Forum: Wissenschaft
Windkraft-Gegner: Ihr klagt unsere Zukunft kaputt
Uwe Anspach/ DPA

Deutschland könnte im Zukunftsmarkt Windkraft ein Superstar werden. Leider scheitert das an Bürokratie, Naturschützern - und an Leuten, die erwarten, von den Zumutungen der Moderne verschont zu werden.

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caljinaar 17.11.2019, 19:08
70. Deutschland, mein Deutschland ...

Das Problem hat schon viel früher begonnen ... Wäre man nicht voreilig aus der Atomenergie ausgestiegen hätte man nicht so unnötig viel in die Fossilen Energien investieren müssen. Man hätte Geld gespart und als kleiner nebeneffekt wahrscheinlich sogar die gesetztem Co2-Ziele erreicht. Das Geld hätte man hervorragend in erneuerbare Energien investieren können. Die derzzeitigen erneuerbaren Energien sind in Deutschland nicht ausreichend Leistungsfähig. Deutschland ist sehr dicht bebaut, wenn man nicht nahezu alle nichtbewohnte Fläche mit Wind/Solar/Wasserenergie vollbauen will, werden wir wohl noch eine ganze Weile an der fossilen Energie hängen. Hätte die damalige Politik die Weitsicht besessen und die Kernenergie weiter am Netz gelassen um das gesparte Geld in die Forschung und Entwicklung von alternativer Energie zu stecken, wären wir viele unserer derzzeitigen Probleme los.
Und das einzige Problem dass wir dann noch haben würden ist was man mit dem Atommüll macht, aber ich behaupte dass es einfacher wäre für dieses eine Problem eine Lösung zu finden als für den ganzen Salat den wir heute haben ...

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MaikKretschmer 17.11.2019, 19:08
71. Ach, Herr Stoecker

Es ist irgendwie schade, wie dick das ideologische Brett vor ihrem Kopf ist.

Wenn Sie etwas weniger ideologisch denken wuerden, dann wuessten Sie, dass die Klimaziele ohne Kernenergie gar nicht zu erreichen sind. Das sagt u.a. die IEA [1].

Um zu verstehen, warum das so ist, muss man sich nur mal auf electricitymap.org ansehen, wie viel CO2 Frankreich pro kWh emittiert und wie viel Deutschland emittiert [2].

Und wenn die Bundesnetzagentur inzwischen sogar die Abschaltung von fossilen Kraftwerken verbieten muss [3] bzw. neue Kohlekraftwerke ploetzlich wieder genehmigt werden [4], muesste man doch so langsam verstehen, wie naiv die Vorstellung ist, die Stromversorgung in Deutschland gleichzeitig ohne Kernenergie und Kohlekraft sicherstellen zu koennen.

Es ist schlicht nicht moeglich.

> [1] https://www.iea.org/newsroom/news/2019/may/steep-decline-in-nuclear-power-would-threaten-energy-security-and-climate-goals.html

> [2] https://www.electricitymap.org

> [3] https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-kohleausstieg-heizkraftwerk-nord-verbot-1.4663664

> [4] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-energie-und-umwelt/deutschland-kriegt-neues-kohlekraftwerk-gruene-fuer-stilllegung-16481661.html#lesermeinungen

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markx01 17.11.2019, 19:08
72. Naja, kann man so sehen.

Zitat von sagitta
Man kann dem eigentlich nur zustimmen. Aber es ist doch nur "same process as every year". Sobald eine neue Technologie entwickelt wird, treten in Deutschland die Skeptiker, Warner, Moralapostel und ewig gestrigen in einer breiten Koalition von Kirchen über Gewerkschaften, Naturschützern, Bürokraten und Esoterikern dagegen auf den Plan. Gestern war es Atomkraft, dann kam Gentechnik und Biotechnologie, jetzt ist es gerade künstliche Intelligenz, und eben Windkraft. Windkraft erfährt also keine Ausnahme in der Behandlung durch die fortschittsfeindliche deutsche Öffentlichkeit. Nur weil es eine "gute" Technologie ist, stöhnen jetzt die üblichen Fortschrittsverhinderer mit auf. Und jetzt taucht auf einmal auch hier das industriepolitische Argument auf. Das hat bei der Gentechnik nicht gefruchtet, mit dem Resultat von 1000en von Jobs, die hier erst gar nicht entstanden sind, und wird auch hier nicht überzeugen.
Die Kehrseite ist aber auch, dass Technologie ganz am Ende der Kette zu mehr Verbrauch führt. Auch von Energie. An der Stele bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht gegen neue Technologien.

Aber man muss immer auch die konzeptionelle Kehrseite betrachten. E-Mobilität z.B. wäre durchaus ein ökologisch sinnvoller Schritt, wenn man gleichzeitig vom Konzept des Individualverkehrs Abschied nehmen würde. (kürzere Wege) Das würde Unmengen an Ressourcen sparen und vielleicht tatsächlich die Umweltbelastung reduzieren.

Sofern man aber nur die Verbrenner durch E Motoren ersetzt und sonst das Konzept des Individualverkehrs (Konsum)) aufrecht erhält, hält sich der eigentliche Zweck (Reduzierung, Entschleunigung, "zivilisatorischer" Fortschritt) eher in Grenzen.

Fazit: Event. ist es in dem Sinne sogar klüger, bestimmte Konzepte zu hinterfragen, satt endlos neue Windräder oder PV Anlagen zu bauen. Das wäre eben auch eine mögliche Lösung. ;)

Gruß

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stolzundvorurteil 17.11.2019, 19:09
73. Auf den Punkt gebracht.

Wie wäre es denn mal wenn alle den Verhinderern genau das verweigert wird was sie selbstverständlich nutzen. Wer gegen den Bau einer Strasse ist darf auch keine andere mehr kostenlos nutzen. Wer gegen ein Windrad ist hat in Zukunft die Anwohner von Kraftwerken zu entschädigen. Wer gegen die Ansiedlung von Industrie ist darf dort nicht seine Brötchen verdienen und selbstverständlich auch keine hergestellten Produkte kaufen. Um eine privilegierte Wohnlage zu erhalten kommt manch einem die seltene Kröte gerade recht um den Egoismus zu dienen. Wenn man am Fortschritt teilnimmt muss man auch gelegentlich mal die Nachteile in Kauf nehmen.

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DiS 17.11.2019, 19:10
74. Jeder schaut nur noch auf seine Nase

Alle beklagen Klimawandel, aber die wenigsten sind bereit, dagegen was zu tun. Zu viele Narzisten, zu wenig Bescheidenheit.

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AxelSchudak 17.11.2019, 19:10
75.

Zitat von laermgegner
Wer soetwas schreibt, hat noch kein Windrad gesehen, geschweige erlebt, und wenn er es erlebt hat, war er oder sie nur noch wenige Minuten oder Stunden in diesem Bereich gestanden.
Blödsinn.

Mein Elternhaus steht knapp 400m neben eine Grossanlage. Ja, bei falschem Wind hört man die, ggf. auch mal über Stunden . Ist aber nicht lauter als eine Strasse vor der Tür - innen ist das nicht zu hören, man mag sich aber den Infraschall gerne einbilden.

Man sollte grundsätzlich alle Anlieger innerhalb von 1000m an den Einnahmen eines Windrads anteilig beteiligen, dann würde der Widerstand in sich zusammenfallen. 5% der Einnahme ausschütten, und schon gibt es auch wieder Flächen - und in Osteel könnten so einige davon leben.

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observerlbg 17.11.2019, 19:11
76. So schaut es aus.....

Wir wollen überall hin, aber keine Straßen, Bahn oder Flughäfen in unserer Nähe. Wir wollen keine Kernkraftwerke, keine Kohle-, Gas- und Oelkraftwerke, keine Windräder, keine Fernstromleitungen, kein Funkzellenmasten für G3-G5, aber unser Arbeitsplatz soll erhalten bleiben, unser Haus warm und das Internet soll maximal verfügbar sein. Da wird gegen Kindergärten in der Nähe geklagt, die Gören sind so laut. Da wird gegen Lärm im Kneipenviertel geklagt, in dass man eben gezogen ist. Da wird gegen läutende Glocken geklagt in dem Dorf, in das man gerade gezogen ist. Da wird gegen krähende Hähne, quarkende Frösche und kreischende Krähen geklagt. Dieses unser Deutschland steckt in tiefer Sedierung, nichts ist mehr umsetzbar, alles wird verhindert, Jeder hat Gründe zu klagen. Oh, ich bekomm Kopfschmerzen von der Strahlung des WLANs meines Nachbarn (meins ist es nicht, da bin ich selektiv). Ich muss eben eine Klage einreichen.....

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Hamberliner 17.11.2019, 19:11
77. Immobilien-Wertverluste sollten aber schon ersetzt werden.

Die Saboteure des Windenergie-Ausbaus mögen in vielerlei Hinsicht Unrecht haben und mit Lügen argeumentieren, eines muss man ernst nehmen: Wenn seriöse, neutrale und gewissenhafte Untersuchungen ergeben, dass der Bau neuer Windenergie-Anlagen den Wert nahe gelegener Immobilien senkt, dann entsteht den Eigentümern in der Umgebung jeder neuen Windenergieanlage ein bezifferbarer Schaden, den ihnen irgendwer ersetzen sollte. Also nicht fluchen, erfolglos diskutieren und auf einer folgenschweren Abstandsregel pochen, sondern (nur an Eigentümer, die schon vorher da waren) Schadenersatz leisten - und sich wundern wie schnell das Problem dadurch gelöst ist. Eine Faustformel, wonach der Schadenersatzanspruch mit der Entfernung abnimmt, sollte sich per Regressionsanalyse aus den Untersuchungen ergeben - reziprok oder exponentiell oder so.

Das ungeschickteste, was man machen kann ist, den für Windenergieanlagen nutzbaren Platz immer weiter zu reduzieren, indem man Agrarland in Bauland umwidmet wenn dadurch da oder in der Nähe neue Windenergieanalgen auf einmal unzulässig werden.

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fuzzilogik 17.11.2019, 19:12
78. Windräder direkt in die Metropolen

da gibt es weniger Greifvögel, und der Strom wird da erzeugt wo er gebraucht wird => dann würden plötzlich alle verstehen warum es auch Windradgegner gibt.....
Die Leute auf dem Land, die direkt in der Nähe von Windrädern wohnen verstehen warum Windräder Nachteile haben.

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egonh 17.11.2019, 19:14
79. Sehr gut!

Wenn man schon die Windanlagenbauer der Arbeit beraubt, dann bitte gerecht: 40 Mrd.€ für 20.000 Kumpels macht dann 100 Mrd. € für 100.000 Windanlagenbauer.
Und wenn dann in paar Jahren nicht mehr genug Strom aus der Steckdose kommt wird einfach rationiert: 2 kWh pro Nase pro Tag. Das müsste dann etwa reichen.

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