Deutschland in der Einzelkritik Elfmeterhelden

Manuel Neuer sicherte mit zwei gehaltenen Elfmetern Deutschland das EM-Halbfinale. Auch ein Kölner wurde zum Helden. Und der bisher überragende DFB-Kicker beinahe zur tragischen Figur. Die deutschen Spieler in der Einzelkritik.
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Manuel Neuer, Tor: Auch für den Torwart war das Spiel eine Herausforderung. Er musste zwar nicht viel halten, aber ständig aufmerksam sein. Im Herauslaufen konnte er wiederholt klären. Jeder weiß, wie stark er außerhalb des Sechzehnmeterraumes ist. Der Elfmeter von Bonucci in der 78. Minute war selbst für ihn zu gut geschossen.

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Benedikt Höwedes, Abwehr: Als Absicherung vom Bundestrainer in die Dreierkette hineingenommen, sollte er die Kimmich-Seite abdichten. Das funktionierte nicht immer. Ansonsten kreuzbrav, wie man es von ihm kennt. Mehr aber auch nicht.

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Mats Hummels, Abwehr: Der Neu-Münchner hatte viele Freiheiten, nach vorne zu gehen, wenn sich die Italiener zurückzogen. Er nutzte dies stärker als in den vorangegangenen Partien, zeigte sich sicher im Passspiel und hatte sogar ein, zwei hübsche Offensivtricks auf Lager. Nach hinten gewohnt sicher. Ein starkes Spiel von Hummels. Die zweite Gelbe Karte kurz vor Schluss hat für ihn Folgen. Das Halbfinale findet ohne ihn statt.

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Jérôme Boateng, Abwehr: Man könnte an sich nicht genug Lobeshymnen anstimmen. Der Abwehrspieler ist und war der Spieler des Turniers in der deutschen Elf. Wieder extrem zweikampfstark, diesmal musste er noch mehr laufen als sonst, auch das tat er mit der nötigen Souveränität. Und dann unterläuft ausgerechnet ihm das Handspiel, das zum Elfmeter führte. Immerhin gab es keine Gelbe Karte. Mit seinem Treffer im Elfmeterschießen machte er es wieder gut.

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Joshua Kimmich, Mittelfeld: Der junge Münchner war spürbar beeindruckt von den Italienern. Er mühte sich um Druck nach vorne, wurde immer wieder ins Spiel einbezogen, aber nach hinten ließ er manche Lücke, die die Azzurri fast ausgenutzt hätten. An solchen Spielen wächst einer wie Kimmich, da kann man fast sicher sein. Kühl beim Elfmeter.

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Sami Khedira, Mittelfeld (bis 15. Minute): Ausgerechnet für den Italien-Profi war die Partie früh beendet. Nach einem Zweikampf mit Chiellini verletzte er sich am Oberschenkel und musste nach einer Viertelstunde ausgewechselt werden.

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Bastian Schweinsteiger, Mittelfeld (ab 15. Minute): Die Trainer hatten zuvor betont, Schweinsteiger sei reif für die Startelf. Jetzt musste er das beweisen. Er arbeitete sich in das Spiel, aber man merkte ihm die lange Pause noch deutlich an. So trug er endlich mal die Kapitänsbinde, und die Verantwortung beim Elfmeter. Gute Güte.

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Toni Kroos, Mittelfeld: Kam in der ersten Hälfte nicht wie gewohnt ins Spiel, wurde danach besser. Kroos hatte erheblich weniger Anspielstationen als sonst, bewegte sich manchmal sichtlich ratlos mit dem Ball, weil er niemanden fand, den er bedienen konnte. Aber er war präsent bis zum Schluss, trat als erster im Elfmeterschießen an - und traf.

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Jonas Hector, Mittelfeld: Der Kölner war im Offensivspiel über weite Strecken abgemeldet, da fast alles über die andere Seite im deutschen Spiel lief. Defensiv war er allerdings erheblich sicherer als sein Kollege auf der rechten Seite, Joshua Kimmich. Und als es darauf ankam, vor dem 1:0, war er zur Stelle und spielte den Ball auf Özil. Als letzter deutscher Schütze beim Elfmeterschießen wurde er zum Held des Abends.

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Mesut Özil, Mittelfeld: Eifrig, hatte gute Ideen und brachte am meisten Schwung ins deutsche Angriffsspiel. Auch wenn es zunächst wenig zwingend war. Özil hatte schon vor seinem Tor ein gutes Spiel gemacht. Sein verschossener Elfmeter hätte allerdings teuer werden können.

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Thomas Müller, Mittelfeld: Irgendwann wird auch Thomas Müller die gute Laune vergehen, denn auch im fünften Turnierspiel fand er nicht zu seiner bekannten Torgefahr. Er war lange Zeit weitgehend abgemeldet, biss sich an der italienischen Deckung die Zähne und hatte dennoch kurz nach dem Wechsel die Führung auf dem Fuß. Da war er dann fast, der berühmte Müller-Moment, aber auch nur fast. Und dann verschoss er auch noch seinen Elfmeter.

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Mario Gómez, Angriff (bis 72. Minute): Erfüllte die Aufgabe, die Joachim Löw ihm gestellt hatte. Er sorgte wiederholt für Gefahr, band zwei Italiener im Abwehrzentrum und versuchte sich immer wieder freizulaufen. Er hat sich wirklich bemüht - und das ist diesmal als Kompliment gemeint. Seine Vorarbeit vor dem 1:0 war letztlich für den Treffer entscheidend. Er fehlte dem deutschen Spiel nach seiner Auswechslung.

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Julian Draxler, Angriff (ab 72. Minute): Kam nach 72 Minuten für Gómez ins Spiel. Zwei Minuten später fiel der Ausgleich. Damit verlagerte sich die Tektonik der Partie, und Draxler hatte Mühe, in das Spiel hereinzufinden. Bonucci und Chiellini zeigten ihm zudem rasch, wie italienisches Zweikampfverhalten funktioniert. Eine gute Chance in der zweiten Hälfte der Verlängerung konnte er dennoch verbuchen. Verwandelte einen wichtigen Elfmeter.

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