Bundesliga-Analyse Woran es bei Wolfsburg und Werder hakt

Vier Spiele ist Wolfsburg ohne Sieg, auch in Mönchengladbach scheiterte der VfL. In der VW-Stadt spricht man nun auch beim Fußballklub von Krise. Die grafische Spieltag-Analyse deckt die Schwächen der Wölfe auf.
1 / 19

Krise beim VfL Wolfsburg: Der Vizemeister ist weit von seiner Form der vergangenen Saison entfernt. In der Fremde ist Wolfsburg noch ohne Sieg, wenn man vom Pokalerfolg beim Drittligisten Stuttgarter Kickers absieht. In Mönchengladbach kassierte der VfL die dritte Auswärtsniederlage in Folge. Waren die Pleiten zuvor in München und Manchester noch zu verkraften, gaben die Ideen von Trainer Dieter Hecking (Foto) im Borussia-Park Rätsel auf.

Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERS
2 / 19

Ganz ohne klassischen Stoßstürmer ließ Hecking angreifen. André Schürrle rotierte zwischen den Linien und versuchte, Lücken zu reißen. Auf links sollte Marcel Schäfer vor Ricardo Rodríguez für Stabilität sorgen.

Foto: Opta
3 / 19

Doch die Vorgaben des Trainers führten nicht zum gewünschten Erfolg. Schürrle kam im Verlauf der Partie lediglich zu zwei Abschlüssen - gegen eine Deckung, die zuvor in zehn Saisonspielen kein einziges Mal ohne Gegentor geblieben war.

Foto: PATRIK STOLLARZ/ AFP
4 / 19

Eine Schwalbe Schürrles war dessen auffälligste Aktion in der Partie. Tobias Sippel und Oscar Wendt führten die ersten Klagen.

Foto: Caroline Seidel/ dpa
5 / 19

Die Heatmap des VfL verdeutlicht die Schwächen der Wolfsburger Offensive: 20 Meter vor dem Tor brach der Aufbau ab. Anspiele in den Strafraum gelangen selten, weil die Außen nur selten zum Zug kamen. Zentral vor dem Strafraum wurde mit zu wenig Tempo agiert, um die in den Spielen zuvor nie sichere Gladbacher Deckung zu gefährden.

Foto: Opta
6 / 19

Max Kruse kehrte an seine alte Wirkungsstätte zurück. Doch anders als bei der Borussia agiert er in Wolfsburg nicht als Stürmer in einem 4-4-2, sondern als zentraler Mann des offensiven Mittelfeldes. Diese Rolle behagt ihm sehr viel weniger. Im Borussia-Park kam er nur einmal zum Abschluss und gab nur eine Schussvorlage (gelber Vektor). Pässe in den Strafraum versuchte Kruse gar nicht. Nach acht Spieltagen wartet der Torjäger weiter auf seinen ersten Treffer.

Foto: Opta
7 / 19

Auch Daniel Caligiuri setzte selten Akzente. Lediglich zwei ungenaue Schüsse gab der in Manchester noch erfolgreiche Außenläufer ab.

Foto: Caroline Seidel/ dpa
8 / 19

Wie selten die Borussia im ersten Durchgang unter Druck geriet, verrät dieses einsame Dreieck. Nur einmal wurde die Defensive der Fohlen zu einer unkontrollierten Abwehraktion gezwungen.

Foto: Opta
9 / 19

Die Defensive der Wolfsburger stand lange Zeit sicher. Warum verlor die Hecking-Truppe dennoch und gab Håvard Nordtveit die Möglichkeit zum entscheidenden Kunstschuss?

Foto: Lars Baron/ Bongarts/Getty Images
10 / 19

Fast jeden zweiten Angriff liefen die Borussen über die rechte Seite. Dort hatte Hecking kurz vor dem 1:0 Schäfer aus der Partie genommen, um mit Bas Dost mehr Präsenz im Sturmzentrum zu erzeugen. Innenverteidiger Timm Klose eilte nach außen, um Rodriguez zu helfen. Raffael setzte sich im Zweikampf durch und bediente Nordtveit.

Foto: Opta
11 / 19

Beim zweiten Treffer wurde der VfL klassisch ausgekontert. Ibrahima Traoré schickte den VfL endgültig in die Krise.

Foto: Lars Baron/ Bongarts/Getty Images
12 / 19

Und noch eine Krise im Norden: Nach drei Niederlagen, darunter gegen die beiden Aufsteiger Ingolstadt und Darmstadt, war der Druck auf Werder Bremens Trainer Viktor Skripnik schon vor dem Anpfiff in Hannover groß.

Foto: Martin Rose/ Bongarts/Getty Images
13 / 19

Die allgemeinen Statistiken sprechen zwar für Werder: Die Hanseaten hatten mehr Spielanteile, die besseren Zweikampfquoten, mehr Abschlüsse (19:12) und waren mit 11:17 Fouls auch das fairere Team - dennoch verloren die Bremer. Warum?

Foto: Opta
14 / 19

Zum einen kassierte Werder auch in Hannover einen Gegentreffer. Jannik Vestergaard verlor das entscheidende Kopfballduell gegen Salif Sané nach einem Eckball. In jedem Ligaspiel dieser Saison hat die Skripnik-Elf somit ein Tor hinnehmen müssen.

Foto: Peter Steffen/ dpa
15 / 19

Offensiv kam Bremen zu zahlreichen Gelegenheiten, denen aber die Qualität fehlte. Beim Blick auf die jeweiligen finalen Pässe vor den Abschlüssen fällt auf, dass durch das Zentrum keine einzige Vorbereitung kam. In der Zone vor dem Strafraum wurden gegen eine keineswegs optimal strukturierte Deckung mögliche Laufwege übersehen. Somit fehlten Alternativen, weswegen die Hanseaten im Strafraum dann auf geballten Widerstand stießen.

Foto: Opta
16 / 19

Im Strafraum kamen in der Folge die falschen Spieler zum Abschluss. Torjäger Anthony Ujah sogar nur ein einziges Mal.

Foto: Opta
17 / 19

Hannover war in 25 Spielen zuvor nie ohne Gegentreffer geblieben. 96-Trainer Michael Frontzeck feierte gegen Werder einen wichtigen Sieg, der ihm erst einmal den Arbeitsplatz rettete.

Foto: Getty Images
18 / 19

Eine halbe Stunde vor dem Schlusspfiff betrat Hoffnungsträger Claudio Pizarro den Platz für Werder. Doch der Stürmer blieb ohne Strafstoßaktion.

Foto: Opta
19 / 19

Werder verließ enttäuscht den Platz. Niederlagen gegen Ingolstadt, Darmstadt und Hannover sind sichere Zeichen für eine Krise. Die kommenden Aufgaben werden nicht einfacher: Die Bayern werden nach der Länderspielpause nach Bremen kommen, dann spielt Werder in Mainz, bevor Borussia Dortmund sein Gastspiel an der Weser geben wird. Die Aussichten könnten besser sein.

Foto: Martin Rose/ Bongarts/Getty Images
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.