Wimmelbilder Was für eine Wimmelei!

Ali Mitgutsch versetzte einst mit seinen Wimmelbüchern die Pädagogen in Rage - und entführte Millionen Kinder in seine Miniwelten. Besonders beliebt: ein kleiner Wildpinkler. Können Sie ihn entdecken?
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Klar zum Entern: Auszug aus dem großen »Piraten-Wimmelbuch« aus dem Jahr 2004. Die Darstellung brennender Schiffe sei zu angsteinflößend, warfen Kritiker Mitgutsch vor.

Foto: Ali Mitgutsch/Ravensburger Buchverlag
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Manneken Pis: Als eine Art Running Gag baute Mitgutsch bisweilen einen nackten Jungen ein, der ungeniert sein Wasser lässt. Kleiner Tipp: Schauen Sie einmal nach oben links – entdecken Sie den kleinen Frechdachs?

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Träumer: Als »Fenster zu einer eigenen Welt« charakterisierte Mitgutsch seine Bücher.

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Sommerzeit: Für Eltern ist das Freibad eher eine Strapaze. Ali Mitgutsch hingegen hegte immer eine Vorliebe für die Anarchie im Schwimmbad.

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Übergröße: Ali Mitgutsch hat bewiesen, dass man vom Träumen leben kann. Die Aufnahme zeigt ihn 2005 im Bilderbuchmuseum in Troisdorf.

Foto: Rolf Vennenbernd/ picture-alliance/ dpa/dpaweb
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Klassiker: Originalvorlage aus dem ersten Wimmelbuch »Rundherum in meiner Stadt« aus dem Jahr 1968. Damit schaffte Mitgutsch den Durchbruch als Kinderbuchillustrator. Dieses Bild wurde für das Cover verwendet. Dass es sich um die Originalvorlage handelt, erkennt man daran, dass links der Kasten freigelassen wurde, in den noch ein kleiner Text gedruckt wurde.

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Stilprägend: Als Mitgutsch 1968 sein erstes Wimmelbuch herausgab, war er noch ein umstrittener Vorreiter. Heute haben viele andere Illustratoren die Idee des Wimmelbuchs kopiert.

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Sperrig: Den Begriff Wimmelbilder mochte Mitgutsch gar nicht so gern – er bevorzugte den Ausdruck »sich selbst erzählende Bilderbücher«.

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Tohuwabohu: Mit viel Liebe zum Detail und Humor zeichnete Mitgutsch seine Bücher. Wie hier das Piratenschiff.

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Komprimiert: Inspiriert haben Mitgutsch Schaukästen, sogenannte Dioramen, die er als Kind auf den gemeinsamen Wallfahrten mit seiner Mutter bewunderte. Der Anstoß für ein Wimmelbild kam aber durch den Pädagogen Kurt Seelmann, Direktor des Münchner Stadtjugendamts. Der bat ihn, ein Bild zu malen, »auf dem ganz viel drauf ist«.

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Traurig: Mitgutschs Jugendzeit war im Gegensatz zu dieser Winterszenen wenig fröhlich. »Ich würde kein Buch über meine Trümmerkindheit machen«, sagte der Künstler.

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Frauenquote: Feministinnen warfen Mitgutsch vor, viel zu wenig Mädchen zu malen. Der Künstler erhöhte darauf den Anteil.

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Jahreszeiten: Mitgutschs Bücher bilden das Leben der Menschen im Miniaturformat ab. Die Szene stammt aus »Mein Wimmelbilderbuch: Frühling, Sommer, Herbst und Winter« von 2007.

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Original: Von seinen großformatigen Wimmelbildern erstellte Ali Mitgutsch immer nur jeweils eine gemalte Vorlage wie diese, die er dann an den Verlag zum Druck weitergab – und später in seiner Münchner Wohnung archivierte.

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Gleichberechtigung: Mitgutsch zeichnete fast alle Bilder aus halber Vogelperspektive. Die Figuren erscheinen gleich groß und damit gleichberechtigt in dem Gewusel – eine Art demokratische Schule des Sehens.

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Humorvoll: Kleine Pannen und Missgeschicke, die seinen Figuren passieren, zeichnete Mitgutsch nie hämisch, sondern stets ein wenig verschmitzt.

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Testpersonen: Mitgutsch hatte drei Kinder, denen er seine Zeichnungen früher immer zeigte. Besonders gut verlassen konnte er sich auf ihr Urteil aber nicht: »Wenn sie gut drauf waren, war alles von Papa toll«, erzählte er. In einer bockigen Phase aber war alles Mist. Einer von Mitgutschs Söhnen arbeitet heute selbst als Illustrator und Comiczeichner.

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Besserwisser: »Von oben suchten meine Augen die Welt nach neuen, ungewohnten Bildern ab«, erinnerte er sich in seiner Autobiografie. »Es waren Bilder mit vielen Details, es passierte so viel gleichzeitig.« Kinder jagten sich, eine Frau sammelte ihren Einkauf vom Boden auf, ein Junge kletterte einen Laternenpfahl hoch. »Auf gewisse Weise hatte alles seine Ordnung und dann auch wieder nicht.« Als Mitgutsch Ende der Sechzigerjahre seine ersten Wimmelbilder veröffentlichte, hagelte es Kritik. »Beim Fachpublikum traf ich auf keine offenen Herzen. Es gab fast nichts, was mir nicht vorgeworfen wurde.« Viele Pädagogen glaubten, die vielen Details seien für Kinder zu verwirrend.

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Vorläufer: Zunächst arbeitete der spätere Kinderbuchkünstler als Gebrauchsgrafiker, bis Mitgutsch eher zufällig in den boomenden Kinderbuchsektor rutschte. Vor den Wimmelbüchern zeichnete er allerdings schon andere Kinderbücher, darunter »Pepes Hut«, das 1959 in die Auswahl zum Deutschen Jugendbuchpreis kam.

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Positivismus: Mitgutsch malt »Traumwelten, um den Kindern nicht die Hoffnung zu nehmen«, sagte er einmal im Interview mit dem »Münchner Merkur«.

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Hintersinn: In hölzernen, etwa 20 Zentimeter tiefen Schaukästen, arrangierte Mitgutsch seine Fantasiewelten, die längst nicht so bekannt sind wie seine Wimmelbilder. Dieses Werk mit dem Titel »Sicherung einer fragilen Beziehung« gehörte zu seinen Lieblingswerken.

Foto: Ali Mitgutsch
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Inspiration: Als Kind war Mitgutsch tief beeindruckt von seiner ersten Fahrt im Riesenrad. »Von oben suchten meine Augen die Welt nach neuen, ungewohnten Bildern ab«, erinnert er sich. »Es waren Bilder mit vielen Details, es passierte so viel gleichzeitig.« Genau diese Perspektive nahm er später in seinen Wimmelbildern ein. Das Riesenrad blieb eines seiner Lieblingsmotive.

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Dauerbrenner: 6,5 Millionen Mal haben sich Mitgutschs Bücher bis heute verkauft, noch immer wird sein erstes Buch von 1968 nachgedruckt. Mitgutsch überprüfte vor jeder Neuauflage, ob sich die Farben durch neue Drucktechniken besser darstellen lassen.

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Hausgemeinschaft: Anstelle der sonst üblichen Vogelperspektive hat Mitgutsch in seinen Büchern auch immer eine Doppelseite mit einem Querschnitt gezeichnet, auf der es ebenfalls viel zu entdecken gibt.

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Durcheinander: Vorlage auf Pauspapier für eines der Wimmelbilder. Der Meister der Mimik skizzierte seine vielen Figuren zunächst immer ohne jegliche Gesichtszüge. »Sonst würde ich mich zu früh festlegen, und es bestünde die Gefahr, dass ich mich selbst kopiere.« Erst anschließend übermalte er die skizzierten Gesichter mit Farbe – gefiel ihm die Mimik dann immer noch nicht, wurden die Gesichter erneut übermalt.

Foto: Ali Mitgutsch