Borsten-Promis Schweine als Surfer, Künstler, Filmstars

Drogensuchsau Luise, Surfer Kama, Künstlerin Pigcasso und Filmstar Babe: Diese Schweine machten sich einen Namen und Karriere.
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Gelehrige Schülerin: Spürwildschwein Luise hatte selten Ruhe vor der Presse, nicht einmal in ihrem Zwinger auf dem Gelände der Ausbildungsstelle der Polizeihundestaffel Hildesheim. An ihrer Seite: Rottweiler Bill, der Diensthund von Hauptkommissar Werner Franke (Foto). Er hatte im Herbst 1984 begonnen, Luise zum Drogensuchschwein auszubilden. Die Bache wurde Deutschlands wohl beliebteste Polizeimitarbeiterin und weltberühmt.

Foto: imago/ Sommer
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Schweinearbeit: Luise konnte Drogen in Kleidungsstücken, Koffern und unterirdischen Verstecken ausfindig machen. Selbst das nahezu geruchslose Kokain, zwei Spatenstiche tief eingebuddelt, bereitete ihr keine Probleme. Später erschnüffelte sie auch Sprengstoffe und Kadaver. Der Bund der Steuerzahler ehrte Luise 1987 als "Sparschwein des Jahres", weil sie der effizienteste und "preiswerteste Beamte" gewesen sei, "der je im öffentlichen Dienst tätig geworden ist". Franke erhielt genau die Summe, die der Unterhalt kostete.

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Schweinchen Schlau: Zum 200. Jubiläum zeigte die ARD im Dezember 1987 einen Spaß-"Tatort" mit Inge Meysel alias Superkommissarin Susi Schlau - zur Seite stand ihr Luise als sprechende Assistentin. Franke animierte Luise zum "Reden", indem er ihr Kaugummi gab. Bei Außendreharbeiten hielt er ihr einen Hasenkadaver hin. Den Verwesungsgeruch fand Luise derart ekelhaft, dass sie nach Luft schnappen musste und das Maul öffnete.

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Geliebter Gefährte: Max ist das wohl berühmteste Promi-Schwein. 18 Jahre lang lebte er bei Schauspieler George Clooney in den Hollywood Hills und schlief so manches Mal im Bett seines Herrchens. 2006 starb das Hängebauchschwein - so ging die längste Beziehung des Frauenschwarms Clooney zu Ende.

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Familienzuwachs: 2014 erweiterte Miley Cyrus ihren privaten Streichelzoo aus sechs Hunden, sechs Katzen und sieben Pferden um ein Hausschwein. Auf Instagram zeigte sie ihren Fans das Ferkelmädchen namens Bubba Sue.

Foto: Michael Wiese/ face to face
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Supersau-Talent: Die Südafrikanerin Joanne Lefson rettete diese Sau 2016 vor der Schlachtbank und gab ihr ein neues Zuhause auf ihrer Farm in der Nähe von Kapstadt. Lefson steckte dem Schwein einen Pinsel ins Maul - und mehr oder weniger freiwillig malte Pigcasso, so der Künstlername, mit Lebensmittelfarbe eifrig drauflos. Die abstrakten Werke gibt es zum Kauf in der "Oink"-Gallerie auf Pigcassos Website für umgerechnet bis zu 2000 Euro, signiert mit einem Schnauzenabdruck.

Foto: Sumaya Hisham/ REUTERS
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Surfer mit PR-Auftrag: Der Hawaiianer Kai Holt fand 2014 einen verwaisten Frischling, kaum eine Woche alt, und gab ihm den Namen Kamapua'a - nach einem hawaiianischen Halbgott, der in Schweine- und in Menschengestalt auftritt. Holt nahm das Tierbaby mit zum Surfen, es fand Gefallen daran. "Sind die Wellen zu klein, wird es ihm langweilig, und er springt vom Brett", erzählt Holt in einem YouTube-Video. Kama hält seine Wasserabenteuer mit einer GoPro-Kamera fest, die auf seinem Kopf geschnallt ist.

Foto: GoPro
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Gehhilfe Marke Eigenbau: Ein Tierarzt aus Florida bastelte für sein Schweinchen Chris P. Bacon (ausgesprochen Crispy Bacon, "knuspriger Speck") einen Rollstuhl aus dem Konstruktionsspielzeug K'Nex. Das Ferkel war mit verkrüppelten Hinterbeinen zur Welt gekommen. Die ersten Gehversuche dokumentiert ein YouTube-Video mit mehr als 2,5 Millionen Aufrufen.

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Rampensau: Im australischen Familienfilm "Ein Schweinchen namens Babe" von 1995 kommen 35 Ferkel buchstäblich zu Wort - in der österreichischen Fassung gar im Landesdialekt. In manchen Szenen setzte Regisseur Chris Noonan, der bei den Dreharbeiten Veganer wurde, Schweineroboter ein. Vertraglich war zugesichert, dass keines der lebenden Tierbabys zu Schaden oder nach der Ausstrahlung auf die Schlachtbank kam.

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Stummschauspieler: Anders als die Babes hält "Rennschwein Rudi Rüssel", so der Titel des Kinderfilms von 1995, seine Schnauze. Die PR-Abteilung der Komödie ließ verlauten, dass die tierischen Darsteller so manches Mal den Dreh verzögerten - weil sie nicht immer so schnell galoppierten und alles durcheinanderwühlten, wie sie sollten.

Foto: ddp images
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Verpönt und bewundert: Khanzir, ein Staatsgeschenk aus China, wird als das einzige in Afghanistan lebende Schwein gefeiert und ist die Attraktion des Kabuler Zoos. In dem überwiegend von Muslimen bewohnten Land sind Schweine und Schweineprodukte verboten. Als Eber Khanzir im Juli 2009 wegen der grassierenden Schweinegrippe in Quarantäne kam, erreichte er internationale Popularität.

Foto: Oleg Popov/ REUTERS
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Social-Media-Stars: Mehr als 680.000 Fans folgen auf Instagram den Schweinchen Priscilla und Poppleton, die sogar eine eigene Buchreihe und Modekollektion haben. Auf Tausenden Porträts präsentiert Melissa Nicholson aus Florida, Besitzerin von "Prissy" und "Pop", sie in immer neuen Outfits - hier feiert das Geschwisterpaar den US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli.

Foto: Barcroft Media/ Getty Images
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Akrobatin: Mit einem 3,31 Meter weiten Sprung in ein Wasserbecken sicherte sich Miss Piggy bei der Royal Darwin Show im Norden Australiens einen Eintrag ins "Guinness-Buch der Rekorde". Die Schweinedame war die einzige Kandidatin, die den Sprung von der fünf Meter hohen Rampe wagte.

Foto: Regis Martin/ picture-alliance/ dpa/dpaweb
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Die Schöne und das Biest: 2010 nahm It-Girl Paris Hilton ein Ferkel bei sich auf und gab ihm den Namen Princess Piggelette. Bereits ein Jahr später war das Haustier zu einem borstigen Brocken herangewachsen.

Foto: Twitter
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Zu versaut: Nachdem Megan Fox ihr Schweinchen Piggie Smalls adoptiert hatte, verzichtete die Schauspielerin auf ihren Frühstücksschinken. "Es sind keine Menschen, aber sie verstehen und fühlen", sagte der "Transformers"-Star. 2012 gab Fox ihr Haustier wieder weg. Begründung: Es sei sexuell aggressiv und habe jeden Gast - wie auch immer - mit seinem schweinischen Verhalten belästigt.

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Dauerurlauber: Rund 20 Schweine und Ferkel bevölkern die unbewohnte Insel Big Major Cay im Bahamas-Distrikt Exuma. Dort sonnen sich die Schweine am Strand, suhlen sich im Sand und kühlen sich im Atlantik ab. Viele Urlauber reisen extra zum Pig Beach, um mit den Schweinen baden zu gehen. Wie die Tiere auf die Insel kamen, ist nicht belegt. Eine Legende sagt, dass sie Überlebende eines Schiffbruchs waren.

Foto: Michael Wiese/ face to face
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Flüchtlinge: 1998 türmten diese zwei Tamworth-Schweine aus dem Transporter, der sie zur Schlachtbank im englischen Malmsbury bringen sollte. Die "Tamworth Two" waren eine Woche lang auf freiem Fuß. Die Medien berichteten weltweit über die Suche nach den Ausreißern Butch und Sundance (benannt nach Butch Cassidy und Sundance Kid). Nachdem die Herumtreiber wieder eingefangen worden waren, lebten sie bis zu ihrem Tod in 2010 und 2011 auf einer Farm bei Ashford.

Foto: ullstein bild/ The Daily Mirror
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Das Monsterschwein war ein 477 Kilogramm schweres und 2,80 Meter langes Schwein, das der elfjährige Jamison Stone aus Alabama im Mai 2007 mit seinem Revolver erlegte. Wenige Tage später stellte sich heraus, dass es sich bei der fetten Beute des Schülers nicht um einen wilden Keiler handelte, sondern um das Ex-Hausschwein Fred, das seinem Besitzer zu groß geworden war und deswegen ausgewildert wurde.

Foto: AP/ Melynne Stone
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Selfie mit Schweinestar: Bei einem Erdbeben am 12. Mai 2008 in China starben mindestens 70.000 Menschen - ein Eber überlebte. Er war in seinem Stall verschüttet worden. Dort ernährte er sich von Regenwasser und einem Sack Holzkohle. 36 Tage später fanden Retter das auf 55 Kilogramm abgemagerte Tier. Seitdem feiern die Chinesen Zhu Jianqiang ("Starker Eber"), so sein Name, wie einen Nationalhelden. Heute lebt er in einem Museum in der Provinz Sichuan, wo ihn jährlich etliche Fans besuchen.

Foto: JOHANNES EISELE/ AFP
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Pfundskerl: Das laut "Guinness-Buch der Rekorde" schwerste lebende Schwein war Big Bill, ein Eber aus Tennessee. Er wog 1157 Kilogramm und war 2,75 Meter lang. 1933 wurde er eingeschläfert. Dieser chinesische Fleischhaufen namens Zhu Wang brachte "nur" knapp eine Tonne auf die Waage (Foto von 2008). Sein Besitzer kaufte das Tier, als es 45 Kilogramm wog und mästete es über fünf Jahre, bis es sein stattliches Gewicht erreichte.

Foto: AP/ Imaginechina
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Spaßkandidat: Aktivisten von den Yippies (Youth International Party) wurden im August 1968 bei Protesten in Chicago anlässlich der Democratic National Convention verhaftet. Sie hatten ein Schwein namens "Pigasus der Unsterbliche" als Präsidentschaftskandidaten für die USA nominiert - eine sträfliche Schweinerei, urteilten die Ordnungshüter.

Foto: David Fenton/ Getty Images
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Lebensretterin: JoAnn Altsman aus Pennsylvania erlitt im August 1997 während eines Urlaubs in ihrem Wohnwagen einen Herzinfarkt. Niemand hörte ihre Hilferufe - außer Lulu. Das vietnamesische Hängebauchschwein lief zur Straße und spielte die Schwerverletzte. Laut quiekend und alle Viere von sich streckend legte sie sich quer auf den Asphalt. Ein Fahrer hielt an und folgte Lulu, die ihn zu ihrem Frauchen führte. Für ihre heldenhafte Tat erhielt Lulu eine Tapferkeitsmedaille.

Foto: SHAWN BALDWIN/ ASSOCIATED PRESS
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Marine-Maskottchen: Das Bordschwein der "SMS Dresden" rettete sich im März 1915 beim Untergang des Kreuzers, indem es zur "HMS Glasgow" schwamm. Die Crew nahm das Tier auf und verlieh ihrem neuen Maskottchen symbolisch das Eiserne Kreuz, weil es auf der "Dresden" länger ausgeharrt hatte als die Besatzung. Sie benannte es nach Großadmiral Alfred von Tirpitz, Staatssekretär des Reichsmarineamts. Das Schwein blieb mehr als ein Jahr auf der "Glasgow". Tirpitz' präparierter Kopf hängt im Londoner Imperial War Museum.

Foto: IWM
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Streit um Butterblümchen: Dieses 113 Kilogramm schwere Hängebauchschwein mit dem lieblichen Namen Buttercup lebt seit 2012 bei der Familie Kirkman in Pensacola, Florida. Doch laut Gemeindeordnung ist Viehbestand in der Innenstadt verboten - die Kirkmans wurden daher im Mai 2014 angewiesen, die Schweinedame wegzugeben. Nachbarn waren empört, die Medien berichteten von der "Sauerei" der Behörden, die Kirkmans legten Widerspruch ein. Einen Monat später entschied der Stadtrat: Buttercup darf bleiben.

Foto: AP/ The Pensacola News Journal
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Orakelschwein: Eber Harry aus dem Kölner Zoo tippte 2018 richtig, als er der deutschen Fußballnationalmannschaft eine Niederlage gegen Mexiko vorhersagte. Ausschlaggebend war, welchen Ball Harry aus dem Holzrahmen stupste. War es der in der Mitte, bedeutete das, die Partie geht Unentschieden aus, der linke hieß: Sieg für Deutschland und der rechte für Mexiko. Der Eber hatte zuvor bereits zweimal den richtigen Riecher gehabt.

Foto: W. Scheurer/ Zoo Köln/ DPA
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Hogzilla: Der US-Amerikaner Chris Griffin erschoss im Juni 2004 auf einer Farm in Alapaha, Georgia, einen riesigen, wilden Eber. Der Koloss soll 450 Kilogramm schwer und etwa 3,60 Meter lang gewesen sein. Wissenschaftler exhuminierten 2005 den Kadaver und fanden heraus, dass es sich um einen Hybriden zwischen einem Haus- und einem Wildschwein handelte, der aber nur etwa 360 Kilogramm gewogen haben soll. Eine Rekordlänge stellten die Stoßzähne des Tieres dar: Sie sollen mehr als 40 Zentimeter lang gewesen sein. Alljährlich feiern die Bewohner Alapahas ein Herbstfestival für ihren "Hogzilla" (Zusammensetzung aus hog, zu Deutsch Schwein, und Godzilla).

Foto: ELLIOTT MINOR/ ASSOCIATED PRESS
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Erstes fliegendes Schwein: John Moore-Brabazon war am 30. Oktober 1909 mit einem Short Doppeldecker der erste Flug über eine Meile im Kreis in England gelungen. Am 4. November 1909 setzte er ein Ferkel in einen Korb, der an eine Flügelstrebe seines Flugzeugs gebunden war. Damit wollte er den Scherzbeweis liefern, dass Schweine fliegen können. Die englische Redewendung "when pigs fly" stammt aus dem 16. Jahrhundert, als Schriftsteller behaupteten, Schweine könnten mit ihren Ringelschwänzchen fliegen.

Foto: Popperfoto/ Getty Images
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Letzter Liveauftritt: In der ARD-Spielshow "Mensch Meier" am 20. Februar 1987 zeigte Spürwildschwein Luise vor rund zwölf Millionen Fernsehzuschauern letztmals ihr Talent. Aus Sandkisten, Koffern und Kleidungsstücken erschnüffelte sie erfolgreich verstecktes Rauschgift. Polizeikommissar Werner Franke (r.) animierte sie mit Cola. Moderator Alfred Biolek war begeistert: "Was für ein intelligentes Tier!"

Foto: Peter Bischoff/ Getty Images
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Unter Kollegen: Im Oktober 1986 erhielt Luise einen Eintrag ins "Guinness-Buch der Rekorde" für ihren "Einsatz als erstes Spürwildschwein im offiziellen Polizeidienst zum Aufspüren von Drogen". Tatsächlich wurde Luise nur für fünf Einsätze im niedersächsischen Raum angefordert - jedes Mal fand sie nichts. Franke zweifelte dennoch nicht an ihren Fähigkeiten. Er glaubte, dass die Areale rauschgiftfrei waren: "Wo nichts vergraben war, kann auch nichts gefunden werden."

Foto: imago/ Sommer
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Gedenken: Luise starb im hohem Schweinealter von 14 Jahren - das sind mehr als hundert Menschenjahre. Seit 2012 erinnert im Polizeimuseum Nienburg eine präparierte Bache, eine Nachfahrin von Luise, an ihre Verdienste. Luise war einzigartig - aber am Ende sind sich alle Wildschweindamen doch recht ähnlich.

Foto: Marcus_Führer/ picture-alliance / dpa/dpaweb
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