Forum: Wissenschaft
Zukunft der Religion: Du sollst keine anderen Götter bauen neben mir
Mike Agliolo/ Science Source/ Getty Images

Die monotheistischen Religionen sind noch immer stark, doch Aufklärung und Wissenschaft rauben ihnen langsam die Kraft. An ihre Stelle könnte ein neuer Glaube treten - an Götter, die wir selbst erschaffen.

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wiseguyno1 21.04.2019, 18:35
60. Ganz genau

Zitat von ruhepuls
Wie gut ist der Mensch? Offensichtlich nicht so gut, dass er seine - von ihm verursachten Probleme - selbst lösen könnte. Vielleicht braucht der Mensch einen "Gott", weil er sich selbst nicht in den Griff bekommt - ohne eine Art drohende "Überinstanz". Wenn hier eine "KI" quasi als "Henker" der Menschheit propagiert wird, dann ist das ja nichts anderes als die Angst vor dem "göttlichen Strafgericht" früherer Zeiten.
Damit haben Sie den Kant'schen Ansatz über "die Religion" (von 1793) imho ganz gut bbeschrieben ...

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Johannes60 21.04.2019, 18:37
61. Rettung der Menschheit

Zitat von rdo
Und wenn die Elektrischen Götter zu dem Schluß kommen, dass der Planet nur zu retten ist wenn die Menschheit vernichtet wird... dann ist wenigstens der Planet gerettet!....
Wenn wir Menschen über die "Rettung des Planeten" reden, geht es letztlich immer (nur) um die Rettung der Menschheit.

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o210367 21.04.2019, 18:38
62. Fehleinschaetzung

Zitat von ruhepuls
Man muss nicht religiös zu sein, um eines zu verstehen: Der Mensch ist als "Gott" eine Fehlbesetzung, weil er einfach nicht aus seinem kurzsichtigen Egoismus heraus kommt. Für die Naturvölker war die Natur (die Schöpfung) über ihnen (oder sie ein Teil von ihr), dann kamen die monotheistischen Religionen und lösten die alten Naturgeister ab - aber immer stand etwas über dem Menschen und zeigte ihm seine Grenzen auf. Der "moderne" Mensch akzeptiert nichts mehr über sich. Er sieht sich und seine (ständig wachsenden) Bedürfnisse als Maßstab der Dinge. Und deshalb scheitert deshalb scheitert er. Ein KI, die wirklich etwas bewirken wollte, müsste zuerst den Menschen zähmen - und zurecht stutzen. Kaum anzunehmen, dass wir freiwillig so etwas erschaffen würden - ohne einen "Not-Aus"-Knopf.
Es gibt keinen Hinweis das im Paleolithikum irgendwelche Kulte eine Rolle spielten. Geliebte Menschen wurden zeremoniell verabschiedet, das galt aber nicht fuer die Mehrheit und schon gar nicht fuer Frauen.



Naturvoelker? Ist ein Unwort und am besten vergisst das ganz schnell und der Vergleich zu heute ist nicht statthaft. Da hat sich viel geaendert seit dem Neolithikum.

Zivilisation hat sich ganz schnell entwickelt, technische Verbesserung spielten eine relativ geringe Rolle, die Hinweise das es sich um geistig hochentwickelte, musizierende, malende Kulturen mit grossen oralen Traditionen und einem sehr gesunden Sexleben handelte, hat sich schon lange verdichtet. Stell dir ein gesundes Hirn in einem gesunden Koerper vor. Ein Hirn das eine Gedaechtnissleistung hatte von der du nur Traeumen kannst als domestiziertes Arbeitstier.


Ihre heutigen Gebaerkulte stammen aus der Zeit als Mann mehr Nutztiere brauchte im mittleren Neolithikum. Du bist das Produkt dieser Selektion. Denkleistung musste nur solange erbracht werden wie die Ackerkrume lang ist.

Es gibt keine monotheistischen Religionen. Es gibt nur Leute die eine Steuer fuer ein unsichtbares Produkt abzwacken wollen oder dein Leben gegen den Acker eines Anderen eintauschen wollen.

Dazu brauchts keine AI. Du bist bereits domestiziert. Deine Arbeit wird aber eine KI so nebenbei erledigen. Eine KI wird nur an Menschen der Kunst, Musik, Schreiber und Entwicklung interessiert sein - als Mittel der Selbstreflektion. Du bist Teil der Herde und das ist negativ.

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doc_snyeder 21.04.2019, 18:39
63. Selbst geschaffene Götter? - Nicht gerade neu.

Die Götter der bisherigen Religionen wurden ja nun bekanntlich auch alle von Menschen geschaffen oder erfunden. Da wäre die Vergöttlichung der Künstlichen Intelligenz nichts wirklich Neues.

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nobody_incognito 21.04.2019, 18:39
64.

Zitat von scooby11568
Wir haben alle Götter selbst erschaffen... Also was soll die Diskussion?
Dann erschaffen Sie sich doch einen noch "mächtigeren". Selbst beim Mammon wär ich da skeptisch, d.h. es hat m.E. mehr mit der Empfänglichkeit unseres Verstandes zu tun, was wir aus dem machen, das der "Quelle" entspringt. Unser Verstand hat/hätte eigentlich nur die Aufgabe Sinn von Unsinn zu diskriminieren, wenn er etwas "Nachhaltiges" verkörpern soll.

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lspring 21.04.2019, 18:40
65. Da werfen Sie aber vieles in einen Top, was da nicht reingehört

Zitat von stelzerdd
Herr Stöcker meint: Die monotheistischen Religionen sind noch immer stark, doch Aufklärung und Wissenschaft rauben ihnen langsam die Kraft. Ich meine: Das ist die übliche und überhebliche eurozentristische Sicht der Dinge. Und es wird ein Gegensatz artikuliert, den christliche Naturwissenschaftler seit Jahrhunderten überwunden haben. Und von denen gibt es auch heute eine ganze Menge. Und was Aufklärung und Wissenschaft betrifft: Was machen wir nur mit den ganzen atheistischen Esotherikern, Impfgegern, Lichtnahrungs-Fans und was es sonst noch so gibt....
Ich bin bekennender Atheist. Aber nur für mich. Ich führe mit niemandem Gespräche über Religionen oder Gott und Götter. Habe auch kein Sendungsbewusstsein. Niemals würde ich jemanden für seinen Glauben kritisieren. Im Gegenteil: ich finde es gut, wenn Menschen überhaupt an irgend etwas glauben. Ich übe in dieser Hinsicht absolute Toleranz aus, weil es ohnehin sinnlos ist, über dieses Thema Diskussionen zu führen. Die Atheisten aber nun generell mit Esoterikern (das Wort schreibt sich übrigens ohne "h"), Impfgegnern, Lichtnahrungsfans und weiss der Teufel noch was alles in einen Topf zu stecken, ist nicht nur sehr dumm, sondern zeigt auch eindeutig, wessen Geistes Kind Sie sind. Damit wird auch alles andere, was Sie in Ihrem gesammelten Werk hier absondern, absolut wertlos.

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Amiodaron 21.04.2019, 18:41
66. Wie wäre es mal mit Toleranz?

„Das Christentum war ein frisches, freches Rebranding von Moses' alter Marke: statt alte Männer mit Bärten und vielen Regeln junge Männer mit Bärten und viel Liebe und - Bonus! - Auferstehung von den Toten. Das ist als - unüberprüfbares! - Markenversprechen schwer zu schlagen. Fröhliche Ostern.“

Sehr respektvoll, so mit dem Glauben vieler Menschen umzugehen. Toleranz gewährt man heute offenbar nur mehr sehr selektiv und voller Selbstgefälligkeit. Frohe Ostern, diesmal aber im Wortsinne!

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norsail 21.04.2019, 18:44
67. „Die verstehen...

... nur sehr wenig, die nur verstehen, was sich erklären lässt. (Marie v Ebner-Eschenbach) - Warum kann der Mensch nicht (einfach) akzeptieren, dass hinter dem unendlichen Universum nicht doch ein allmächtiger Schöpfergott steht? Steht dem der menschliche Stolz entgegen? Der gleiche Stolz, der schon für unendlich viel Übel in der Welt steht.

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BettyB. 21.04.2019, 18:45
68. Götter

Seltsam, wer meint Stöcker, hat die Götter erschaffen, an die die Menschen glaubten und glauben? Natürlich sind all die Götter Menschenwerk. Und ausgenutzt wurden sie schon immer von ihren offiziellen Erfindern und deren Nachfolger.

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Sendungsverfolger 21.04.2019, 18:48
69. Leider nicht ganz

Zitat von ruhepuls
Ja, das ist was dran. Die meisten Religionen verpacken ja auch "nützliche Verhaltensweisen" (wie kein leicht verderbliches Fleisch = Schwein zu essen) in "göttliche Regeln", weil sie dann eher befolgt werden. Und in Zukunft sagt uns dann die KI, wie wir uns richtig (sozial, gesund, produktiv) verhalten - und auch, was passiert, wenn wir das nicht tun.
Denn die (damaligen) "Regelschaffenden" hatten einen Selbstzweck. Der mag objektiv gut oder schlecht gewesen sein, er war auf jeden Fall vorhanden. Eine KI hat den nicht.

Es kann ihr schlicht schnurzegal sein, was mit der Menschheit, diesem Planeten oder ihr selbst passiert. Außer .... andere "Regelschaffende" programmieren ihr es ein. Damit hätten wir aber nur ein anderes Medium, nicht jedoch ein anderes System. Es gibt halt keinen deus ex machina. Und in machina auch nicht.

Deswegen wird auch keine KI _von selbst_ auf die "Idee" kommen, sich der Menschheit zu "entledigen". Sie hat nämlich soviel Selbsterhaltungstrieb, wie ein allwissendes Lexikon, nämlich keinen. Warum auch?

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