Wannsee-Konferenz: Die kalten Bürokraten des Genozids 19.01.2012
 Dr. Georg Leibbrandt: Weil er als Russlandexperte galt, wurde Leibbrandt...

Dr. Georg Leibbrandt: Weil er als Russlandexperte galt, wurde Leibbrandt gleich nach seinem Eintritt in die NSDAP 1933 zum Leiter der Ostabteilung im Außenpolitischen Amt (APA). Neben dem NS-Chefideologen Alfred Rosenberg war Leibbrandt der wichtigste außenpolitische Vordenker des APA.

Über die nächsten Jahre besetzte er mehrere führende Positionen im APA und im 1941 gegründeten Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdbO), die beide der Leitung Rosenbergs unterstanden. Leibbrandt nahm an mehreren Besprechungen über die Vernichtung der Juden teil und erschien bei der Wannseekonferenz als Vertreter des RMfdbO.

Obwohl er in hohem Maße an der Organisation des Holocaust beteiligt war, wurde er, nachdem er 1945 interniert worden war, bereits 1949 wieder freigelassen. Im Januar 1950 leitete das Landgericht Nürnberg-Fürth ein strafrechtliches Verfahren (Beihilfe zum Mord) gegen ihn ein, stellte die Ermittlungen aber nach nur wenigen Monaten wieder ein. Leibbrandt starb 1982 im Alter von 82 Jahren in Bonn.