Das Allerletzte des 23. Spieltags "Dann wären wir jetzt reich"

Ex-Bremer dominieren die Bundesliga. Und hätte Nils Petersen auf sich selbst gewettet, wäre (!) er heute Millionär. Ansonsten: ein Startrekord, viele Krisen und viel Kreisliga. Das Allerletzte des 23. Spieltag.
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Werder-Stürmer! Überall! Nun ja, zumindest ehemalige Bremer Profis beherrschten Teile des 23. Spieltags. Nils Petersen traf für Freiburg (gegen Werder, ausgerechnet!). Niklas Füllkrug traf für Hannover (gegen Köln). Claudio Pizarro (Foto, für Köln gegen Hannover) und Innenverteidiger Jannik Vestergaard (für Gladbach gegen Dortmund) erzielten außerdem Treffer, die nicht zählten. Und der aktuelle Werder-Stürmer? Blieb ohne Treffer und verursachte ein Gegentor: Aron Jóhannsson foulte Marco Terrazzino, Petersen verwandelte den fälligen Strafstoß zum Freiburger Sieg.

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Petersens Siegtreffer gegen Werder war sein 50. Bundesligator. Sky-Reporter Uli Potofski sinnierte nach dem Spiel im Interview mit dem Freiburger: "Damals in Cottbus haben wir uns kennengelernt. Hätten wir damals 50 Euro darauf gewettet (auf die 50 Bundesligatore)...", sagte der Reporter, "..., dann wären wir jetzt reich", vollendete Petersen die Gedanken Potofskis. Wären. Ahja.

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Mit Pizarros Tor in der Nachspielzeit gegen Hannover hätte nicht nur ein weiterer Ex-Bremer getroffen. Es wäre auch sein erstes Tor für den FC gewesen - nach einer Flanke des Rückkehrers und Hoffnungsträgers Marcel Risse (Foto). Es wäre der zweite Kölner Last-Minute-Sieg in der Rückrunde gewesen. Es wäre das nächste Kapitel eines möglichen Kölner Fußballmärchens gewesen. Aber mit dem Videobeweis und der richtigen Bewertung von Risses Abseitsstellung endete nicht nur der Konjunktiv, sondern auch die Kölner Ekstase. Am Ende hat sich der Rückstand auf Platz 16 um zwei Punkte vergrößert.

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(B)Itter für Wolfsburg. Vor knapp fünf Monaten hatte Gian-Luca Itter sein Bundesligadebüt gefeiert - gegen die Bayern. Er verteidigte Arjen Robben damals gut. Das galt zunächst auch fürs Rückspiel. Aber vor dem Ausgleich überlief Robben den Wolfsburger. In der Nachspielzeit griff Itter dem Münchner dann im Strafraum an die Schulter. Um zu wissen, dass Robben ein solches Geschenk dankend annimmt, hat Itter dann wohl doch noch nicht oft genug gegen den Niederländer gespielt. Es folgte Münchens Siegtreffer per Elfmeter.

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Manchmal wirken die Bayern unmenschlich, unnatürlich, überirdisch. Als könnten sie gar nicht mehr nicht verlieren. Als hätten sie schlicht verlernt, wie das funktioniert. Gegen Wolfsburg tat der FCB doch schon alles für eine Niederlage: Torjäger Robert Lewandowski blieb zunächst draußen. Die Bayern-Defensive mit Riesen wie Niklas Süle erlaubte dem 1,80-Meter-Mann Daniel Didavi ein Kopfballtor. Arjen Robben verschoss einen Elfmeter. Und trotzdem feierte der Rekordmeister am Ende den 13. Pflichtspielsieg in Folge.

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Robben war nicht der einzige, der an diesem Spieltag einen Elfmeter verschoss. Freiburgs Petersen wurde in der Schlussphase von Milos Veljkovic gefoult und überließ Janik Haberer den Strafstoß, anstatt sich an seinem 51. Bundesligator zu versuchen. Haberer schoss den Ball an den Außenpfosten. Insgesamt präsentiert sich die Bundesliga seit der Winterpause unsicher vom Punkt: Sieben von 13 Elfmetern gingen in der Rückrunde bisher nicht ins Tor.

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Mainz lebt! Nach furchtbaren Mainzer Leistungen in den vergangenen Wochen gab es schon Stimmen, die dem FSV keinen einzigen Saisonsieg mehr zutrauten. Aber bereits gegen Hertha ließ der Klub seine Kritiker vorerst mit drei Punkten verstummen - dank Robin Quaison. Die Bilanz des Angreifers in Berlin: Zwei Tore, drei Tunnel. Beim ersten Treffer schoss er Jordan Torunarigha und Peter Pekarik durch die Beine, beim zweiten dem Hertha-Keeper Rune Jarstein. In der Kreisliga gäbe es dafür noch drei Kisten Bier - in der Bundesliga immerhin den ersten Mainzer Auswärtssieg seit knapp einem Jahr.

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Wo wir gerade bei Kreisliga sind: Für eine solche Klasse hatte Mönchengladbach den Rasen vor dem Spiel gegen den BVB offenbar präpariert. "So was habe ich noch nie gesehen", sagte Dortmunds Torwart Roman Bürki (Foto). Nach der Partie gegen Leipzig vor zwei Wochen war eigentlich eine Erneuerung des Untergrunds geplant. Die klappte in Gladbach aufgrund des Frosts aber ähnlich gut wie bei der SPD: Übrig blieben ein chaotisch anmutendes Bild und viel Gesprächsstoff.

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Vielleicht zeigte Bürki dann auch aus Trotz seine wohl beste Saisonleistung. Der Torwart war gerade in der Hinrunde mehrfach an Gegentoren beteiligt gewesen und hatte sich teils scharfe Kritik anhören müssen. Gegen Gladbach parierte Bürki elf Bälle - Ligahöchstwert in der bisherigen Spielzeit. Gladbach gab 27 Torschüsse ab - und blieb trotzdem zum vierten Mal in Folge ohne eigenen Treffer. Und ohne Punkt. Die Krise der Fohlen geht auch wegen Bürki weiter.

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Krise? Ein Fremdwort für Peter Stöger! Zumindest seit er beim 1. FC Köln in Folge von 14 sieglosen Spielen hintereinander rausgeflogen ist und beim BVB angeheuert hat. Denn obwohl die Dortmunder Leistungen auch unter dem neuen Coach noch durchwachsen sind, hat Stöger nun einen Startrekord gefeiert: Keine Niederlage in den ersten acht Spielen - das hat vor ihm noch kein BVB-Trainer geschafft.

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Von einer Startbilanz wie der Stögers kann Bernd Hollerbach nur träumen. Mit dem neuerlichen Absturz des HSV geht auch die persönliche Negativserie des Trainers weiter. Hollerbach hat durch das 1:2 gegen Leverkusen nun 21 Pflichtspiele hintereinander nicht mehr gewonnen. Was gleichzeitig auch bedeutet, dass Hamburg einen Coach eingestellt hat, der bei seiner vorherigen Station (Würzburger Kickers) in seinen letzten 17 Partien keinen einzigen Sieg gefeiert hat. Unter dem neuen Präsidenten Bernd Hoffmann wird jetzt sicher alles besser.

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Nach dem Abpfiff gegen Leverkusen trauten sich die Spieler des HSV kaum in die Fankurve. Kein Wunder. Während der Partie war ein Banner mit der Aufschrift "Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt" zu sehen. Sicherheitskräfte verhinderten einen Platzsturm. Bei allem Verständnis für den Ärger der Fans: Hollerbachs Einschätzung zu dem Banner ("unnötig") fiel da noch extrem milde aus. Der letzte Hamburger Trumpf, der Rückhalt der Fans, auch er sticht nun offenbar nicht mehr.

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Auf dem Platz leistete sich Hamburg (mal wieder) haarsträubende Fehler, so auch Douglas Santos, der vor dem Spiel im "Mopo"-Interview noch gesagt hatte: "Ich spreche mit Gott über den HSV". Sollte er dabei ein paar gute Ratschläge bekommen haben, hat der Verteidiger anscheinend nicht richtig zugehört. Er ermöglichte Leon Bailey die Führung für Bayer. Nach einer Ballannahme im Strafraum zögerte der Brasilianer lange, anstatt die Situation zu klären. Bailey ging dazwischen, umkurvte noch HSV-Keeper Christian Mathenia und schob ein.

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Auch bei Julian Nagelsmann gehen die Sorgen nach der Niederlage seiner Hoffenheimer auf Schalke weiter. Der Trainer ärgerte sich aber nicht nur über das Ergebnis und diskutierte zwischenzeitlich wütend mit dem Schiedsrichter-Team. Was war passiert? "Ich lasse mich nicht so gerne beleidigen", sagte Nagelsmann bei Sky. Genaueres wollte der Coach nicht erklären, man solle die Referees fragen. Sollte es aber tatsächlich zu einer Beleidigung von Seiten der Offiziellen gekommen sein, wäre das tatsächlich: das Allerletzte.

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Ein Bällebad der besonderen Art erlebte RB Leipzigs Torhüter Peter Gulacsi im Montagsspiel in Frankfurt. Vor dem Beginn der zweiten Hälften warfen Fans der Eintracht Tennisbälle aufs Feld. Doch damit nicht genug: Währen der gesamten 90 Minuten ertönten Trillerpfeifen, außerdem wurde mit Toilettenpapier geworfen. Soll das künftig bei jedem Montagsspiel so ablaufen, dürfte die DFL ins Grübeln kommen.

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