BND Der Fall Alois Brunner

Seit Jahren hält sich der Verdacht, der NS-Massenmörder Alois Brunner sei BND-Resident in Syrien gewesen. Nun haben die Haushistoriker des Geheimdienstes entdeckt: In der Regierungszeit von Helmut Kohl wurden alle Unterlagen zu dem Fall entsorgt. Sollte der Nazi-Verbrecher geschützt werden?
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Massenmörder und Menschenjäger: SS-Hauptsturmführer Alois Brunner (undatiertes Foto) organisierte in Österreich, Deutschland und weiteren europäischen Ländern die Deportation Zehntausender Juden in die Gaskammern. Insgesamt ließ er mehr als 128.500 Menschen abtransportieren und töten. Brunner stieg in den Reihen der SS schnell auf. Ab 1939 war es seine Aufgabe, die Stadt Wien "judenrein" zu machen.

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Polnische Juden vor dem polnischen Konsulat in Wien im März 1938: Drei Jahre nach seiner Einsetzung meldete Brunner "Vollzug" - in der Stadt befänden sich keine Juden mehr.

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Mahnmal im ehemaligen NS-Gefangenenlager Drancy bei Paris: Ab Juli 1943 leitete Brunner das Lager, insgesamt wurden von dort rund 65.000 französische Juden in Vernichtungslager deportiert.

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Die meisten von ihnen wurden in Güterzügen ins KZ Auschwitz gebracht, Zehntausende französische Juden starben dort in den Gaskammern oder durch Hunger, Kälte und Krankheiten.

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Unter dem Befehl von Obersturmbannführer Adolf Eichmann (hier während eines Prozesses in Israel 1961) spürte Brunner auch in Berlin und später im greichischen Thessaloniki Tausende Juden auf. Nach der Niederlage der deutschen Wehrmacht 1945 tauchte Brunner unter und flüchtete später mit Hilfe zahlreicher Gönnern in den Nahen Osten. Bei seiner Flucht soll ihm auch der Bundesnachrichtendienst (BND), durchsetzt von alten Nazi-Seilschaften, behilflich gewesen sein.

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Der Historiker, Anwalt und "Nazi-Jäger" Serge Klarsfeld zeigt auf dieser Aufnahme aus dem Jahr 1985 eine Ausgabe der deutschen Illustrierten "Bunte". Dem Blatt gewährte der gesuchte Kriegsverbrecher Brunner ein Interview, in dem er sich krass judenfeindlich äußerte. In den folgenden Jahrzehnten kursieren mehrfach Gerüchte, Brunner sei verstorben. Dagegen berichteten immer wieder Touristen, sie hätten ihn in Syrien erkannt.

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Serge Klarsfeld mit seinem Sohn Arno, ebenfalls Rechtsanwalt: Im März 2001 wurde Brunner von einem Gericht in Paris wegen Verbrechen gegen die Menschheit zu lebenslanger Haft verurteilt. Zum Prozess erschien Brunner nicht. Ein Haftbefehl der österreichischen Behörden bleibt jedoch bestehen.

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Es gilt als sicher, dass der BND, hier die Zentrale bei München, bei der Flucht Brunners behilflich war. Es gibt Hinweise, dass Brunner als geheimer BND-Informant in Damaskus tätig gewesen sein könnte.

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