Cenoten Die bizarre Unterwelt der Maya
Taucher in einer Cenote: In den Wasserlöchern wurden bereits zahlreiche Skelette, alte Keramikteile und Schmuckstücke entdeckt.
Schweres Gerät: Für die Dreharbeiten des 3-D-Kinofilms "Die Höhlen der Toten" mussten regelmäßig zentnerweise Film- und Tauchtechnik in den Dschungel geschleppt werden - wie hier das Unterwassergehäuse für die 3-D-Filmkamera.
Luft für die Unterwelt: Die Forschungstaucher nehmen für ihre oft stundenlangen Tauchgänge eine ganze Sammlung an Tanks ins Wasser. In ihnen befinden sich je nach Verwendung Pressluft oder andere Gasgemische, etwa sogenanntes Nitrox oder Trimix.
Archäologe Florian Huber beim Abstieg in die Las-Calaveras-Cenote: "Die Dokumentation dieser Höhlen ist Grundlagenforschung."
3-D-Kamera unter Wasser: Das wasserdichte Gehäuse ist ein Einzelstück, das speziell für den Cenoten-Kinofilm entwickelt wurde. Es bringt mit Kamera rund 80 Kilogramm auf die Waage. Alle wichtigen Funktionen lassen sich über Bedienelemente außen am Gehäuse steuern.
Cenoten-Eingang: Steht die Sonne günstig, taucht sie die Wasserlöcher in funkelndes Licht.
3-D-Kamera beim Transport: Die Handhabung des empfindlichen und südhaft teuren Hightech-Unikats war im Dschungel und den Cenoten nicht immer unproblematisch.
Einstieg in die Las-Calaveras-Cenote: Allein in diesem Wasserloch liegen die sterblichen Überreste von fast 130 Menschen.
Schädel in der Las-Calaveras-Cenote: Wie und warum die Toten in die Höhle gelangt sind, ob sie zur gleichen Zeit gestorben sind oder sich über viele Jahrhunderte angesammelt haben, ist ein Rätsel.
Höhlen in der Nähe der mexikanischen Stadt Tulum: Spezialisierte Taucher haben in den vergangenen Jahren bereits mehr als tausend Kilometer der Unterwasserhöhlen kartiert. Die gelben Linien in diesem Bild markieren Höhlen, die der Deutsche Robert Schmittner entdeckt hat.
Guillermo de Anda: Der Archäologe von der Universität Yucatán gilt als führender Experte für die Erforschung der Cenoten.
Archäologe de Anda beim Abstieg in die Las-Calaveras-Cenote: 2008 hat er Cenoten entdeckt, die den Beschreibungen im "Popol Vuh", dem heiligen Buch der Maya, verblüffend ähneln.
Lichtspiel: Das Wasser in Cenoten ist oft so klar, dass man beim Tauchgang den Eindruck hat, man würde durch Luft schweben. Die Stalagmiten und Stalaktiten beweisen, dass die Höhlen früher trocken waren.
Wolkendecke: In Cenoten liegt meist eine Süßwasser- auf einer Salzwasserschicht, da die Höhlen mit dem Atlantik verbunden sind. In manchen wabert zwischen den beiden Schichten eine Schwefeldecke, die entsteht, wenn Bakterien organisches Material verdauen.
Forschungstaucher Christian Howe mit Maya-Keramik: In den Cenoten haben Forscher neben Skeletten auch zahlreiche Gebrauchsgegenstände gefunden.
Knochen in einer Cenote in Chichen Itza: In der berühmten Maya-Metropole liegt die sogenannte Heilige Cenote, die 1904 als erste ihrer Art erforscht wurde. Auf ihrem Grund fanden Forscher Skelette, die Spuren einer rituellen Opferung aufweisen.
Alte Knochen: Der Junge von Chan Hol wurde nach der Cenote benannt, in der seine Überreste gefunden wurden. Er wurde vor rund 10.000 Jahren bestattet - zu einer Zeit, als die Höhle offenbar noch nicht überflutet war.
Maya-Ruine auf der Halbinsel Yucatán: Viele Cenoten sind von alten Gebäuden umgeben, weil sie als Trinkwasserspeicher lebensnotwendig waren - größere Flüsse gibt es in Yucatán nicht. Warum die Maya trotzdem auch Leichen hineinwarfen und damit die Kontaminierung des Wassers riskierten, ist ein Rätsel. Eine Theorie lautet, dass die Maya die unterirdischen Strömungen kannten und sich für Opferungen deshalb nur Cenoten aussuchten, die unterhalb von Wasserentnahmestellen lagen.
Forschungstaucher Howe bei der Arbeit: Die Cenoten sind im Dschungel oft nur schwer zu entdecken. Schon ein kleines, schlammiges Wasserloch kann in eine gewaltige Höhle führen.