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Wirkungslos gegen HIV: US-Behörde bricht Vaginalgel-Studie ab

Ein Vaginalgel sollte Frauen vor einer HIV-Infektion bewahren. Doch nun haben Mediziner ihre Forschung mit dem chemischen Kondom abgebrochen: Trotz einer vielversprechenden Pilotstudie hat sich das Mittel jetzt als wirkungslos erwiesen.

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Altesocke 01.12.2011, 11:58
20. .

Zitat von sysop
Ein Vaginalgel sollte Frauen vor einer HIV-Infektion bewahren. Doch nun haben Mediziner ihre Forschung mit dem chemischen Kondom abgebrochen: Trotz einer vielversprechenden Pilotstudie hat sich das Mittel jetzt als wirkungslos erwiesen.
Wenn ich das richtig erinnere, wurde die 'Pilotstudie' (ich glaube nicht, das es mehrere davon gab) aus ethischen Gruenden auch schon abgebrochen.
Weil 2/3 der Frauem vorsaetzlich einer infektion aussetzten, zudem noch der Kontrollgruppe die 1/3 Chance vorzuenthalten: Ja, ne, schon klar!

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inci 01.12.2011, 12:53
21. oooo

Zitat von JaguarCat
Gegen HIV hilft Hygiene.
welche art von hygiene meinen sie da? körperliche (gründliches waschen) hygiene oder moralische (enthaltsamkeit) hygiene?

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deepocean 01.12.2011, 21:17
22. stimmt; sie haben recht...

Zitat von sigro
ich muss sie leider berichtigen: wenn sie in einer studie für cytostatika eine placegruppe einführen wollen, lacht sie die ethikkommission aus, der sie jede studie am lebenden objekt vorlegen müssen. bei solchen medikamenten wird immer mit der standard-therapie verglichen. wenn diese studie also irgendwie ethisch gewesen wäre, hätte man kondom plus gel gegen kondom plus placebo-gel testen müssen. da wären aber die jeweiligen gruppen riesig, da man bei einer relativ kleinen ansteckunggeafhr ausgehen muss. alles in allem also eher unsinniges experiment
krebs war kein gutes Beispiel, aber vielleicht erinnern sie sich noch an die Experimente die Anfang der 90er im kolumbianischen Dschungel mit Soldaten gemacht wurden , die in Malaria-Gebiete gescheucht wurden... der Initiator wurde dann übrigens in Deutschland mit dem Robert Koch Preis ausgezeichnet, was dann zu sehr konträren Diskussionen führte... ach ja ich hatte auf erste Welt verwiesen, nehmen wir also MS ....

übrigens die Tatsache, dass man Kondom mit und ohne Gel hätte vergleichen müssen, auch da haben sie recht..... die Probandenzahl wäre sehr sehr hoch gewesen, und hätte wohl eher den Kondomherstellern genutzt.... wir könnten jetzt die Pockenselbstversuche, oder back In der Neuzeit auch Helicobacter Pylori diskutieren..... das Dilemma bleibt das gleiche, in diesem HIV Set up ging es eben um ein Medikament dessen Wirkstoff schon längst vermarkt wird .... und "natürlich" nimmt es dann billigend in Kauf (ethisch eine Katastrophe) dass es zu Infektionen kommt....

ich hätte ehrlich gesagt noch ganz andere Einwände, dass man solche Studien in Südafrika macht, man denke an die genetischen Profile , von denen man wiese, dass sie weniger Ansteckungsgefährdet sind.... aber das führt vielleicht zu weit... von daher wäre es schon interessant, das genau Protokoll zu sehen ( habe das bisher nicht gefunden...)...

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Montanabear 02.12.2011, 04:55
23. wirkungslos

Zitat von vogelskipper
Mich als Leser würde ja interessieren, wo diese Studie mit welchen Frauen durchgeführt wurde? Das war sicher in einem afrikanischen Land, denn ich kann mir kaum vorstellen, dass so eine Studie in einem Industrieland durchgeführt werden könnte! Interessiert so etwas den Schreiber nicht?
Wahrscheinlich wurden die Ergebnisse auf einer Gelplatte im Labor erzielt.

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interstitial 03.12.2011, 13:04
24. sicher

Zitat von Bob L'Eponge
Warum führt man so eine Studie nicht z.B. in Deutschland durch? [...] url]
Diese Antwort erklärt sehr schön den fachlichen Hintergrund des Designs. Außerdem illustriert sie sehr schön das ethische Dilemma, das ich angesprochen habe.
Etwa so: Wenn wir nach Südafrika gehen, kriegen wir bessere Daten, weil da in vernünftiger Zeit mehr Ansteckungen erfolgen.
Und schon sind wir wieder da. Ja ich weiss, warum Doppelblindstudien statistisch sinnvoll sind, aber sie sind nicht die einzige stastische Methode, ein Treatment auf signifikanten Effekt zu testen (siehe den kurzen beitrag oben über Cytostatika). Warum wäre post-hoc Analyse von größeren Datensäzen nicht gegangen? Dann die Anwendungsproblematik: Natürlich wird den Studienplanern das Problem bekannt gewesen sein, aber das Design wurde deshalb nicht verändert, es gibt nämlich eine statistische Lösung dafür: Stichprobe vergrößern, hoffen, dass die Unsicherheit im allegmeinen Rauschen untergeht, und man das Signal trotzdem findet.
Was mich bestürzt ist, dass hier kühle, rationale, rein zweckpragmatische Überlegungen dominieren in einem Fall, wo es um eine mit großer Wahrscheinlichkeit tödliche und vor allem nicht behandelbare Krankheit geht. Bei Schnupfentropfen wäre mir das alles egal.
Natürlich muss ich gestehen, dass mir, v.a. bei der Dringlichkeit, was gegen HIV zu tun, ad hoc nichts besseres einfällt. Aber zufrieden wäre ich dann, wenn klinische Studien nach diesem Muster immer, und als einzige, sicher wahre und verlässliche Ergebnisse liefern würden. Tun sie aber nicht, ich empfehle zur Lektüre:
Beck Bornholt/Dubben: "Der Schein der Weisen", rororo 2003, ISBN: 3 499 61450 2
Vor allem Teil 3.
Wie gesagt, ich bin nur verstört, besser wissen tu ich´s nicht.

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dalesmith 03.12.2011, 13:07
25. schade das sie nicht wissen wovon sie reden

Zitat von interstitial
Das hab ich mir auch gedacht. Aber es steht sogar im Artikel: Eine US-Behörde hat die Studie in Südafrika durchführen lassen. GEHT´S NOCH?? ... Tefonovir wird übrigens von der Firma Gilead produziert "Gilead Sciences ist ein Pharmazie- und Biotechnologieunternehmen aus den Vereinigten Staaten mit Firmensitz in Foster City, Kalifornien" --> Excusez moi, ich geh mal eben brechen...
das ist ein völlig normaler Vorgang,auch bei uns im westen,
aber sie wissen sicherlich alternativen????

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