mitmenschen, im übrigen hier ging es um Wildtiere im Zirkus nicht um Menschen vs. Tiere. Ich glaube nicht, dass alle historischen Zirkusse Wildtiere haben, das dürfte eher ein Luxus gewesen sein und den großen Unternehmen vorbei halten gewesen sein, da man damals die meisten Tiere noch Wild fangen musste und das war eine teure Expedition erst heute kann der Zirkus auch im Zoo kaufen. Dem Argument mit dem bettelnden Zirkusleuten kann ich zustimmen, das wäre mit ein Grund, dafür zu sorgen, dass die kleinen Unternehmen sterben sollte und eben nur große überleben dürften die sich auch selber tragen können. Ich konnte mir auch erst ein Pferd kaufen nachdem ich es selber finanzieren konnte, ich kann ich mich jetzt auch nicht in die Fußgängerzone stellen und die Leute bitten mir doch mein Pferd zu finanzieren. Wer Kindern Tiere zeigen möchte, der muss doch heute nicht weit gehen, jede Gegend hat mehrere Reitvereine, die gerne Kindern mal ein Pferd zeigen, ansonsten gibt noch Bauernhöfe oder halt den Zoo. Weil hier von Elektroschocks die Rede war, ich denke wenn sie den Willen eines Tieres brechen wollen gibt es einen viel einfacheren Weg, über Essen nicht füttern und dem Tier nur dann etwas geben wenn es gut mitarbeitet.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Cato10 26.11.2011, 14:45
71. Enfin!

Ein herausragender Artikel. Ich möchte dazu nur folgendes sagen: er hat direkt ins Schwarze getroffen und ich empfinde vollste Übereinstimmung. Das Menschen die unveräußerliche Würde eines jeden Lebewesens nicht anerkennen, diese jedoch unverhohlen für sich beanspruchen spricht für dessen Hybris im Umgang mit der Natur.

Danke für diesen Artikel.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kersten.Wendler 26.11.2011, 14:48
72. Wilde Tiere in der Manege: Was ist artgerecht?

Sehr geehrter Herr Becker,
ich schätze den Spiegel wegen seiner immer wieder genutzten Fähigkeit komplexe Sachverhalte auch komplex darzustellen und nicht zu vereinfachen, wo eine Vereinfachung nicht zielführend ist. Gerade Ihr Resort ist und muß diesem Punkt verpflichtet sein.
Im Stile des Spiegels wäre eine Überschrift:
Wilde Tiere in der Manege: Was ist artgerecht? vielleicht zielführender gewesen, nämlich einen komplexen Sachverhalt auch komplex zu belassen. Denn wohin führt uns Ihre insgesamt einseitige Darstellung?
Können wir Tiere überhaupt artgerecht halten? Können wir den Kühen in Deutschland ein artgerechtes Leben bieten? Können wir Schweine artgerecht halten? Katzen, Hunde, Pferde, Meeerschweinchen, Fische, Hamster? Nein, können wir nicht.
Man muß wohl konstatieren, daß sich unsere Tierhaltung in Deutschland in den letzten 40 Jahren deutlich verbessert hat und das unter dem eindeutigen Zutun der Wissenschaften und einer sich wandelnden Auffassung der Gesellschaft. Wir wissen jetzt auch, daß die psychische Forderung eines Lebewesens oftmals segensreicher wirken kann, als das die rein physischen Lebensbedingungen vermuten lassen, worin auch kein Unterschied zum Menschen besteht. Gerade die Zirkusse waren mit ihren Bemühungen um gewaltfreie Ausbildung ihrer Tiere an vorderster Front und es gibt Schriften und Bücher aus dem frühen 20. Jahrhundert die das eindrucksvoll belegen. Viele unserer in Menschenobhut gehaltenen Tiere belegen das eindrucksvoll. Wir werden Tieren - egal ob Wildtieren (die heutzutage ausschließlich in Menschenobhut geboren wurden) oder domestizierten Tieren, niemals eine völlig artgerechte Haltung bieten können. Wir haben jedoch die Pflicht als vom Humanismus geprägte Wesen diese Haltung fortwährend zu verbessern und damit artgerechter zu machen. Jeder der mit Tieren umgeht muß sich dieser Tatsache bewußt sein und die meisten sind das auch. Sie führen aus, daß man all die Tiere heute auch im Fernsehen bewundern könne. Mit Verlaub, Sie vergleichen den Kuß einer geliebten Frau mit dem Foto eben dieser Dame auf ihrem Schreibtisch. Diese Unmittelbarkeit, die Sie außer acht lassen, ist eine wichtige Erfahrung auch in unserer Gesellschaft, zu dieser Unmittelbarkeit gehört Respekt und Würde. Noch wichtiger: Respekt und keine Angst, denn Angst wäre im Zusammenhang eine Problematik, die die Arbeit nicht einfacher machte, sondern im Gegenteil sehr gefährlich werden ließe. Zirkus ist gelebter Respekt. Nirgendwo sonst arbeiten soviele Menschen verschiedener Nationalitäten zusammen und versuchen Höchstleistung zu erbringen unter einer einzigen Prämisse: Liebe zum Tier, sonst wären diese Leistungen nicht möglich. Repekt vor den Tieren und Respekt untereinander machen das Unternehmen Zirkus zu einer nicht zu missenden, großartigen Metapher für unsere Gesellschaft.
P.S. Drei der herausragendsten Menschen, die die Reiterei um große Schritte nach vorne zu einer pferdegerechten Arbeit brachten, Francois Baucher, James Fillis und Fredy Knie verbrachten ihre fruchtbarsten Jahre in Zirkussen um Menschen diesen damals völlig neuen Umgang mit Tieren näher zu bringen und diesen zu propagieren. Der Autor reitet seit 40 Jahren und versucht jeden Tag für sein Pferd so erfüllend wie möglich zu machen. Er weiß, daß er diesem Pferd nie ein völlig artgerechtes Leben ermöglichen kann. Wenigstens ist er seit 15 Jahren Vegetarier ;-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jan15162 26.11.2011, 14:49
73. Schwarze Schafe

Als Tierartzt habe ich auch schon so manchen Zirkus kontrolliert der in meiner großen, schönen Stadt gastierte. Einige kleine Unternehmen habe ich kontrolliert, die z.B. einen einzigen Elefanten(Eigentlich ein Herdentier)in einem zugigen, nassen Zelt hielten. So etwas gehört verboten!!Ich habe aber auch durchaus andere Unternehmen gesehen. Große deutsche Zirkusbetriebe, die die nötigen finanziellen Mittel und das richtige Personal haben. Ich habe die Ställe von Löwen, Tigern, Elefanten und Pferden inspiziert und konnte die großen beheizten Stallzelte mit großen Ausläufen besichtigen. Ich habe den morgentlichen Proben beigewohnt und konnte sehen, dass ein Löwe Männchen macht, weil er für jeden Trick ein Stück Fleisch an einer Stange bekommt, ähnlich wie ein Hund dem der Mensch "Sitz!" und "Platz!" beibringt, indem er ihn mit einem Leckerli belohnt und NICHT schlägt, bzw. "elektroschockt" wenn das arme Hündchen sich nicht hinsetzen will. Ich bin schon immer gerne in den Zirkus gegangen und gehe in fast jeden Zirkus der in meiner Stadt gastiert. In den letzten 15 Jahren habe ich weder ein Raubtier gesehen, dass auf einem Pferd reiten musste, noch einen Bären der Motorrad fährt. Wie der Verfasser des Artikels bereits in der Einleitung erwähnt hat: 1893...
Des weiteren habe ich letztes Jahr an einer wissenschaftlichen Studie teilgenommen, bei der wir Speichelproben von Elefanten und Löwen genommen haben um die Cortisolwerte zu ermitteln und den Stressspiegel der Tiere vor und nach der Fahrt von einem Ort zum anderen auszuwerten. Ergebnis: Der Stressspiegel der Tiere war kaum erhöht und sie waren völlig entspannt.Schließlich sind diese Tiere ja auch meist nicht in Afrika mit dem Lasso gefangen, sondern schon seit vielen Generationen im Zirkus und an die Fahrten gewöhnt.
Man muss die schwarzen Schafe der Branche herausfiltern!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Meerkönig 26.11.2011, 15:07
74. Nicht "Brechen" sondern "Überzeugen"heißt hier die Regel

Zitat von boeseHelene
das Argument eines Mitforisten hinkt gewaltig, wer sich selber vor einen Fernsehen parkt und dort 24h verbringt hat dies selber entschieden es steht ihnen frei aufzustehen und sich in ihrer Wohnung zu bewegen oder mal heraus zu gehen die Käfigkenne kann das nicht tun, sie muss im Käfig bleiben. Weil hier von Elektroschocks die Rede war, ich denke wenn sie den Willen eines Tieres brechen wollen gibt es einen viel einfacheren Weg, über Essen nicht füttern und dem Tier nur dann etwas geben wenn es gut mitarbeitet.
1.Wenn jemand 24 Stunden Fußball schaut, anstatt selbst zu spielen oder die ganze Nacht Liebesfilme schaut, anstatt es mit seinem Partner/Partnerin selbst zu tun, dann ist das nicht mehr Ihre/seine eigene Sache, dann fällt sie/er irgendwann der Allgemeinheit oder dem Partner/Partnerin zur Last, vor allen Dingen dann, wenn sie/er schon 2 Zentner auf die Waage bringt.
2. Wenn sie zum Beispiel einem Rennpferd kein Futter geben oder nur dann, wenn es als erstes durch Ziel gelaufen ist, dann wird es wohl verhungern müssen! Das macht auch kein Mensch, der Leistung von seinem Tier erwartet, die bekommt man nur wenn das Wohlbefinden des Tieres gefördert wird. Dazu gehört Lob und artgerechter Lebensstil und Ernährung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tw2 26.11.2011, 15:14
75. Gerecht

Das Verbot von Wildtierhaltung in Zirkussen empfinde ich als gerecht und zeitgemäß. So wie es heutzutage unmöglich ist, Behinderte als "Freaks" auszustellen, so unmöglich sollte es auch in 100 Jahren sein, wilde Tiere zu blödsinnigen Kunststücken in der Arena zu zwingen. Und zu einem Ortswechsel alle paar Tage.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
M.Clements 26.11.2011, 15:14
76.

Zitat von cemsauer
‎"Die Sache der Tiere steht höher für mich als die Sorge, mich lächerlich zu machen. Sie ist unlösbar verknüpft mit der Sache des Menschen und zwar in einem Maße, dass jede Verbesserung in unserer Beziehung zur Tierwelt unfehlbar einen Fortschritt auf dem Wege zum menschlichen Glück bedeuten muss!" Emile Zola (Danke an Hof Butenland für dieses Zitat)
Super!
Hier noch was Passendes dazu:
"Der Fortschritt einer Zivilisation misst sich am Umgang der Menschen mit ihren Tieren."(M.Gandhi)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
boeseHelene 26.11.2011, 15:23
77. ......................

Zitat von Meerkönig
1.Wenn jemand 24 Stunden Fußball schaut, anstatt selbst zu spielen oder die ganze Nacht Liebesfilme schaut, anstatt es mit seinem Partner/Partnerin selbst zu tun, dann ist das nicht mehr Ihre/seine eigene Sache, dann fällt sie/er irgendwann der Allgemeinheit oder dem Partner/Partnerin zur Last, vor allen Dingen dann, wenn sie/er schon 2 Zentner auf die Waage bringt. 2. Wenn sie zum Beispiel einem Rennpferd kein Futter geben oder nur dann, wenn es als erstes durch Ziel gelaufen ist, dann wird es wohl verhungern müssen! Das macht auch kein Mensch, der Leistung von seinem Tier erwartet, die bekommt man nur wenn das Wohlbefinden des Tieres gefördert wird. Dazu gehört Lob und artgerechter Lebensstil und Ernährung.
ich bin trotz alle dem der Meinung ein Mensch hat seinen freien Willen und kann tun was er möchte. Ich würde die Methode niemals praktizieren, aber sie können bei Tieren über Hunger tatsächlich etwas erreichen http://www.wspa.de/projekte_kampagne...e/default.aspx Ein Pferd ist im Gegensatz zu einem Wildtier durch Zucht bereit zur Leistung es arbeitet gerne mit, da in der Zucht natürlich nur mit Pferden gezüchtet wird die leistungsbereit sind. Natürlich gibt es auch andere Trainer, aber ich denke eine Dunkelziffer arbeitet genau mit der Hungermethode.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
christianf 26.11.2011, 15:27
78. .

[QUOTE=carolinestör;9209158] Zitat von peddersen
Alle, die applaudieren, sollten nicht vergessen, daß es da niemals um Tierschutz geht - wie es bei den Rauchern nie um Gesundheit, bei der Abwrackprämie nie um Umweltschutz ging. Den Tieren dürfte es egal sein, welche Motive dahinter stecken.
Richtig, den die würden eingeschläfert oder ihr Leben in irgendeiner Notunterbringung zu Ende vegetieren. Sehr tierfreundlich, wirklich sehr tierfreundlich!!

Da wird an einer kleinen Gruppe, die keine Lobby hat, Alibipolitik betrieben. All die Tiere in der Massentierhaltung leiden sicherlich wesentlich mehr.

Zum Kotzen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
chico 76 26.11.2011, 15:41
79. Sehr

Zitat von jan15162
Man muss die schwarzen Schafe der Branche herausfiltern!
einleuchtend, von einem Mann des Faches, geschildert.Danke.
Mir geht die Springreiterei,mit barren, doping etc. mehr unter die Haut, als die paar geschundenen Kreaturen bei schwarzen Schafen der Zirkuswelt.
Aber unsere Medaillenreiter / Amazonen stehen unter Artenschutz, obwohl sie tausendfach Nachahmer haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 15