Firmenlogos Barbusige Nixen und angebissene Äpfel

Starbucks zeigte seine Meerjungfrau oben ohne, und Apple verführt die Käufer mit einem angebissenen Apfel. einestages zeigt skurrile Firmenlogos - und wie sie wurden, was sie heute sind.
1 / 25

Vorbild: Für ähnlich brillant wie das britische Universalgenie Isaac Newton hielten sich möglicherweise die Apple-Gründer Steve Jobs, Steve Wozniak und Ron Wayne. Als ersten Logoentwurf verwendeten sie die berühmte Szene mit dem vom Baum fallenden Apfel, die Newton im 17. Jahrhundert zu seinem Gravitationsgesetz inspiriert haben soll. Allerdings...

2 / 25

...ließen sie diese Idee schnell wieder fallen. Stattdessen wurde der angebissene und zunächst überaus farbenfrohe Apfel zum Symbol des Unternehmens. Das Foto zeigt Steve Wozniak 1984 im kalifornischen Cupertino. Wie bei Apple haben Logos auch bei anderen weltbekannten Firmen eine mitunter wechselvolle Geschichte.

Foto: Corbis
3 / 25

Gesund: Viel wurde darüber gerätselt, warum der Apfel im Apple-Logo angebissen ist. Eine Erklärung: Möglicherweise ist es ein Wortspiel zwischen Bite, Englisch für Biss, und dem Ausdruck Byte als digitaler Maßeinheit. Das stimmt aber nicht, erklärte später Rob Janoff, der 1977 das Logo erfand: Er wollte nur verhindern, dass man den Apfel mit einer Kirsche verwechselt. Mittlerweile ist der Apple-Apfel einfarbig in Schwarz oder Weiß gehalten.

Foto: Mark Lennihan/ AP
4 / 25

Vielseitig verwendbar: Das japanische Unternehmen Canon taufte seine erste Kamera in den Dreißigerjahren auf den Namen Kwanon. Der Begriff leitet sich von einem göttlichen Wesen des Buddhismus ab. Dessen Name Kannon ist mit dem endgültigen Firmennamen fast identisch. Kannon symbolisierte Mitgefühl und wurde traditionell mit vielen Armen und umgeben von Flammen dargestellt.

5 / 25

Puristisch: Die Designer wandten sich schon früh vom vielarmigen Ursprungslogo ab und entwickelte einen Schriftzug, der von 1935 bis 1956 leicht variiert wurde und bis heute Bestand hat, hier an der Firmenzentrale in Tokio.

Foto: © STRINGER Japan / Reuters/ REUTERS
6 / 25

Nippelalarm: Als die US-Kaffeehauskette Starbucks Anfang der Siebzigerjahre auf dem Höhepunkt der Hippiewelle sein Logo vorstellte, durfte sich die Meerjungfrau noch oben ohne präsentieren. In den prüden Achtzigern...

7 / 25

...war Schluss mit der Freizügigkeit. Die Starbucks-Sirene ließ ihr Haar politisch korrekt über ihre Brüste gleiten. Der Firmenname hat literarische Wurzeln: Die Gründer Gerald Baldwin, Gordon Bowker und Zev Siegl ließen sich von der Figur Starbuck aus Herman Melvilles Klassiker "Moby Dick" inspirieren.

Foto: imago/Levine-Roberts
8 / 25

Gattungswechsel: Ursprünglich war der Internetbrowser Firefox gar kein Feuerfuchs, sondern ein Phoenix, basierend auf der antiken Mythologie - und später ein Firebird, also ein Feuervogel. Weil beide Begriffe jedoch...

9 / 25

...anderweitig vergeben waren, erhielt der Browser schließlich den Namen Firefox. Das Foto zeigt 2011 den Mozilla-Präsidenten in Europa, Tristan Nitot.

Foto: ERIC PIERMONT/ AFP
10 / 25

Tempo: "Irgendetwas, das Geschwindigkeit und Bewegung ausdrückt", sollte Designerin Carolyn Davidson 1971 für Nike-Gründer Phil Knight entwerfen. Sie erhielt lediglich 35 Dollar Honorar für das Swoosh genannte, heute weltberühmte Markensymbol. Später kam ein Aktienpaket hinzu. Als besonderes Dankeschön ergänzte 1983 ein diamantbesetzter Swoosh-Ring aus Gold das einst bescheidene Salär.

Foto: MIKE BLAKE/ REUTERS
11 / 25

Massenmobilisierung: Das Auto für jedermann versprachen die Nationalsozialisten den Deutschen. Der "Kraft durch Freude-Wagen", benannt nach der nationalsozialistischen Organisation, sollte weite Teile der Bevölkerung mobil machen. Eine Verheißung, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nicht in Erfüllung gehen sollte. Danach wurde das Auto als "VW-Käfer" ein großer Erfolg. Das Symbol des KDF-Wagens lehnte sich an das Logo der Kraft-durch-Freude-Organisation an. Das heutige Firmenlogo...

12 / 25

...hat mit dem ehemaligen noch die ineinandergestellten Buchstaben "VW" gemeinsam.

Foto: © Fabian Bimmer / Reuters/ REUTERS
13 / 25

Richtungswechsel: Ursprünglich stellte der spätere finnische Telekommunikationskonzern Nokia Papiererzeugnisse her. Weil im an Seen reichen Südwesten Finnlands das Angeln weit verbreitet war, wählte das Unternehmen einen Raubfisch als erstes Firmensymbol. Später musste der Wasserbewohner einem reinen Schriftzug weichen.

14 / 25

Weltbekannt: Die rote Farbe des Coca-Cola-Schriftzugs soll auf die gleichfarbigen Fässer zurückgehen, in die die Brause Ende des 19. Jahrhunderts abgefüllt wurde. Die geschwungene Schrift war eine Idee von Frank M. Robinson, der für Coca-Cola-Gründer John Stith Pemberton als Buchhalter arbeitete. Robinson meinte, die Schnörkel seien "gut für die Werbung". Womit er absolut recht hatte.

Foto: ? Christian Hartmann / Reuters/ REUTERS
15 / 25

Schlichtheit: Für den Renault-Rhombus, der in den Zwanzigerjahren erfunden wurde, stand die Kunstrichtung des Kubismus Pate. Die Form wurde auch als Diamant gedeutet. Vorher war das Logo rund, und die Querrillen hatten eine Funktion: Hinter dem Blendgitter auf der Motorhaube war die Hupe angebracht, sodass der Schall ungehindert nach draußen dringen konnte.

Foto: Marijan Murat/ picture alliance / dpa
16 / 25

Farbenpracht: Das von der Stanford-Professorin Ruth Kedar geschaffene Google-Logo wird an Feier- und Gedenktagen zu "Doodles" abgewandelt. Mit diesen grafischen...

17 / 25

...Abwandlungen würdigt der Konzern beispielsweise besondere Jahrestage.

Foto: A9999 Google/ dpa
18 / 25

Bürokratisch: Zwölf Seiten füllen die heutigen Logovorschriften des Siemens-Konzerns. Früher war es simpler. Einst liehen die Unternehmensgründer Werner Siemens und Johann Georg Halske dem ersten Firmenlogo ihre Initialen.

Foto: Andreas Gebert/ dpa
19 / 25

Mythos: Die bayerischen Landesfarben standen Pate für das Logo des Automobilherstellers BMW. Aus den Zwanzigerjahren, als das Unternehmen Pläne mit der Flugmotorenproduktion verfolgte, stammt der "Propellermythos". Danach sollen die weiß-blauen Felder einem rotierenden Propeller nachempfunden sein. Ein Werbegag, wie sich mittlerweile herausgestellt hat.

Foto: ROBERTO SCHMIDT/ AFP
20 / 25

Endlos: Anders als häufig vermutet stehen die vier Ringe des Audi-Symbols nicht für vier Zylinder. Sondern für die vier Marken der Anfang der Dreißigerjahre gegründeten Auto-Union, zu der neben Audi auch DKW, Horch und Wanderer gehörten.

Foto: DPA
21 / 25

Schnörkelig: Kein allzu großer Unterschied bestand Ende des 19. Jahrhunderts zwischen dem Limonadenhersteller Pepsi und seinem Konkurrenten Coca-Cola. Zumindest was die Logos betraf. Das sollte...

22 / 25

...sich ändern. Mittlerweile tritt Pepsi in moderner Form an. Coca-Cola mit seinem eher traditionellen Auftritt ist trotzdem bekannter.

Foto: © Jim Young / Reuters/ REUTERS
23 / 25

Körperschmuck: Als Seemann ließ sich Rowland Hussey Macy eine Tätowierung verpassen. Das Symbol eines Sterns diente ihm 1858 später als Logo für sein Unternehmen Macy's, das heute eine der größten Warenhausketten in den USA ist.

Foto: © Rick Wilking / Reuters/ REUTERS
24 / 25

Lächeln: Der koreanische Elektronikkonzern LG fing 1947 als Lucky Chemical Industrial mit der Herstellung von Hautcreme an und nutzte eine Abbildung der Cremedose für die Außendarstellung. Als sich die Produktpalette um Plastikwaren und Radios erweiterte, benannte sich das Unternehmen kurzzeitig in Lucky Goldstar um. Die Anfangsbuchstaben LG ergaben schließlich ab 1995 das heutige, einem Smiley nachempfundene Erkennungszeichen.

Foto: © Mike Blake / Reuters/ REUTERS
25 / 25

Tradition: Derartige Kontinuität ist selten: Seit 1875 hat sich das rote Logo von Mitsubishi nur minimal verändert. Es zeigt die Wappen der Gesellschafterfamilien Iwasaki (drei Rauten) und Yamanouchi (drei Eichenblätter). Ebenso ist der Unternehmensname eine Kombination aus mitsu, drei, und hishi, Raute.

Foto: JESSICA RINALDI/ Reuters