Chemiekatastrophe von Bhopal Stadt unterm Leichentuch

Apokalypse ohne Ende: An der Nacht zum 3. Dezember 1984 entwich im indischen Bhopal hochgiftiges Gas aus einer US-Chemiefabrik. Bei einem der schlimmsten Industrieunfälle der Geschichte starben Tausende Menschen - doch für Zigtausende ist der Alptraum auch 25 Jahre nach der Katastrophe noch nicht vorbei.
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Slum in Bhopal: Direkt neben der US-Chemiefirma Union Carbide liegt das Armenviertel des indischen Bhopal (Aufnahme vom 15. Dezember 1984). In der Nacht zum 3. Dezember 1984, als sich die Katastrophe ereignete, brach hier Panik aus. Keiner wusste, was geschehen war. Tote Tiere lagen auf den Straßen, Menschen flüchteten - doch in ihrer Verzweiflung wussten sie nicht, wohin sie rennen sollten. Die hochgiftige Gaswolke legte sich wie ein Leichentuch über das dicht besiedelte Gebiet.

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Folgen der Bhopal-Katastrophe: Eine Frau trägt zum Schutz ihrer Augen einen Verband. Nach dem Chemieunfall breitete sich das Gas Methylisocyanat, ein hochgiftiges Zwischenprodukt bei der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln, in ganz Bhopal, der Hauptstadt von Madhya Pradesh, aus. Hunderte Menschen erstickten, Tausende leiden noch heute an den Nachwirkungen.

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Versorgung der Opfer: Zwei Männer tragen am 5. Dezember 1984 ein Mädchen und einen Jungen zum Krankenhaus in Bhopal. Die beiden Kinder waren Opfer des größten Chemieunfalls in der Geschichte geworden. Das Mädchen erblindete später.

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Tausende Tote: Drei Tage nach der Katastrophe, am 6. Dezember 1984, zeigt sich das erschreckende Ausmaß des Unfalles. Zahlreiche Opfer warten noch immer auf medizinische Versorgung - für andere kam jede Hilfe zu spät. Schätzungen gehen davon aus, dass in den ersten drei Tagen nach dem Unglück 8000 bis 10.000 Menschen starben.

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Stille Verzweiflung: Viele Frauen aus der Gegend von Bhopal sind seit der Chemiekatastrophe unfruchtbar, viele Kinder kommen mit Missbildungen und schweren Krankheiten zur Welt. In den Augen dieser Mutter, die ihr Baby in den Armen hält, ist die Verzweiflung zu lesen. Das Foto wurde am 6. Dezember 1984, drei Tage nach der Katastrophe, aufgenommen.

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Schutzmaßnahme: Arbeiter benetzen die Plane, die um die Union-Carbide-Fabrik in Bhopal gespannt ist, mit Wasser. So soll verhindert werden, dass weitere Gase aus der Anlage entweichen. In Verbindung mit Wasser ist Methylisocyanat weniger schädlich.

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Gräber für die Toten: Verwandte begraben ihre Angehörigen, die bei dem Chemieunfall in Bhopal ums Leben gekommen sind. Im Hintergrund ist die Fabrik der US-Firma Union Carbide zu sehen, von der aus sich die giftigen Gase ausgebreitet hatten.

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Fabrik von Union Carbide: Der Eingang zur Fabrik des US-Unternehmens Union Carbide in Bhopal (Aufnahme vom 12. Dezember 1984).

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Vorsitzender Anderson: Bis heute weigern sich die Verantwortlichen des Chemieunglücks von Bhopal, die Region mit sauberem Wasser zu versorgen. Das Foto zeigt den Union-Carbide-Aufsichtsratsvorsitzenden Warren M. Anderson am 10. Dezember 1984 in Connecticut. Als Anderson am 7. Dezember 1984, vier Tage nach dem Unglück, in Bhopal einreiste, verhaftete ihn die Polizei - doch nach drei Stunden wurde er gegen eine Kaution von 25.000 Rupien wieder freigelassen.<

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Gefährliche Gasanlage: Auch Jahre nach dem Unglück steht die Anlage von Union Carbide, dem Schauplatz des größten Chemieunfalls in der Geschichte, unberührt. Die Aufnahme entstand im November 2004.

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Terror-Zwillinge: Am 20. Jahrestag der Katastrophe von Bhopal gingen die Opfer auf die Straße und protestierten gegen Warren Anderson, den Vorsitzenden von Union Carbide. Diese Frau hält ein Plakat, das Anderson mit Osama Bin Laden vergleicht.

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Opfer wehren sich: Ein Jahr nach dem Chemieunfall von Bhopal demonstriert ein Paar vor der Union-Carbide-Fabrik. Beide verloren ihr Augenlicht bei der Katastrophe.

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Kampf um Gerechtigkeit: Opfer der Tragödie von Bhopal demonstrieren am 2. Dezember 2004 für ihre Rechte. Sie forden Entschädigungszahlungen, eine verbesserte medizinische Langversorgung. Zudem soll die Region um den Unglücksort von Schadstoffen bereinigt und die Ursache der Katastrophe hinreichend aufgeklärt werden.

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Kampf gegen das Unrecht: Viele Opfer bemängeln, dass die Regierung ihren Entschädigungszahlungen nicht ausreichend nachgekommen sei. Sie kämpfen für Gerechtigkeit, wie dieser Mann, der 1993 vor der Fabrik von Union Carbide protestiert.

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