Oligarchen in der Ukraine Die Schattenmänner

Sie steuern Fraktionen im Parlament, ziehen die Strippen bei Präsidentschaftskandidaturen, bleiben selbst aber lieber im Verborgenen: die Oligarchen der Ukraine.
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Rinat Achmetow, 50, ist international bekannt geworden als Besitzer des Fußballklubs Schachtar Donezk. Der Klub gewann 2009 den Uefa-Pokal. Achmetow stammt selbst aus der Ostukraine und stand Pate bei der Gründung der "Partei der Regionen" des 2014 gestürzten Präsidenten Wiktor Janukowytsch. Achmetows Spitzname war "König des Donbass", so viele Fabriken und so viel Einfluss hatte er in des Ostukraine. Durch den Krieg hat sein Imperium gelitten. Einst schätzte das Magazin "Forbes" Achmetows Vermögen auf 12,5 Milliarden Dollar. Zuletzt waren es nur noch 2,3 Milliarden Dollar. Als reichster Mann des Landes gilt er aber noch immer.

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Petro Poroschenko, 52, Spitzname "Schokokönig": Im Zentrum seines Firmenimperiums steht der Süßwarenkonzern "Roschen". Er leitet sich ab vom Nachnamen des Oligarchen (Po-Roschen-Ko). Der Milliardär war neben Achmetow einst Mitbegründer der Partei der Regionen und zwischenzeitlich sogar Minister von Präsident Wiktor Janukowytsch. Als gegen diesen 2014 aber Hunderttausende auf dem Kiewer Maidan demonstrierten, stellte sich Poroschenko auf die Seite der Massen. Nach Janukowytschs Sturz wurde Poroschenko zum Präsidenten gewählt. Seine Firma "Roschen" hat er bislang nicht verkauft - obwohl er das im Wahlkampf versprochen hatte.

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Oligarch Dmitrij Firtasch vor Gericht in Wien: Der Milliardär ist gelernter Feuerwehrmann und hält sich mit Kampfsport fit. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion legte er den Grundstock zu seinem Vermögen mit Tauschgeschäften: Er brachte Gas aus Turkmenistan in die Ukraine und lieferte im Gegenzug Lebensmittel. Gasgeschäfte mit dem russischen Staatskonzern Gazprom brachten dann ganz großes Geld. Firtaschs Imperium umfasst viele Chemiebetriebe. Er gilt als Russland-freundlich. Als er 2014 in Wien verhaftet wurde, soll ein befreundeter Milliardär aus Moskau die 125 Millionen Euro Kaution gezahlt haben,

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Igor Kolomoiskij, 54. 2011 belegte er mit einem geschätzten Vermögen von drei bis sechs Milliarden Dollar Platz drei der Rangliste der Superreichen in der Ukraine. Nach dem Sieg der Maidan-Revolution setzte ihn die Übergangsregierung in Kiew als Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk ein. Kolomoiskij ging dort hart gegen prorussische Bewegungen vor - und rüstete paramilitärische Freiwilligenbataillone aus, die im Donbass an der Seite der ukrainischen Armee gegen prorussische Separatisten kämpfen. Kolomoiskij stieg in Russland auf zu einer der meistgehassten Personen des Landes. 2015 hat er sich mit Präsident und Mit-Oligarch Poroschenko überworfen und wurde als Gouverneur entlassen. Seine Bank wurde 2016 verstaatlicht.

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Leonid Tschernowezkyj ist das Enfant terrible unter den ukrainischen Reichen: Der Geschäftsmann ließ sich zum Kiewer Bürgermeister wählen - und kassierte 100.000 Dollar von Geschäftsleuten für eine Audienz. Er posierte auch schon mal in Badehose vor Journalisten, um seine Fitness zu demonstrieren. Zweifel kursierten vor allem bezüglich seiner mentalen Gesundheit: Weil er inbrünstig den Wunsch hegte, eines Tages gemeinsam mit seinem Kater an einer Weltraummission teilnehmen zu können, gab ihm der Volksmund den Spitznamen "Ljonja Kosmos".

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Pawel Lasarenko wurde in den Neunzigerjahren von der Regierung betraut, mit Turkmenistan über Gaslieferungen zu verhandeln. 1996/97 war er Premierminister. Während seiner kurzen Amtszeit soll er 200 Millionen Dollar abgezweigt haben. 2006 wurde er in den USA wegen Geldwäsche und Erpressung verurteilt.

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Wiktor Pintschuk, 56: Das ukrainische Magazin "Fokus" taxierte Pintschuks Vermögen zuletzt auf 1,3 Milliarden Dollar. Er hat sein Geld mit Gaspipelines gemacht. Zu seinem politischen Kapital sollen allerdings auch seine verwandtschaftlichen Beziehungen zählen: Pintschuk ist der Schwiergesohn von Ex-Präsident Leonid Kutschma (1994-2005).

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Wadim Rabinowitsch, 64: Er hat sein Vermögen mit dem Verkauf importierter Möbel und im Erdgasbusiness gemacht. Laut Berichten des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR soll Rabinowitsch 2002 schwere Waffen an die Taliban in Afghanistan geliefert haben. Er hat das stets bestritten. 2014 trat er bei den Präsidentschaftswahlen gegen Poroschenko an, bekam aber gerade einmal zwei Prozent der Stimmen. 2016 machte die OSZE öffentlich, dass Teilnehmer einer Demonstration seiner Partei offenbar Geld für ihr Kommen gezahlt worden war.

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Alexander Jaroslawskij, 57 (hier neben Ex-Premierministerin Julija Tymoschenko): Bis Anfang der Neunzigerjahre war er Polizist in der Industriestadt Charkiw. Landesweit bekannt ist er in der Ukraine, weil ihm bis 2012 der örtliche Fußballklub Metallist gehörte.

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Sergej Taruta, 61: Nach der Maidan-Revolution setzte die Übergangsregierung Taruta als Gouverneur des Gebiets Donezk in der Ostukraine ein. Die Region kannte er, Taruta betrieb dort Fabriken, die pro Jahr rund zehn Millionen Stahl pressten. Anders als der Oligarch Kolomoisky im benachbarten Dnipropetrowsk scheiterte Taruta mit dem Versuch, prorussische Umtriebe in Donezk zu beenden. Durch die Millionenstadt Donezk patrouillieren heute Milizen der selbst ernannten Volksrepubliken. Taruta hat weite Teile seines Imperiums verloren.

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