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Zuger "Pfahlbaubrot": Angebliches Steinzeitgebäck erweist sich als Kothaufen
Museum für Urgeschichte(n)

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falsche9 06.06.2014, 16:36
10. Marketing?

Diese Geschichte hört sich komisch an. Da wird ein "seltsamer Stein" gefunden und durch reines betrachten kommt man zu dem Schluss, dass das ein Brot ist. Und auch Jahre später wurde keine einzige wissenschaftliche Untersuchung vorgenommen. Sogar als man das Brot nachbacken wollte nicht. Wie naiv ist das denn? Oder ist das alles nur ein gut durchdachter Marketing-Gag?

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brille000 06.06.2014, 16:45
11.

War vermutlich einer der ersten Burger. Und hierbei ist's doch eigentlich auch egal, ob 's Sch... war.

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wauz 06.06.2014, 16:50
12.

Originale Küche?
Es fällt schon schwer, überlieferte Rezepte aus dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit nachzukochen. Es gibt die originalen Zutaten nämlich nicht mehr. Kaum ein Obst oder Gemüse, dito Getreide, gibt es mehr so, wie es das früher gab. Auch das Fleisch von Schlachttieren wird oft anders geschmeckt haben. lediglich beim Wild dürften sich die Veränderungen in Grenzen gehalten haben.

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poguttke 06.06.2014, 17:09
13.

Von der Form her hätte ich sofort auf Dung getippt. Denn wer viel gereist ist weiß, daß auch heute noch in den Dörfern Indiens Kuhdung zu Fladen geformt wird. Wenn diese durch die Sonne getrocknet sind, benutzt man sie zum Kochen, ähnlich wie Briketts.

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Körndlmaus 06.06.2014, 17:13
14.

Als Insider weiß ich zufällig, dass von "Versteinerung" im Expertenbericht keine Rede war. Die muss im Zuge der "journalistischen Freiheit" irgendwo am Weg zu SPON erst dazuerfunden worden sein...

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wauz 06.06.2014, 17:15
15. Vorschnelles Urteil!

Zitat von falsche9
Diese Geschichte hört sich komisch an. Da wird ein "seltsamer Stein" gefunden und durch reines betrachten kommt man zu dem Schluss, dass das ein Brot ist. Und auch Jahre später wurde keine einzige wissenschaftliche Untersuchung vorgenommen. Sogar als man das Brot nachbacken wollte nicht. Wie naiv ist das denn? Oder ist das alles nur ein gut durchdachter Marketing-Gag?
Nein, kein Marketing. Oder in gewissem Sinne doch. Die Archäologie hat sich schon eine Menge Fehlschlüsse erlaubt, gerade was die "prähistorische" Zeit angeht. Allein schon die Einteilung in Stein- Bronze- und Eisenzeit ist willkürlich und nach der derzeitigen Fundlage auch nicht zu halten. Genauso ist es mit den sogenannten Pfahlsiedlungen. Beim ersten Fund erschien es dem Forscher, der eigentlich ein Amateur war, sofort selbstverständlich, dass da Häuser auf Pfählen im See standen. Das ist darauf zurückzuführen, dass es seinerzeit erste Berichte über solche Gebäude in Südostasien gab. Tatsächlich sind unsere "steinzeitlichen/bronzezeitlichen" Gebäudereste Tiefgründungen in sumpfigem Gelände. In manchen Gegenden Norddeutschland wird ja heute noch so gebaut.
Das mit dem Brot ist so ein Ausrutscher. Es ist kein bisschen gesichert, dass es damals Brot gab. Man könnte es sogar als unwahrscheinlich annehmen, denn die germanischen Völker haben bis ins späte Mittelalter viel Brei gegessen. Erst für Luther war Speise = Brot, dass er sich ohne Verwunderung zu erregen eine solche Fehlübersetzung leisten konnte.

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roulaison 06.06.2014, 17:25
16.

Koprolithen zählen im weiteren Sinn zu den Fossilien. Der Kohlenstoff 14 der verspeisten Organismen zerfällt rapide (HWZ knapp 6000 J.) und deren Alter lässt sich so bis ca. 50000 Jahre vorhersagen.

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rudlith 06.06.2014, 18:15
17.

Zunehmend Fahrt nimmt der Zug auf, der uns, den gewöhnlichen Menschen, zu einem Neuen Wesen machen will: kein Nikotin, kein Fleisch, vegan, Veggyday, kein Auto, kein vorbestimmtes Geschlecht, usw. usw. Blühend sind die Geschäfte mit Bio- und Naturprodukten, die sich der neuen Heilsideologie besonders gut anpassen lassen, eben wie das "Dinkelige Pfahlbautenbrot. Dass sich dieses politisch korrekte Brot mittlerweile als gebackene Scheiße herausstellt, ist mehr als erheiternd, es ist wie ein Menetekel an der Wand. Aber das schönste an dieser Geschicht ist, dass seine Propagandisten nun, wo das Brot ins Wasser gefallen ist, gar nicht daran denken, das Corpus delicti aus dem Schrank zu nehmen. Es passt eben zu perfekt zur ideologischen und ökonomischen Welt derer, die von diesem Brot leben. Und das Volk wandelt glotzend vorüber und keiner ruft: das ist nur Scheisse!

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Loddarithmus 06.06.2014, 18:21
18.

Durch wessen hohle Gasse ist's gekommen?

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rreniar 06.06.2014, 20:23
19.

Auch nur ein weiterer Beleg dafür, dass man aus "Scheiße noch Geld machen" kann.

In diesem Sinne: Unser täglich Kot gib uns heute...;-)

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