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Zukunft der Religion: Du sollst keine anderen Götter bauen neben mir
Mike Agliolo/ Science Source/ Getty Images

Die monotheistischen Religionen sind noch immer stark, doch Aufklärung und Wissenschaft rauben ihnen langsam die Kraft. An ihre Stelle könnte ein neuer Glaube treten - an Götter, die wir selbst erschaffen.

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weiterso239 22.04.2019, 08:33
120. Menschlicher Hochmut kommt vor dem Fall

Die Menschheit wird sich in Ihrer Überheblichkeit und Gier irgendwann selbst zerstören. Als ehemaliger Elektroingenieur sehe ich diese KI für sehr gefährlich, auch wenn ich überzeugt bin, daß sie kein Bewußtsein entwickeln kann. Das kann nur ein Geschöpf Gottes. Ich war 50 Jahre Agnostiker aber inzwischen mit bahkti yoga tiefgläubig. Es gibt nämlich noch eine vierte große monotheistische Religion, die wir im Westen leider übersehen, das ist Vaishnaismus, die wichtigste Form des Hinduismus, mit Krishna als Gott. Ca 500 Millionen Menschen glauben daran. Ist übrigens die älteste monoth. Religion. Die Überlieferung zum wichtigsten Buch, der Bibel der Inder, die Bhagavad Gita ist 5000 Jahre alt. Die ganzen monotheistischen Religionen beziehen sich auf den selben Gott. Haben nur verschiedene Namen und Rituale und Philosophien um ihn herum entwickelt. Für mich persönlich war das Studium dieser Philosophie nach so langer Suche wie eine Erlösung. Denn sie enthält mit der karma Lehre alle Antworten auf meine Fragen für das Dieseits (warum gibt es Leid,...) und mit bhakti yoga Antworten auf Fragen für das Jenseits, die ich immer gesucht habe.

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spiegelleser861 22.04.2019, 08:36
121. Am Ende...

Diverse sifi-romane wie Matrix und auch dieser Artikel deuten es an, für das Klima und den Planeten wäre es das beste, wenn der Mensch von diesem Planeten verschwinden würde... daher hätte eine Ki unzweifelhaft Recht, wenn sie uns auslöschen oder dezimieren würde...

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erichb. 22.04.2019, 08:40
122. Spiritualiät

Abgesehen von allem Logischen und Wissen Schaffenden muss man in die Überlegung einach miteinbeziehen, dass der Mensch/die Menschen spirituell sind. Sie haben einen Geist, mit dem sie glauben. Nur das "Woran" ist die Frage. Gerade der Glaube an die Homöopathie und auch die Erkennisse der Placeboforschung zeigen, dass mit dieser Spiritualität ein gesundheitlicher Aspekt im Spiel ist. Wir werden keine Götter mit Wissen erschaffen, das Glauben-an wird sie finden.

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kickaha74 22.04.2019, 09:16
123.

Zitat von chaosimall
beschreiben sondern nur persönlich erleben. Dazu gehört Hingabe und Bewusstsein. Maschinen können das daher nicht ersetzen. Auch im biblischen Kontext haben sich die Menschen andere „Götter“ gegeben, daher liegt Herr Stöcker mit seiner Warnung vor der Schaffung neuer „Götter“ nicht wirklich daneben. Wie immer eine großartige Kolumne von Herrn Stöcker.
Warum soll man Gott nur erleben können? Und wie schließen Sie dabei aus, dass Sie einem Irrtum oder Einbildung unterliegen?

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kickaha74 22.04.2019, 09:22
124.

Zitat von dr.joe.66
Tja, wenn ich an Gott glaube, dann glaube ich, dass Gott die 10 Gebote geschrieben hat und nicht Mose - der war nur der Briefträger. Soviel zum Thema Marketing-Experte. Ich kann die Existenz Gottes nicht beweisen, auch die Auferstehung Christi nicht. Aber Sie können auch nicht beweisen, dass Gott und die Auferstehung und das ewige Leben nicht existieren. Patt, nennt man so eine Stellung im Schach. Da reichen alle unsere menschlichen Verstandesfunken nicht für aus. Könnte vielleicht daran liegen, dass die Existenz Gottes in einer Dimension vorliegt, die wir nicht betreten, vermessen oder analysieren können. Tja, eines Tages werde ich rausfinden, ob es wirklich einen Himmel gibt. Und bis dahin schadet es mir nicht wenn ich daran glaube. Und wenn ich die Gebote Gottes - liebe deine Nächsten wie dich selbst - ernst nehme, dann schadet mein Glauben auch niemand anderem...
Wenn Sie die Existenz eines Gottes behaupten, sind Sie auch in der Beweispflicht. Da herrscht keine Symmetrie und kein Patt. Und woher wissen Sie, dass die Existenz Gottes in einer Dimension vorliegt, die wir nicht betreten, vermessen oder analysieren können? Schon diese Aussage widerspricht sich selbst: Sie haben offenbar analysiert, dass Gott in jener Dimension ist...
Ob der Gottglaube Ihnen nicht schadet, sei mal dahingestellt. Religionen, die auf einem solchen Glauben beruhen, haben durchaus Schaden angerichtet.

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kickaha74 22.04.2019, 09:26
125.

Zitat von wurzelpurzel
Es ist wiedereinmal erstaunlich, wie schnell radikalextremistische Atheisten auf so ein Thema anspringen. Dabei beweisen sie auf immer die gleiche Weise, wie tief religiös sie sind und wie sie sich ihre neuen Götter längst geschaffen haben. Ich finde diese Gestalten immer wieder erstaunlich. Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Wir haben ja gesehen, wo derart ideologisch Verbrämte die Menschheit gebracht haben (Adolf Hitler, Josef Stalin, Mao Zedong, Kim Jung Il usw.usw.). Die Christen haben diese Phase längst hinter sich und haben sich dem Ursprung Jesu wieder zugewandt und sich mit dem Rechtsstaat verantwortungsbewusst eingelassen, wie Böckenförde, der leider verstorben ist, unlängst vollkommen richtig festgestellt hat.
Es ist leider unklar, auf welche "radikalextremistische Atheisten" Sie sich beziehen. Im übrigen ist m.W. noch niemand im Namen des Atheismus umgebracht worden. Wenn Sie sich auf Vertreter von vermeintlich atheistischen Ideologien beziehen möchten, sollten Sie bemerken, dass sich politische und religiöse Ideologien sich erstaunlich ähneln. Zum Beispiel darin, dass sie sich eine gottähnliche Führerperson geben, die verehrt werden muss. Der Atheismus hat damit nichts zu tun, er wird von politischen Ideologien nur als Vehikel benutzt, um die konkurrierenden religiösen Ideologien zu bekämpfen.

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Little_Nemo 22.04.2019, 09:27
126. Computer mit langem, weißem Bart

Zitat von spon_4_me
Ich weiß den Versuch einer Geistesgeschichte der Menschheit in 1500 Zeichen zu schätzen, finde es aber schade, dass in dem Tsunami an theologisch-historischen Betrachtungen die in meinen Augen interessante Frage von Tegmark et.al. etwas untergeht: Wie werden wir die Herrschaft über Systeme behalten, die uns in ihren konkreten Fähigkeiten um ein Vielfaches überlegen sind? Die Antworten darauf sind vielschichtig - von Stecker ziehen über Asimovs Robotergesetze hin zu das kann nie passieren, weil die KI durch die unvermeidlichen Zielkonflikte zum Nichtstun verurteilt ist - und hätten (wenn der Autor schon Tegmark und Bolstrom und wahrscheinlich die gerade erschienene Anthologie von Brockman kennt) eine etwas eingehendere Würdigung verdient. Vielleicht ist SPON nicht der Ort dafür. So haben wir in vielen Köpfen leider wieder das bei Journalisten ob seiner Prägnanz beliebte Bild von Skynet und R2D2 als Zukunftsvision, also die humanoide Form, die wir analog für den Gott der Bibel als weißbärtigen Donnergreis aus den alljährlich zu Ostern ausgestrahlten Sandalenfilmen kennen. Neben dem Umgang mit dem Klimawandel ist die Frage nach dem Umgang mit einer in Teilbereichen für uns magischen, weil unverstehbaren KI in meinen Augen eine zweite generationenübergreifende Thematik. Ich fände es spannend, tatsächlich einmal über eine Ethik zu diskutieren, in der es statt Gott (und damit statt Schicksal, Fügung oder höherer Gewalt) zumindest initial von Menschen geschaffene Algorithmen geben wird.
Naja, das ist ja nun nichts was nicht auch thematisiert und diskutiert würde. Nur drängt sich halt auch die Frage auf, wie sich diese technologischen Entwicklungen auf uns, unsere Freiheit und unsere Herrschaftsstrukturen auswirken werden. Ich gehe nicht davon aus, dass wir uns künftig vor Computer knien und zu ihnen beten werden. Obwohl ich den Eindruck habe, dass manche das bereits jetzt schon tun. Wir werden den Kisten wohl auch keine Kathedralen bauen. Aber es könnte durchaus passieren, dass Maschinen, die zwar von Menschen programmiert wurden, aber eben auch programmiert wurden lernen zu können und ihre Umwelt wahrzunehmen und zu reflektieren, autark zu sein, irgendwann tatsächlich sowas wie ein Bewusstsein, auch ihrer selbst, entwickeln. Und damit auch Bedürfnisse, wie wir sie haben, wohlmöglich gar Egoismen und Launen. Und wenn die Maschinen uns dann an Leistungsfähigkeit weit überlegen sind, stellt sich in der Tat die Frage, was dann wohl aus uns werden wird. Dann mag die Frage nach einem neuen Gott vielleicht trivial erscheinen, aber faktisch ist sie es dann nicht mehr, wenn wir die Maschinen dann auch vielleicht nicht "Gott" nennen werden. Faktisch wären sie es dann - auch wenn das wenig mit Theologie zu tun hätte. Und es ist besser sich über solche Dinge rechtzeitig Gedanken zu machen als sie immer nur auf die Menschheit loszulassen und dann zu versuchen hinterher zu räumen.

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DietrichHorstmann 22.04.2019, 09:28
127. Machtbegrenzugsidee

Die Gottesidee ist eine Erfindung zur Begrenzung der Macht von Menschen über Menschen und die Natur. Zugleich auch der Versuch der Aufhebung der strukurellen Ohnmacht der Menschheit durch seine Endlichkeit. Das Schicksal. Ob Gott als Person, real, virtuell, symbolisch verstanden, ist sekundär. Die Kernfrage heute lautet : Ohne eine Idee der Machtbegrenzung ist das Überleben unseres Globus in wissenschaftlich einigermaßen zu berechnender Zeit nicht denkbar. Die bisherigen Denksysteme scheinen dafür nicht ausreichend. In Gegenteil . Religion, Ideologien wie Nationalismus oder Sozialismus, Wissenschaft und Technik, Philosophie und Weisheit , Marktglaube oder Planwirtschaft jede für sich alleine haben mehr oder weniger versagt. Gegenseitiges Aufrechnen entlastet zwar, bringt uns aber nicht von der heute wachsenden Zerstörung durch diese Mächte und Kräfte weg zum möglichen Erhalt unseres Planeten. Ein Aktivieren der positiven Kräfte kann Rettung bringen .
Vielleicht sind von klugen und weisen Menschen erfundene selbstlernende Algorithmen eher in der Lage, die Interdependenz und Komplexität der Aufgabe zu analysieren und Wege zum Erträglichen für alle und alles zu finden. Das Zuendedenken der so verstandenen Gottesidee könnte hilfreich dafür sein. Machtverzicht für eine neue Welt ohne....

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tomdabassman 22.04.2019, 09:34
128. @ixtec 108 und 110

Sie lesen also aus genau zwei Bibelstellen heraus, daß die Menschheit vor einigen Tausend Jahren von Aliens besucht wurde? Das ist mir als Beweislage etwas zu dünn. Naturereignisse, ja das Wetter allgemein, wurden auch von den Römern und anderen Völkern zeittypisch als Ausdruck der jeweiligen Laune von Göttern betrachtet. Und in einem Schmöker, der erst nach Hunderten von Jahren mündlicher Überlieferung zum ersten Mal aufgeschrieben wurde, ist das Ändern eines einzelnen Wortes sicherlich tausendfach geschehen.

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kickaha74 22.04.2019, 09:36
129.

Zitat von harald.klingelhoefer
Die Christen haben allerdings die Hoffnung auf Rettung, wenn sie an den glauben der der Retter ist, Jesus Christus, die anderen allerdings nicht.
Die Christen machen sich diese Hoffnung auf Rettung. Ob diese realistisch ist, ist fraglich. Ebenso fraglich ist, ob der Glaube ausreicht bzw. notwenidig ist für die Errettung. Das scheinen die christlichen Strömungen durchaus unterschiedlich zu sehen.

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