Forum: Wissenschaft
Zukunft der Religion: Du sollst keine anderen Götter bauen neben mir
Mike Agliolo/ Science Source/ Getty Images

Die monotheistischen Religionen sind noch immer stark, doch Aufklärung und Wissenschaft rauben ihnen langsam die Kraft. An ihre Stelle könnte ein neuer Glaube treten - an Götter, die wir selbst erschaffen.

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MtSchiara 23.04.2019, 02:56
270. Anspruch auf Wahrheit

Zitat von kickaha74
Es geht sehr wohl um den Anspruch auf Wahrheit. Denn diese Glaubenssätze, die der Mensch zur Grundlage für seine Entscheidungen macht, werden mit dem Anspruch auf Wahrheit vorgetragen und ergeben als Entscheidungsgrundlage auch nur einen Sinn, wenn sie wahr sind. Jede Religion wird sinnlos, wenn das von ihr gemachte Heilsversprechen nicht der Wahrheit entspricht. Sie können natürlich gerne das Risiko eingehen, einer Unwahrheit und einem Hirngespinst hinterherzulaufen für Ihre Glaubensentscheidungen. Das bleibt jedem am Ende selbst überlassen.
Wenn Sie einen Ihnen unbekannten Berghang hinabsteigen, ein Gewitter droht und Sie an eine Weggabelung kommen, dann müssen Sie eine Entscheidung treffen: rechts oder links. Dort stehen bleiben können Sie nicht, denn im Gewitter würden Sie erfrieren, eine Karte haben Sie nicht. Das einzige, was Ihnen bleibt, ist eine Glaubensentscheidung zu treffen, daß der Weg rechts oder der Weg links der Weg ins Tal und in die Sicherheit ist.

Genauso verhält es sich mit Glaubensentscheidungen im Leben. Nichts genaues weiß man nicht, die Kenntnisse sind unvollständig, aber Entscheidungen müssen im Leben trotzdem getroffen werden, denn nicht zu leben ist keine Option. Was tut man da? Man trifft Glaubensentscheidungen! Jeder Mensch tut das. Die einen Menschen sind sich dessen mehr bewußt, die anderen weniger. Und jeder Mensch trägt für sich das Risiko, einem Hirngespinst hinterherzulaufen!

Manche Menschen reden sich ein, sie hätten sicheres Wissen, denn sie ertragen das Risiko nicht, im Leben zu scheitern. Aber damit, sich einzureden, sicheres Wissen zu haben, erhöht man das Risiko des Scheiterns im Leben.

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MtSchiara 23.04.2019, 03:15
271. Glauben und Wissen

Zitat von Little_Nemo
Halten Sie es für stringent zu sagen, dass Sie erkannt hätten, dass das Leben einen tieferen Sinn hat und Sie deshalb danach suchen? - Weil es sich lohnt? Woher wollen Sie wissen, dass es diesen tieferen Sinn gibt, wenn Sie ihn noch suchen müssen? Und wieso sind Sie sich sicher, dass es sich lohnt? Und wenn Sie annehmen, dass Gott dieser tiefere Sinn ist, was immer Gott auch sein mag, wie kommen Sie denn darauf, dass eine Anhäufung von Atomen sinnfrei sein müsse? Für mich ist sie das nicht, denn sie gewährt mir die Gelegenheit sein zu dürfen. In einer schönen, faszinierenden Welt, die wir nicht zuletzt deshalb viel zu gering schätzen, weil wir aus irgendwelchen obskuren Gründen annehmen, dass danach noch irgendwas viel dufteres kommen könnte. Wofür es keinerlei verifizierbare Anzeichen gibt.
Ich stelle fest, daß Sie mich grundlegend mißverstanden haben. Ich schreibe von Glaubensentscheidungen - also von Glauben, und Sie fragen mich, woher ich denn erkannt habe, woher ich wisse, und wiso ich mir sicher sei - also nach Wissen.

Ich versuche, mich deutlicher auszudrücken: Es gibt im Leben Wissensentscheidungen und Glaubensentscheidungen. Bei Wissensentscheidungen akzeptiert man etwas für sich als Wissen. Bei Glaubensentscheidungen geht man davon aus, daß man in einer Sache kein hinreichendes Wissen hat, aber trotzdem und ohne dieses hinreichende Wissen Entscheidungen treffen muß. Daher trifft man dann eine Glaubensentscheidung, wovon man denn für diese anstehende Entscheidungen ausgehen möchte.

Wenn nach dem Leben nichts kommt und nichts bleibt, wird es mit dem Tode völlig egal ob und wie man gelebt hat. Es wird dann mit dem Tode so, als habe man nie gelebt. Insofern kann man sich dann auch einfach umbringen, denn es kommt in diesem Falle auf das selbe heraus. Ich habe manchmal den Eindruck, daß harte Atheisten ihre eigene Weltanschauung nicht in aller Konsequenz verstanden und durchdrungen haben.

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kochra8 23.04.2019, 06:05
272. Wer bestimmt Bildung?

"Ist der Intelligenzunterschied groß genug, gibt es keinen Kampf, sondern ein Massaker." -
Genau dieses geschah eben erst zu Syrien und Irak mit den sogenannt quasi sich selber verfechtenden Idealisten des IS-Kalifats, mitsamt all seinen dümmlichen Mitläufern!
Ruhen sie ihren Seelenfrieden.

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hartwig2 23.04.2019, 08:03
273. Selbst erschaffen.

Das sich der Mensch seine Götter schon immer selbst erschaffen hat kann man daran erkennen, das diese anfangs nur im Umfeld existierte.

Ein z.B. christlicher Gott, hätte doch nicht Asien , Amerika und Australien total vergessen, und sich den Hotspot Bethlehem ausgesucht.

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stefan.p1 23.04.2019, 08:22
274. Es waren immer Menschen

die Götter erschaffen haben. Ohne Menschen keine Götter ,siehe T.Pratschett.

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hartwig2 23.04.2019, 09:11
275.

Zitat von Yoroshii
Was der Forist da vor sich hin brabbelt ist trumpwürdig. Atheismus will niemals glaubwürdig beantworten. Man ist Atheist, weil man WEIß, dass glauben nicht wissen ist. Mein lieber Herr Gesangsverein!
Niedlich, wie man immer versucht Wissenschaft und Glauben zu vermischen.
Gerade in der Wissenschaft ergeben Antworten noch mehr Fragen.
Die Antwort „Urknall“ stellt ungemein viele neue Fragen, Mrd von Galaxien sind aus einer Explosion entstanden? Wo kam die Materie dann her? Laienhaft gefragt.
Das hat jetzt aber doch nichts mit religösem Glauben zu tun.
Wenn man nicht an der wahrscheinlich Richtigkeit einer Annahme glaubt, könnte auch die Naturwissenschaft nicht arbeiten. Bloß diese versucht die Annahme zu beweisen. Nur immer die Antwort „Gott“ hätte uns nicht weitergebracht.

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miss maik franz 23.04.2019, 09:24
276. Sie irren, Actionscript!

"Religion ist das Opium des Volkes." ist der richtige Satz. Inhaltlich etwas ganz anderes als "... fürs Volk."

Die einen nehmen, den anderen wird gegeben.

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querulant_99 23.04.2019, 10:46
277. @274

Wenn es denn einen Gott gibt, der die Welt aus dem Nichts erschaffen hat und die fundamentalen Naturgesetze so justiert hat, dass nach dem Urknall eine Welt entstehen konnte, so wie wir sie heute wahrnehmen, dann war auf jeden Fall Gott zuerst da. Als bislang letzter Akt der Schöpfung entstand der Mensch, der jetzt erst darüber reflektieren kann, warum die Welt so existiert, wie wir sie kennen und ob es einen Gott gibt. Da die Fantasie der Menschen nahezu unbegrenzt ist, ist es dann kein Wunder, dass sich daraus ganz unterschiedliche Vorstellungen von Gott entwickelten, denn man hatte ja wenig Konkretes über ihn. Die Minimallösung ist ein Gott, der alles ins Rollen brachte, und sich danach zurückziehen konnte, da danach alles wie ein Uhrwerk ablief. Bei anderen ist der Wunsch groß, dass Ihnen ständig ein gütiger Gott zu Seite stehen möge, der ihnen unter die Arme greift, sobald es Probleme gibt. Gott macht jedenfalls keine Vorschriften, wie der Mensch ihn vorzustellen hat. Dies ist offensichtlich!

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Aberlour A ' Bunadh 23.04.2019, 11:03
278. Der Gott der Exponentialfunktion?

Aus dem verlinkten Artikel von Christian Stöcker: "Jemand aus dem Jahr 1988 würde, zu uns gebeamt, die Welt von 2018 als Science-Fiction-Welt erleben." Wieso das? Wenn er den Film "Blade Runner" von 1982 gesehen hat, wird er sich nur wundern, warum es im Jahr 2018 keine fliegenden Autos gibt und keine Androiden. Es ist sogar genau andersherum: die Science Fiction-Filme ÜBERSCHÄTZEN regelmäßig das tatsächlich geleistete technologische Entwicklungsniveau - auf der Basis der vorhandenen technologischen Entwicklung zur Entstehungszeit eines Science Fiction-Films. So hatte ein detailbesessener Regisseur wie Stanley Kubrik bekanntlich 1968 die weltweit führenden Computer-Experten gebeten, ihm ein realistisches Szenario für den Film 2001 zu entwickeln. Mit der Folge, dass die Enstehung des Berühmten HAL-9000 Computers ( Heuristically programmed ALgorithmic computer) ins Jahr 1994 vorverlegt wurde. Von wegen exponentielle Entwicklung. Heute fahren die allermeisten Autos immer noch auf vier Rädern, angetrieben durch eine Kurbelwelle, die Kraft in eine Drehbewegung wandelt. Wie zu Urgroßvaters Zeiten. Da darf man sich durch technischen Firlefanz drumherum als Lametta nicht täuschen lassen. Warum ist das Schachspiel heute nicht längst tot? Eine begrenzte Anzahl von Spielfiguren, die genau vorgeschriebenen Bewegunsgmustern folgen müssen. Eine begrenzte Anzahl von Feldern, auf denen mit einer Figur abwechselnd genau ein Zug gemacht werden kann. Eigentlich ein Armutszeugnis für die heutige KI, dass da immer noch nicht genau die Zugabfolge ermittel werden konnte, die mit Sicherheit zum Sieg führt. Die Begründung liegt natürlich im exponentiellen Wachtum der möglichen Züge. Das heißt, es gibt Exponentialfunktionen. Der technisch-wissenschaftliche Fortschritt ist es aber mit Sicherheit nicht.

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syracusa 23.04.2019, 11:05
279.

Zitat von MtSchiara
Wenn Sie einen Ihnen unbekannten Berghang hinabsteigen, ein Gewitter droht und Sie an eine Weggabelung kommen, dann müssen Sie eine Entscheidung treffen: rechts oder links. Dort stehen bleiben können Sie nicht, denn im Gewitter würden Sie erfrieren, eine Karte haben Sie nicht. Das einzige, was Ihnen bleibt, ist eine Glaubensentscheidung zu treffen, daß der Weg rechts oder der Weg links der Weg ins Tal und in die Sicherheit ist.
Das ist ja schön und gut, aber was hat das bitteschön mit Religion zu tun? Sie wählen den einen Weg ja nicht aus religiösen Gründen, sondern weil Ihnen Ihr Bauchgefühl sagt, dass Sie dieser mit höherer Wahrscheinlichkeit in Sicherheit führen wird als der andere.

Dass Menschen Intuition haben, hat mit Religion absolut gar nichts zu tun. Sie diskutieren hier im falschen Forum.

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