Eklat beim DDR-Abitur "Aufforderung zum Putsch"

Ausgerechnet der langhaarige Querkopf Alexander Kobylinski sollte 1983 die Abschlussrede seiner Schule in Weimar halten. Sein Auftritt vor Mitschülern, Lehrern und SED-Genossen endete im Skandal. Dabei hatte er den Auftrag direkt von der FDJ erhalten.
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Alexander Kobylinski: Der Schüler gehörte zum engen Kern der alternativen Jugendszene in Weimar, die sich regelmäßig wie hier in der Jakobskirche zum "Montagskreis" traf. Als er gebeten wurde, an seiner Schule die Rede zur Abiturfeier zu halten, kam es zum Eklat.

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Friedensmeditation in der Jakobskirche: Dies war nur eine der diversen vom „Montagskreis“ organisierten Veranstaltungen. Die Jugendlichen hielten hier unter anderem auch Lesungen, Happenings, Diskussionen, Kunst- und Musikveranstaltungen ab.

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So wünschte sich die SED ihre Jugend: Brav und angepasst, auf Parteilinie - zumindest äußerlich. Diese abkommandierten Demonstranten sollten 1983 bei einer Friedenskundgebung am Thälmann-Denkmal in Weimar "ihren Willen zur Stärkung der DDR bekunden". Wer nicht hinging, bekam Ärger in der Schule oder im Betrieb.

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Stadtkirche am Herderplatz: Die unabhängigen Friedensaktivitäten der Kirchenjugend zeigten Folgen in Weimar. Oberschüler zogen ihre Verpflichtungen zur Offizierslaufbahn zurück, etliche Jugendliche verweigerten den Dienst mit der Waffe.

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Konspirative Aktion: Anfang Januar 1984 traf sich Alexander Kobylinski mit Freunden in einer Wohnung. In nächtlicher Arbeit entwarfen sie ein Flugblatt zu den bevorstehenden DDR-Wahlen. Im Morgengrauen machten sie bereits Probedrucke. Was sie nicht wussten: Die Wohnung war komplett verwanzt.

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Jakobskirche Weimar: Anfang der Achtzigerjahre strömten hier etwa 300 bis 500 Jugendliche bei Veranstaltungen der offenen Jugendarbeit in der Jakobskirche zusammen. Das passte weder SED-Genossen noch Kirchenoberen.

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Volker Otto: Der damals 19-Jährige provozierte die biederen SED-Genossen schon allein durch Kleidung und Haare.

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Wolfram Hasch: Der Oberschüler gehörte zum Freundeskreis um Kobylinski. Hasch hatte sich mit Volker Otto und Jan-Georg Fischer in einer Wohngemeinschaft in einer Altbauwohnung zusammengetan. Sie gehörten zum aktiven Kern im "Montagskreis" und verabredeten auch Aktionen in der Stadt.

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Jan-Georg Fischer: Dem damals 20-Jährigen wurde vorgeworfen, an staatsfeindlichen Aktionen beteiligt gewesen zu sein. Der DDR-Geheimdienst drang sogar in die Wohnung der WG ein, um sie zu durchsuchen.

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Flugblatt zu den DDR-Wahlen 1984: Kobylinski und seine Freunde überlegten, wie sie es verteilen könnten: in Zugabteile oder Telefonzellen legen, in Briefkästen stecken - oder sie gar mithilfe eines Ballons über der Stadt abwerfen.

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