Forum: Wissenschaft
Woher der Hass kommt: Die Ratte in uns
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Viel wird darüber gesprochen, warum Herabblicken und Hass auf andere derzeit so populär sind. Es gibt dafür eine einfache psychologische Erklärung - und damit eine Handlungsanweisung für den Umgang mit all der Verachtung.

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spontanistin 20.11.2016, 10:37
30. Drogenabhängigen kann man nur helfen, ...

... wenn sie Hilfe suchen und annehmen wollen! Hass und Wut sind nur dann abzubauen, wenn die Ursachen resp. Auslöser verschwinden. Da aber das jetzige System nicht nur Gewinner (im Extremfall: The Winner takes it all!) produziert, sondern mehr Abgehängte als Gewinner produziert, haben neue Messiase / Heilsversprecher Konjunktur. Und das bei eher düsteren Zukunftsaussichten: Klimawandel, zunehmende Umwelt- und Lebensmittelvergiftung, Demographischer Wandel, Ressourcenerschöpfung, Grenzen des quantitativen Wachstums, Sparguthaben-Entwertung, zunehmende Klima- und Armutsflüchtlinge. Die Reichen verfallen in die Nach mir die Sintflut-Haltung. Die Intellektuellen schweigen. Nationalisten feiern fröhliche Urstände.

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Gregor Gerland 20.11.2016, 10:37
31. Billige Schleichwerbung...

...für Verhaltenstherapie. Geschrieben in dem Wissen, dass eine große Mehrheit der Leser über keine fachwissenschaftlichen Kenntnisse verfügt und Einzelne die schlichten Thesen des Verfassers deshalb "informativ" finden. So verbreitet man Aversionen gegen die "Lügenpresse". Tolle Leistung!

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headroom42 20.11.2016, 10:38
32. Toller Artikel

Ich stimme der Analyse komplett zu und freue mich, dass die Ursache so treffend beschrieben wurde.

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josch@sapo.pt 20.11.2016, 10:38
33. Hass

ist ein Wort, dass ich hauptsaechlich in der Presse, also bei Euch lese. Ich erlebe persoenlich so gut wie nie im Leben Hass, weder von mir als auch von anderen nicht. Schade, dass es die Hippies nicht mehr gibt, zumindest nicht wie urspruenglich angedacht in den 70ern. Liebe statt Krieg war eines der Leitsaetze. Gilt fuer mich auch heute noch.

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VvJ_Shogun 20.11.2016, 10:38
34. Alkoholiker?

Also blicken wir jetzt auf AfD Wähler und Trumpfans herab, weil das alles nur quasi Alkoholiker sind? Ja, funktioniert. Jetzt fühle ich mich schon viel besser. Danke, Spiegel Online!

Nur doof, wenn Frauke Petry irgendwann Bundeskanzlerin ist und anfängt auf mich herabzublicken, weil ich ja nur ein vom Mainstream eingelullter Depp bin, also quasi ein Alkoholiker...

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Medienkritiker 20.11.2016, 10:39
35. Hass auf beiden Seiten

Es ist sicher richtig, dass es unter den arbeitslosen, auf die 50 zugehenden deutschen Männern Exemplare gibt, deren fehlgeleitete Kanalisation angestauter Frustration sich gegen die Muslime richtet. Zu Bedenken gilt aber auch, dass es unter den streng konservativ den Koran auslegenden männlichen Mitbürgern islamischen Glaubens, eine nicht zu vernachlässigende Anzahl Exemplare mit hohen Hasspotential gegen Christen gibt.

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basti.wade 20.11.2016, 10:39
36. Selbsterkenntnis ist der erste Schritt

Informativer und schlüssiger Artikel, danke dafür! Gleichwohl impliziert die Diagnose des Herrn Stöcker ein wesentliches Problem: der Hass kann nur besiegt werden, wenn er als Problem erkannt wird. So wie man einem Alkoholiker oder einem Spielsüchtigen nur dann helfen kann, wenn er sich helfen lässt - also wenn die Sucht vom Betroffenen auch als Problem und als nicht mehr kontrollierbar erkannt wird. Da sehe ich ein gewaltiges Problem bezüglich der derzeitigen Stimmung in der Gesellschaft: ich habe den Eindruck, dass viele Menschen sich in ihrer Ablehnung all dessen, was ihnen fremd erscheint, sehr gut gefallen. Nicht man selbst ist das Problem, sondern "die" Politik, "die" Medien, die "Linken" oder wer auch sonst. Erst die Erkenntnis, dass man selbst falsch liegen oder selbst das Problem sein könnte, würde dazu beitragen, den Blick über den Tellerrand hinaus zu wagen. Ich gebe die Hoffnung nicht auf!

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K.Hexemer 20.11.2016, 10:40
37. hmmm, da drängt sich mir...

die Frage auf, ob die Abgehängten, Ungebildeten, Globalisierungsverlierer usw. nicht die "Untermenschen" von heute sind bzw. dazu deklariert werden? Aber wer sind dann logischerweise die Faschisten die auf diese herabblicken? Fragen über Fragen!

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Einervondrei 20.11.2016, 10:41
38.

Zitat von Björn Borg
Leider endet der Artikel an der entscheidenden Stelle: Was wäre denn den rassistischen und rechtsnationalen als höheres Gut anzubieten? Hat der Autor ein solches Gespräch schon einmal gesucht? Wenn man auf diese Leute zugeht, fühlen die sich gleich besser, weil sie einem den Mittelfinger zeigen können ...
Das ist das Problem. Gut erkannt. Nur ist die Lösung eben nicht Verständnis dafür zu haben. Klare Kante!!

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warholandy 20.11.2016, 10:41
39.

Zitat von schoenwetterschreiberling
Bis zum letzten Absatz war ich nicht sicher, ob der Text womöglich Potenzial hätte, beide Seiten zum Nachdenken anzuregen als Weiterführung des ansprechend zurückhaltenden Beitrags von Frau Berg. Doch dann geht es los: Das Bürgerrecht, seine konservativen Präferenzen bei Wahlen Ausdruck zu verleihen, wird gleichgesetzt mit einer schweren Krankheit. Die mediale Dauerüberzeugung wird zur Hilfe zur Selbsthilfe für schwer Suchtkranke verklärt. Somit ist und bleibt eines klar: WIR sind die Guten! Und ihr braucht dringend Hilfe! Immer wieder schön zu lesen, wie gnadenlos intolerant sich die sogenannten Toleranten benehmen.
Ich bin mir nicht sicher ob wir denselben Artikel gelesen haben. Der Autor befasst sich mit psychologischen Ursachen des Hasses und dessen diskriminierenden Folgen und mit der herabwürdigenden Sicht auf Mitmenschen. Er stellt nirgends in Frage, dass man zu gesellschaftspolitischen Themen unterschiedlicher Meinung sein kann, und zwar ohne dass einer der Kontrahenten zwangsläufig krank sein muss.

Dass die Ursache für eine hasserfüllte Sicht auf Menschen die man gar nicht persönlich kennt, nicht primär in diesen gehassten Menschen liegen kann, klingt logisch. Also sind die gehassten Menschen lediglich das Objekt, nicht Ursache des Hasses. Diese liegt eben primär im Hassenden.

Der Autor ist nicht intolerant, sondern er würdigt die Hassenden durch seine Analyse, weil er Hass begünstigende Faktoren im Leben dieser Personen postuliert, und somit einen möglichen Ausweg aus diese hässlichen Hassspirale weist.

Nochmals, er erhebt sich nicht über die Hasserfüllten und schon gar nicht über Andersdenkende, er sucht nur nach Ursachen und Lösungswegen.

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