Forum: Wissenschaft
Woher der Hass kommt: Die Ratte in uns
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Viel wird darüber gesprochen, warum Herabblicken und Hass auf andere derzeit so populär sind. Es gibt dafür eine einfache psychologische Erklärung - und damit eine Handlungsanweisung für den Umgang mit all der Verachtung.

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wahn-sinn 20.11.2016, 12:44
250. und warum lieben dann Menschen?

Genau weil sie auch hier eine Belohnung bekommen, wie beim Hass. Am Ende liegen Liebe und Hass in ihrer neuro-chemischen Funktion also nicht weit auseinander? Diesen simplen Umkehrschluss scheint dieser banale Artikel zu ziehen. Eine Begründung die, by the way (sic!) so antiquitiert ist und nur auf amerikanischen Verhaltens- und Konditionsmodellen der 40er und 50er Jahre des letzten Jahrhunderts beruht. Bekannte und empirisch belegte Kooperationsmodelle aus dem 21. Jahrhundert wie vom Biologen Frans de Waal oder dem renommierten Neuroforscher Joachim Bauer nimmt der Autor schlichtweg nicht zur Kenntnis! DER SPIEGEL - manchmal sieht man halt alt aus, wenn man in ihm hineinschaut!

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Neandiausdemtal 20.11.2016, 12:44
251. Das höhere Gut

Zitat von Björn Borg
Leider endet der Artikel an der entscheidenden Stelle: Was wäre denn den rassistischen und rechtsnationalen als höheres Gut anzubieten? Hat der Autor ein solches Gespräch schon einmal gesucht? Wenn man auf diese Leute zugeht, fühlen die sich gleich besser, weil sie einem den Mittelfinger zeigen können ...
Nach meinen Erfahrungen mit rechten Glatzen ( zugegebenermaßen ein von der üblichen menschlichen Zivilisation schon weit entferntes Klientel ) hilft da nichts mehr, was hier druckreif wäre. Gleiches gilt aber vermutlich auch für sogenannte Wutbürger, die sich von Qualitätsmedien und Wissenschaft entfernt haben und nur noch wechselweise vorurteilsstärkende Medien konsumieren.
Die Lösung für solche Menschen hieß nach dem 2. WK in Deutschland, wer offen Nazi bleibt, ist geächtet. Leider schwächelt dieser Konsens inzwischen. Das ist schlecht, gerade weil klar ist, dass unsere Gesellschaft einen gewissen Anteil dieser ekelhaften Randgruppe beherbergt. Sie dürfen nur kein Oberwasser kriegen und das sie sich schon wieder lauthals bemerkbar machen können, muß auf jeden Fall wieder umgekehrt werden. Gerade wegen des in seiner Aussage präzisen Artikels.

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gfz 20.11.2016, 12:44
252. Vergesst die armen Schweine nicht!

Vielen Dank für Ihren Beitrag, der mir als großer Freund der evidenzbasierten Psychologie im wahrsten Sinne des Wortes aus der Seele spricht. Bitte erlauben Sie, dass ich das von Ihnen Geschriebene um ein paar Aspekte ergänze.
Sie nennen die Ratte als Modellorganismus, um zu erklären, warum Menschen nach dem kurzzeitigen Hass-Kick durch einen Abwärtsvergleich streben. Wahrscheinlicher seien es Arbeitslose, die eher zu diesem Mittel der Selbststabilisierung griffen als Reiche.
Ich möchte anregen, an dieser Stelle das (arme) Schwein als chronoscher und natürlich nur metaphorisch gemeinter Konsument von Abwärtsvergleichen einzuführen. Arme Schweine sind nicht unbedingt arbeitslos (sie sind es natürlich häufig), sondern sie stammen oft aus der abstiegsbedrohten Mittelschicht. Arme Schweine sind oft nicht nur wirtschaftlich arm, sondern sie besitzen ein geringes oder bedrohtes Selbstwertgefühl, weil ihre Eltern versäumt haben, ihnen das zu geben, was man für Geld nicht kaufen kann und was als Gegenmittel gegen (Selbst-)Hass wirkt: Liebe.
Ich denke, dass die Armut dieser Schweine so weit gehen kann, dass sie in einem pathologischen Narzissmus gipfeln, den wir dann bei Vetretern à la Trump sehen. Herr Trumps Vater wollte ja aus seinen Kindern "richtige Killer" machen. Der Fanatsie bleibt es überlassen, was eine derartige Haltung (und vielem, was wir biografischn von Trump nicht wissen) beim kleinen Donald angerichtet hat.
Der Kapitalismus selbst ist Motot der chronischen Abwärtsvergleiche. Er nötigt und täglich oft über unsere finanziellen Möglichkeiten zu konsumieren, zu konsumieren und noch einmal zu konsumieren. Kurzfristig gibt es auch durch die ganzen schönen Dinge, die man kaufen kann einen Kick, aber nur bedingt. Vor allem diejenigen, die außer dem Konsum nicht viel innere Basis haben (s.o.) sind irgendwann übersättigt und innerlich leer. Das sind die ärmsten Schweine von allen, und von ihnen gibt es immer mehr
Allen noch einen schönen Sonntag.
vish

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Pride & Joy 20.11.2016, 12:45
253. Das meint Herr Stöcker doch!

Zitat von basti.wade
Nicht man selbst ist das Problem, sondern "die" Politik, "die" Medien, die "Linken" oder wer auch sonst. Erst die Erkenntnis, dass man selbst falsch liegen oder selbst das Problem sein könnte, würde dazu beitragen, den Blick über den Tellerrand hinaus zu wagen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf!
Indem er schreibt, dass man auf andere hinweist und auf bestimmte Gruppen herabsieht und sich dabei selbst außerhalb jedweder Verantwortung stellt.

Aber die Angst vor Veränderung, hat Herr Stöcker nicht berücksichtigt, denn diese nehme ich in der genannten Gruppe, der alten Männer, umsomehr wahr. Diese wollen sich nicht verändern. Beharren auf "ihre konservativen Werte und Ansichten".

Fürchten, dass vom einem Moment auf den anderen, ihr Leben in den Händen derer liegt die sie fürchten und sie für den weitere Verlauf ihres Lebens nicht mehr in den eigenen Händen, sondern durch Entscheidungen Dritterer bestimmt werden...

Das löst Angst, Wut und Widerstand aus. Die Menschen sind frustriert, weil sie sich als Spielball "der da oben" und "der anderen" wahrnehmen und blicken deshalb auf "die da unten" um Sicherheit zu generieren.

Das sind diffuse Ängste die sich im Unterbewusstsein abspielen und pft gar nicht wahrgenommen werden können.

Das hat der Autor, Herr Stöcker, nicht exakt herausgearbeitet.

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McTitus 20.11.2016, 12:45
254. Frau Merkel hat das vor anderthalb Jahren schon sehr gut gemacht!

Zitat von Zambi
Es wird insbesondere von Herrn Tauber und anderen Politgrössen, immer wieder die Floskel ' Es ist sehr Komplex' benutzt. Genau genommen müsste es heissen : 'Ich finde es sehr komplex'. Jemand, der ideenlos ist und deshalb alles aussitzt, für den ist alles mögliche zu komplex. Ja, die Quantenmechanik ist zu komplex für mich, ich habe Probleme mit ihr. Politiker, denen das Asylantenproblem zu komplex ist, sollten sich fragen, ob sie nicht in einem anderen Job besser aufgehoben wären.
Als Sie die "Willkommenskultur" befördert hat und die Flüchtlinge einfach hat kommen lassen!
Weil Sie in dem Moment nämlich begriffen hat, dass Deutschland und eben auch der ganze Rest der westlichen Welt eine verdammte Verantwortung für Asylsuchende hat!
Das "Problem" sind nicht die, durch Krieg und Zerstörung, zu Flüchtlingen gewordenen Menschen, sondern die Ursachen, die dazu geführt haben, dass es diesem scheiss Krieg in Syrien überhaupt geibt!
Und die liegen darin begründet, dass Deutschland Waffenexportgrossmeister ist und mit den fiessesten Typen in der Region da unten jahrzehntelang immer prima Geschäfte gemacht hat!
So wie Frankreich und Grossbritannien übrigens auch!
Aber die Suppe auslöffeln und die Ursachen bekämpfen, das will natürlich niemand!
Wer Asylanten zu einem Problem herbei hetzt, muss auch Waffenexporte zu einem Problem machen!

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Erwan 20.11.2016, 12:50
255. Alles zu oberflächlich !

Eine wirkliche Erklärung bietet auch der Autor nicht. Er kennt die eigentlichen Ursachen der Gefühle und um solche handelt es sich ja, nicht. Vielleicht sollter er mal einiges in der Bibel lesen. Die kennt vieles besser als er. Der Mensch ist nun mal von Natur aus auch mit negativen Gedanken behaftet und vor allem auch Egoist. Ob alles, was der eine oder andere ablehnt, immer auch Haß ist oder nur unterstellter Haß, ist auch die Frage. Von außen her kann man das nicht immer beurteilen. Man kann auch aus ethischen Gründen dies oder jenes ablehnen oder fällt das niemand ein? Dann hat das Ganze gar nichts mit Haß zu tun.

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Allezy 20.11.2016, 12:50
256. Interessant und sicher ein Erklaerungsansatz

Ich halte den Herdentrieb und die mit ihm zusammenhängende Ausschüttung der Glueckshormone für einen stärkeren und besseren. Gustave LeBon lesen und Massenpsychologie verstehen ist der Schluessel zum Verstaendnis, und der Ansatz für eine Lösung.

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Menschundrecht 20.11.2016, 12:50
257. Freudomarxistische, repressive Entsublimierung und Toleranz

Zitat von Spiegel online:
'Ja: Ratten. Sorry. So schlicht sind wir in mancher Hinsicht.'
Selbstverständlich bleibt es Ihnen unbenommen, zu meinen, Sie seien wie eine Ratte.

Bestimmt ist es auch Ihr Geschäft, die öffentliche Meinung durch Provokation zu steuern.

Ich möchte mich von den Rattenvergleichen bei Stürmer online aber lieber ausnehmen.

Einen schönen Tag Ihnen, viel Wohlgefühl und gute Laune.

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syracusa 20.11.2016, 12:53
258.

Zitat von Hank Hill
Diese Art von Artikeln sind nur die Belohnung für die selbstgerechte, links-grüne, Leserschaft, die immer wieder die Bestätigung braucht die besseren, intelligenteren Menschen zu sein.
Zum Glück liefern AfD/NPD/Pegida, Erdogan, Putin und Trump uns ja täglich Anlass für diese Bestätigung dafür, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.

Wir sind das Volk.

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kyon 20.11.2016, 12:54
259. Schockierend? Begründet!

Zitat von westerinen1967
Schockierend, wie viele hier ohne zu lesen, sich Meinungen bilden und daraus herauslesen, dass jemand auf ihre eigene Gesinnung einschlägt. Der Artikel stellt doch auch ein Erklärungsmodell für Hass, der sich in islamistischen Terroranschlägen widerspiegelt, dar. Welche Gruppierungen, die sich um den Staat Sorge machen, meinen Sie denn?
Ich zumindest habe den Artikel gelesen und bin dabei zu der leicht überprüfbaren Meinung gekommen, dass die von Stöcker gewählten Beispiele bezüglich der Hassentstehung einseitig gewählt worden sind. Was Sie dabei schockiert, ist mir schleierhaft. Und ich habe besonders auf den Islam Bezug genommen, weil Stöcker ausdrücklich (!) Muslime als Hass-Objekte sieht, und dabei völlig ignoriert, dass diese Religionsgemeinschaft ihre Anhänger religionsrassistisch durch die Einteilung der Menschen in gute Islam-Gläubige und schlechte Andersgläubige, Ungläubige genannt, zum religiösen Herabschauen auf andere indoktriniert.
Und welche Gruppierungen gemeint sind, die sich um den Staat und die gesellschaftliche Entwicklungen Sorgen machen, dürfte wohl klar sein: die reichen von den extremen Pegida-Leuten, über AfDler, CSUler und organisieete oder unorganisierte Vertreter der bürgerlichen Mitte bis hin zu großen Bevölkerungsanteilen, wenn danach gefragt wird.

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