Designstudien und Showcars in Genf Das kann was werden

Man wird ja wohl noch träumen dürfen! Nach diesem Motto rollen die Hersteller normalerweise ihre Studien auf die Automessen. Auf dem Autosalon in Genf sind aber nicht nur spektakuläre Eintagsfliegen zu sehen - viele der Schaustücke gehen schon bald in Serie.
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Kia Provo

Das will uns der Hersteller zeigen: Wie ein ebenso cooler wie kräftiger Kleinwagen aussehen könnte. Quasi ein Kia Soul mit Flachdach oder ein Coupé in der Polo-Klasse. Außerdem zeigt der 3,88 Meter kurze Zweitürer, wie die sogenannte Tigernase von Kia mit der Zeit geht und wie schlagkräftig die europäische Organisation mittlerweile geworden ist - denn von der ersten Designskizze bis zum fertigen Prototypen ist das Messemodell komplett in Deutschland entstanden.

Das treibt ihn an: Ein neues Allrad-Hybridsystem. Vorne unter der Haube steckt der neue 1,6-Liter-Turbo mit 204 PS und an der Hinterachse arbeitet eine E-Maschine mit 45 PS. Die hilft beim Beschleunigen, sorgt für den richtigen Drift in den Kurven - und schafft kurze Strecken auch allein.

Das könnte er mal werden: Ein pfiffiger und peppiger Konkurrent für Lifestyle-Zwerge wie den Fiat 500, den Mini und den Opel Adam.

Das sind seine Serienchancen: Höchstens 50 Prozent

Foto: Tom Grünweg
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Toyota GT 86-Cabrio

Das will uns der Hersteller zeigen: Einen bezahlbaren Sportwagen mit freiem Blick zum Himmel - mit genügend Platz, um zur Not auch mal zu viert zu fahren. Und trotzdem klein und handlich genug, um auch durch die engsten Kurven zu räubern.

Das treibt ihn an: Derselbe Zwei-Liter-Boxer wie im Coupé. 200 PS stark und 226 km/h schnell. Allerdings verspricht Toyota noch mehr Fahrspaß, weil ohne Blechdach der Schwerpunkt noch weiter sinkt.

Das könnte er mal werden: Ein Serienmodell, das den Mazda MX-5 das Fürchten lehrt. "Wir wären schlecht beraten, wenn wir dieses Auto nicht genau so bauen würden", sagt ein Toyota-Sprecher. Im nächsten Jahr könnnte es schon soweit sein.

Das sind seine Serienchancen: 99,5 Prozent

Foto: Tom Grünweg
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Subaru Viviz

Das will uns der Hersteller zeigen: Dass Subaru auch ohne Jägerrock und Wanderstiefel kann. Deshalb ist der Viviz im Format des aktuellen Impreza kein Försterauto, sondern ein Sport-Utility-Vehicle mit mehr Betonung auf Sport als Utility. Knackige Proportionen und ein ausdrucksstarkes Gesicht - so sollen künftig alle Modelle von Subaru aussehen. Auch wenn es in der Serie wohl kaum für Flügeltüren reichen wird.

Das treibt ihn an: Der bekannte Boxer-Diesel aus der aktuellen Modellpalette - hier allerdings erweitert um einen Hybrid-Baustein.

Das könnte er mal werden: Eine entstaubte Alternative zum neuen Forester  für die Stadt, nicht für den Wald.

Das sind seine Serienchancen: 0 Prozent

Foto: Tom Grünweg
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VW e-Co-Motion

Das will uns der Hersteller zeigen: Dass jetzt auch VW den Trend zum Lieferwagen für Kurzstrecken erkannt hat und deshalb an einem Auto arbeitet, das kleiner ist als ein Caddy und trotzdem mehr Platz bietet.

Das treibt ihn an: Weil der e-Co-Motion seine Päckchen auch dort ausliefern soll, wo Fahrzeuge mit Verbrennermotoren vielleicht irgendwann nicht mehr hinfahren dürfen, haben die Entwickler ihn mit einem Elektroantrieb ausgestattet. Die E-Maschine leistet 68 PS und kann kurzfristig sogar 115 PS bereitstellen. Je nach Einsatzzweck lässt sich die im Wagenboden integrierte Batterie erweitern: Von 20 kWh für einen Aktionsradius von 100 Kilometern über 30 kWh für 150 Kilometern bis hin zu 40 kWh für 200 Kilometer.

Das könnte er mal werden: Auf einen reinen Elektrotransporter von VW werden wir wohl nach einige Zeit warten müssen, und von einem kleinen Bruder des Caddy war bislang nie die Rede. Aber vielleicht findet sich das charmante Design ja in zwei, drei Jahren am Nachfolger das aktuellen VW Transporters wieder.

Das sind seine Serienchancen: Allerhöchstens 20 Prozent

Foto: Jürgen Pander
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Guigiaro Parcours

Das will uns der Hersteller zeigen: Dass er nicht nur Auftragsarbeiten für die Konzernmutter VW und ihre Töchter erledigt, sondern auch eigene Ideen hat – zum Beispiel diese Mischung aus Supersport- und Geländewagen, die in Genf gleich als Coupé und Cabrio steht. Dieser Parcours genannte Zweisitzer sieht fast so gut aus wie der Lamborghini Gallardo, von dem er sich viel Technik geborgt hat. Aber wo man als Lamborghini-Kunde geschmeidig sein muss, kann man hier dank erhöhter Bodenfreiheit auch mit Wohlstandsbauch und Hüftschaden bequem einsteigen.

Das treibt ihn an: Der 550 PS V10-Motor aus dem Lamborghini Gallardo samt variablem Allradantrieb mit speziellen Fahrprogrammen für Komfort, Offroad, Winter und Sport.

Das könnte er mal werden: Ein spektakuläres Ausstellungsstück in der Giugiaro-Sammlung, wenn die Firma in fünf Jahren ihren 50. Geburtstag feiert.

Das sind seine Serienchancen: 0 Prozent

Foto: Tom Grünweg
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Honda Civic Wagon

Das will uns der Hersteller zeigen: Dass Honda nicht weiter am Trend vorbei arbeitet, sondern auch die Wünsche der Kunden nach Nischen-Fahrzeugtypen bedienen kann. Deshalb soll es den Golf-Gegner Civic nicht mehr nur als Fünftürer, sondern auch als schnittigen Kombi geben.

Das treibt ihn an: Über den Motor der Studie verliert Honda kein Wort. Müssen die Japaner auch nicht. Denn neue Aggregate sind für den Civic erst einmal nicht vorgesehen. Schließlich gibt es ja gerade einen frischen Diesel mit 1,6 Litern Hubraum und 120 PS, der prima zu Markt und Modell passt.

Das könnte er mal werden: Die überfällige Ergänzung der Modellpalette im wichtigsten Segment des europäischen Marktes. Deshalb soll auf der IAA in Frankfurt das Serienmodell gezeigt und im Januar 2014 der Verkauf gestartet werden.

Das sind seine Serienchancen: 100 Prozent

Foto: Tom Grünweg
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Opel Adam Rocks

Das will uns der Hersteller zeigen: Wie viele Möglichkeiten noch in dem neuen Kleinwagenkonzept der Hessen stecken. Deshalb hat Opel nicht nur das Dach aufgeschnitten und den Adam wie früher die Ente zum Rolldach-Cabrio gemacht. Sondern gleichzeitig rüstet sich der Zwerg mit etwas mehr Bodenfreiheit und dicken Plastikplanken für Abenteuer im Dschungel der Großstadt - der VW CrossPolo und der Mini Countryman lassen grüßen.

Das treibt ihn an: Jeder der drei Benziner von 74 bis 100 PS, die auch im aktuellen Adam zum Einsatz kommen.

Das könnte er mal werden: Im Adam Rocks stecken tatsächlich drei Autos in einem: Denn er funktioniert nicht nur als Kombination aus Frischluft und Freizeit, sondern natürlich auch als Cabrio mit normalem Tiefgang oder in der Offroad-Optik mit geschlossenem Dach.

Das sind seine Serienchancen: Deutlich über 90 Prozent

Foto: Tom Grünweg
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Ssangyong SIV-1

Das will uns der Hersteller zeigen: Wie sich der Nobody aus Korea das SUV der Zukunft vorstellt. Nämlich als nobles Crossover in der Kompaktklasse.

Das treibt ihn an: Dazu verliert Ssangyong noch kein Wort. Warum auch? Wenn überhaupt, kommt dieses Auto frühestens in drei oder vier Jahren.

Das könnte er mal werden: Eine schmucke Alternative zu Kia Sportage und Hyundai ix35.

Das sind seine Serienchancen: 25 Prozent

Foto: Jürgen Pander
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Mitsubishi CA-MIEV

Das will uns der Hersteller zeigen: Wie der Mitsubishi i-Miev aussehen könnte, wenn man ihn als ausgewachsenes Auto statt als rollende Schuhschachtel bauen würde. Es bleibt zwar bei der hohen und schlanken Form, die im Windkanal nun auf einen cW-Wert von 0,26 herunter geschliffen wurde. Doch bei etwas mehr als vier Metern Länge und knapp 1,80 Metern Breite reicht es nun zumindest für fünf Passagiere.

Das treibt ihn an: Ein weiterentwickelter E-Antrieb mit 109 PS und Lithium-Ionen-Akkus für 300 Kilometer Reichweite, die man nicht mehr an der Steckdose, sondern über Induktionsschleifen auf dem Parkplatz laden kann.

Das könnte er mal werden: Der Nachfolger des i-Miev in zwei bis drei Jahren.

Das sind seine Serienchancen: 75 Prozent

Foto: Tom Grünweg
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Mitsubishi GR-HEV

Das will uns der Hersteller zeigen: Dass auch Pick-ups eine Zukunft haben, wenn sie schlank, windschnittig und sparsam sind. Ob sie dann allerdings gleich so futuristisch aussehen, werden die nächsten Jahre zeigen.

Das treibt ihn an: Ein Diesel-Hybrid mit einem 2,5 Liter großen Vierzylinder und einer E-Maschine, die den Normverbrauch des 5,50 Meter langen Dickschiffs auf deutlich unter sechs Liter drückt.

Das könnte er mal werden: Die Stilvorlage für den Nachfolger des L 200, der vielleicht nicht mehr ganz so schwer und bullig wird.

Das sind seine Serienchancen: Mit dem Design und genau diesem Antrieb? Allerhöchstens zehn Prozent.

Foto: Tom Grünweg
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Pininfarina Sergio

Das will uns der Hersteller zeigen: Dass der Geist des legendären Designers Sergio Pininfarina nach seinem Tod im vergangenen Sommer durch solche Autos weiterlebt. Deshalb haben die Italiener ihm diese Studie auf Basis des Ferrari 458 gewidmet. Außerdem wollen sie ihr Geschick im Spiel mit dem Wind demonstrieren: Denn obwohl der Sergio ohne Scheiben auskommt, ist die Front so geformt, dass die Luft über die Passagiere hinwegstreift und man bequem oben ohne fahren könnte. Würde der Wagen wahr werden, müsste man darin allerdings einen Helm tragen.

Das treibt ihn an: Der 4,5 Liter große V8-Motor von Ferrari, der mit dem Sergio noch leichteres Spiel hat. Schließlich ist die Karosserie aus Karbon gebacken und deshalb zehn Prozent leichter als beim Roadster aus Maranello.

Das könnte er mal werden: Ein hübsches Museumsstück oder die Zierde einer privaten Sammlung. Jedenfalls kein Serienmodell.

Das sind seine Serienchancen: 0 Prozent

Foto: Tom Grünweg
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Bertone Jet 2+2

Das will uns der Hersteller zeigen: Wie eng Bertone seit 60 Jahren mit Aston Martin zusammenarbeitet. Nachdem die Italiener schon vor fast zehn Jahren mal einen Vanquish zum Kombi umgebaut haben, wird nun der viertürige Rapide zum eleganten Shooting Brake mit mehr Platz im Fond und großer Klappe im Heck.

Das treibt ihn an: Der sechs Liter große V12 mit 476 PS, wie man ihn vom Serienmodell kennt.

Das könnte er mal werden: Eine exklusive Kleinserie für alle, die nicht auf den Porsche Panamera Sport Turismo  warten wollen.

Das sind seine Serienchancen: Wenn sich genügend zahlungskräftige Kunden finden: 80 Prozent.

Foto: Jürgen Pander
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Citroën Technospace

Das will uns der Hersteller zeigen: Dass auch eine Familienkutsche cool sein kann. Deshalb ist der Technospace für einen Van nicht nur überraschend elegant gezeichnet, sondern macht vor allem innen eine gute Figur. Das Cockpit sehr aufgeräumt und mit nur ganz wenigen Tasten oder Schaltern, die Sitze bequem und das Interieur sehr luftig - Pampersbomber müssen also nicht immer nach Bälleparadies und Keksdose auf Rädern aussehen.

Das treibt ihn an: Konventionelle Diesel und Benziner. Aber weil der Van 100 Kilo weniger wiegt als der aktuelle C4 Picasso, soll der Verbrauch mit einem Spardiesel unter vier Liter sinken.

Das könnte er mal werden: Der Nachfolger des aktuellen C4 Picasso - und zwar schon in wenigen Wochen.

Das sind seine Serienchancen: 100 Prozent

Foto: Tom Grünweg