Berlin-Wahl Die 15 Berliner Piraten

Aus dem Stand fast neun Prozent. Die Wähler lockten sie vor allem aus dem Lager der linken Parteien. Die Piratenpartei zieht mit beachtlichen 15 Abgeordneten in das Berliner Abgeordnetenhaus. SPIEGEL ONLINE stellt sie vor.
1 / 18

Piraten Baum, Lauer: Newcomer im Berliner Abgeordnetenhaus

Foto: Markus Schreiber/ AP
2 / 18

Es ist geschafft: Mit 15 Abgeordneten zieht die Piratenpartei ins Berliner Parlament ein. Zehn von ihnen posierten am Montag nach der Wahl für ein Gruppenfoto.

Foto: Hannibal Hanschke/ dpa
3 / 18

Ihren Sensationserfolg haben die Piraten so nicht vorhergesehen. Nur 15 Kandidaten hatten sie auf ihrer Landesliste aufgestellt - sie alle sitzen nun im Parlament.

Foto: Stephanie Pilick/ dpa
4 / 18

Vorne weg Andreas Baum, Industrieelektriker in einer Internetfirma. Noch vor Monaten war der 33-Jährige völlig unbekannt, jetzt steht er im Rampenlicht. Für den Spitzenkandidaten ist der Einzug ins Abgeordnetenhaus eine Herausforderung: "Natürlich haben wir an manchen Stellen noch Wissenslücken und müssen uns noch weiterentwickeln", sagt der Piraten-Kapitän. Baum ist Urpirat, hat die Piratenpartei mitgegründet, drei Jahre lang war er Chef des Berliner Landesverbands.

Foto: Stephanie Pilick/ dpa
5 / 18

Mit an Bord ist auch Christopher Lauer. Der 27-Jährige war vor dem Wahlkampf wohl der bekannteste Berliner Pirat, engagierte sich als politischer Geschäftsführer im Bundesvorstand der Piraten. Er arbeitet für ein Unternehmen, das Handy-Applikationen entwickelt. Lauer wäre gern als Spitzenkandidat in den Wahlkampf gezogen. Die basisdemokratischen Piraten verweigerten ihm aber die Nominierung. Wie viele der neuen Piraten-Abgeordneten will Lauer sich für mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz in Berlin einsetzen.

Foto: Ben de Biel
6 / 18

Martin Delius spricht von einer "haarsträubenden Realitätsferne" der Berliner Politik, der Software-Entwickler will eine "radikale Transparenz aller politischen Entscheidungen auf allen Ebenen" der Berliner Politik. Hochschulpolitik, Schule, Bürgerbeteiligung und Transparenz sind die Themen des 27-Jährigen. Für seinen Job als Abgeordneter fühlt er sich so gut vorbereitet, wie es eben geht: "Klar wird das eine neue Erfahrung. Aber ich habe an einer Berliner Universität Gremienarbeit gemacht und bin Aktenarbeit und Verwaltungs-Klein-Klein schon gewöhnt."

Foto: Ben de Biel
7 / 18

Unter den neuen Piraten-Abgeordneten gibt es nur eine Frau: Susanne Graf - symptomatisch für die Partei, die überwiegend männliche Anhänger hat. Die 19-jährige Abiturientin mit dualer Ausbildung zur technischen Assistentin für Datenverarbeitungstechnik will sich um das Thema Jugend kümmern. Graf war beim Chaos Computer Club aktiv und hat sich beim Kampf gegen die Vorratsdatenspeicherung engagiert. Ihr Profil auf dem Wiki der Piratenpartei ist kurz: "Ich bin für jedes gute Werk zu haben :)".

Foto: Ben de Biel
8 / 18

Philipp Magalski will sich für Verbraucher- und Datenschutz, Integration, Bildung und Ernährung einsetzen. Der gemütlich wirkende Pädagoge aus Pankow, Jahrgang 1974, unterlag bei der Listenaufstellung für die Spitzenkandidatur: Nachdem Baum und er gleichviele Stimmen bekamen, losten die Piraten - Magalski unterlag.

Foto: Ben de Biel
9 / 18

Er setzt sich für die klassischen Piraten-Themen demokratische Beteiligung und Transparenz ein: Simon Weiß, 26 Jahre und Mathematiker.

Foto: Piratenpartei
10 / 18

Oliver Höfinghoff ist 34 Jahre alt, beendet gerade sein BWL-Sudium. Davor war er Soldat auf Zeit bei der Bundeswehr, zweimal war er in der Zeit im Kosovo. 2009 trat er den Piraten bei - und war einer der "Vollis", jene Strömung, die dem Internet-Freiheitsclub ein Vollprogramm verpassen wollte. Er kümmert sich um Sozial- und Wirtschaftspolitik, direkte Demokratie, transparente Verwaltung und Entwicklungshilfepolitik.

Foto: Ben de Biel
11 / 18

Pavel Mayer erhofft sich von seiner Partei, dass sie "eine Renovierung der Demokratie" einleitet. 1965 in Prag geboren, in NRW aufgewachsen, lebt er seit 1990 in Berlin. Der leitende Informatiker ist Vater einer zwölfjährigen Tochter. Seine Themen: Innenpolitik, Transparenz und Bürgerrechte

Foto: Piratenpartei
12 / 18

Fabio Reinhardt, 30 Jahre alt, Historiker und Politikwissenschaftler, engagiert sich neben der Piratenpartei bei den Freiheitsrednern und im Arbeitskreis gegen Vorratsdatenspeicherung. Auf den Sprung ins Abgeordnetenhaus hat er sich vorbereitet - mit Besuchen von öffentlichen Ausschusssitzungen und einem Workshop mit einem Fraktionsprofi einer anderen Partei. Er will die Themen Migration, Asyl, Integration und Sicherheits- und Innenpolitik betreuen.

Foto: Ben de Biel
13 / 18

Simon Kowalewski lebt seit vier Jahren in Berlin. Der 30-Jährige ist Veganer, betreibt einen bio-veganen Coworking-Space in Schöneberg. Er besitzt kein Auto. Kowalewski bezeichnet sich als Radikalfeminist, der Sexismen im Alltag abbauen will. Der Diplom-Ingenieur der Informationstechnik arbeitet als freiberuflicher Hardware-Entwickler und IT-Administrator.

14 / 18

Alexander Morlang sagt, er will "an die Front, in die Auseinandersetzung, an die Arbeit". Dafür wird der gebürtige Hamburger nun Gelegenheit in Berlin haben. Der 37-jährige Systemadministrator ist seit Juni 2009 bei den Piraten.

Foto: Ben de Biel
15 / 18

Alexander Spies ist der Senior unter den Piraten-Abgeordneten. Der 55-Jährige arbeitet als Software-Entwickler. Er will die neu gewonnene politische Macht mit den Bürgern teilen, "die von der bisherigen Politik entmündigt wurden".

Foto: Ben de Biel
16 / 18

Gerwald Claus-Brunner, 39 Jahre, gibt auch gern äußerlich den Piraten - im Wahlkampf posierte er auf den Fotos mit Piraten-Kopftuch. Der Kommunikationselektroniker und Mechatroniker will ab Anfang Oktober Maschinenbau studieren.

Foto: Ben de Biel
17 / 18

Heiko Herberg studiert Rechtswissenschaften. Der 24-Jährige trat 2009 den Piraten bei, weil er "die Ignoranz, mit der die aktuellen Politiker an uns vorbeiregieren, einfach nicht mehr ertragen kann". Im Abgeordnetenhaus will er sich vor allem bei Fragen der Wirtschaft und des Haushalts einbringen.

Foto: Piratenpartei
18 / 18

Wolfram Prieß ist Physiker. Er wurde 1966 in Berlin geboren. Die Diskussion über Netzsperren und Vorratsdatenspeicherung im Wahljahr 2009 brachte ihn zu den Piraten. Als Abgeordneter der neuen Piraten-Fraktion will er die Basis auch weiterhin in die Entscheidungsfindung miteinbinden.

Foto: Ben de Biel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.