2016 in Bildern Merkel und der Aufstieg der AfD

Die Kölner Silvesternacht veränderte in Teilen der Gesellschaft die Wahrnehmung der Flüchtlingspolitik. Kanzlerin Merkel geriet heftig in die Kritik, die AfD schaffte es in mehrere Landtage. Ein Rückblick in Bildern.
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Mehr als 1000 Anzeigen: In der Silvesternacht bedrängen Männergruppen zahlreiche Frauen am Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofs, es kommt zu sexuellen Belästigungen und Diebstählen. Die Täter: vor allem junge Migranten aus Nordafrika. Die Ereignisse beschäftigen Justiz und Gesellschaft monatelang. Kölns Polizeipräsident wird deshalb in den Ruhestand versetzt.

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"Heute mein Kind - morgen dein Kind": Das steht auf Plakaten, mit denen Demonstranten nach dem Aufruf einer russlanddeutschen Organisation Ende Januar vor das Kanzleramt ziehen. Sie hatten Gerüchten geglaubt, wonach die 13-jährige Lisa aus einer russlanddeutschen Familie in Berlin von Flüchtlingen vergewaltigt worden war. Am Ende stellt sich heraus: Es war alles erfunden.

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Hollywood zu Besuch auf Angela Merkels Sofa: Die Kanzlerin lädt am 12. Februar Schauspieler George Clooney und seine Ehefrau, die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, zu einem Gespräch über Flüchtlingspolitik ein. Für Merkels Politik hat der Hollywoodstar nur Lob übrig: "Ich bin absolut einverstanden damit."

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18. Februar, in Clausnitz (Sachsen): Etwa hundert Personen blockieren einen ankommenden Bus mit Flüchtlingen. Sie schreien Parolen wie "Haut ab" und "Wir sind das Volk". Verängstigte Flüchtlinge, darunter Kinder, werden von der Polizei mit Gewalt aus dem Fahrzeug in die Unterkunft gezerrt - das zeigen Videos. Die Aufnahmen sorgen bundesweit für Aufsehen und Empörung.

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Ein 15-jähriges Mädchen, Safia S., stößt am 26. Februar am Hannoveraner Hauptbahnhof einem Bundespolizisten ein Messer in den Hals. Im Oktober beginnt der Prozess gegen die Deutsch-Marokkanerin wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Unterstützung der Terrorvereinigung "Islamischer Staat" (IS). Schon als Neunjährige trat sie öffentlich mit dem Salafistenprediger Pierre Vogel auf.

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"Falsch" und "dumm": So bezeichnete der Grünen-Politiker Volker Beck sein Verhalten. Was war passiert? Anfang März findet die Polizei bei ihm eine verdächtige Substanz, mutmaßlich handelte es sich um die Droge Crystal Meth. Daraufhin stellt er seine Ämter zur Verfügung, das Bundestagsmandat behält er. Das Verfahren gegen ihn wird wegen geringer Schuld gegen eine Zahlung von 7000 Euro eingestellt.

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"Die Baden-Württemberger haben heute Geschichte geschrieben": So jubelt Winfried Kretschmann am 13. März in Stuttgart. Zum ersten Mal werden die Grünen, deren Spitzenkandidat der Ministerpräsident war, bei Landtagswahlen stärkste Partei - und das ausgerechnet im ehemaligen CDU-Stammland Baden-Württemberg. Kretschmann wird zum zweiten Mal Regierungschef.

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Abschied von Guido Westerwelle: Der frühere Außenminister war einer der markantesten FDP-Politiker. Er starb im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung. Die Trauerfeier findet in der Kölner Sankt-Aposteln-Kirche statt.

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Wirbel durch Schmähgedicht: In der Sendung "Neo Magazin Royale" vom 31. März trägt Jan Böhmermann unter dem Titel "Schmähkritik" ein Gedicht über den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan vor. Der Staatschef protestiert. Er fühlt sich in seinem Persönlichkeitsrecht verletzt und stellt Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft in Mainz wegen Beleidigung. Das Verfahren wird im Oktober eingestellt.

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"Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben." Das sagt Alexander Gauland in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über den Nationalspieler. Später versucht sich der AfD-Vizechef zu rechtfertigen. Der brandenburgische Landtagsabgeordnete Sven Petke zeigt dem Rechtspopulisten auf seine Weise, was er von dessen Ausspruch hält.

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Am 18. Juli attackiert in einem Zug in Würzburg ein Mann mit einer Axt vier Mitglieder einer chinesischen Familie und verletzt sie schwer. Auf seiner Flucht greift er eine Spaziergängerin an, die Polizei erschießt den Täter später. Es taucht ein Video auf, in dem er sich zur Terrormiliz "Islamischer Staat" bekennt.

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Zur Wahlparty mit dem Boot: "Wir haben das Ende der CDU eingeleitet", sagt die AfD-Vorsitzende Frauke Petry. Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern werden die Rechtspopulisten mit 21 Prozent zweistärkste Kraft hinter der SPD.

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Zu Gast bei Gauck: Der Bundespräsident lädt am 10. September zum Bürgerfest ins Schloss Bellevue, etwa 4000 Gäste folgen seiner Einladung. Verdiente Bürger, Ehrenamtliche zumeist, werden zu diesem Anlass gewürdigt und gefeiert. Sie sollen im Mittelpunkt des Abends stehen. "Nicht Sie sollten für mich klatschen. Ich klatsche Ihnen Beifall", begrüßt das Staatsoberhaupt die Gäste. Gauck gibt 2016 bekannt, auf eine weitere Amtszeit zu verzichten.

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Pfeifkonzerte, Sprechchöre, offener Hass: Selten ist die Kluft zwischen Politik und Wutbürgern so spürbar wie bei den Einheitsfeiern in Dresden am 3. Oktober. Im Zentrum des Zorns steht Kanzlerin Angela Merkel. Die Demonstranten nehmen die Innenstadt mit einer Art Guerillataktik in Besitz. Überall wo Politiker auftauchen, machen Protestierende mit Pfiffen und Sprechchören auf sich aufmerksam.

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Wer wird es denn nun? Zum vierten Mal muss Kanzlerin Angela Merkel einen neuen Bundespräsidenten finden. Und zum vierten Mal sieht die Kanzlerin dabei nicht gerade glücklich aus. Am Ende bleibt ihr nicht viel mehr übrig, als den von Sigmar Gabriel auserkorenen SPD-Favoriten Frank-Walter Steinmeier zu unterstützen. Denn ein Unionskandidat war nicht zu finden.

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Abschiedsbesuch: Im November reist der scheidende US-Präsident Barack Obama noch einmal nach Berlin. Er bezeichnet Angela Merkel als "die standfesteste und zuverlässigste Partnerin, die man sich vorstellen kann". Auch der Kanzlerin fällt der Abschied aufgrund der guten Zusammenarbeit schwer.

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"Ihr müsst mir helfen": Auf dem CDU-Parteitag in Essen am 6. Dezember wirbt Angela Merkel bei den Delegierten für Unterstützung und Vertrauen. Mit Blick auf ihre Flüchtlingspolitik sagt sie: "Eine Situation wie die des Spätsommers 2015 kann, soll und darf sich nicht wiederholen." Am Ende erhält sie 89,5 Prozent bei ihrer neunten Wiederwahl zur CDU-Chefin.

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"Es waren harte Verhandlungen, aber es sind viele Gemeinsamkeiten zu spüren", sagt Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller. Am 8. Dezember, drei Monate nach der Wahl in Berlin, unterzeichnen Michael Müller (SPD), Klaus Leder, Landesvorsitzender der Linken, und Ramona Pop, Grüne, den Koalitionsvertrag. Es ist bundesweit die erste rot-rot-grüne Landesregierung unter SPD-Führung.

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