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Zerstörte Akten: Was wurde aus... der Stasi-Schnipselmaschine?
DPA

In den letzten Tagen der DDR zerrissen Stasi-Mitarbeiter brisante Akten per Hand. Eine Software könnte die Schnipsel wieder zusammensetzen - doch das wird vorerst nicht passieren. Warum eigentlich?

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10kwh 04.01.2018, 07:11
1. Migration von Flüchtlingen

Die Mitarbeiter haben also wichtigeres zu tun, indem sie für die Migration von Flüchtlingen arbeiten. Vielleicht können die Flüchtlinge im Gegenzug die Papiere Scannen? Das wäre doch dann in Null Komma Nichts erledigt. Oder?

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whitewisent 04.01.2018, 07:12
2.

Vieleicht war es auch ein strukturelles Problem, genau der Behörde mit seinen Mitarbeitern diese Tätigkeit anzuvertrauen, welche damit ihre Existenzberechtigung ableitet. Schon bei den TV-Berichten war der fehlende Elan und auch die Ineffizienz des Verfahrens zu erkennen. Und auch Zweifel an der körperlichen Eignung der meist älteren Mitarbeiter hätte man hegen können, wenn man diese mit der Gesamtaufgabe in Relation gesetzt hätte.

Wurde wirklich versucht, hier alles auszuschöpfen? Kam keiner auf den Gedanken, sowas händisch in einem der EU-Partnerländer in Osteuropa machen zu lassen? Es ist ja nicht wirklich ein Hexenwerk, wie die bereits derart zusammengesetzten Seiten zeigen. Denn die STASI war etwas unlogisch, und füllte meist die zerrissenen Akten in die selben Säcke ein. Sodaß die Menge doch überschaubarer ist, als 15.000 klingen.

Also möge jemand mal den Willen betrachten, daß hier noch zu Lebzeiten vieler Opfer fertigzustellen. Selbst wenn man sagt, noch 20 Jahre, bedarf es Kapazitäten für 750 Säcke im Jahr. Dafür fehlt leider jegliches Konzept, und man sollte diese Aufgabe darum den Experten vom Bundesarchiv überlassen.

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observerlbg 04.01.2018, 07:34
3. Mangelnde Motivation?

Ist es nicht eher so, dass eigentlich kein Interesse besteht, "altes" Unrecht aufzuarbeiten? Ist es also politisch nicht gewünscht, sozialen Brennstoff freizulegen? Wahrscheinlich geschieht dies erst, wenn alle direkt Beteiligten verstorben oder wenigstens im Rentenalter sind. Kennen wir doch schon von der Aufarbeitung einer noch dunkleren Zeit unserer deutschen Geschichte.

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chichawa 04.01.2018, 08:19
4. Einfach weiter aufbewahren

Man kann zum Sinn und Wert der "Schnipselsäcke" unterschiedliche Haltungen einnehmen. Ich sehe die Sache nach mehr als 25 Jahren nicht als vordringlich an. Das hat für mich eher archäologische Bedeutung. Man sollte jetzt nicht weiter Geld für diesen Unsinn ausgeben. Die Säcke sollten aufbewahrt werden und wenn irgendwann in naher/ferner Zukunft eine neue Technologie (evtl. Roboter) zur Verfügung steht, dann kann man sich der Dinge wieder widmen.

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x33o 04.01.2018, 08:34
5. Wie kamen die US-NAchrichtendienste an die Stasi-Akten?

Heute besitzen die US-Dienste eine beträchtliche Sammlung an Stasi-Akten.

Wie diese nach Übersee kamen aber vor allem wann und wo diese erworben wurden ist eine spannende Frage.

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bollocks1 04.01.2018, 08:36
6. Kann es vielleicht sein....

...das bestimmte politische Strömungen Interesse an einer Einstellung des Projektes haben? In Ost, sowie in West.

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vox veritas 04.01.2018, 08:44
7.

@x330 Darüber hat SPON bereits 1999 berichtet. Sie sind spät dran. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8447517.html

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spassmann 04.01.2018, 08:49
8. Ich habe den Eindruck

Das überhaupt kein Interesse besteht diese Akten zeitnah auszuwerten. Und dann vielleicht mal die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Die Stasi wusste vielleicht mehr kompromitierendes über die alten Länder, die mauscheleien der alten Bundesrepublik, vielleicht sogar der USA. In 100jahren ist das Thema ausgesessen und nur noch für Historiker interessant. Siehe die ohnesorg Sache mit den westpolizisten und Stasi IM kuras. Kam nur zufällig raus. Da wäre noch mehr, aber das will man nicht. Und die Beamten die dort arbeiten haben gutbezahlte Arbeit bis zum Ruhestand.

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deglaboy 04.01.2018, 09:26
9. Noch heute sind in führenden...

Positionen Leute in der Politik, die ihre DDR-Vergangenheit gut verborgen haben und kein Interesse daran, dass Sachen ans Licht kommen, die kompromittieren. Das könnte die politische Landschaft durcheinander bringen. Wahrheit ist stets der politische Feind der Mächtigen. Gestern, heute, morgen. Solange man die Presse in der Hand hat, kann man die Wahrheit unterdrücken.

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