Die Bayern in der Einzelkritik Ribéry wie aufgezogen, Robben wie verloren

Nur einen Wimpernschlag waren die Bayern von einer erneuten Pleite gegen den FC Chelsea entfernt. Dass sie am Ende im Supercup doch triumphierten, hatten sie einem glänzenden Franck Ribéry und dem Comebacker Javi Martinez zu verdanken. Die Leistungen der Bayern im Einzelnen.
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Manuel Neuer: Neuer mag Chelsea, an ihm lag es ja nicht, dass die Bayern 2012 das Champions-League-Finale verloren - er parierte dort nicht nur einen Elfmeter, sondern verwandelte sogar selbst einen. Im Supercup-Finale hielt er glänzend unter anderem gegen Torres, rettete bei einem gut getimten Ausflug mit dem Kopf und spielte in der Verlängerung de facto einen ballgewandten Libero. Ach ja, und hielt auch noch den entscheidenden Strafstoß. Weltklasse. (Und nein, den platzierten Schuss von Eden Hazard zum 2:1 in der Verlängerung muss er nicht halten!)

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David Alaba: Ist jetzt schon eine gefühlte Ewigkeit da hinten links eine Bank bei den Bayern, dass man leicht vergisst: Alaba ist erst 21. Sah in der ersten Halbzeit trotzdem manchmal alt aus gegen Schürrle, 22, der über Alabas Seite das 1:0 für Chelsea vorbereitete. Offensiv dagegen in beiden Halbzeiten sowie der Verlängerung durchaus beeindruckend auf der spieldominanten linken Bayern-Seite, legte mehrere Chancen von Ribéry auf und schließlich mit seiner Flanke auch den späten Ausgleich.

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Dante: Seinetwegen wird man den langen Diagonalpass als Mittel der Spieleröffnung vielleicht einmal den "Dante" nennen. Er ist die hervorstechendste Waffe des Brasilianers, auch gegen Chelsea sah man den „Dante“ häufig. Was der Brasilianer aus seinem Verteidiger-Repertoire ansonsten ablieferte, war nicht berauschend. Höhepunkt beziehungsweise Tiefpunkt war ein Ausrutscher, der beinahe zu einem Gegentreffer durch Torres geführt hätte. Bereitete dafür eher unabsichtlich das 2:2 vor. Punktsieg deshalb gegen...

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Jérome Boateng: Könnte die Namensrechte für den langen Diagonalpass als Mittel der Spieleröffnung ebenfalls für sich reklamieren. War gegen Chelsea zwar deutlich präsenter als sein Mitbewerber Dante, leistete sich aber im Gegensatz zum Brasilianer auch einen entscheidenden Fehler, als er Hazard vor dem 1:2 eher auswich als diesen zu attackieren.

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Rafinha: Unter Guardiola im siebten Fußballfrühling, was Rafinha sicher gut findet, mancher neutrale Beobachter jedoch irgendwie nicht. Rafinha wirkte offensiv wenig zielstrebig bis fahrig, defensiv wenig zweikampfstark. Verlor vor dem 0:1 das entscheidende Duell im Mittelfeld gegen Eden Hazard, wurde schließlich ausgewechselt. Also erlöst.

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Javi Martinez (ab 56. für Rafinha): Präsenz, Zweikampfhärte, Umschaltspiel – der Spanier durfte nach seiner Einwechslung zunächst auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld ran. Machte seine Sache dort ausgezeichnet, als Martinez kam, ging Chelseas Initiative für eine Weile. Übernahm in der Verlängerung den Part des kopfballstarken Offensivbrechers – und traf! In der Nachspielzeit der Nachspielzeit. Was für ein Comeback.

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Philipp Lahm: Der Kapitän begann als offensiver Mittelfeldspieler, wechselte sich dann mit Kroos defensiv ab und ging nach Rafinhas Auswechslung schließlich wieder auf seine angestammte Position als Rechtsverteidiger zurück. Sah ausgerechnet dort nicht gut aus gegen Hazard vor dem 1:2, ansonsten aber souveräner Jobhopper.

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Franck Ribéry: Europas Fußballer des Jahres ist er gerade geworden und wirkte im Supercupfinale über 120 Minuten so, als wolle er seine Auszeichnung vor aller Welt bestätigen. Wie aufgezogen raste Ribéry übers Feld, dass ein Kollaps jederzeit möglich schien. Der auffälligste Münchner der ersten Halbzeit, aber mit sehr vielen vergebenen Chancen. Wie auf dem Rummel schoss Ribéry auf Cechs Tor, zielte unten rechts, oben rechts, unten links. Immer vorbei. Machte es in der 47. Minute dann viel besser, Traumtor. In der Form seines Lebens, und: endlich mal ein Finale durchgespielt!

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Toni Kroos: Passsicher, ballsicher, mit Übersicht, dazu mit einer deutlich verbesserten Zweikampfhärte – Kroos war als Sechser in der ersten Halbzeit die Überraschung des Spiels. Auch später umsichtig als Ballverteiler, leider viel zu wenig torgefährlich. Trotzdem scheint Kroos bei Guardiola gesetzt.

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Thomas Müller: War selten zu sehen, das Bayern-Phantom. Rackerte defensiv wie gewohnt, ungewohnt hingegen die seltenen Abschlüsse des Nationalspielers. Immerhin: War noch öfter zu sehen als Teamkollege Arjen Robben.

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Mario Götze (ab 70. für Müller): Die „Bild“ fragte ja schon zur Halbzeit, ob Guardiola jetzt Götze bringe, und auch Götze fragte sich das, als Guardiola in der 56. Minute in seine Richtung winkte. War aber leider nicht er gemeint, sondern Martinez. Götze drehte ab, kam dann in der 70. und stiftete zunächst weniger Verwirrung als erhofft. Als Guardiola ihn in der Verlängerung von Außen in die Zentrale beorderte, konnte man erahnen, was für ein toller Kicker für die Bayern er noch werden kann.

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Arjen Robben: Der Niederländer wirkte in diesem Spiel auf seiner rechten Seite ausgesprochen verloren. 90 Prozent der Münchner Angriffsbemühungen liefen nicht über Robbens Seite, was das Spiel der Bayern berechenbar machte und Robben schlechte Laune. Wirkte missmutig, als er ausgewechselt wurde, feierte nachher aber einträchtig mit Pep Guardiola. Wurde von diesem sogar als einziger Bayernspieler mit einem Wangenkuss beehrt.

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Xherdan Shaqiri (ab 95. für Robben): Sieht Götze sehr ähnlich, was an diesem Abend eher gut für Götze war. Shaqiri brachte Schwung und versuchte, wie das so seine Art ist, mit Eins-gegen-eins-Aktionen in Strafraumnähe für Gefahr zu sorgen. Gelang manchmal. Wird mal ein ganz Großer (sorry, der musste sein).

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Mario Mandzukic: Wird ja gern an mehreren Parametern gemessen. 1. Laufleistung: gut. 2. Offensive Zweikämpfe: naja. 3. Tore: nein. Gegen Chelsea kam irgendwann in der zweiten Hälfte noch eine vierte Kategorie hinzu, von der man nicht genau weiß, ob sie so gewollt war: Flankenläufe auf links. Legte eine Menge davon hin, allerdings blieben sie alle ohne Ertrag. Fazit: Taugt nicht als Ersatz-Ribéry.

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