Der große Crash: Wie es zur Finanzkrise kam 13.10.2008
 Frühjahr 2008 Spektakuläre Aufkäufe der notleidenden Banken beruhigen die...
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Frühjahr 2008
Spektakuläre Aufkäufe der notleidenden Banken beruhigen die Finanzwelt nur für kurze Zeit. JP Morgan übernimmt Bear Stearns und Teile der Washington Mutual für einen symbolischen Preis. Die Bank of America kassiert Merrill Lynch. In Deutschland fällt die Sachsen LB an die LBBW. Die Regierungen müssen in jedem Fall für viele Milliarden bürgen, damit das Geschäft zustande kommt. Doch alle Beteiligten wissen: Das unkalkulierbare Risiko in den Büchern ist damit keineswegs ausgeräumt. Niemand weiß, was noch kommt.

Herbst 2008
Die Angst vor den unkalkulierbaren Risiken erfasst die Finanzbranche weltweit. Ein Banken-Crash reiht sich an den anderen. Vor allem der Fall des US-Investmenthauses Lehman Brothers erschüttert die Märkte. Der massive Wertverlust an den Börsen bringt auch bis dahin gesund erscheinende Banken in akute Finanznot. Nach heftigen Diskussionen bringt die US-Regierung ein Rettungspaket über 700 Milliarden Dollar auf den Weg. Das Geld soll bereitstehen, um faule Kredite aufzukaufen und die lähmende Angst zu vertreiben. Die Europäer ziehen mit eigenen Initiativen nach. Berlin lanciert ein Rettungspaket, London beginnt, Banken zu verstaatlichen. Island steht derweil kurz vor dem Staatsbankrott. Zusehends trifft die Finanzkrise auch die Realwirtschaft. Die Börsen erleben weltweit finstere Wochen mit Kursstürzen. Unternehmen melden Gewinneinbrüche. Die Kreditklemme bedroht den Mittelstand.