Forum: Wissenschaft
Zukunft der Religion: Du sollst keine anderen Götter bauen neben mir
Mike Agliolo/ Science Source/ Getty Images

Die monotheistischen Religionen sind noch immer stark, doch Aufklärung und Wissenschaft rauben ihnen langsam die Kraft. An ihre Stelle könnte ein neuer Glaube treten - an Götter, die wir selbst erschaffen.

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dr.joe.66 21.04.2019, 22:46
100. Briefträger

Zitat von cogito-ergo-sum
Wenn den Jahwe-, Gott-, Allah-Gläübigen auch nur ein Funke Verstand geblieben ist, müssten sie nach Lektüre dieses Artikels doch merken, dass all diese vermeintlich überirdischen Wesen nur ein Produkt ihrer Einbildung sind, weil irgendwann ein Marketing-Experte Moses oder wie immer der geheißen haben mag, den Menschen dies suggerierte.
Tja, wenn ich an Gott glaube, dann glaube ich, dass Gott die 10 Gebote geschrieben hat und nicht Mose - der war nur der Briefträger. Soviel zum Thema Marketing-Experte.
Ich kann die Existenz Gottes nicht beweisen, auch die Auferstehung Christi nicht. Aber Sie können auch nicht beweisen, dass Gott und die Auferstehung und das ewige Leben nicht existieren. Patt, nennt man so eine Stellung im Schach. Da reichen alle unsere menschlichen Verstandesfunken nicht für aus. Könnte vielleicht daran liegen, dass die Existenz Gottes in einer Dimension vorliegt, die wir nicht betreten, vermessen oder analysieren können.
Tja, eines Tages werde ich rausfinden, ob es wirklich einen Himmel gibt. Und bis dahin schadet es mir nicht wenn ich daran glaube. Und wenn ich die Gebote Gottes - liebe deine Nächsten wie dich selbst - ernst nehme, dann schadet mein Glauben auch niemand anderem...

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matteo2015 21.04.2019, 22:59
101.

Der Mensch hat Gott erfunden, weil jener seine Existenz gerne erklärt hätte. Es ist die Suche nach dem Grund des Universums. Aber KI kann dies nicht erklären, so dass sich daraus kein Gott entwickeln wird. Zudem hat der Mensch ein Problem mit seinem Tod, was auch ein Grund für die Entstehung von Religionen ist. Auch hier wird uns KI nicht weiterhelfen. Was einem hier helfen kann, ist frühbuddhistische Philosophie (nicht Buddhismus!).

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Skalla-Grímr 21.04.2019, 22:59
102.

Zitat von brotherandrew
Vielgötterglaube ist uralt und ein Rückschritt gegenüber dem Monotheistismus. Oder um es mit G.K. Chesterton zu sagen: "Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche." Tatsächlich ist es aber der unerlöste Mensch, der keinen Gott neben sich duldet. Das zeigt sich besonders darin, wenn er seine eigenen Kreationen vergötzt. Denn damit meint er eigentlich sich selbst.
Wie genau soll diese Vergötzung denn aussehen? Und an welchem Verhalten eines Atheisten erkennt man, dass dieser an "alles Mögliche" glaubt? Wenn ein Atheist ein Auto volltankt, betet er das Auto an, während ein Christ beim Tanken an Gott denkt? Oder wie soll man sich das vorstellen? Oh nein, jetzt fällt mir gerade ein, dass ich vorhin beim Online-Banking mein Gebet an den heiligen Mammon vergessen habe.

Im Übrigen hätte eine polytheistische Religion mit vielen unvollkommenen Göttinnen und Göttern noch eine bessere Erklärung für den Zustand der Welt als der Monotheismus, der keine Erklärung dafür liefern kann, dass Unschuldigen furchtbare Dinge passieren.

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kleppy 22.04.2019, 23:03
103. Wieso neue Götter?

Alle Götter hat der Mensch erschaffen, wer sonst.
Man sollte sie abschaffen.

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Die linke Kobra 22.04.2019, 23:20
104. Zu kurz gedacht

Zitat von rob.einhaus
Wenn es einen Gott gäbe, bräuchten wir nicht an ihn glauben, denn wir würden wissen, wenn es ihn gäbe. Mit einem Gott sähe diese Welt wirklich anders aus. Wenn wir uns einen Gott 2.0 bauen würden, müsste dieser also die Welt verändern, und das sehr gründlich. Dazu wären die wenigsten Menschen bereit. Bis dahin: Gott steht nicht am Anfang des Universums, sondern an seinem Ende.
Schauen sich das Prinzip dieser Welt und unseres Seins an. So wie wir uns das Himmelreich vorstellen, in so etwas lässt sich diese Welt nicht überführen. Was soll eine Schlange mit Giftzähnen, die auf das Erjagen von Beute ausgelegt ist. Deshalb muss man davon ausgehen, dass alles ganz anders ist, als auf dieser Welt, für uns nicht vorstellbar. Hochinteressant dazu sind die "Sieben Reden an die Toten" von C.G.Jung aus "Erinnerungen, Träume und Gedanken", ein Buch das aus Selbstschutz erst viele Jahre nach seinem Tode veröffentlicht werden durfte, eines nach meiner Ansicht nach lesenswertestens und ehrlichsten Buches, wenn auch viele ihm Unehrlichkeit oder Verwirrtheut unterstellen, Wenn sie sich als Person mit ihren individuellen und generellen Eigenschaften betrachten, so wird klar, dass vieles von Ihnen nur bezüglich ihrer Existenz in dieser Welt Sinn macht, und Sie in einer Existenz nach Ihrem Tod als geistiges wesen ganz anders strukturiert sein müssen.

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demokratie-troll 22.04.2019, 23:39
105. Das Interesse geht Richtung Selbstvergöttlichung

Für den Nachbau eines intelligenten Bewusstseins bzw. ein höheres Verständnis, wie so etwas künstlich zu erzeugen sei, gibt es bisher keinen Ansatzpunkt. Ob KI dabei hilfreich ist, so etwas zu finden, ist gänzlich ungewiss.
Möglicherweise gelingt es einer KI, die Möglichkeiten der Manipulation und Lenkung des menschlichen Willens zu perfektionieren, dass es am Ende keinerlei Sinn mehr macht, ihn irgendwie als frei zu bezeichnen, da man ihn weitestgehend vorausberechnen kann oder in seiner Zufälligkeit durchschaut.
Die Intelligenz der KI wäre damit vielleicht übermächtig, aber noch lange nicht allmächtig oder überirdisch, sondern einfache Funktionstüchtigkeit.

Viel wahrscheinlicher ist, dass eine Minderheit in der Lage ist, diese Übermächtigkeit in ihrem Sinne zu benutzen, so dass die Macht der Erkenntnis auf sie übergeht. Dann wären nicht höhere Wesen, sondern sie die Götter mit dem göttlichen Bewusstsein ihrer Übermacht. Sie könnten die Erkenntnisse auch nutzen, um sich selbst in künstlicher Weise zu vervollkommnen.

Wirklich neu ist es ja nicht, dass ein Herrscher sich vergöttlicht, historische Beispiele gibt es genug, neu wäre es nur, wenn dies in aufgeklärter Weise geschähe und man kann getrost davon ausgehen, dass die Interessenlage in diese Richtung geht. Das göttliche Auge im Überwachungsstaat wäre dann ein tyrannisches der Staatsgewalt, das den Herrschenden und Superreichen dient.

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Little_Nemo 22.04.2019, 23:54
106. Zurück zu uralten Fortschritten

Zitat von brotherandrew
... für ein dürftiger Artikel. Der Dekalog war ein Unterwerfungsvertrag zwischen Jahwe und seinem Volk nach dem Muster eines hittitischen Unterwerfungsvertrags mit folgendem Hintergrund: Die Hittiter eroberten ein Volk. Dieses musste nun den König der Hittiter als einzigen Herrscher anerkennen und die Regeln seiner Herrschaft akzeptieren. Vielgötterglaube ist uralt und ein Rückschritt gegenüber dem Monotheistismus. Oder um es mit G.K. Chesterton zu sagen: "Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, dann glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche." Tatsächlich ist es aber der unerlöste Mensch, der keinen Gott neben sich duldet. Das zeigt sich besonders darin, wenn er seine eigenen Kreationen vergötzt. Denn damit meint er eigentlich sich selbst.
Was ist denn eigentlich dieser "Gott"? Um an den glauben zu können müsste man das doch erstmal wissen. Zumal vieles dafür spricht, dass er eine Kreation von Menschen ist. Und Sie wissen ja was es bedeutet sowas zu vergötzen. Und ja, Sie und Chesterton haben recht, ich galube an alles Mögliche. Wäre doch blöd an das Unmögliche zu glauben, oder?

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wurzelpurzel 22.04.2019, 23:58
107.

Es ist wiedereinmal erstaunlich, wie schnell radikalextremistische Atheisten auf so ein Thema anspringen. Dabei beweisen sie auf immer die gleiche Weise, wie tief religiös sie sind und wie sie sich ihre neuen Götter längst geschaffen haben. Ich finde diese Gestalten immer wieder erstaunlich. Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Wir haben ja gesehen, wo derart ideologisch Verbrämte die Menschheit gebracht haben (Adolf Hitler, Josef Stalin, Mao Zedong, Kim Jung Il usw.usw.). Die Christen haben diese Phase längst hinter sich und haben sich dem Ursprung Jesu wieder zugewandt und sich mit dem Rechtsstaat verantwortungsbewusst eingelassen, wie Böckenförde, der leider verstorben ist, unlängst vollkommen richtig festgestellt hat. Die radikalextremistischen Atheisten, die ihre Ideologie absolut gesetzt vor sich hertragen, würden, so ist es zu befürchten, die brutalsten Auseinandersetzungen der Vergangenheit wiederholen, nur brutaler, denn sie glauben, im alleinigen Besitz der Wahrheit zu sein. Im Moment hetzen sie nur gegen Christen und andere, die ihre Ansichten nicht teilen. Hätten sie politische Macht ... nicht auszudenken!

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ixtec 22.04.2019, 00:04
108. Passover Fest - historische Begegnung

Das Passah-Fest schon mal jemand davon gehört, auf engl. Passover? Die Geschichte besagt ungefähr, dass 'Gott' Abraham sagte, dass er und die Leute in seinem Dorf alle Fenster und Türen schließen sollten, wenn er über das Dorf hinwegfliegt, und dass diejenigen, die dann draussen wären, sterben würden. Stelen wir uns vor, 'Gott' wäre ein Angehöriger einer technologisch höher stehenden Zivilisation und Teil der Besatzung eines Fluggeräts mit einem Antrieb, der sehr gesundheitsschädlich sein könnte, wenn man ungeschützt in dessen Nähe sich aufhält. Wäre diese Warnung dann naheliegend oder nicht? Danach geht die Geschichte so weiter, dass 'Gott' mit großem Tosen und Brausen über das Dorf hinweg geflogen sei. QED. Ein Schelm, wer sich darauf einen Reim machen will.

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darkk 22.04.2019, 00:14
109. @dr. joe 66 Beitrag 100

Die Nichtexistenz von etwas (egal was) zu beweisen ist per se unmöglich. Von daher ist ihr Vergleich mit dem Patt beim Schach so nicht anwendbar. Denn genau so gut könnte ich sagen, dass Gott eine pinke Gaswolke im Zentrum des Multiversums ist, die permanent fröhliche Kinderlieder singt (nur als Beispiel), da könnten sie mir das Gegenteil auch nicht beweisen. Und wieso glauben sie gerade an den christlichen Gott, und nicht an einen anderen? Immerhin glauben milliarden Menschen an etwas anderes.

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