Anfänge des Cheerleading Ski-U-Mah! Hoo-Rah! Hoo-Rah!

Mit Pompons und Tamtam: 1898 wurde an einer altehrwürdigen US-Uni das Cheerleading erfunden. Rhythmische Rufe und Tänze sollten das Publikum zum Kochen bringen. einestages über einen uramerikanischen Brauch, in dem für Frauen zunächst kein Platz war - dafür aber für spätere US-Präsidenten.
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X-Plosion: Der X-Jump ist seit Beginn der Cheerleading-Historie fester Bestandteil des Sports. Wenn die eigene Mannschaft punktet, hüpfen die akrobatischen Anheizerinnen in die Luft und strecken dabei Arme und Beine gleichzeitig von sich. Dieses Foto aus den fünfziger Jahren zeigt ein Highschool-Mädchen.

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Brust raus, Bauch rein: Mit wallendem Haar, tiefem Dekolleté und Akrobatik unterhielten 2011 die Chargers-Cheerleaderinnen das Publikum bei einem NFL-Spiel gegen die Kansas City Chiefs 2011 in San Diego.

Das Image des albernen Puschel-Gehampels konnte der Sport mittlerweile ablegen. Die Athletinnen gelten als Hochleistungssportlerinnen.

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Dauerlächeln als Programm: Cheerleaderinnen der University of Washington animieren 1977 bei einem Auswärtsspiel gegen die University of California in Berkeley die mitgereisten Fans

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Männersache: In den Anfängen der mehr als hundertjährigen Geschichte des Sports waren Cheerleader ausschließlich männlich. Sie trugen Bundfaltenhosen, brüllten Schlachtrufe und untermalten diese mit vornehmlich simplen Gymnastikübungen.

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Schmissig: Richtig akrobatisch wurde es erst, als Frauen in den Sport einstiegen. Die Männer waren zu Statisten, hier als In-die-Luft-Werfer und Auffänger, degradiert, die das Feld verließen, wenn die Cheerleaderinnen wieder sicheren Boden unter den Füßen hatten.

Baltimore-Ravens-Cheerleaderinnen während eines Trainingcamps in Maryland, 2011. Sie zeigen einen "toe-touch", bei dem sie mit den Händen ihre Zehenspitzen berühren.

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Stimmungsmacher: Einer der wohl prominentesten Cheerleader der Vergangenheit ist George W. Bush, der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten. Während seiner Schulzeit an der Phillips Academy in Andover, Massachusetts, feuerte er als Chef der "All-Boys" die Sportmannschaften der Highschool an. Damit zeigte Bush, der als saufender und mittelmäßiger Student in seiner Jugend seinem Namen keine Ehre gemacht hatte, immerhin schon früh Lautsprecherqualitäten.

Vor ihm hatten das bereits drei weitere spätere US-Präsidenten unter Beweis gestellt: Ronald Reagan heizte der Menge am Eureka College in Illinois ein. Dwight D. Eisenhower war Cheerleader an der Militärakademie in West Point, New York. Franklin D. Roosevelt schrie hinter der Seitenlinie an der Harvard University in Cambridge.

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Vorlaut: Marion Draper von der Tulane University in New Orleans soll die erste Cheerleaderin gewesen sein, Foto von 1925. Zwei Jahre zuvor hatte die University of Minnesota Frauen zum ersten Mal als sportliche Jublerinnen zugelassen.

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Brüller in Bewegung: Um sich Gehör zu verschaffen, benutzten Cheerleader früher Megafone. Diese Yale-Studenten haben sie für ihre Übung vor sich abgestellt, aufgenommen Anfang der dreißiger Jahre.

Einer der ersten Anfeuerungsschreie im Cheerleading soll "Ski-You-Mah" gelautet haben und wurde angeblich Ende des 19. Jahrhunderts an der University of Minnesota von zwei Rugby-Spielern erfunden. "Ski" war ein kriegerischer Ausruf der Sioux-Indianer und bedeutete so viel wie "Sieg". "You-Mah" stand für University of Minnseota.

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Sprung über den Atlantik: Nach der Einführung von Cheerleading-Schulen, an denen die Turn- und Tanzübungen gelehrt wurden, sowie der Gründung von Verbänden wurde der US-Sport allmählich auch in Europa populär.

Diese amerikanischen College-Mädchen waren 1952 für das Football-Meisterschaftsfinale vom Team der U.S. Air Force nach Wembley gereist. Die drei waren mit überknielangen Röcken, Stulpen und weiten Sweatshirts wenig freizügig bekleidet. Doch das war auch dem Monat des Spiels geschuldet: Es fand im Dezember statt.

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Mit Pompons und viel Tamtam: Die sportarteigenen Schüttelpuschel, die im Fachjargon Pompons heißen, wurden erst 1948 erfunden. Auch Begleitmusik, einheitliche Outfits, Formationen und längere Tanzchoreografien setzten sich erst Mitte des 20. Jahrhunderts durch.

Cheerleaderinnen für das Football-Team der University of Maryland mit dem Mannschaftsmaskottchen, circa 1950

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Alle Hände voll zu tun: Pompons, die anfangs noch "Skakeroos" hießen, waren erst aus Stoff und später aus Papier gefertigt. Erst ab den sechziger Jahren wurden die Wedel wetterfest und aus glänzenden Kunststoffstreifen hergestellt. Erfunden hat die Puschel ein Mann - der passionierte Cheerleader Lawrence Herkimer, der 1948 das erste Cheerleader-Camp veranstaltete. Nach Herkimer ist auch der "Herkie"-Sprung benannt, bei dem ein Bein in der Luft gerade abgespreizt wird.

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Gut gebrüllt, Löwe! Cheerleader bauen während eines Football-Spiels zwischen den Ohio State Buckeyes und den Penn State Nittany Lions 1994 im Stadion des University Park, Pennsylvania, eine Pyramide. Obenauf thront das Maskottchen, ein Löwe.

Das "Menschengerüst" darf laut Cheerleader-Verordnung nicht höher sein als drei übereinander gestellte Körperlängen. Zudem müssen sogenannte Spotter zugegen sein, die im Fall des Falls stürzende "Mounter" auffangen.

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Junge Hüpfer: In den USA war Cheerleading schon frühzeitig an Schulen Teil des Sportunterrichts. Vereine organisierten zudem Wettbewerbe - hier die Mädchen beim Junior Contest 1959 in der Turnhalle der New Yorker Fordham University.

Bis der "Spirit of Cheerleading" jedoch Deutschland erreichte, sollte es noch eine Weile dauern. Mittlerweile gibt es aber auch hierzulande rund 400 Teams, die den Sport betreiben.

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Bodenständige Tanzshow: Im Winter 1986 heizten diese Cheerleaderinnen in ultraknappen Kostümen während des Superbowls die Stimmung im Louisiana Superdome in New Orleans auf. Die Pumps deuten darauf hin, dass die Mädchen auf waghalsige Stunts eher verzichteten. Ab den achtziger Jahren, in der Aerobic-Ära, wurde der Sport immer mehr variiert. So war es inzwischen üblich, Schritte verschiedener Tänze einzubauen.

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Puschel-Fraktion: Diese Mädchen trainierten 1961 für den "Gotham Bowl" in New York, ein Wohltätigkeitsspiel des US-Collegefootballs. In den sechziger Jahren hatte sich Cheerleading an fast jeder Highschool in den USA etabliert. Wer hip sein wollte, wedelte in seiner Freizeit mit Pompons und nahm sich einen smarten Football-Star zum Freund - so weit das Klischee, das in Wahrheit oft zutreffend war.

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