Anfänge des Cheerleading Ski-U-Mah! Hoo-Rah! Hoo-Rah!
Brust raus, Bauch rein: Mit wallendem Haar, tiefem Dekolleté und Akrobatik unterhielten 2011 die Chargers-Cheerleaderinnen das Publikum bei einem NFL-Spiel gegen die Kansas City Chiefs 2011 in San Diego.
Das Image des albernen Puschel-Gehampels konnte der Sport mittlerweile ablegen. Die Athletinnen gelten als Hochleistungssportlerinnen.
Schmissig: Richtig akrobatisch wurde es erst, als Frauen in den Sport einstiegen. Die Männer waren zu Statisten, hier als In-die-Luft-Werfer und Auffänger, degradiert, die das Feld verließen, wenn die Cheerleaderinnen wieder sicheren Boden unter den Füßen hatten.
Baltimore-Ravens-Cheerleaderinnen während eines Trainingcamps in Maryland, 2011. Sie zeigen einen "toe-touch", bei dem sie mit den Händen ihre Zehenspitzen berühren.
Stimmungsmacher: Einer der wohl prominentesten Cheerleader der Vergangenheit ist George W. Bush, der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten. Während seiner Schulzeit an der Phillips Academy in Andover, Massachusetts, feuerte er als Chef der "All-Boys" die Sportmannschaften der Highschool an. Damit zeigte Bush, der als saufender und mittelmäßiger Student in seiner Jugend seinem Namen keine Ehre gemacht hatte, immerhin schon früh Lautsprecherqualitäten.
Vor ihm hatten das bereits drei weitere spätere US-Präsidenten unter Beweis gestellt: Ronald Reagan heizte der Menge am Eureka College in Illinois ein. Dwight D. Eisenhower war Cheerleader an der Militärakademie in West Point, New York. Franklin D. Roosevelt schrie hinter der Seitenlinie an der Harvard University in Cambridge.
Sprung über den Atlantik: Nach der Einführung von Cheerleading-Schulen, an denen die Turn- und Tanzübungen gelehrt wurden, sowie der Gründung von Verbänden wurde der US-Sport allmählich auch in Europa populär.
Diese amerikanischen College-Mädchen waren 1952 für das Football-Meisterschaftsfinale vom Team der U.S. Air Force nach Wembley gereist. Die drei waren mit überknielangen Röcken, Stulpen und weiten Sweatshirts wenig freizügig bekleidet. Doch das war auch dem Monat des Spiels geschuldet: Es fand im Dezember statt.
Mit Pompons und viel Tamtam: Die sportarteigenen Schüttelpuschel, die im Fachjargon Pompons heißen, wurden erst 1948 erfunden. Auch Begleitmusik, einheitliche Outfits, Formationen und längere Tanzchoreografien setzten sich erst Mitte des 20. Jahrhunderts durch.
Cheerleaderinnen für das Football-Team der University of Maryland mit dem Mannschaftsmaskottchen, circa 1950
Gut gebrüllt, Löwe! Cheerleader bauen während eines Football-Spiels zwischen den Ohio State Buckeyes und den Penn State Nittany Lions 1994 im Stadion des University Park, Pennsylvania, eine Pyramide. Obenauf thront das Maskottchen, ein Löwe.
Das "Menschengerüst" darf laut Cheerleader-Verordnung nicht höher sein als drei übereinander gestellte Körperlängen. Zudem müssen sogenannte Spotter zugegen sein, die im Fall des Falls stürzende "Mounter" auffangen.
Bodenständige Tanzshow: Im Winter 1986 heizten diese Cheerleaderinnen in ultraknappen Kostümen während des Superbowls die Stimmung im Louisiana Superdome in New Orleans auf. Die Pumps deuten darauf hin, dass die Mädchen auf waghalsige Stunts eher verzichteten. Ab den achtziger Jahren, in der Aerobic-Ära, wurde der Sport immer mehr variiert. So war es inzwischen üblich, Schritte verschiedener Tänze einzubauen.