Design-Klassiker Wie ich lernte, ein Ufo zu lieben

Angriff der Außerirdischen? Nein, Sixties-Design! Vor 40 Jahren revolutionierte das Futuro-Haus die Architektur. Doch nur 22 Stück des transportablen Raumwunders im Look einer Fliegenden Untertasse wurden je gebaut. Ufo Nr. 13 fand Cora Geißler zufällig auf dem Schrottplatz - und beschloss, es zu retten.
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Zukunftsweisendes "Futuro": Als ob darin gerade Besucher von einem anderen Stern darin gelandet wären wirkt das Futuro-Haus des finnischen Architekten Matti Suuronen vor dem Nachthimmel der amerikanischen Stadt Philadelphia in dieser Aufnahme von 1970. Die ellipsoide Konstruktion aus glasfaserverstärktem Kunststoff mit 16 symmetrisch angeordneten ovalen Fenstern sollte als mobile Skihütte dienen.

Foto: Corbis
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Der Flug des Ufo: Ein Ufo schwebt am 20. Juni 1972 über dem Parkplatz der Shopping-Mall von Woodbridge, New Jersey - allerdings an einem Hubschrauber hängend. Das futuristisch anmutende Objekt war eines der "Futuro"-Häuser des finnischen Architekten Matti Suuronen, das hier als Bankfiliale eingesetzt werden sollte.

Foto: AP
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Futuristische Aussicht: Die elliptischen, leicht gewölbten Fenster geben dem Futuro-Haus, das der finnische Architekt Matti Suuronen 1965 entwarf, ein ziemlich spaciges Aussehen.

Foto: Hans Michael Kloth
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Ein Haus mit Gesicht: Wie zwei große Alien-Augen schauen die Fenster des Futuro-Hauses den Betrachter in dieser Aufnahme an, die Eingangstreppe wirkt wie der lachende Mund des Außerirdischen.

Foto: Hans Michael Kloth
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Futuro in Gelb: Die Berghütte, die der finnische Architekt Matti Suuronen 1965 für einen Schulfreund entwarf - eine ellipsoide Konstruktion aus glasfaserverstärktem Kunststoff mit 16 symmetrisch angeordneten ovalen Fenstern - sorgte durch ihr ausgefallenes Design auf verschiedenen Designausstellungen für Furore.

Foto: Cora Geissler
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Innenleben des Futuro: Ein Werbeblatt aus den Sechzigern zeigt das Innenleben des Futuro-Hauses vom finnischen Architekten Matti Suuronen.

Foto: Cora Geissler
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"Casa Finlandia": Matti Suuronens spacige Skihütte, die er im Jahr 1965 entwarf, vereinte wie wenig andere Designobjekte die zentralen Tendenzen des Zeitgeistes der sechziger Jahre. In seiner Formgebung griff das Futuro-Haus die intergalaktischen Utopien der frühen Raumfahrt auf, die mobile Funktionalität entsprach dem neuen Freizeitgedanken am Ende der Nachkriegsgenügsamkeit.

Foto: Cora Geissler
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Futuro-Haus im Freizeitpark: Als 1969 zum 20. Geburtstag der DDR der Ost-Berliner Kulturpark eröffnet wurde, diente das Futuro-Haus dort als Parkfunkstudio, von dem aus der gesamte Park mit Musik beschallt werden konnte.

Foto: Cora Geissler
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Futuro-Haus auf dem Abstellgleis: Nachdem der Kulturpark im Plänterwald in Berlin-Treptow nach dem Ende der DDR von einem kommerziellen Unternehmen übernommen worden war, landete das Futuro Nr. 13, das zuvor als "Parkfunkstudio" gedient hatte, auf dem Schrottplatz des Geländes zwischen ausgedienten Fahrgeschäften. Hier entdeckte es Cora Geißler und beschloss, es zu retten.

Foto: David Biene
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Futuro-Transport: Aufgrund seines Gewichts von 4,5 Tonnen konnte das Futuro-Haus aus dem Berliner Kulturpark nicht per Transorthubschrauber versetzt werden - stattdessen wurde es, wie hier zu sehen, mit Hilfe eines Krans auf einen Ponton umgesetzt.

Foto: Cora Geissler
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Futuro am Haken: Für den Abtransport des Futuro13 aus dem ehemaligen Freizeitpark in Berlin fand Cora Geissler eine Werft, die einen Schiffsponton mit geeigneter Größe bereitstellen konnte: "Als das Futuro am Haken eines Krans weit über der Spree hing und langsam auf den Ponton herabsank wie ein wirkliches Ufo bei der Landung, reckten die Passagiere der Ausflugsdampfer ungläubig die Hälse."

Foto: Cora Geissler
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Ufo meets Strich-Achter: Das Futuro-Haus von Cora Geißler steht in Berlin direkt am Ufer der Spree auf einer in unmittelbarer Nähe des Gebäudes des DDR-Rundfunks - ein Blickfang für Ausflügler und Bootsfahrer, der regelmäßig Erstaunen auslöst.

Foto: Hans Michael Kloth
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Willkommen an Bord: Der Einstieg in Matti Suuronens Futuro-Haus erinnert an die Bordtreppe eines Geschäftsflugzeugs oder an eine Zugbrücke. Einmal drinnen, lässt sich die Treppe mit einer kleinen Kurbel einfahren.

Foto: Hans Michael Kloth
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Wohnlandschaft: Das Futuro-Hauses von Matti Suuronen atmet außen wie innen den Zeitgeist der sechziger Jahre. Neue synthetische Werkstoffe ermöglichten es den Designern, sich von überkommenen Vorgaben bei der Gestaltung von Objekten des täglichen Lebens zu lösen und völlig freie Formen zu realisieren. Das Interieur des Futuro erinnert etwas an die Wohnlandschaften von Suuronens dänischem Kollegen Verner Panton.

Foto: Hans Michael Kloth
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Futuro-Küche: Die Küche der Futuro-Hauses ist winzig und erinnert in ihrer durchdachten Funktionalität an die Pantry an Bord von Linienflugzeugen - nur ist sie um einiges schicker.

Foto: Hans Michael Kloth
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Ei auf Stelzen: Das 1965 vom Finnen Matti Suuronen entworfene Futuro wurde seit 1968 aus den damals modernsten Werkstoffen in Serie gefertigt. Die Ölkrise Anfang der siebziger Jahre macht der Fertigung jedoch ein Ende, da sich der Kunststoffpreis verdreifachte und die Produktion unrentabel wurde.

Foto: Hans Michael Kloth
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Skihütte an der Spree: Ursprünglich konzipierte der finnische Architekt Matti Suuronen das Futuro-Haus 1965 als mobile Skihütte für einen Freund. Nachdem der Entwurf auf verschiedenen Designausstellungen Furore gemacht hatte, wurde 1968 mit der Serienfertigung begonnen - allerdings wurden nur 22 Exemplare gebaut.

Foto: Hans Michael Kloth
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Ehemaliges Parkfunkstudio: Das Futuro-Haus mit der Seriennummer 13 diente seit 1969 als "Parkfunkstudio" für den Vergnügungspark im Plänterwald in Berlin-Treptow. Nach dem Ende der DDR wurde es von den neuen Besitzern ausgemustert und verfiel auf dem Schrottplatz, bis Cora Geißler es dort entdeckte und rettete.

Foto: Hans Michael Kloth
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Leuchtender LoftCube: Die Idee einer mobilen Behausung, die dem Besitzer an unterschiedliche Orte folgt, hat im Zeitalter der "Global Nomads" eine neue Aktualität bekommen. Werner Aisslingers LoftCube von 2003 aktualisiert insofern das Konzept von Matti Suuronens Futuro-Haus von 1965 - auch wenn sein Entwurf längst nicht so radikal und kompromißlos wirkt wie der Suuronens.

Foto: Hans Michael Kloth
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LoftCube: Mit seinem "LoftCube", einem Zuhause zum Mitnehmen, das sich in zwei Standard-Containern per Lkw oder Schiff verfrachten lässt, knüpft der Berliner Künster Werner Aisslinger 40 Jahre nach Matti Suuronenens Futuro-Haus an die Idee eines mobilen Hauses an.

Foto: Hans Michael Kloth
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Baden in bunt: Auch das waren die Sechziger - ein bisschen wir im Raumschiff fühlen durfte sich auch, wer das hauseigene Schwimmbad des SPIEGEL-Verlags besuchte. Die Nasszelle wurde von dem dänischen Designer Verner Panton entworfen, heute lagern dort allerdings nur noch trockene Akten.

Foto: DER SPIEGEL
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Kreation aus der Zukunft: Die passende Mode zum Ufo-Mobil gab's in den Sechzigern übrigens auch - wie dieses Model während der Präsentation der Frühlings- und Sommerkollektion des Mode-Visionärs André Courrèges zeigt. Der weiße Baumwollanzug ist dekoriert mit bunten Feder-Pom-Poms, die auf goldenen Metallscheiben sitzen.

Foto: AP
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Das entspannendste Ei: Wer es in den sechziger Jahren spacig mochte, konnte auch im Garten abheben - mit einem sogenannte Floating Tank. Die schall- und lichtisolierten Kapseln wurden 1954 für die Nasa entwickelt. Astronauten probten in den mit Salzwasser gefüllten Tanks die Schwerelosigkeit. In den Sechzigern wurde der Plastik-Uterus vor allem wegen seiner bewusstseinserweiternden Wirkung geschätzt. John Lennon war einer der prominentesten Fans des Eso-Eis. Heute dienen Floating Tanks einfach nur der Entspannung.

Foto: www.jueta.ch
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Freizeithaus: Die ungewöhnliche Architektur des "Futuro"-Prototyps erregte weltweite Aufmerksamkeit - es war 1968 die Hauptattraktion der Ausstellung "Finnfocus" in London und wurde als Freizeithaus von der Firma Polykem ins Programm genommen.

Foto: Cora Geissler
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Berliner vor Futuro 13: "Home sweet Home"-Party am 11. Mai 2008 im Rechenzentrum Nalepastrasse an der Spree mit dem Futuro 13 im Hintergrund.

Foto: tobi poul
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Schweres Futuro-Haus: Das von Cora Geissler "gefundene" museale Designobjekt des finnischen Architekten Matti Suuronen mit der Seriennummer 13 wiegt ganze 4,5 Tonnen.

Foto: Cora Geissler