Beatles, Elvis, Queen Berühmte letzte Akkorde

Vor 50 Jahren traten die Beatles letztmals gemeinsam auf: Ihr legendäres "Rooftop Concert" fällt in eine Reihe spektakulärer Bühnenabgänge. Meist ahnten die Fans nicht, dass sie ihre Idole zum letzten Mal live erleben würden.
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30. Januar 1969 - guck mal, wer da spielt: Dreieinhalb Jahre und fünf elaborierte Alben nach ihrem letzten Konzert betraten die Beatles erstmals wieder eine Bühne, und was für eine: Auf dem Dach des Apple-Gebäudes in der Londoner Savile Row raufte sich die zerstrittene Band noch einmal zusammen, um neues Songmaterial für eine Filmdoku einzuspielen, allen voran das programmatische "Get Back". Das "Rooftop Concert" sollte der letzte gemeinsame Liveauftritt der "Fab Four" werden. Wenige Monate später trennten sich die Wege von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr endgültig.

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"Es war schon ein seltsamer Auftrittsort", sagte McCartney später. "Wir hatten dort oben kaum Publikum, nur ein paar Leute. So spielten wir buchstäblich das Nichts an. Vor uns war nur der Himmel. Es war schön." Auf der Straße wunderten sich Passanten, was für eine Musik da zu ihnen herunterwehte - bis sie den Klang der Beatles erkannten. Einige kletterten auf umliegende Häuserdächer, Menschentrauben bildeten sich, die Polizei hatte alle Mühe, ein Verkehrschaos zu verhindern. Ein letztes Mal Beatlemania!

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"Bigger than the Beatles", das behauptete Noel Gallagher von seiner Band Oasis 1996, auf dem Höhepunkt des Britpop-Hypes. Größer als die Beatles? Im Streiten auf jeden Fall. Noel konnte es nach jahrelangen Scharmützeln irgendwann nicht mehr ertragen, gemeinsam mit Bruder und Sänger Liam auf einer Bühne zu stehen. Am 22. August 2009 taten Oasis (hier im Juli 2009 bei einem Auftritt auf dem Melt!-Festival in Gräfenhainichen) dies zum letzten Mal, beim V Festival im englischen Staffordshire. Ihr letzter Song: "I am the Walrus", ein Beatles-Cover.

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Offiziell waren es etwa 120.000 Besucher - andere Zählungen gingen von 200.000 Queen-Fans aus, die am 9. August 1986 das Abschlusskonzert der Magic-Tournee verfolgten. Nicht ahnend, zum letzten Mal die komplette Band live zu erleben. Fünf Jahre später starb Freddie Mercury an den Folgen seiner Aids-Erkrankung. An diesem Abend im Knebworth Park warf sich der Sänger noch einmal in die Brust - und als am Ende "God save the Queen" angestimmt wurde, verabschiedete sich Mercury standesgemäß mit Krone und Königsmantel von der Bühne.

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Der weiß-goldene Jumpsuit spannte um die Hüfte, davon abgesehen präsentierte sich Elvis Presley am 26. Juni 1977 in der Market Square Arena in Indianapolis noch einmal in guter Form - zumindest phasenweise. "Jailhouse Rock", "Now Or Never", "Hound Dog", die Fans waren begeistert. Und sahen darüber hinweg, wie der "King" von Schmerztabletten benebelt über die Bühne taumelte. Am Ende hieß es traditionell "Elvis has left the Building", diesmal für immer: Am 16. August 1977 starb der 42-Jährige auf seinem Anwesen Graceland in Memphis, Tennessee an Herzversagen.

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Noch einmal den "King of Pop" live erleben! 2009 versuchten Millionen Michael-Jackson-Fans, an Tickets für eines der 50 Konzerte in der Londoner O2-Arena zu kommen. Der Starttermin im Juli wurde plötzlich verschoben, Gerüchte um den Gesundheitszustand des von Schönheitsoperationen und Schicksalsschlägen gezeichneten Ausnahmekünstlers machten die Runde. Am 25. Juni, 18 Tage vor der ersten Show verstarb der 50-Jährige an einer Vergiftung durch das Narkosemittel Propofol. Die Aufnahme zeigt ihn zwei Tage zuvor bei einer Probe.

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Ein Gedenkstein auf der Ostseeinsel Fehmarn erinnert an den letzten Auftritt von Jimi Hendrix. Das Konzert auf dem "Love and Peace"-Festival am 6. September 1970 geriet zum Desaster, zwölf Tage später starb der Gitarrengott in London - er war nach einem Alkohol-Schlaftabletten-Cocktail an seinem Erbrochenen erstickt.

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The Doors waren berüchtigt für ihre Exzesse auf der Bühne - doch das, was Sänger Jim Morrison am 12. Dezember 1970 im Warehouse in New Orleans ablieferte, war nurmehr eine Karikatur seiner selbst. Lethargisch, zauselbärtig, von seiner Alkoholsucht gezeichnet, musste sich Morrison während der epischen Songs mehrfach setzen, er vergaß ganze Textpassagen und verpasste seinen Einsatz beim Finale zu "Light My Fire". Schließlich zertrümmerte er den Mikrofonständer und verließ vorzeitig die Bühne. Am 3. Juli 1971 starb Morrison in Paris an einer Überdosis Heroin.

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40.000 Menschen kamen am 12. August 1970 ins Football-Stadion der Harvard-Universität, um Janis Joplin zu sehen. Die Bluesrock-Sängerin war bekannt für ihre exzentrischen Shows - und auch an diesem Abend durfte die Flasche Southern Comfort auf der Bühne nicht fehlen. "Sie war in ihrer eigenen Welt", beschrieb es ein Zuschauer später. Joplin starb am 4. Oktober 1970 an einer Überdosis Heroin. Wie Hendrix und Morrison wurde auch sie nur 27 Jahre alt, ein Umstand, der den ominösen Mythos des "Club 27" begründete.

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Die Sorgentelefone liefen heiß, Millionen Teenies heulten sich die Augen aus: Am 4. April 1996 schmachteten Take That in Amsterdam ein letztes Mal gemeinsam "I want you back for good". Robbie Williams hatte die Boyband zu dem Zeitpunkt bereits im Streit verlassen. Gary Barlow, Mark Owen, Howard Donald und Jason Orange versuchten sich fortan als Solokünstler - zu anhaltendem Weltruhm gelangte nur Williams. Am 19. November 2010 traten Take That anlässlich eines Benefizkonzerts erstmals wieder in voller Besetzung auf und sangen ihren Hit "Never Forget".

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Led Zeppelins Europatournee 1980 stand unter keinem guten Stern. Das Konzert in Wien wurde unterbrochen, nachdem Gitarrist Jimmy Page von einem Feuerwerkskörper getroffen worden war. Der Auftritt in der Nürnberger Messehalle wurde nach nur drei Songs abgebrochen, Schlagzeuger John Bonham war infolge exzessiven Alkoholkonsums zusammengebrochen. Am 7. Juli in der Berliner Eissporthalle standen die Begründer des Hard Rock zum vorerst letzten Mal auf der Bühne - Ende September 1980 wurde Bonham tot in seinem Bett aufgefunden. Er war im Schlaf an seinem Erbrochenen erstickt.

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"Bigmouth strikes again": Am 12. Dezember 1986 gab Sänger Morrissey in der Londoner Brixton Academy noch einmal die Rampensau - ein halbes Jahr später waren The Smiths Geschichte, nachdem Gitarrist Johnny Marr von Bord ging.

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Am 1. März 1994 gaben Nirvana ein Konzert im Terminal 1 des Münchener Flughafens - es sollte das letzte der Grunge-Ikonen werden. Die weiteren Tourauftritte wurden abgesagt, nachdem sich der Gesundheitszustand von Sänger Kurt Cobain (hier bei den Aufzeichnungen zum legendären MTV-Unplugged-Konzert 1993) dramatisch verschlechterte. Einen Monat später nahm sich Cobain in seinem Haus in Seattle das Leben. Er wurde 27 Jahre alt.

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Es sollte ein strahlendes Comeback werden - doch der Auftakt ihrer Europatournee in Belgrad geriet zum Desaster: Schwer alkoholisiert stakste Amy Winehouse am 18. Juni 2011 über die Bühne, lallte mehr als dass sie sang und wurde schließlich ausgebuht. Die Plattenfirma sagte daraufhin alle weiteren Tourauftritte ab. Am 23. Juli 2011 wurde Winehouse tot aufgefunden, sie starb an einer Alkoholvergiftung, 27-jährig.

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"Ich werde singen, bis ich sterbe", soll "Mama Afrika" Miriam Makeba einmal gesagt haben. So kam es dann auch. Am 9. November 2008 trat die 76-Jährige bei einem Benefizkonzert für den Anti-Mafia-Autor Roberto Saviano in Neapel auf. Als Zugabe sang sie ihren größten Hit, "Pata Pata", und brach zusammen, als sie die Bühne verlassen wollte - Herzinfarkt.

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Nicht mal drei Jahre währte die (erste) Punk-Ära der Sex Pistols, ehe sich Sänger Johnny Rotten (l.) während der USA-Tour 1978 mit dem Manager überwarf und die Band auseinanderbrach. Ihr letztes Konzert gaben die Briten am 14. Januar 1978 im Winterland Ballroom in San Francisco. Für Bassist Sid Vicious ging es danach rapide bergab - er starb ein Jahr später an einer Überdosis Heroin. (Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, die Sex Pistols hätten bis zur ersten Trennung fünf Jahre existiert. Wir haben die Angabe korrigiert.)

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Denkwürdiger Abend im Greenville Memorial Auditorium South Carolina: Am 19. Oktober 1977 traten Lynyrd Skynyrd ein letztes Mal in Originalbesetzung auf. Zwei Tage zuvor hatten die Südstaaten-Rocker ihr Album "Street Survivors" veröffentlicht. Einen Tag nach dem Konzert stürzte das Charterflugzeug ab, mit dem die Band zum nächsten Auftritt fliegen wollte. Sänger Ronnie Van Zant und Gitarrist Steve Gaines kamen ums Leben. Aus Respekt vor den Angehörigen wurde das Albumcover, das die Band inmitten von Flammen zeigte, gegen ein neutraleres ausgetauscht.

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16 Jahre auf Tour waren genug: The Band, eine der einflussreichsten Country-Rock-Formationen der Sechziger- und Siebzigerjahre und Tourneeband von Bob Dylan, gaben an Thanksgiving 1976 in San Francisco ein extravagantes Abschiedskonzert. Den mehr als 5000 Fans wurden 200 Truthähne, 150 Kilo Lachs und 200 Kilo Kürbis aufgetischt, auf der Bühne standen Gastmusiker wie Eric Clapton, Van Morrison, Neil Young, Joni Mitchell, Neil Diamond, Ringo Starr, Ron Wood und natürlich Bob Dylan. Martin Scorsese verfilmte die Show unter dem Titel "The Last Waltz".

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Punk ist tot, es lebe der Post-Punk: Joy Division galten als das nächste große Ding auf der Insel -und die Band aus Manchester hatte große Pläne: durch die USA touren, das neue Album "Closer" promoten. Doch Sänger Ian Curtis machte seine Epilepsieerkrankung zunehmend zu schaffen. Beim letzten Konzert vor der Abreise, am 2. Mai 1980 im englischen Birmingham, erlitt Curtis einen Anfall und fiel von der Bühne. Wenige Tage später erhängte er sich in seinem Haus.

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192 Konzerte in 28 Monaten: Am Ende der "Use your Illusion"-Tour lagen bei Guns n' Roses die Nerven blank. Nach einem Konzert in Buenos Aires im Juli 1993 schmiss Sänger Axl Rose einen weiteren Bandkollegen raus, wenig später folgte ein verkorkstes Coveralbum und der Abgang der Gründungsmitglieder Slash und Duff McKagan - aber bis zur Reunion der Gunners 23 Jahre lang kein Liveauftritt mehr.

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Andere zelebrierten ihren Abgesang als großes Fest: Nach 50 Bühnenjahren verabschiedeten sich die Hippie-Rocker The Grateful Dead im Juni 2015 mit fünf ausverkauften Konzerten von ihren treuen Anhängern - allein zu den drei Konzerten in Chicago kamen mehr als 360.000 Fans.

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Herzschrittmacher, Diabetes. Exzessiver Whisky- und Zigarettenkonsum hatten bei Lemmy Kilmister Spuren hinterlassen. Doch am 11. Dezember 2015 wütete der Motörhead-Frontmann noch einmal durch die Berliner Max-Schmeling-Halle, "Ace Of Spades", "Bomber" und, als Finale des Abends, "Overkill". Zwei Wochen später, kurz nach seinem 70. Geburtstag, erlag Lemmy einem Krebsleiden.

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31. Juli 1980, eine warme Sommernacht in Long Beach, Kalifornien - und auf der Bühne erhitzte Gemüter: Die Spannungen zwischen den Bandleadern der Eagles, Glenn Frey und Don Felder, entluden sich an jenem Abend. "Als wir auf die Bühne gingen, brodelte es in mir. Ich wollte Felder umbringen", sagte Frey später in einer Band-Doku. Drohungen wurden ausgesprochen, eine Gitarre zerschmettert, dann verließ Felder die Bühne und eine der größten Rockbands der Siebziger war vorerst Geschichte.

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Hurricane Festival im niedersächsischen Scheeßel 2004: Bereits während des Auftritts soll David Bowie über Schmerzen in der Brust geklagt haben, durchsteht aber noch die Zugaben: "Life on Mars", "Suffragette City" und "Ziggy Stardust". Nach der Show wird er ins Krankenhaus eingeliefert, wo ein Herzinfarkt diagnostiziert wird. Bowie wird bis zu seinem Tod 2016 noch zwei Alben veröffentlichen - aber nie wieder auf die Bühne zurückkehren.

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Indizierungsverfahren, Geldsorgen, kreative Erschöpfung: 1988 beschlossen Farin Urlaub und Bela B, die Ärzte aufzulösen. Am 9. Juli fand in Westerland auf Sylt das vorläufig letzte Konzert der "besten Band der Welt" statt (hier mit Porno-Darstellerin Teresa Orlowski, die einen Gastauftritt im Video zu "Bitte, bitte" hatte).

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Mit mehr als 100 Millionen verkaufter Alben und Singles gelten Linkin Park als kommerziell bislang erfolgreichste Band des 21. Jahrhunderts. Am 6. Juli 2017 gab die Nu-Metal-Formation ihr letztes Konzert - 14 Tage später wurde Sänger Chester Bennington tot aufgefunden, er hatte Suizid begangen.

Foto: Redferns
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Zu Beginn der Show im Fox Theatre in Atlanta am 14. April 2016 gab es eine Entschuldigung: "Ich war ein bisschen angeschlagen", erklärte Prince eine frühere Konzertabsage - und spielte dann noch einmal groß auf. Es sollte sein letzter Liveauftritt werden: Eine Woche später starb die Popikone an einer Überdosis des Schmerzmittels Fentanyl, das er sich offenbar versehentlich selbst verabreicht hatte. Die Aufnahme zeigt ihn bei einem Auftritt 2006.

Foto: imago/ ZUMA Press
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Mit ihrem Album "Highway to Hell" hatten sich AC/DC (hier bei einem Konzert in New York) 1979 endgültig in der Rockwelt etabliert. Anfang des Folgejahres gingen sie in Frankreich auf Promo-Tour, am 27. Januar legten sie einen fulminanten Auftritt im englischen Southampton hin. Es folgten Einladungen zu "Top of the Pops" und in die spanische TV-Show "Aplauso" - Hard Rock aus der Dose, Bon Scott sang Playback. Es war der letzte Auftritt des Sängers: Am 19. Februar 1980 starb er nach einer durchzechten Nacht an Alkoholvergiftung im Auto eines Freundes.

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Zwei Jahre zuvor hatte Buddy Holly mit "Peggy Sue" einen Welthit gelandet - seither war der Andrang auf seine Konzerte gewaltig. 1959 tourte der 22-Jährige erneut durch die USA. Sein letztes Konzert spielte Buddy Holly (r.) am 2. Februar in Clear Lake, Iowa. Einen Tag später kam er auf dem Weg zu seinem nächsten Auftritt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben.

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Sie war ebenfalls erst 22 Jahre alt, aber bereits ein Superstar: In der "Tonight Show" von Jay Leno präsentierte die R'n'B-Sängerin am 25. Juli 2001 ihre neue Single "More than a Woman", es war der letzte Auftritt vor ihrem Tod. Am 25. August starben Aaliyah und sieben ihrer Crew-Mitglieder bei einem Flugzeugabsturz auf dem Rückflug von Dreharbeiten auf den Bahamas.

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