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Woher der Hass kommt: Die Ratte in uns
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Viel wird darüber gesprochen, warum Herabblicken und Hass auf andere derzeit so populär sind. Es gibt dafür eine einfache psychologische Erklärung - und damit eine Handlungsanweisung für den Umgang mit all der Verachtung.

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Klabautermensch 21.11.2016, 01:21
450. Minus mal Minus ergibt nicht zwingend Plus

Die Nazis degradierten vom System Unerwünschte ebenfalls zu Ratten.
Die DDR torpedierte Debatten mit dem Vorwurf der Hetze.
Das rhetorische Umschiffen von Problemen, die eine dekadente Elite aus hochnäsigen Feudalherren vielleicht nicht kümmern mag, die einfachen Bürger jedoch sehr wohl, wird die Probleme nicht beseitigen, sondern eskalieren lassen.

Wer Bürger zu Idioten klittert oder kausal mit der industriellen Schlachtung von 15 Millionen Opfern des Naziregimes verbindet, um diese mundtot zu machen, bagatellisiert die Greultaten der NSDAP und instrumentalisiert vergaste Juden zum rhetorischen Stilmittel.

Wenn jemand gezielt so etwas wie Hass schürt, dann sind das evident rückgratlose und völlig von jedwedem Gewissen ferne Redakteure, die sich für nichts zu schade sind, um Schlagzeilen zu machen, Dazu wird nicht zwingend gelogen, sondern oft nur nicht der volle Sachverhalt offengelegt, was dann zwar vielleicht für windige Wortakrobaten mit dem Pressekodex noxh halbwegs d´accord wäre, aber eben die Leser zu potentiellen Trotteln verklärt, denen die edlen Tintenritter nicht alle Daten geben können, weil der Mob sonst Amok laufen würde.
Glauben zumindest die Redakteure.

Und weil deutsche Redakteure sich mittlerweile, trunken von einer Art medialem Herrenrassewahn, für über alles erhaben halten, sind sie auch nicht mehr zur Selbstreflexion fähig - man wirft den Leserschweinen ein paar Futterreste hin und sollten diese nicht munden, werden sie zur Schlachtbank geführt.

Deshalb kursiert der Terminus "Lügenpresse" - der übrigens vor einigen Jahrzehnten inflationär von linksextremen Studenten benutzt wurde, aber das wird ebenfalls notorisch ignoriert, weil die Verbindung zum geisteskranken Postkartenmaler aus Berchtesgaden in deutschen Redaktionen schon ein regelrechter Fetisch zu sein scheint.
Bekommt der mit den meisten Hitlervergleichen am Jahresende eine Flasche Pennerglück, oder ist die deutsche Journalistenbande so denkfaul, unkreativ und peinlich träge, dass sie nur noch den Scheitelkasper um sich zu schwingen in der Lage ist?

Und ganz wichtig: wer nicht mit makelloser Eloquenz ganze Studien aufzutragen in der Lage ist, der wird von der Journaille ebenfalls gleich zum Idioten gemacht. Da ist man dann wieder in der Grundschule und lacht über den dummen Schorsch, der einen Grammatikfehler machte.

Dieses masturbative Kokettieren einer selbsternannten Pseudoelite wird dieser schneller das Genick brechen, als sie Hitlervergleiche aus der Schublade zerren kann, denn eben diese Arroganz ließ Clinton verlieren und Trump gewinnen - jeder Hartzer hat mittlerweile Internet und kann alles selbst recherchieren.
Gut, mann muss sie Aluhüte, die Chemtrails, die Reichsdeppen und viele andere ausfiltern, aber was dann noch bleibt ist oft das genaue Gegenteil dessen was die Hofberichterstatter den Plebs eintrichtern wollen.

Empörte Reaktionen darauf lässt man dann aber mit diffuse Fingerzeigen oft in eine Sackgasse fahren und die Zensoren glauben nicht selten selbst daran, dass sie in dieser Hinsicht besser sind als die Zensoren der NSDAP, der SED oder anderer Regime.

Falsch gedacht.

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attis 21.11.2016, 05:48
451.

Zitat von lecker_schnipo
Genau, woher kommt der Hass auf Trump schon auf der Startseite von Spiegel Online? Ahh es sind die Ratten unter den Journalisten, dann mal weiter machen.
Eigentlich habe ich keine Lust auf Hass - ebenso wenig wie auf Lügen. Aus einem einfachen Grund: Ist mir zu anstrengend. Das Problem nur ist, dass er ein paar Mal zu viel wie ein Stück Scheiße geredet hat und wenn so einer auf den Präsidentenstuhl gebeamt wird, dann erkenne ich einen psychopathischen Haufen, der selbst nicht weiß, wohin er will.
Und einen Hinweis für Sie persönlich: Ihre Ratten-Projektion auf Journalisten gebiert sich als Erstes in ihrem eigenen Kopf und damit befindet die Ratte sich in Ihrem eigenen Kopf. Ich denke nicht, dass Journalisten Trump hassen, auch wenn dieser dies durch seine Art heraus fordert. Eher hassen Trump-Wähler Clinton, Etablishement, Moslems, Schwarze, Juden, usw. usw. Vor lauter Hass wissen sie auch nicht, wen und was sie gewählt haben. Sie sind, wie Clinton gesagt hat, in Wirklichkeit bedauernswert. Weil all die Gehassten erst mal in ihren eigenen Köpfen sind. Aber jeder stirbt mal, und ich versichere Ihnen: Im Tod gibt es nur noch die eine Projektionsfläche: Das eigene Ich. Insofern sehe ich in die Zukunft gelassen. Gott ist so intelligent, das kann sich ein Mensch im Hass nicht vorstellen. Hass nämlich ist ein Attribut des Teufels, und das ist die Energie, die Gott verneint.

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attis 21.11.2016, 06:01
452.

Zitat von RudiRastlos2
Ich hasse das Wort 'Hass'. Wie es inflationär die Medien erobert hat, ohne dass reflektiert wird, was damit eigentlich gemeint ist. Das Wort 'Hass' ist zu einer Art Nazi-Keule geworden, nur ohne Nazis... zumindest im Wort. Alles bekommt den Stempel 'Hass' und sofort ist jede Diskussion darüber Tabu und es ist gesellschaftlich geächtet.
Das Wort Hass wird derzeit zu Recht häufig benutzt. Und wenn Sie nicht bemerken, dass haufenweise sich Nazis in ihrem Hass offenbaren, dann, naja. Oder ist ein Nazi bei Ihnen erst einer, wenn er Leute in die Gaskammer schickt? Nazi ist die Kurzform für Nationalsozialist.
Durchaus ist das ein Kampf zwischen dem nationalen und religiösen Ego und den liberalen Kräften, die gemeinhin die religiösen und nationalen Grenzen überwinden, also offen sind und sich dem erweiterten Geist verpflichten. Und echte liberale Menschen verschwenden ihre Zeit gemeinhin nicht mit Hass. Nazis schon. Deshalb sind sie Nazis.

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attis 21.11.2016, 06:15
453.

Zitat von Björn Borg
Leider endet der Artikel an der entscheidenden Stelle: Was wäre denn den rassistischen und rechtsnationalen als höheres Gut anzubieten? Hat der Autor ein solches Gespräch schon einmal gesucht? Wenn man auf diese Leute zugeht, fühlen die sich gleich besser, weil sie einem den Mittelfinger zeigen können ...
Rassisten kann man nur eines bieten: Widerstand. Das ist dann, sich mit sozialisierten Menschen zu solidarisieren, im Gespräch, beim Bier, bei der Arbeit, und wer mehr will, wird politisch aktiv. Die meisten Rassisten passen sich dann an. Problematisch wird´s nur, wenn Rassisten überzahl nehmen. Dann ändert sich die Widerstandsform auch in Mord und Totschlag. Bleibt also zu hoffen, dass die Rassisten sich eines Besseren besinnen.
Wissen Sie, dass der Teufel ein Rassist ist? Rassismus erzeugt Spaltung. Diabolos heißt ja der Zweigeteilte. Viele denken, dass Gott den Teufel aus dem Paradies geworfen hat. Meines Erachtens nach hatte Gott den Teufel nie rausgeworfen, sondern losgelassen. Ich denke das, weil Loslassen das weiße Prinzip von Spaltung ist. Anders gesagt: Da der Rassist spaltet, ist es wohl am besten, wenn man den Rassisten loslässt.

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attis 21.11.2016, 06:22
454.

Zitat von schoenwetterschreiberling
Bis zum letzten Absatz war ich nicht sicher, ob der Text womöglich Potenzial hätte, beide Seiten zum Nachdenken anzuregen als Weiterführung des ansprechend zurückhaltenden Beitrags von Frau Berg. Doch dann geht es los: Das Bürgerrecht, seine konservativen Präferenzen bei Wahlen Ausdruck zu verleihen, wird gleichgesetzt mit einer schweren Krankheit. Die mediale Dauerüberzeugung wird zur Hilfe zur Selbsthilfe für schwer Suchtkranke verklärt. Somit ist und bleibt eines klar: WIR sind die Guten! Und ihr braucht dringend Hilfe! Immer wieder schön zu lesen, wie gnadenlos intolerant sich die sogenannten Toleranten benehmen.
Menschen, die einen Mann zum Präsidenten wählen, der einer Frau, die ihm widerspricht, mit der Projektion von blutenden Augen bewirft, sind hochgradig psychopathisch. Und wer nicht bemerkt, dass diese Projektion hochgradig psychopathisch ist, der sollte in den Spiegel sehen und seine eigenen Augen betrachten.

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rustie_ross 21.11.2016, 07:38
455. Falsche Schlussfolgerung

Liest sich ganz nett, aber nur bis kurz vor dem Ende. Dann sollte eigentlich die "doch so einfache" Lösung des Problems den Aha-Effekt erzeugen, doch ... die Schlussfolgerung ist eine Enttäuschung. Man hilft einem Alkoholiker, indem man ihn versucht zu VERSTEHEN UND ihm dann hilft, vom Alkohol loszukommen, indem man seine Situation verbessert, damit er den Alkohol nicht mehr braucht. Was der Autor vorschlägt, riecht stark nach Bevormundung: ich sage ihm einfach, dass bewiesen ist, dass er den Alkohol nicht braucht, und dann nehme ich ihm den Alkohol weg und lasse ihn mit den Entzugserscheinungen mehr oder weniger allein. Ich schaffe KEINE neuen Werte für ihn, er sollte sich gefälligst darüber freuen, dass er nun doch das Richtige tue. Das ist das, was so mancher verantwortliche Politiker (und so mancher Journalist) seit geraumer Zeit schon versucht: die Masse zu bevormunden, damit eine kleine Minderheit zufriedener leben kann. Das wird natürlich noch mehr Wut hervorrufen. Bitte mal über FUNKTIONIERENDE Lösungen nachdenken, wenn Sie schon über so ein kompliziertes Thema unbedingt schreiben wollen.

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wiesenflitzer 21.11.2016, 07:40
456. Puhh, so eine Portion

... macht einen ja ganz wuschelig. Mir geht dieses Hass-Gequatsche auch auf den Nerv. SPON verliert wirklich nicht einen einzigen Tag, dieses "Thema" unnötig breit zu treten. Aber ein wenig stimmt der Inhalt schon. Es wird Zeit, dass die Menschen mal wieder menschlicher werden (wobei man über diesen Begriff trefflich streiten kann!). Nur mal ein kleines Beispiel. Hatte heute schon Kontakt zu: meiner Frau, meinen Arbeitskollegen, meinem Chef, der Brötchenverkäuferin, unserer muslimischen Putzfrau in der Dienststelle. Ich bin mir sicher, dass ich sie alle gleich freundlich (ok, die Frau etwas mehr, grins) und zuvorkommend und mit Respekt behandelt habe. Diese Reinigungskraft hat uns 20 Kolleginnen und Kollegen schon mehrfach zurückgespiegelt, dass sie sehr gerne bei uns tätig ist, weil sie hier so freundlich und mit Respekt behandelt wird. Und das, obwohl wir Sie am Anfang mal darauf hinweisen mussten (durch eine türkisch-stämmige Kollegin), dass sie morgens schon mal stark nach Schweiss müffelt. Sie hat das abgestellt und alles ist gut. Ich denke mal, das ist vernünftiger Umgang mit Menschen. Ich muss ihren Glauben nicht teilen, und außer ihrem Kopftuch trägt sie nichts, was mich stören würde. Auf- oder abwärts gerichtete Vergleiche, speziell der sozialen Art, sind dem Menschen nun mal immanent, das wird sich wohl auch nie ändern. Meistens (leider auch nicht immer) hilft Bildung und reisen dagegen. Menschen müssen lernen, zunächst mal aus ihrer eigenen Situation/ihrem Leben etwas zu machen, sich selbst genug zu sein;, ein wenig Bescheidenheit wäre des Öfteren angebracht. Dann muss man weder nach unten (na, du armem Sau), noch nach oben (der Arsch fährt nen Porsche) gucken und ist mit sich und seiner Welt zufrieden. Selbstreflexion und Nachdenken hilft auch zuweilen. Leute, redet über Liebe, nicht über Hass!!

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Dr.W.Drews 21.11.2016, 07:47
457. Arroganz des Menschen

"Ja: Ratten. Sorry. So schlicht sind wir in mancher Hinsicht."
Ganz schon arrogant die außerodentlich komplexen und extrem erfolgreichen Ratten für schlicht und minderwertig zu halten. Aus dieser Ideologie entspringt dann die komplette Zerstörung aller Lebensgrundlagen auf diesem Planeten.
Und die Erklärung mit Ethik als höherer Form der Belohnung ist doch arg schlicht.

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Bürger Bü 21.11.2016, 08:03
458.

Wenn die Damen und Herren der Massenmedien sich in die reale Welt hinaus begeben würden, wûrden sie folgendes feststellen: 1. Es badarf einer autonomen Geistesleistung ausserhalb der Blockparteiein zu wählen, da das Mediendauerfeuer täglich etwas anderes vorschlägt. Soviel zur den intellektuellen Fähigkeiten. 2. Die Menschen die sich von Merkel und Co. abgewand haben sind nicht mehr hasserfüllt als alle anderen. Sie sind einfach mit der Politik unzufrieden und wollen einen Wechsel. Früher war die unter dem Konzept der Demokratie bekannt. 3. Menschen die mit dem Zuzug von Millionen nicht einverstanden sind können auch Freude an Multikulti und Vielfalt haben, sind jedoch mit den schieren Massen von Migranten aus dem gleichen problematischen Kultukreis nicht einverstanden und gehen trotzdem zum Italiener essen. All dies und noch mehr würden sie erkennen, wenn sie ihr gestiges Gefängnis verlassen würden und mit Menschen auf der Strasse reden würden. Aber eben, dies bedarf einer Anstrengung und den Willen seinen bequemen Stamdpunkt zu hinterfragen.

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