Berlinale 2019: Die lohnen sich! 09.02.2019
 Max Linz hat aus dem zwischen Drittmittelwahn und Evaluierungszwang gefangenen...
© Carlos Andrés Lopéz & Amerikafilm

Max Linz hat aus dem zwischen Drittmittelwahn und Evaluierungszwang gefangenen Universitätsbetrieb eine wahnsinnig komische, weil zutreffende (und deshalb bittere) Satire gemacht. Vor fünf Jahren knöpfte Linz sich an gleicher Stelle mit "Ich will mich nicht künstlich aufregen" den Kunstbetrieb vor. In "Weitermachen Sanssouci" (Forum) nun ist vieles ähnlich. Wieder sprechen die Darsteller betont unecht, kippt das Geschehen gern ins Absurde bis Surreale, steuert die Erzählung auf einen eskalierenden Endpunkt zu. Der Film scheint etwas beflissener in seinem Anspruch, jeden Aspekt seines Themas mit ins Boot holen zu wollen, ist in Form und Inhalt aber zum Glück nicht weniger anarchisch. Und umkreist zielsicher sein Leitmotiv: Virtual Reality ist hier nicht nur das spezifische Forschungsfeld der Protagonisten, sondern scheint als kritische Beschreibung von Academia mittlerweile um einiges passender als das Bild des Elfenbeinturms. Till Kadritzke