Afrikas Staatschefs: Sie sind reich, so furchtbar reich 22.02.2016
 José Eduardo dos Santos, Angola, mehrere Milliarden US-Dollar: Santos ist nach...
AFP

José Eduardo dos Santos, Angola, mehrere Milliarden US-Dollar: Santos ist nach Simbabwes Mugabe der hartnäckigste unter Afrikas Langzeitherrschern. Er geht in sein 37. Amtsjahr. Der 73-jährige ehemalige marxistische Revolutionär steht an der Spitze einer Clique, die das Land ausraubt - so offen darf man das bei Santos wohl sagen. Der staatliche Ölkonzern Sonangol arbeitet bei der Ausbeutung der Ölvorkommen eng mit den internationalen Energiemultis aus China, Europa und den USA zusammen.

Öl gibt es in Angola reichlich, die Staatskasse müsste also prall gefüllt sein. Entwicklungsarbeit ließe sich finanzieren - wenn das Geld in Santos' Reich nicht immer wieder verschwinden würde. Ein Journalist der "Financial Times" hat in Unterlagen des Internationalen Währungsfonds recherchiert, dass allein zwischen 2007 und 2010 an die 32 Milliarden Dollar aus dem Haushalt verschwanden.

Für eine kleine angolanische Elite, die trotz massenhafter Armut ihr Jetset-Leben pflegt, ist Santos Anführer und Protegé ihres dekadenten Luxuslebens in der Hauptstadt Luanda. Präsidententochter Isabel, 42, gilt laut "Forbes"-Magazin als erste Dollarmilliardärin Afrikas. Die Familie Santos machte wiederholt mit großen Partys von sich reden: Bei der Weihnachtsfeier einer Mobilfunkfirma, die der Präsidentenfamilie mitgehört, trat die mehrfach Grammy-nominierte Rapperin Nicki Minaj auf. Mariah Carey hatte 2013 für den Diktator gesungen, mutmaßlich für eine Millionengage. Und Santos' Sohn gebietet über einen unkontrollierten Fünf-Milliarden-Dollar-Fonds aus Öleinnahmen, angeblich für soziale Investitionen.