Bundesliga-Analyse Wie Tuchel den BVB besser macht

Viel Ballbesitz, eine starke Passquote und nur wenig lange Bälle: Thomas Tuchel hat das Spiel von Borussia Dortmund umgestellt - mit Erfolg. Der BVB dominierte Mönchengladbach klar. Außerdem in der Bundesliga-Analyse: Schalkes souveräner Sieg in Bremen.
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Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach 4:0: Auch im vierten Spiel unter Thomas Tuchel gewann der BVB zu null.

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Und erneut glänzte Henrich Mchitarjan, der seine Scorerpunkte acht und neun in dieser Saison sammelte.

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Das Spiel war nicht nur dem Ergebnis nach einseitig. Die hier abgebildeten durchschnittlichen Positionen aller Spieler zeigen, dass sich 17 von 22 Akteuren im Schnitt in der Gladbacher Hälfte aufhielten. Man beachte vor allem, wie viel höher die Dortmunder Innenverteidiger Mats Hummels (15) und Sokratis (25) im Vergleich zu ihren Gegenübern Marvin Schulz (18) und Andreas Christensen (3) standen.

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Die offensive Ausrichtung des Dortmunder Spiels gegen tief stehende Gäste resultierte nicht in harmlosem Ballgeschiebe, wie es teils in der vergangenen Saison vom BVB zu sehen gewesen war. Der Blick auf die Torschüsse der Dortmunder gegen Gladbach zeigt, wie oft die Gastgeber zum Abschluss kamen - allein zehnmal aus dem Strafraum.

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Ganz anders die Gladbacher. Hier alle Abschlüsse der Borussia vom Niederrhein: Zwei Ecken und ein Pass im Mittelfeld, der zu einem Fernschuss führte.

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Interessant ist auch der Blick auf die Pässe, mit denen Dortmund seine Torschüsse vorbereitete. Die blauen Pfeile markieren Torvorlagen, die gelben Pässe stehen für Abschlüsse, die gehalten wurden oder vorbeigingen. Auffällig, wie variabel die Anbahnungen dieser Situationen durchgeführt wurden, und wie oft der Passgeber aus selbst guter Position noch einmal ablegen konnte.

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Als Pierre-Emerick Aubameyang nach 21 Minuten das 2:0 köpfte, war bereits eine Vorentscheidung gefallen. Zu passiv verteidigten die Gladbacher, zu harmlos erschien ihre Spielanlage. Das lag jedoch zu großen Teilen auch an Dortmunds neuen Stärken.

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Wer den Dortmunder Fußball in den sieben Jahren unter Jürgen Klopp verfolgt hat, der wird kaum glauben können, dass die Mannschaft auch so spielen kann, wie es diese Passstatistiken aus dem Gladbach-Spiel zeigen. Ein deutliches Plus im Ballbesitz (über 60 Prozent) zeigte unter Klopp immer an, dass die Mannschaft nicht schnell genug zum Abschluss kam. 88,6 Prozent Passquote erreichen fast Bayern-Niveau. Und nur 5,9 Prozent lange Bälle ist der niedrigste Wert des bisherigen Spieltags.

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Hier alle Pässe, die Mats Hummels gegen Gladbach spielte. Neben der hohen Erfolgsquote sticht vor allem die offensive Position ins Auge, aus der der Kapitän seine Zuspiele anbringen konnte. Da die Gäste ihn nicht konsequent anliefen, leitete er außerdem die ersten beiden Tore mit guten Anspielen ein.

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Ein weiterer Spieler, der eine interessante Rolle im neuen Dortmunder System einnehmen kann, ist Shinji Kagawa. Nach seiner Rückkehr aus Manchester hat er in der Vorsaison selten geglänzt.

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Hier sind die Passwege Kagawas zu sehen. So einflussreich hat man ihn gerade im Zehnerraum lange nicht gesehen. Zudem verkörperte er die Flexibilität, die Tuchels BVB gegen Gladbach auszeichnete. Sowohl im Kombinationsspiel aus dem ruhigen Spielaufbau heraus als auch im schnellen Umschalten spielte Kagawa eine wichtige Rolle.

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Werder Bremen - FC Schalke 0:3: Zwei Themen dominierten im Vorlauf dieses Duells, nämlich das Debüt des neuen Schalker Trainers André Breitenreiter und die Rückkehr von Franco di Santo (r.) nach Bremen, unmittelbar nach seinem Wechsel. Di Santo, so viel lässt sich sagen, war keine entscheidende Figur in dieser Begegnung.

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Ein direkter Vergleich der Spieldaten Di Santos mit denen des Mannes, der ihn in Bremen ersetzen soll, lassen Anthony Ujah ganz gut aussehen - bei einer Mannschaft, die 0:3 verlor. Beim Vergleich der absoluten Zahlen muss man aber bedenken, dass Di Santo eine halbe Stunde weniger spielte als der Bremer.

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Wie spielte Schalke als Team unter Breitenreiter? Der Trainer setzte auf ein 4-4-2 mit zwei echten Spitzen. Auffällig, dass Johannes Geis (5) eine sehr defensive Rolle vor der Abwehr bekleidete. Gegen Werders Raute hatte Schalke mit dieser Formation keine Aussicht auf spielerische Lösungen im Mittelfeldzentrum.

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Die Passbilanz gibt einen Eindruck vom Charakter des Schalker Spiels: Mehr als ein Viertel aller Pässe wurde lang geschlagen, um die Stürmer einzusetzen. Nur zwei andere Teams hatten an diesem Spieltag höhere Werte: die beiden Abstiegskandidaten Darmstadt und HSV. Im Vergleich zum Rivalen Dortmund scheint Schalkes Spiel sich in die andere Richtung zu entwickeln.

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Schalkes Stil muss nicht per se schlechter sein als ein ballbesitzorientierter Ansatz. In Bremen reichte es zu einem am Ende deutlichen Sieg, in Duisburg funktionierte die Mannschaft auch gut. Abzuwarten bleibt, wie sich Breitenreiters Stil gegen Top-Teams bewährt. Zuerst wartet aber nächste Woche Darmstadt.

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