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Zecke, Petermännchen, Feuerqualle: Kennen Sie Deutschlands gefährlichste Tiere?
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Gefährliche Portugiesische Galeeren bedrohten Mallorcas Strände. Auch in Deutschland gibt es giftige Tiere. Hier finden Sie eine Auswahl - und erfahren, was im Notfall helfen kann.

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oidahund 26.05.2018, 13:48
1.

Wenn Sie schon Angriffe von Süßwasserfischen auf Menschen anführen, so kann auch ein Zander seine Brut verteidigen. Aber wie wahrscheinnlich ist es von einem Waller (vor allem in der 100 kg-Größe) oder einem Zander angegriffen zu werden? Wenn es einmal doch passiert, dann gibt es große Berichte. - Hornissen sind absolut harmlos. Sowohl mein Bruder als auch ich hatten schon das Glück, einmal ein Nest am Haus/im Garten zu haben. Sie halten die Wespen fern und wenn man sie in Ruhe läßt, dass lassen sie einen auch in Ruhe.
Auch vor Kreuzottern muss man sich nicht fürchten. Zum eine bekommt man sie selbst in ihrem Lebensrauum so gut wie nicht zu Gesicht. Sie fliehen vor dem Menschen. Sieht man doch einmal eine, dann sollte man sich freuen und sie beobachten und in Ruhe lassen. Nur wenn man sie bedrängt oder gar fangen will, kann es gefährlich werden - da ist man aber wirklich selbst schuld.

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permissiveactionlink 26.05.2018, 13:59
2. Mein Zusatzbeitrag

für Arachnophobiker : Die größten Radnetzspinnen hierzulande, die Gartenkreuzspinne (Araneus diadematus) und die beeindruckene Wespenspinne (Argiope bruennichi) stellen kein Risiko dar, da ihre Cheliceren für gewöhnlich die Hautoberfläche nicht durchstoßen können (es sei denn an besonders empfindlichen Stellen...) Die abgesehen von der europäischen schwarzen Witwe (Latrodectus tridecimguttatus), die gelegentlich schon in Deutschland gefunden wurde, sich hier aber offenbar noch nicht fortpflanzt und vergleichsweise schon sehr giftig ist, giftigste europäische Spinne ist der Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium, man beachte das Artepitheton !) Ihr Stich ist ebenso schmerzhaft wie der der äusserst selten gewordenen Wasserspinne (Argyroneta aquatica) und vergleichbar mit einem Wespenstich. Leichte Hautläsionen verursachen die Bisse der großen Hauswinkelspinne (Eratigena atrica, früher Tegenaria a.) und der vom Balkan aus neu eingewanderten Kräuseljagdspinne (Zoropsis spinimana). Die Einwanderung weiterer Spinnen durch den Klimawandel bedingt, könnte noch größere Probleme verursachen, besonders wenn Latrodectus bei uns heimisch wird (auch die amerikanische schwarze Witwe L. mactans bzw. andere Arten) oder eine der in Nord- und Südamerika heimischen Speispinnen der Gattung Loxosceles (L. laeta, "Araña de rincón chilena", chilenische Winkelspinne, bzw. L. reclusa aus Nordamerika). Die beiden letzteren sind nachtaktiv und verursachen durch Bisse großflächige Hautnekrosen, die nur sehr langsam verheilen.

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Danares 26.05.2018, 15:03
3. Spinnen

Nicht nur "einige" Spinnenarten sind giftig (sprich: besitzen Giftdrüsen), sondern so gut wie alle. Dennoch kein Problem für uns, da nur sehr wenige europäische Arten überhaupt unsere Haut penetrieren können, wie permissiveactionlink ja bereits richtig geschrieben hat.

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Planquadrat 26.05.2018, 15:50
4. Erst wenn

mehr und mehr Menschen bei uns sich so exotische Tiere wie die Australische Trichternetzspinne in der Wohnung halten und dann irgendwann in der Landschaft entsorgen, wie auch bei anderen exotischen Arten jetzt schon üblich, wird die Gefahr eines tödlichen Spinnenbisses sehr minimal ansteigen.
Aus der heimischen Fauna droht nun wirklich kaum Gefahr. Der Biss einer Kreuzotter kann aber Kindern und älteren Menschen gefährlich werden, ein gesunder Erwachsener müsste aber wegen der geringen Giftmenge in einem Biss mindestens 5 mal gebissen werden, um eine tödliche Dosis aufzunehmen.
Aber grundsätzlich flüchten alle Tiere vor den Menschen. Man muss sie einfach in Ruhe lassen.

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kai-ser210 26.05.2018, 16:37
5. @Nr 4 Planquadrat

Das mit dem Flüchten stimmt wohl bei nahezu allen Tieren. Nur beim aggressiven „Besten-Freund des Menschen“ leider selten. Die Ausnahme müssen Sie einräumen. Und der hat wohl die meisten auf dem Gewissen (Allergien zähle ich mal nicht dazu. Dafür kann das Tier ja schließlich nichts). Ansonsten stimme ich Ihnen voll und ganz zu :)

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permissiveactionlink 26.05.2018, 16:45
6. Jetzt ganz tapfer sein !

Keine Panik ! Aber wussten Sie schon, dass in Deutschland (nicht überall natürlich !) auch drei Arten von Spinnen vorkommen, die zu den Webspinnen (Araneae) gehören, aber dabei auch zu den Vogelspinnenartigen (Mygalomorphae) und dabei insbesondere zu den Tapezierspinnen (Atypidae) ? Diese Spinnen, Atypus affinis, A. murinus und A. piceus leben meist im Mauerwerk in tiefen Wohnröhren, die komplett mit Spinnenseide ausgekleidet (tapeziert) sind. Nur Experten finden die versteckt lebenden Exemplare, und deren Cheliceren stechen ausnahmsweise mühelos durch die Haut ! Das ist sehr schmerzhaft, Langzeitfolgen hat das aber nicht, denn die Giftdosis ist für übliche Beutetiere (z.B. Grillen) vorgesehen, nicht für H. sapiens. Diese Tapezierspinnen haben einen Körper von ca. 1cm Länge, ohne Beine wohlgemerkt ! Wenn Sie eine sehen, lassen Sie sie einfach in Ruhe. Sie macht das mit Ihnen dann genauso, denn diese Spinnen leben und jagen ausschließlich von innerhalb ihrer Wohnröhre aus, die sie nicht verlassen (lediglich Männchen auf der Pirsch nach Weibchen, die in deren Wohnröhre begattet werden ! Genug des wohligen Schauderns, für größeren Horror ist es momentan einfach zu heiß !

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permissiveactionlink 26.05.2018, 17:02
7. #4, Planquadrat

Da stimme ich zu : Wirklich gefährlich würde es werden, wenn hochgiftige Tiere aus Käfigen oder Freilandterrarien ausbrechen und unsere Winter überleben, die ja auch immer milder werden. Im Prinzip könnte z.B. eine nordamerikanische Waldklapperschlange (Crotalus horridus) oder ein Kupferkopf (Agkistrodon contortrix) bei uns überleben oder eine ostasiatische Gloydius blomhoffi ("Mamuschi", sorry, die nennt man wirklich so !), wenn sich erst einmal eine kleine Population etabliert hat. Es handelt sich zudem um Grubenottern, die auch nachtaktiv jagen (und gezielt zubeißen können). Durch den Klimawandel könnten noch ganz andere Kaliber bei uns überlebensfähig werden, giftige Skorpione aus dem Mittelmeergebiet etwa (Gattung Buthus, Feldskorpion, Buthus occitanus) oder die vergleichsweise giftige Hornotter, Vipera ammodytes, die in kleinen Beständen bis nach Kärnten nördlich verbreitet ist.

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pygmy-twylyte 26.05.2018, 19:08
8. Berichtigung: Kreuzotter in Bayern fast überall

Eine Anmerkung zur Kreuzotter: Die Kreuzotter kommt nicht nur in Alpennähe vor, sie fühlt sich in ganz Bayern wohl, vor allem in Feuchtgebieten und der Nähe von Gewässern. Da sie aber sehr scheu ist, kommt es selten zu einer Begegnung der ernsthafteren Art. Im Übrigen zeigt sich die relative Vielfalt an Schlangen in Bayern z.B. bei einem Hochwasser, und zwar an bestimmten, sonnenbeschienenen exponierten Stellen (der Isar zum Beispiel). - Wildschweine gibt es in Bayern (und sogar Berlin) mittlerweile zuhauf, mitunter stellen sie eine echte Plage dar. Einer Bache mit Frischlingen würde ich nicht zu nahe kommen, sondern im Gegenteil sofort Reißaus nehmen. - Insbesondere sind Zecken zur Plage geworden. Wer von einer Zecke gebissen wurde, sollte es mit dem Entfernen nicht belassen, sondern vorsichtshalber den Arzt aufsuchen. Auf amtliche Aussagen hinsichtlich ihres Vorkommens würde ich mich nicht verlassen, sind sie doch mittlerweile fast überall in Bayern zu finden.

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le.toubib 26.05.2018, 19:09
9.

Zitat von Planquadrat
[...] Der Biss einer Kreuzotter kann aber Kindern und älteren Menschen gefährlich werden, ein gesunder Erwachsener müsste aber wegen der geringen Giftmenge in einem Biss mindestens 5 mal gebissen werden, um eine tödliche Dosis aufzunehmen. Aber grundsätzlich flüchten alle Tiere vor den Menschen. Man muss sie einfach in Ruhe lassen.
Während der letzten ca. 150 Jahre starb in Deutschland kein Mensch am Biss einer heimischen Giftschlange!

Als in noch zur Schule ging, kamen wir nach einem Urlaub heim und Hornissen hatten sich in einem Rolladenkasten eingerichtet mit Einflug von draussen und leichter durch das Wohnzimmer.

Die Feuerwehr kam zwar, aber man sagte uns, wir müssten nun halt mit diesen geschützten Tieren leben - im Zweifel könnten wir halt bis zum Herbst das Wohnzimmer nicht benutzen, aber die Wohnung sei ja auch ohne noch gross genug. Aber, wie schon erwähnt, mit den Hornissen liess es sich prächtig zusammenleben, das einzige war, sie wollten gerne, dass die Balkontüre aufstand oder zumindest das Fenster unterhalb ihres Nestes gekippt - der leichtere Einflug eben.

Und als Oberstufenschüler nutzte ich eine der grossen, einheimischen Spinnen: Vor einem Fenster meines Schlafzimmers - s.o., unsere Wohnung war recht gross - webte eine ein extrem dichtes Netz, ich hatte also einen rein biologisches Insektennetz vor dem Fenster, da diese Spinne im Winter nur ruhte, auch über Jahre hinweg ...

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