Forum: Wissenschaft
Wissenschaft in den Medien: Dafür sind Sie zu blöd
Corbis

Komplizierte Begriffe, verworrene Geschichten - Medienberichte über Wissenschaft wirken oft leblos. Gutachter haben das schwierige Verhältnis von Forschung und Öffentlichkeit untersucht. Ihr Fazit: Langeweile muss sein.

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Saturn48 18.06.2014, 12:20
1. Geht mal

zu den Amis in die Lehre die können das da versteht sogar der Dümmste um was es geht. Bei uns muss leider so ein Werk von Fachworten strotzen sonst ist es nicht wissenschaftlich genug aber damit auch für Otto Normalo untauglich.

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Layer_8 18.06.2014, 12:20
2. Vergebliche Mühe

Zitat von sysop
Komplizierte Begriffe, verworrene Geschichten - Medienberichte über Wissenschaft wirken oft leblos. Gutachter haben das schwierige Verhältnis von Forschung und Öffentlichkeit untersucht. Ihr Fazit: Langeweile muss sein.
Die Öffentlichkeit interessiert sich ja seit jeher eher für Geld, Ideologien und/oder Religion als "Erklärung" für die letzten Dinge. Ist einfacher zu vermitteln und zu "verstehen" und die Öffentlichkeit kann damit auch prima "rechtgeleitet" werden.

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goinz 18.06.2014, 12:21
3. Kein Titel

Ein vorrangiges Anliegen sollte es sein die wissenschaftliche Methodik als Allgemeinbildung zu etablieren. Der gefährliche Trend in unserer Gesellschaft besteht eben auch darin, dass durch das Internet Pseudowissenschaften rasant verbreitet finden. Schaut man nur auf die große Anzahl der heutigen Impfgegner, das Aufleben des Kreationismus, die Flächendeckende Akzeptanz der Wirksamkeit (jenseits eines Placebo-Effekts) von Homöopathie oder anderen Hokus-Pokus sollte bereits in Schule MASSIV die Effizienz und das Prinzip echter wissenschaftlicher Forschung vermittelt werden. Denn sein wir mal ehrlich, der Fortschritt unserer gesamten Gesellschaft beruht auf echter Wissenschaft, und eben nicht auf deren Pseudo-Gegenpart.

Meiner Meinung nach kann Wissenschaft erst erfolgreich und Massenmedien-tauglich präsentiert werden wenn zumindest das wissenschaftliche Prinzip verstanden wurde.

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sample-d 18.06.2014, 12:24
4.

Zitat: "Während man sich mit Wissenslücken über Maler, Dichter oder Komponisten blamieren würde, löst das Bekenntnis, die Planeten des Sonnensystems nicht zu kennen, allenfalls billigendes Gelächter aus."

Das ist genau das Problem. Dass z.b. Günther Jauch fast stolz darauf ist nicht mal die Planeten zu kennen...
Für mich gehört Wissenschaft genauso zur Kultur - und die grundlegenden Dinge nicht zu wissen - wie unsere Welt aufgebaut ist und funktioniert - ist für mich ein Ausdruck von Kulturlosigkeit und Dummheit.
Es ist völlig irrelevant, ob man eine Symphonie einem Komponisten zuordnen kann. Es ist aber wichtig zu wissen, warum der Himmel blau ist, die Sonne scheint oder was um uns herum ist.

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parsimony 18.06.2014, 12:33
5. Wissenschaftsmarkt

Bei der Analyse kann ich noch halbwegs zustimmen, aber die Maßnahmen scheinen mir doch ungeeignet. Presserat für Wissenschaftsjournalismus, Qualitätslabel für die Werbung von Forschungsinstituten, Expertenstiftungen zur finanziellen Unterstützung? Klar, da fallen dann noch ein paar Jobs für ernsthafte, langweilige Qualitätsjournalisten ab. Ansonsten muss man sich halt an den Rezipienten orientieren. Aber ich denke, dass sich auch bei der wohl eher kleinen Zielgruppe Qualität durchsetzen könnte.

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Whitejack 18.06.2014, 12:33
6.

Zitat von sample-d
Es ist völlig irrelevant, ob man eine Symphonie einem Komponisten zuordnen kann. Es ist aber wichtig zu wissen, warum der Himmel blau ist, die Sonne scheint oder was um uns herum ist.
Das würde ich so nicht sagen. Den kulturellen Beitrag muss man nicht kleinreden, nicht alles, was zählt, sind knallharte nackte Tatsachen. Kaum einer von uns beschränkt sein Leben auf Arbeiten, Schlafen, Brot und Wasser.

ABER: Beethovens Neunte zu erkennen, kann prinzipiell jeder, auch ohne Vorbildung. Zu erklären, warum der Himmel blau ist, ist da schon weitaus schwieriger. Deshalb haben es vor allem Dinge in die Allgemeinbildung geschafft, die jeder wissen kann, ohne über tieferes Verständnis zu verfügen. Das ist auch nicht sinnlos, aber wenn man Allgemeinbildung darauf reduziert, dann ist das gerade in einer Demokratie schädlich. Denn die Bürger müssen ja auch grundsätzlich befähigt sein, sich über komplexere Themen (Wirtschaft, Umwelt, Finanzpolitik usw.) prinzipiell eine Meinung bilden zu können. Da nützt das Wissen über die Lebensdaten von Mozart relativ wenig.

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professorA 18.06.2014, 12:37
7. Dumme Leser erwünscht

Generationen fachlich völlig inkompetenter Journalisten haben jahrzehntelang "Forschern" mit hohem politischen Ehrgeiz (nicht zuletzt zur Sicherung und Steigerung staatlicher Förderung) die Geschäfte besorgt, indem sie physikalische Unsinnigkeiten wie "Treibhaus-Effekt", "Klima-Katastrophe" und "Energiewende" unhinterfragt in die Köpfe ihrer ebenso unbedarften Leser geprügelt haben. Nun haben wir den Salat: der Unsinn ist zur nicht mehr zu bezweifelnden Religion geworden.

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nickleby 18.06.2014, 12:37
8. Naturwissenschaft und Mathematik

Kein Wunder, dass sich immer Schüler von der Mathematik abwenden, weil es anscheinend 'uncool' ist, in diesem Bereichen zu glänzen.
Kein Wunder, dass sich an den Universitäten Massen von Politikwissenschaftlern, Germanisten, Soziologen usw. tummeln. Dass man in diesen Branchen nur wenig Eigenständiges bieten muss, dafür aber laut krakelen darf, ohne irgendeine positive Leistung zu erbringen, ist heute selbstverständlich.
Kein Wunder, dass die Examina an den Universitäten immer lächerlicher werden, da Wissenschaftlichkiet , so wie sie in den Mint-Fächren gelebt wird, in den Geisteswissenschaften kaum noch existent ist.
Bei ca. 2 Millionen Studenten an den Universitäten sind 30%= 600.000 Studenten fehl am Platz.
Um die Fähigsten zu bekommen, müssen Aufnahmeprüfungenan den Unis vorgeschaltet werden.
Das heutige Abitur ist nicht mehr das Papier wert, auf dem es bescheinigt wird. Das Niveau der Abiturienten ist erschreckend niedrig, getreu dem Motto : Wenn alle Abitur haben, hat keiner Abitur

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schwester arno 18.06.2014, 12:41
9.

Zitat von sample-d
Zitat: "Während man sich mit Wissenslücken über Maler, Dichter oder Komponisten blamieren würde, löst das Bekenntnis, die Planeten des Sonnensystems nicht zu kennen, allenfalls billigendes Gelächter aus." Das ist genau das Problem. Dass z.b. Günther Jauch fast stolz darauf ist nicht mal die Planeten zu kennen... Für mich gehört Wissenschaft genauso zur Kultur - und die grundlegenden Dinge nicht zu wissen - wie unsere Welt aufgebaut ist und funktioniert - ist für mich ein Ausdruck von Kulturlosigkeit und Dummheit. Es ist völlig irrelevant, ob man eine Symphonie einem Komponisten zuordnen kann. Es ist aber wichtig zu wissen, warum der Himmel blau ist, die Sonne scheint oder was um uns herum ist.
Da bin ich ganz bei Ihnen. ich hatte auch schon Diskussionen mit Leuten, die auf ihre hervorragende Bildung stolz waren, weil Sie jeden augeluschten Lateinischen Satz fehlerfrei ins Deutsche übersetzen konnten, aber nicht wussten, wie eine Glühbirne herkömmlichen Typs funktioniert.
Aber einem Laien die Streuphänomene, die zum blauen Himmel führen zu erklären, kann schon eine didaktische Herausforderung sein.
Man kann jedenfalls mit wissenschaftlichem Jargon auch jede Menge Schabernack treiben. Man mag gar nicht glauben, wieviele Leute an die Wirkung von sogenanntem "magnetisierten Wasser" glauben. Da kommen Begriffe, wie Oberflächenspannung und Dipole ins Spiel, was in dem Fall natürlich absoluter Nonsens ist, aber den einen oder anderen beeindruckt.

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